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Wenn in einer Familie eine Hochzeit ansteht, ist vorher im wahrsten Sinne des Wortes Hoch-Zeit angesagt. Was gibt es da nicht alles vorzubereiten, zu planen, abzusprechen, zu organisieren! Mensch, woran muss man da nicht alles denken … Musik, Essen, Location – Ort der Feier, Fotograf, Sitzordnung, wer soll eingeladen werden, wer nicht? Und 1000 andere Sachen mehr. Da kriegt man einen richtigen Brummschädel. Nur nichts vergessen, das wäre die reinste Katastrophe! Wir haben das in unserer großen Familie bisher sechsmal erlebt, jetzt sind wir erstmal damit durch. Und bis unsere Enkelkinder so weit sind, ist noch viel Zeit.
Hier in diesem Psalm geht es allerdings um eine besondere Hochzeit. Es geht um eine royale Hochzeit, die eines großen Königs! Da springt bei mir sofort das Kopfkino an. Ich denke an Charles und Diana oder Silvia und Carl Gustav von Schweden oder – die Älteren erinnern sich vielleicht – an Queen Elizabeth und Prinz Philipp. Die Reihe lässt sich leicht fortsetzen. Das waren wahrlich bombastische Ereignisse!
Aber auch das ist dem Psalmbeter noch nicht genug. Es geht hier ja nicht um irgendeinen König und um dessen königliche Hochzeit. Davon gibt’s viele, und seien sie noch so prächtig. Es geht um den einen König. Ihn hat der lebendige Gott selbst gesalbt und zum König über alle Welt bestimmt und eingesetzt. Dieser König ist so recht nach dem Herzen Gottes.
Dieser König wird hier in großer Pracht und Herrlichkeit beschrieben. Seine hohe Majestät überragt alle anderen irdischen Herrscher. Er ist hoch erhaben und mit größter Machtfülle ausgestattet. Die Kennzeichen seiner Regentschaft sind Gerechtigkeit und Sanftmut. Sein Reich und seine Herrschaft werden kein Ende haben. Sie sind unvergänglich und bestehen bis in Ewigkeit.
Das unterscheidet sein Reich von allen irdischen Reichen. Die sind immer nur vergänglich, unvollkommen, zweifelhaft, korrumpiert, angeschlagen. Denn so sind ihre Herrscher auch. Es sind nur fehlbare und irrtumsfähige Menschen. Und so ist auch ihre vermeintliche Gerechtigkeit. Dabei handelt es sich oft nur um den Ausgleich von Einzelinteressen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen. Diese vermeintliche Gerechtigkeit hängt dann meist nur vom Grad der Zustimmung ab. Je höher sie ist, desto „gerechter“ geht es zu. Und ganz banal wird es, wenn das „gerecht“ ist, was gerade mir nützt.
Eine umfassende, für alle gleich gültige Gerechtigkeit ist in dieser Weltzeit nicht möglich, weil wir Menschen nur einen sehr begrenzten Horizont haben. Wir haben einfach nicht den vollständigen Überblick. Wir sind eben nur Menschen und nicht Gott. Er weiß. Er kennt. Er kann. Und leider verbinden sich die irdischen Herren oft mit den Wölfen – und dann geht es den Schafen immer schlecht. Das wird bei diesem König nie passieren, ganz im Gegenteil: „Er lässt sein Leben für die Schafe“. Seine Herrschaft ist mit nichts zu vergleichen. Sie ist wirklich einzigartig. Und seine Gerechtigkeit hat eine Zwillingsschwester: das ist Gottes große Barmherzigkeit. Die können ohne einander nicht sein.
Hier ist nach meiner Überzeugung von Christus die Rede. Er ist der Gesalbte des HERRN. Ihn hat Gott zum Herrn über alle Herren und zum König aller Könige eingesetzt. Von ihm ist im Alten Testament noch auf verborgene Weise die Rede. Aber alle Aussagen in diesem Psalm finden wir ausnahmslos im Neuen Testament wieder, aber diesmal unverschlüsselt und offenbar.
Wie aber kommt der Beter dieses 45. Psalms auf seine wirklich umwerfenden Aussagen über einen solchen König? Die Antwort liegt nicht einfach so auf der Hand. Sie kann auch keine Erkenntnis der Vernunft oder Gegenstand seiner Erfahrung sein. Denn viele Könige Israels entsprachen ja nun wahrlich nicht diesem Bild, das hier bezeugt und gepriesen wird. Also ist es nur ein Ideal, das nun mal leider unerreichbar ist und bleibt? Oder nebulöses Wunschdenken, um der harten Wirklichkeit mal ein Weilchen zu entfliehen und sich ein bisschen nach Wolkenkuckucksheim zu träumen?
Die Antwort auf diese Frage finde ich in Vers 2: „Mein Herz dichtet ein feines Lied, (…) meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers“. So lese ich im 2. Brief des Apostels Petrus in Kapitel 1, 20-21: „Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.“ Der lebendige Gott selbst hat durch seinen Heiligen Geist dem Psalmbeter bereits diese Erkenntnis über den Christus Gottes ins Herz gelegt. Gott der Heilige Geist ist also der Urheber, der Autor dieses Psalms. Er ist also der „gute Schreiber“.
Darum ist es auch kein Zufall, dass im Hebräerbrief die Verse 7 und 8 aus Psalm 45 zitiert werden: „Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.“ Jesus Christus ist dieser von Gott eingesetzte Retter und Erlöser nicht nur seines Volkes Israel, sondern aller Welt!
Und nun kann ich auch darüber Auskunft geben, wer seine Braut ist: das ist seine Gemeinde. Das ist die Gemeinde Jesu, des Christus, des Gesalbten des lebendigen Gottes. Das sind alle Menschen, die an ihn glauben als an ihren Herrn und Heiland. Die hat er sich erworben und gewonnen mit seinem teuren Blut. Darum strahlt seine Schönheit auf seine Braut aus. Denn wenn er uns erwählt, dann bringt er den Hochzeitsschmuck für seine Braut selbst mit: Er kleidet uns mit Heil und Leben, Segen, Gerechtigkeit, Gnade. Und dafür nimmt er unsere Lumpen, unseren Unrat, unsere Schuld, seelischen Müll, Not, unsere Verzweiflung an und auf sich. Das ist ein seltsamer Tausch! Martin Luther nennt diesen merkwürdigen Tausch einen „glückseligen Wechsel“. So sind wir für die Hochzeit herrlich geschmückt und bereitet.
„Gott, dein Thron bleibt für immer und ewig.“ So heißt es in Vers 7. Wenn das so ist, dann weiß ich: Christen werden als seine Braut ebenfalls ewig bestehen. In seinem Reich herrschen Recht und Gerechtigkeit – und wir herrschen mit ihm! Es wird niemals der König ohne seine Braut sein. Es wird niemals die Braut ohne ihren Bräutigam, den König, sein – zu keiner Zeit, an keinem Ort, unter keinen Umständen. Die Braut wird keine Witwe. Der König wird kein Witwer.
Die wohl schönste Feier, die ich kenne, ist eine Hochzeit, mit all ihrer Pracht und Fröhlichkeit. Was muss das dann erst für ein Fest sein, wenn Jesus, der Christus Gottes, seine Gemeinde als seine Braut endgültig zu sich nimmt! Der Bratenduft strömt schon aus der Küche. Der Wein funkelt schon in den Gläsern. Die Musiker haben ihre Instrumente schon gestimmt – es kann zum Tanz aufgespielt werden. Kommt, denn es ist alles bereit! Darauf dürfen wir uns schon jetzt von ganzem Herzen freuen. Feiern Sie mit!
Autor: Joachim Opitz
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By ERF - Der Sinnsender5
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Wenn in einer Familie eine Hochzeit ansteht, ist vorher im wahrsten Sinne des Wortes Hoch-Zeit angesagt. Was gibt es da nicht alles vorzubereiten, zu planen, abzusprechen, zu organisieren! Mensch, woran muss man da nicht alles denken … Musik, Essen, Location – Ort der Feier, Fotograf, Sitzordnung, wer soll eingeladen werden, wer nicht? Und 1000 andere Sachen mehr. Da kriegt man einen richtigen Brummschädel. Nur nichts vergessen, das wäre die reinste Katastrophe! Wir haben das in unserer großen Familie bisher sechsmal erlebt, jetzt sind wir erstmal damit durch. Und bis unsere Enkelkinder so weit sind, ist noch viel Zeit.
Hier in diesem Psalm geht es allerdings um eine besondere Hochzeit. Es geht um eine royale Hochzeit, die eines großen Königs! Da springt bei mir sofort das Kopfkino an. Ich denke an Charles und Diana oder Silvia und Carl Gustav von Schweden oder – die Älteren erinnern sich vielleicht – an Queen Elizabeth und Prinz Philipp. Die Reihe lässt sich leicht fortsetzen. Das waren wahrlich bombastische Ereignisse!
Aber auch das ist dem Psalmbeter noch nicht genug. Es geht hier ja nicht um irgendeinen König und um dessen königliche Hochzeit. Davon gibt’s viele, und seien sie noch so prächtig. Es geht um den einen König. Ihn hat der lebendige Gott selbst gesalbt und zum König über alle Welt bestimmt und eingesetzt. Dieser König ist so recht nach dem Herzen Gottes.
Dieser König wird hier in großer Pracht und Herrlichkeit beschrieben. Seine hohe Majestät überragt alle anderen irdischen Herrscher. Er ist hoch erhaben und mit größter Machtfülle ausgestattet. Die Kennzeichen seiner Regentschaft sind Gerechtigkeit und Sanftmut. Sein Reich und seine Herrschaft werden kein Ende haben. Sie sind unvergänglich und bestehen bis in Ewigkeit.
Das unterscheidet sein Reich von allen irdischen Reichen. Die sind immer nur vergänglich, unvollkommen, zweifelhaft, korrumpiert, angeschlagen. Denn so sind ihre Herrscher auch. Es sind nur fehlbare und irrtumsfähige Menschen. Und so ist auch ihre vermeintliche Gerechtigkeit. Dabei handelt es sich oft nur um den Ausgleich von Einzelinteressen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen. Diese vermeintliche Gerechtigkeit hängt dann meist nur vom Grad der Zustimmung ab. Je höher sie ist, desto „gerechter“ geht es zu. Und ganz banal wird es, wenn das „gerecht“ ist, was gerade mir nützt.
Eine umfassende, für alle gleich gültige Gerechtigkeit ist in dieser Weltzeit nicht möglich, weil wir Menschen nur einen sehr begrenzten Horizont haben. Wir haben einfach nicht den vollständigen Überblick. Wir sind eben nur Menschen und nicht Gott. Er weiß. Er kennt. Er kann. Und leider verbinden sich die irdischen Herren oft mit den Wölfen – und dann geht es den Schafen immer schlecht. Das wird bei diesem König nie passieren, ganz im Gegenteil: „Er lässt sein Leben für die Schafe“. Seine Herrschaft ist mit nichts zu vergleichen. Sie ist wirklich einzigartig. Und seine Gerechtigkeit hat eine Zwillingsschwester: das ist Gottes große Barmherzigkeit. Die können ohne einander nicht sein.
Hier ist nach meiner Überzeugung von Christus die Rede. Er ist der Gesalbte des HERRN. Ihn hat Gott zum Herrn über alle Herren und zum König aller Könige eingesetzt. Von ihm ist im Alten Testament noch auf verborgene Weise die Rede. Aber alle Aussagen in diesem Psalm finden wir ausnahmslos im Neuen Testament wieder, aber diesmal unverschlüsselt und offenbar.
Wie aber kommt der Beter dieses 45. Psalms auf seine wirklich umwerfenden Aussagen über einen solchen König? Die Antwort liegt nicht einfach so auf der Hand. Sie kann auch keine Erkenntnis der Vernunft oder Gegenstand seiner Erfahrung sein. Denn viele Könige Israels entsprachen ja nun wahrlich nicht diesem Bild, das hier bezeugt und gepriesen wird. Also ist es nur ein Ideal, das nun mal leider unerreichbar ist und bleibt? Oder nebulöses Wunschdenken, um der harten Wirklichkeit mal ein Weilchen zu entfliehen und sich ein bisschen nach Wolkenkuckucksheim zu träumen?
Die Antwort auf diese Frage finde ich in Vers 2: „Mein Herz dichtet ein feines Lied, (…) meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers“. So lese ich im 2. Brief des Apostels Petrus in Kapitel 1, 20-21: „Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.“ Der lebendige Gott selbst hat durch seinen Heiligen Geist dem Psalmbeter bereits diese Erkenntnis über den Christus Gottes ins Herz gelegt. Gott der Heilige Geist ist also der Urheber, der Autor dieses Psalms. Er ist also der „gute Schreiber“.
Darum ist es auch kein Zufall, dass im Hebräerbrief die Verse 7 und 8 aus Psalm 45 zitiert werden: „Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.“ Jesus Christus ist dieser von Gott eingesetzte Retter und Erlöser nicht nur seines Volkes Israel, sondern aller Welt!
Und nun kann ich auch darüber Auskunft geben, wer seine Braut ist: das ist seine Gemeinde. Das ist die Gemeinde Jesu, des Christus, des Gesalbten des lebendigen Gottes. Das sind alle Menschen, die an ihn glauben als an ihren Herrn und Heiland. Die hat er sich erworben und gewonnen mit seinem teuren Blut. Darum strahlt seine Schönheit auf seine Braut aus. Denn wenn er uns erwählt, dann bringt er den Hochzeitsschmuck für seine Braut selbst mit: Er kleidet uns mit Heil und Leben, Segen, Gerechtigkeit, Gnade. Und dafür nimmt er unsere Lumpen, unseren Unrat, unsere Schuld, seelischen Müll, Not, unsere Verzweiflung an und auf sich. Das ist ein seltsamer Tausch! Martin Luther nennt diesen merkwürdigen Tausch einen „glückseligen Wechsel“. So sind wir für die Hochzeit herrlich geschmückt und bereitet.
„Gott, dein Thron bleibt für immer und ewig.“ So heißt es in Vers 7. Wenn das so ist, dann weiß ich: Christen werden als seine Braut ebenfalls ewig bestehen. In seinem Reich herrschen Recht und Gerechtigkeit – und wir herrschen mit ihm! Es wird niemals der König ohne seine Braut sein. Es wird niemals die Braut ohne ihren Bräutigam, den König, sein – zu keiner Zeit, an keinem Ort, unter keinen Umständen. Die Braut wird keine Witwe. Der König wird kein Witwer.
Die wohl schönste Feier, die ich kenne, ist eine Hochzeit, mit all ihrer Pracht und Fröhlichkeit. Was muss das dann erst für ein Fest sein, wenn Jesus, der Christus Gottes, seine Gemeinde als seine Braut endgültig zu sich nimmt! Der Bratenduft strömt schon aus der Küche. Der Wein funkelt schon in den Gläsern. Die Musiker haben ihre Instrumente schon gestimmt – es kann zum Tanz aufgespielt werden. Kommt, denn es ist alles bereit! Darauf dürfen wir uns schon jetzt von ganzem Herzen freuen. Feiern Sie mit!
Autor: Joachim Opitz
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