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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • L.I.S.A. - Fotos aus Sobibor. Bilder als Quelle zum Holocaust und zum Nationalsozialismus
    Johann Niemann war stellvertretender Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor. Am 14. Oktober 1943 wagten jüdische Gefangene den Aufstand und töteten dabei auch Niemann. Erst vor kurzem wurden mehr als 350 Fotos und zusätzliche schriftliche Quellen aus seinem Besitz entdeckt. Die privat gesammelten und teilweise in zwei Alben zusammengestellten Bilder erlauben anhand der visuellen Überlieferung seiner Karriere ganz neue Einblicke zum Holocaust im deutsch besetzten Polen und zu den Krankenmorden der sogenannten Euthanasie, an denen Niemann beteiligt war.
    Im Interview schildert der Autor, PD. Dr. Martin Cüppers, nicht nur den Inhalt und die besondere Bedeutung des Albums, sondern er spricht mit Dr. Christian Westerhoff auch über Fotos als historische Quelle und über die bisher zu wenig beachtete „Aktion Reinhardt“, bei der im Rahmen des Holocaust etwa 1,8 Millionen Juden ermordet wurden.
    50 min
  • L.I.S.A. - Verständis(se) von Gesundheit
    Das Symposium leitet die Arbeit an den begrifflichen Grundlagen der IAG ein und zeichnet die historische, regionale und kulturelle Entwicklung bzw. Poiesis der Begriffe »Gesundheit« und »Prävention« nach. Interessant ist, dass mit verschiedenen Definitionen von »Krankheit« auch die Aufgaben der Medizin unterschiedlich definiert werden – was jedoch Konstanten und Gemeinsamkeiten nicht ausschließt. Neben einer kultur- und begriffsgeschichtlichen Untersuchung der historischen Semantik und theoretischen Reflexionen werden auch philosophische Aspekte (Verantwortung für die eigene Gesundheit) bearbeitet und historischer Dimensionen (Prophylaxe in der Medizin, Diätetik) aufgezeigt. Prof. Dr. Martin Grötschel, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, begrüßt die Teilnehmer bevor Prof. Dr. Philip van der Eijk, Humboldt-Universität Berlin, über Definitionen von Gesundheit sowie die Verbindung von Gesundheit und Glück spricht.
    24 min
  • L.I.S.A. - Wilhelm Dilthey und die Erfindung der Geisteswissenschaften aus der Defensive heraus
    Kaum eine Annahme über Wissen scheint weniger problematisch und zugleich weiter verbreitet als die, dass die Natur- und die Geisteswissenschaften durch eine tiefe Kluft voneinander getrennt seien. Die angeblichen "zwei Kulturen" – eine Bezeichnung, die Charles Percy Snow in den 1950er-Jahren geprägt hat – wirken unverrückbar. Aber wie andere, die Moderne kennzeichnende Dichotomien ist dieser Gegensatz jünger als vielfach angenommen wird. Einige seiner Wurzeln reichen zwar bis in die Frühe Neuzeit zurück, aber erst im langen 19. Jahrhundert begannen Forscher, sich entweder als Natur- oder als Geisteswissenschaftler zu sehen. Die Entstehung dieser Trennung stellt eine fundamentale Transformation in der Wissensgeschichte dar. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Dr. Fabian Krämer, Junior Fellow des Historischen Kollegs, in seinem geförderten Forschungsvorhaben "Before the Two Cultures. How the Sciences and the Humanities Grew Apart". In einem öffentlichen Vortrag gibt der Historiker erste Einblicke in seine Forschungen.
    42 min
  • L.I.S.A. - Herkunft. Lesung und Gespräch mit Saša Stanišić
    Bei der Vergewisserung über das eigene Selbst spielen zwei Fragen ein bedeutende Rolle, bei der sich die eine nicht zuletzt aus der anderen ergibt: die Frage nach der Herkunft, die unweigerlich mit Erinnern bzw. Vergessen verbunden ist. So hat es jedenfalls der Schriftsteller Saša Stanišić für sich erfahren, als er während des Jugoslawienkriegs als 14-jähriger aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland flüchtete. Im Gespräch mit dem Germanisten Prof. Dr. Ernst Osterkamp berichtet der Autor über sein Verständnis von Herkunft und seinen gleichnamigen Roman.
    47 min
  • L.I.S.A. - Role of Academia to Achieve the SDGs
    The second session of the symposium "Sustainable Development Goals" looks at the national development within the field of SDGs with special focus on Germany and Europe. As first contribution of the afternoon session, Partice Debré gives his keynote on the role of academia to achieve the SDGs and discusses amongst other the evolution of health and the involvement of France within the issue of global health.
    20 min
  • L.I.S.A. - "Fehlerbewusstsein ist die Essenz von Wissenschaft"
    Was kann ich wissen? Das ist eine der vier berühmten Fragen des Philosophen Immanuel Kant. Doch bevor man darauf eine Antwort finden kann, muss man sich darüber Klarheit verschaffen, was Wissen überhaupt ist. Woher kommt es? Ist es die Wissenschaft, die Wissen erzeugt? Oder verhält es sich eher umgekehrt - ist Wissen die Triebfeder der Wissenschaft? Aber was ist dann Wissenschaft? Und wie verlässlich ist das aus Wissenschaft erzeugte Wissen? Gerade heute, in Zeiten vieler und großer Unsicherheiten, werden diese Fragen wieder vermehrt gestellt und Verfahren, Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus der Wissenschaft öffentlich leidenschaftlich debattiert. Die Wissenschaftshistorikerin Prof. Dr. Lorraine Daston, bis zur ihrer Emeritierung 2019 Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, hat sich in ihrer Forschungsvita umfassend diesen Fragen gewidmet und mehrfach dazu publiziert. Ihr Werk würdigt die Gerda Henkel Stiftung mit dem Gerda Henkel Preis 2020. Wir haben auch das zum Anlass genommen, um mit Lorraine Daston über Wissen und Wissenschaft in Geschichte und Gegenwart zu sprechen.
    42 min
  • L.I.S.A. - Benjamin Ziemann | Martin Niemöller. Ein Leben in Opposition
    Der Pfarrer Martin Niemöller (1892-1984) ist als Mitbegründer der Bekennenden Kirche und durch seine Reden zur Schuld der Deutschen nach 1945 bekannt. Dabei war er als Student in völkischen und antisemi­tischen Parteien und Verbänden aktiv und begrüßte 1933 die NS-Machtergreifung. Auch nach 1945 trat seine Judenfeindschaft wiederholt hervor.
    Benjamin Ziemann rekonstruiert die Biographie eines streitbaren Kirchenpolitikers und Nationalisten, der die Weimarer Republik ebenso ablehnte wie Adenauers Politik der Westbindung. Nach 1945 wurde Niemöller zum Pazifis­ten – und blieb doch dem Habitus des kaiserlichen Marine­offiziers treu. In diesem Leben voller dramatischer Mo­men­te werden die Umbrüche und Kontinuitäten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert anschaulich.
    Benjamin Ziemann ist Professor für Neuere deutsche Geschichte an der University of Sheffield und Fellow der Royal Historical Society. Er ist Mitherausgeber des Manuskripts „Gedanken über den Weg der christlichen Kirche“, das Martin Niemöller 1939 im KZ Sachsenhausen verfasst hat.
    47 min
  • L.I.S.A. - Michelle Müntefering | Alexander von Humboldt und die internationale Kulturpolitik im Humboldt-Jahr 2019
    Zum Abschluss der internationalen Konferenz Alexander von Humboldt 2019 resümiert die Staatsministerin im Ausländischen Amt, Michelle Müntefering, welche Potentiale und Ergebnisse das Humboldt-Jahr für Forschung und Gesellschaft gebracht hat. Welche Impulse konnten gewonnen werden und was folgt? Dabei ist Sie keinesfalls davon überzeugt, dass der Einfluss Humboldts mit dem Humboldt-Jahr endet. Sie stellt daher die Frage, welche Rolle der Wissenschaftler heute noch spielt. Wie beeinflusst er diplomatische Beziehungen und vor allem, was bleibt?
    18 min
  • L.I.S.A. - Welten bauen
    Weltbilder sind kulturelle Konstrukte. Sie prägen die diplomatische wie die kulturelle Kommunikation zwischen Staaten und sind in Machtbeziehungen eingebunden. Gerahmt durch Musik aus dem Repertoire des Cornet-Quartetts seiner Majestät des Kaisers Wilhelm I., sprechen Dörte Schmidt, Musikwissenschaftlerin und Akademiemitglied, mit dem Berliner Trompeter Matthias Kamps über preußische Militärmusik als Exportschlager und anschließend Carola Lentz, Ethnologin und Vizepräsidentin der Akademie, mit der Züricher Kuratorin Michaela Alejandra Oberhofer über diplomatische Gastgeschenke aus Kamerun.
    46 min

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