AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

By Karl Urban und Franziska KonitzerScienceNatural SciencesEarth SciencesAstronomy
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AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie episodes

  • Mysteriöser Merkur – der kleinste Planet wirft große Fragen auf

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    Am 18. November 1915 hält Albert Einstein einen Vortrag vor der ehrwürdigen Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Dort stellt er seine Allgemeine Relativitätstheorie vor, die ihn schon bald weltberühmt machen wird. Viele seiner Fachkollegen überzeugt er mit einem Kniff: Es ist eine Rechnung, die den inneren Planeten Merkur betrifft. Denn die neue Theorie kann ein wissenschaftliches Problem lösen, das die Astronomen über 50 Jahre lang beschäftigt hatte: Die Umlaufbahn des Merkur stimmt nicht völlig mit den Vorhersagen von Newtons Gravitationsgesetz überein. Erst Einsteins neue Theorie kann helfen.

    Karl erzählt in dieser Folge des AstroGeo Podcast vom innersten Planeten des Sonnensystems, dem Merkur. Er ist zwar nur selten am Himmel zu sehen, war aber vermutlich schon lange vor der Antike bekannt. Die alten Griechen nennen ihn Apollon oder Hermes, je nachdem, ob er am Morgen- oder Abendhimmel erscheint. Die Römer benennen Hermes in Mercurius um und verleihen damit dem Planeten seinen bis heute gültigen Namen.

    Bis weit in die Moderne bleibt Merkur schwer zu erforschen. Seine Nähe zur Sonne verhindert gestochen scharfe astronomische Aufnahmen, die Planetenscheibe verschwimmt im Dunst des Dämmerungshimmels. Allein die Dauer einer Eigendrehung – also die Tageslänge – wird erst 1965 mit dem damals größten Radioteleskop Arecibo ermittelt: Ein Tag auf dem Merkur ist demnach rund 54 Erdtage lang.

    Die erste Raumsonde Mariner 10 bringt ab 1973 noch mehr Merkwürdiges zu Tage: Der kleine Merkur hat eine immense Dichte, so dass sein Schwerefeld ähnlich stark ist wie das des viel größeren Planeten Mars. Dazu besitzt er wie die Erde ein Dipol-Magnetfeld, was auf einen inneren Dynamo hindeutet. Erst 2008 erreicht eine zweite Raumsonde den Merkur und schwenkt drei Jahre später in seine Umlaufbahn ein. Diese NASA-Mission namens Messenger liefert zwar viele wertvolle Daten, vertieft aber die Rätsel um den kleinen Planeten nur noch weiter.

    Bis heute bleiben viele Fragen offen: Warum unterscheidet sich der Merkur so sehr von den anderen felsigen Planeten im Sonnensystem, was seine Dichte, die chemische Zusammensetzung oder das Magnetfeld betrifft? Um was handelt es sich bei den tiefen Löchern, die bis heute in seiner Oberfläche entstehen und die erst auf den Aufnahmen von Messenger entdeckt wurden? Wie entstand dieser merkwürdige Planet eigentlich – und was können wir aus diesen Prozessen über weit entfernte Exoplaneten lernen? Eine neue Mission von Europas Raumfahrtagentur und der Japans könnte diese Fragen schon bald lösen: Noch in diesem Jahr soll diese Mission namens BepiColombo beim Merkur ankommen.

    Mehr bei AstroGeo
    • Folge 48: Entdeckerin des inneren Erdkerns – warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?
    • Folge 50: Ist Ceres vulkanisch aktiv? – Der Zwergplanet der Frühstücksflocken
    • Folge 72: Nizza-Modell: Chaos zwischen jungen Planeten
    • Folge 92: Vulkan-Wunderwelt – wieso brodelt Jupiters Mond Io?
    • Weiterführende Links
      • WP: Merkur
      • WP: Periheldrehung
      • WP: Guiseppe „Bepi” Colombo
      • WP: Mariner 10
      • WP: Arecibo-Observatorium
      • WP: Messenger
      • WP: Hollows (englisch)
      • WP: BepiColombo
      • Quellen
        • Fachbuch: Sean C. Solom et al.: Mercury, The View after MESSENGER, Cambridge University Press (2018)
        • Fachartikel: Janssen & Renn: Einstein and the Perihelion Motion of Mercury, arXiv Preprint (2021)
        • Buch: Johannes Riem: Illustrierte Himmelskunde: eine populäre Astronomie nach dem heutigen Stande der Wissenschaft, Peter J. Oestergaard GmbH (1912)
        • Episodenbild: CC BY-SA 3.0 IGO ESA/BepiColombo/MTM

          1 hr 31 min
        • AstroGeoPlänkel: Vom Sonnensturm im Holz zum kosmischen Lineal

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          In dieser Folge widmen sich Franzi und Karl dem Feedback zu den letzten drei Folgen im AstroGeo Podcast. Zuerst geht es um den Besuch von Kai Kupferschmidt und Laura Salm-Reifferscheidt aus dem Podcast Pandemia. Denn auch Franzi und Karl waren mittlerweile in dem Podcast zu Keimen und Seuchen zu Gast – und haben sich von den beiden ausfragen lassen. Aber hört selbst.

          Viele Kommentare gab es zu den Spuren in uralten Bäumen, die recht sicher auf massive Ausbrüche auf der Sonne hindeuten, von denen das letzte sogenannte Miyake-Ereignis aber bereits über tausend Jahre her ist. In einer Antwort wird erklärt, in welchen Klimazonen Bäume in ihrem Stamm überhaupt Ringe aufbauen. Karl spricht auch über kurze Ereignisse in der Geologie und wie sie manchmal genauso relevant sein können wie sehr lange.

          Das Magnetfeld der Sonne sorgte für Verwirrung: Denn für sich sollte es sich über den leeren Raum derart abschwächen, dass es die Erde gar nicht nennenswert beeinflussen kann. Doch der Sonnenwind aus geladenen Teilchen erzeugt selbst ein Feld und kann das Magnetfeld der Sonne mit sich tragen.

          Danach geht es des um die Methode der Radiokarbondatierung, die durch die Arbeit der Physikerin Fusa Miyake „nebenher“ verbessert wurde. Karl erzählt von dem zur Kalibration genutzten Datensatz INTCAL 13 und wie die jährlich aus Baumringen genommenen Messwerte des Radionuklids Kohlenstoff-14 nicht nur eine offensichtliche Diskrepanz von 100 Jahren beseitigte, sondern auch den systematischen Messfehler der Methode reduzierte.

          Für Franzis Folge über die zweite Stufte der kosmischen Entfernungsskala gab es viel Lob. In den Kommentaren geht es um das für äußerst klein gehaltene Universum im Jahr 1912 und wieso die Kleine Magellansche Wolke für ein Objekt gehalten wurde, deren Sterne von uns alle ungefähr gleich weit entfernt sind.

          Zuletzt sprechen Franzi und Karl über den besten Zeitpunkt, uns Feedback fürs Geplänkel zu schicken (spätestens eine Woche vor Veröffentlichung!) und wann in der Folge sie ideal über musikalische Tipps aus dem Metal-Genre sprechen sollten. Sie beschließen die Folge mit einigen Musiktipps.

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          • Folge 143: Die Welt der Keime und Seuchen – Podcast-Besuch von Pandemia
          • Folge 144: Kosmische Spuren in uralten Bäumen – was sind Miyake-Ereignisse?
          • Folge 145: Kosmisches Lineal – wie Cepheiden zu Standardkerzen wurden
          • Weiterführende Links
            • Pandemia x AstroGeo | Wir sind nur ein kurzer Moment
            • Spektrum.de: Supernova in NGC 7331
            • Unser handgepflegtes Konto im Fediverse / auf Mastodon
            • Unser automatisches Konto im Fediverse / auf Mastodon (Adresse ins Suchfeld im Fediverse eingeben)
            • Musikempfehlung: Cân Bardd – Une couronne de branches [Youtube / Bandcamp]
            • Episodenbild: CC0 Gabriel Jimenez / Unsplash – ESO/Digitized Sky Survey 2 / Davide De Martin

              45 min
            • Kosmisches Lineal: Wie Cepheiden zu Standardkerzen wurden

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              Im Jahr 1912 sah das Universum noch völlig anders aus als heute – zumindest laut den Vorstellungen der Astronominnen und Astronomen jener Zeit. Das Sonnensystem samt Sonne und Erde befand sich, wenn schon nicht völlig, dann doch sehr nahe dem Mittelpunkt des Universums. Besagtes Universum bestand aus einer einzigen Galaxie – nämlich unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Darüber hinaus war es winzig klein: ein paar tausend Lichtjahre sollte es durchmessen, mehr nicht.

              Doch in jenem Universum begannen irdische Forschende damit, die Sterne, die sie beobachten konnten, systematisch zu erfassen: Sie verzeichneten ihre Positionen am Nachthimmel und vermaßen ihre Helligkeiten. Dabei ist die Helligkeit mancher Sterne nicht immer gleich: Einige waren – und sind es immer noch – veränderliche Sterne, deren scheinbare Helligkeit sich ändert, mal zu- und dann wieder abnimmt. Die Astronomin Henrietta Swan Leavitt interessierte sich für eine besondere Klasse dieser veränderlichen Sterne, die heutzutage als Cepheiden bekannt sind, benannt nach dem namensgebenden Stern Delta Cephei.

              In den Beobachtungsdaten von Sternen in der Kleinen Magellanschen Wolke am Südhimmel fand Leavitt etwa zwei Dutzend Cepheiden – und dabei fiel ihr eine Besonderheit auf, die für Jahrzehnte unerklärbar bleiben sollte, die sich aber sofort als unheimlich nützlich erweisen sollte: Je heller einer dieser Sterne insgesamt war, desto länger war seine Periode, also der Zyklus einer Helligkeitveränderung. Leavitt beschrieb ihren Fund in einem Fachartikel, der im Jahr 1912 erschienen ist.

              In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi die Geschichte der Cepheiden, der Perioden-Leuchtkraft-Beziehung, und warum sich ein Astronom namens Harlow Shapley als eine Art moderner Kopernikus sah. Die von Henrietta Swan Leavitt gefundene Perioden-Leuchtkraft-Beziehung sollte unser Verständnis vom kleinen Universum, das aus einer einzigen Welteninsel besteht, und in dem die Sonne im Mittelpunkt steht, revolutionieren – oder sogar völlig über den Haufen werfen. Denn Leavitt hatte erstmals eine sogenannte Standardkerze gefunden, ein Lineal für den Kosmos. Damit gab es eine Möglichkeit, die Entfernung zu weit entfernten Himmelskörpern zu ermitteln und so Maß zu nehmen im Universum.

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              • Folge 105: Vom Mittelpunkt zum Mitläufer: Wie wir unseren Platz im Kosmos fanden
              • Weiterführende Links
                • WP: Polarstern
                • WP: Veränderlicher Stern
                • WP: Cepheiden
                • WP: Henrietta Swan Leavitt
                • WP: Magellansche Wolken
                • WP: Scheinbare Helligkeit
                • WP: Absolute Helligkeit
                • WP: Leuchtkraft
                • WP: Delta Cephei
                • WP: Perioden-Leuchtkraft-Beziehung
                • WP: Standardkerze
                • WP: Parallaxe
                • WP: Ejnar Hertzsprung
                • WP: Harlow Shapley
                • WP: Jacobus Cornelius Kapteyn
                • WP: Kugelsternhaufen
                • Buch: Dava Sobel: The Glass Universe / Das Glas-Universum
                • Quellen
                  • Buch: Marcia Bartusiak (ed.) – Archives of the Universe (2004)
                  • Fachartikel: Periods of 25 Variable Stars in the Small Magellanic Cloud. (1912)
                  • Fachartikel: Studies based on the colors and magnitudes in stellar clusters. XII. Remarks on the arrangement of the sidereal universe. (1919)
                  • Episodenbild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgements: Davide De Martin

                    1 hr 14 min
                  • Kosmische Spuren in Bäumen: Was sind Miyake-Ereignisse?

                    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                    Irgendwann zu Beginn der 2010er Jahre steht die Doktorandin Fusa Miyake zum ersten Mal vor einer sehr alten Baumscheibe. Es ist eine Scheibe aus dem Stamm einer Japanischen Zeder, die 2000 Jahre lang auf der Insel Yakushima im Süden Japans gewachsen war. Die Aufgabe der jungen Physikerin: Sie soll die einzelnen Wachstumsringe des Baumes untersuchen, um mehr über die Sonnenaktivität im achten Jahrhundert herauszufinden, die dort chemische Spuren hinterlassen hat.

                    In gewisser Weise erreicht Miyake wenige Jahre später ihr Ziel, allerdings deutlich spektakulärer als sie oder ihr Doktorvater das erwartetet hatten. Zum Ende ihrer Doktorarbeit publiziert sie eine Studie im renommierten Magazin „Nature“ und berichtet: Der Gehalt an Kohlenstoff-14 war im achten Jahrhundert Jahr für Jahr unauffällig, stieg aber plötzlich innerhalb nur eines Jahres an. Im Jahr 774 muss die Menge des radioaktiven Nuklids in der Atmosphäre ganz plötzlich stark zugenommen haben. Warum – das ist damals noch völlig unklar.

                    Karl erzählt in dieser Folge von einem rätselhaften Phänomen, das wenig später den Namen der japanischen Physikerin erhält. Miyake-Ereignisse beschäftigten schon bald Astrophysiker weltweit, als klar wurde: Es handelt sich um ein global nachweisbares Phänomen, in uralten Bäumen genauso wie im Gletschereis der Antarktis. Dessen Ursprung liegt höchstwahrscheinlich nicht auf der Erde.

                    Hinzu kommt: Es blieb nicht bei einem einzelnen Ereignis im Jahr 774. Bis heute fanden Forschende neun derartige Ereignisse aus den letzten 14.000 Jahren, sieben gelten als sicher. Nur in unserer modernen Welt fehlt jegliche Erinnerung daran. Denn das letzte Miyake-Ereignis fand man in Baumringen aus dem Jahr 993.

                    Was den Zustrom der radioaktiven Nuklide ausgelöst hatte, ist lange unklar. Im Gespräch sind Supernova-Explosionen oder sogar exotische Gammablitze irgendwo in der Nachbarschaft des Planetensystems. Schon bald rückt auch die Sonne in den Fokus der Forschung. Was auch immer die Ursache war: Die Spuren der Miyake-Ereignisse haben bereits etliche Disziplinen beeinflusst. Dank ihnen gelang es, die Radiokarbonmethode zur Altersdatierung deutlich zu verbessern. Vereinzelt konnten sogar Jahrtausende zurückliegende Ereignisse aus der Geschichte aufs Jahr genau datiert werden.

                    Mehr bei AstroGeo
                    • Folge 77: Asteroseismologie: Schwingende Sterne und innere Geheimnisse
                    • Folge 79: Fehlende Neutrinos: Als die Sonne kaputt war
                    • Folge 101: Tödliche Sterne: Wenn Explosionen ein Massensterben auslösen
                    • Folge 141: Fingerabdruck der Sonne: Wie Helium entdeckt wurde
                    • Weiterführende Links
                      • WP: Yakushima
                      • WP: Japanische Zeder / Sicheltanne
                      • WP: Fusa Miyake
                      • WP: Miyake-Ereignis
                      • WP: Solar Proton Event
                      • WP: Supernova
                      • WP: Gammastrahlenausbruch
                      • WP: Dendrochronologie
                      • WP: Radiokarbonmethode
                      • WP: Sonnenaktivität
                      • WP: Carrington-Ereignis
                      • WP: EK Draconis
                      • DLF: Sonnen-Ausbruch – Der unberechenbare Stern (Sendung von Karl)
                      • Quellen
                        • Fachartikel: Miyake et al.: A signature of cosmic-ray increase in AD 774–775 from tree rings in Japan, Nature (2012)
                        • Fachartikel: Miyake et al.: Another rapid event in the carbon-14 content of tree rings, Nature Communications (2013)
                        • Fachartikel: Miyake et al.: Lengths of Schwabe cycles in the seventh and eighth centuries indicated by precise measurement of carbon-14 content in tree rings, Journal of Geophysical Research: Space Physics (2013)
                        • Fachartikel: Dee & Pope: Anchoring historical sequences using a new source of astrochronological tie-points, Isotope Research (2016)
                        • Fachartikel: Büntgen et al.: Multi-proxy dating of Iceland’s major pre-settlement Katla eruption to 822/3 CE, Geology (2017)
                        • Fachartikel: Miyake et al.: Large 14C excursion in 5480 BC indicates an abnormal sun in the mid-Holocene, PNAS (2017)
                        • Fachartikel: Pearson et al.: Annual radiocarbon record indicates 16th century BCE date for the Thera eruption, Science Advances (2018)
                        • Fachartikel: Kuitems et al.: Evidence for European presence in the Americas in ad 1021, Nature (2022)
                        • Fachartikel: Namekata et al.: Probable detection of an eruptive filament from a superflare on a solar-type star, Nature Astronomy (2022)
                        • Fachartikel: Cliver et al.: Extreme solar events, Living Reviews in Solar Physics (2022)
                        • Fachartikel: Usoskin et al.: Extreme Solar Events: Setting up a Paradigm, Space Science Reviews (2023)
                        • Fachartikel: Maczkowski et al.: Absolute dating of the European Neolithic using the 5259 BC rapid 14C excursion, Nature Communications, 2024
                        • Fachartikel: Vasilyev et al.: Sun-like stars produce superflares roughly once per century, Science (2024)
                        • Fachartikel: Golumbenko et al.: New SOCOL:14C-Ex model reveals that the Late-Glacial radiocarbon spike in 12350 BC was caused by the record-strong extreme solar storm, Earth Planet (2025)
                        • Fachartikel: Namekata et al.: Discovery of multi-temperature coronal mass ejection signatures from a young solar analogue, Nature Astronomy (2025)
                        • Episodenbild: CC0 Gabriel Jimenez / Unsplash

                          1 hr 25 min
                        • Die Welt der Keime und Seuchen: Podcast-Besuch von Pandemia

                          Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                          In dieser Folge ist ausnahmsweise alles anders: Franzi und Karl haben Besuch von Laura Salm-Reifferscheidt und Kai Kupferschmidt. Die beiden Wissenschaftsjournalisten bestreiten seit 2020 den Podcast Pandemia, in dem sie regelmäßig Geschichten aus der Welt der Wissenschaft erzählen. Es geht um aktuelle Themen wie das Hanta-Virus – oder die letzte Pest-Epidemie in Wien.

                          In dieser Folge wollen Franzi und Karl wissen: Was begeistert Kai und Laura an der Welt der Keime? Was sind gute Pandemia-Geschichten und wie findet man sie? Jedes mal versuchen die zwei, spannende Geschichten mit intensiven Recherchen und dem großen Ganzen zu verbinden: Wie entsteht gesichertes Wissen, wo liegen Untersicherheiten und wie verändert Forschung die Welt?

                          Zuletzt ein Teaser: Auch Franzi und Karl werden demnächst bei Pandemia zu Gast sein. Wenn ihr diesen Besuch nicht verpassen wollt, folgt am besten Pandemia dort, wo ihr gerne Podcasts hört.

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                          • Episodenbild: AstroGeo / Pandemia

                            1 hr 17 min
                          • AstroGeoPlänkel: Radioaktive Steine, Aasbienen und Ballon-Abenteuer

                            Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                            In dieser Folge widmen sich Franzi und Karl dem Feedback zu den letzten drei Geschichten im AstroGeo-Podcast. Zuerst springen wir zurück zum Alpen-Dreiteiler. Ein Hörer hat bereits seinen Urlaub umgebucht und ist jetzt begeistert von der Bergwelt ums schweizerische Saas-Fee.

                            Außerdem werden die verwirrenden Gründe für die Farben der Mineralien korrigiert: Beim milchigen Glanz des Rauchquarzes ist zwar wirklich Radioaktivität im Spiel, doch die geht vom Nebengestein aus. Außerdem sind ins Kristallgitter eingebaute Aluminium-Atome und relativ niedrige Temperaturen für den milchigen Glanz nötig. Um Radioaktivität geht es auch bei einer Sammlung schön gefärbter Gesteine einer Hörerin – die in diesem Fall nicht ganz ungefährlich sind.

                            Die Evolution der Honigbiene war für die Kommentierenden ein angenehmer Ausflug in die Welt der Biologie, wenn auch auf geologischem Fundament. In den Kommentaren geht es um die Definition von Symbiose, die merkwürdige Welt der Geierbienen und ihren aashaltigen Fleischhonig. Ausführlich sprechen wir über die Fortpflanzung der Bienen und vieler anderer Hautflügler, bei der Weibchen einen doppelten Chromosomensatz besitzen, Männchen aber nur einen einfachen – vermutlich ein wichtiger Faktor für die häufig eusoziale Lebensweise von Bienen oder Ameisen. Zuletzt relativiert Karl seine Aussage zur fragwürdigen Rolle der Biene als Wappentier des Naturschutzes: Denn es gibt auch wilde Honigbienen in Europa – und gerade denen geht es ziemlich schlecht.

                            Das einzige im All entdeckte chemische Element faszinierte viele Hörende, und das nicht nur wegen des Ballonfahr-Abenteuers. In den Kommentaren geht es um die Begrifflichkeit des im Spektrum aufgespaltenen Lichts, das eher kontinuierlich aufgespreizt wird. Wir sprechen auch über den hypothetischen Blick von Außerirdischen auf die Sonne und über Hyperspektralkameras, die Bilder machen und in jedem Bildpunkt ein einzelnes Spektrum aufnehmen.

                            Weiterhören bei AstroGeo
                            • Folge 138: Das schönste Gestein der Welt verrät, wie die Alpen entstanden
                            • Folge 140: Vom Fleischfresser zur Blütenfreundin: die Bienen-Evolution
                            • Folge 141: Fingerabdruck der Sonne: Wie Helium entdeckt wurde
                            • Weiterführende Links
                              • WP: Rauchquarz
                              • WP: Trigona / Aasbienen
                              • WP: Haplodiploidie
                              • WP: Hyperspektral
                              • Quellen
                                • Honigbienen: Wildpopulationen erstmals in der EU auf Roter Liste [Pressemitteilung] [Studie]

                                • Episodenbild: Biene: public domain, Sara Guerrieri, USGS; Spektrum: NOAO/AURA/NSF

                                  59 min
                                • Fingerabdruck der Sonne: Wie Helium entdeckt wurde

                                  Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                                  Nachdem Astronominnen und Astronomen angefangen hatten, sich mithilfe von Teleskopen ein genaueres Bild von Sonne, Mond und Sternen zu machen, stand ihnen im 19. Jahrhundert eine weitere Revolution bevor: die Spektroskopie. Dabei wird das Licht eines Himmelskörpers nicht direkt ins Auge gelenkt, sondern durch ein Spektroskop. Das weiße Sonnenlicht wird so beispielsweise in alle Farben des Regenbogens aufgeteilt, von rot über orange und gelb bis hin zu grün und blau-violett.

                                  Doch in diesem Regenbogenspektrum tauchten hunderte von dunklen Linien auf, manche von ihnen pechschwarz, andere eher dünn und blässlich. Wie sich herausstellen sollte, waren diese Absorptionslinien die eigentliche astronomische Revolution. Denn sie verrieten erstmals, welche chemischen Elemente ein Himmelskörper enthält. Mithilfe der Spektroskopie – oder, wie sie später genannt wurde, der Astrophysik – konnten Forschende nicht nur die Bewegung der Himmelskörper beobachten, sondern zum ersten Mal herausfinden, woraus sie bestehen. Es war etwas, von dem Philosophen wie der Franzose Auguste Comte nur wenige Jahre zuvor völlig überzeugt war, dass genau dies ein Ding der Unmöglichkeit sei und für immer bleiben werde.

                                  Das Spektrum der Sonne verrät, dass es in der Sonnenatmosphäre Natrium, Kalzium oder Eisen gibt. Denn die Absorptionslinien im Sonnenspektrum entsprechen den Spektrallinien dieser Elemente, die Chemiker in ihren Laboren auf der Erde messen konnten. Die Linien sind wie eine Art Fingerabdruck eines chemischen Elements. Doch als ein englischer Astronom namens Norman Lockyer im Jahr 1870 sein Spektroskop auf die Sonne richtete, entdeckte er etwas ganz und gar Ungewöhnliches: eine Spektrallinie im orange-gelben Bereich, die sich keinem bekannten Element auf der Erde zuordnen ließ.

                                  In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi die Geschichte des himmlischen Heliums: Bis heute ist das Edelgas das einzige Element, das zuerst im Weltraum entdeckt wurde, in der Atmosphäre der Sonne, bevor Jahrzehnte später der Nachweis in einem irdischen Labor gelang. Es ist eine Geschichte, in der totale Sonnenfinsternisse eine große Rolle spielen, Prismen, unerschrockene Astronomen – sowie Heißluftballons und eine waghalsige Flucht aus dem belagerten Paris während des Deutsch-Französischen Kriegs.

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                                  • Folge 98: Das Erbe des Urknalls: Wie die Materie in unser Universum kam
                                  • Folge 130: Als im Universum die Lichter angingen: Wo sind die ersten Sterne?
                                  • Weiterführende Links
                                    • WP: Sonnenfinsternis
                                    • WP: Belagerung von Paris (1870–1871)
                                    • WP: Jules Janssen
                                    • WP: Oran
                                    • WP: Sonnenfinsternis vom 18. August 1868
                                    • WP: Spektroskopie
                                    • WP: Joseph von Fraunhofer
                                    • WP: Fraunhoferlinien
                                    • WP: Gustav Robert Kirchhoff
                                    • WP: Robert Wilhelm Bunsen
                                    • WP: Natriumdampflampe
                                    • WP: Natrium-D-Linie
                                    • WP: Protuberanz
                                    • WP: Joseph Norman Lockyer
                                    • WP: Helium
                                    • WP: William Ramsay
                                    • Quellen
                                      • Buch: Marcia Bartusiak (ed.) – Archives of the Universe (2004)
                                      • Fachartikel: Sir Norman Lockyer’s Contributions to Science (1994)
                                      • Fachartikel: On a gas showing the spectrum of helium, the reputed cause of D3, one of the lines in the coronal spectrum. Preliminary note (1895)
                                      • Episodenbild: NOAO/AURA/NSF

                                        1 hr 20 min
                                      • Vom Fleischfresser zur Blütenfreundin: die Bienen-Evolution

                                        Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                                        Manchmal landeten Insekten auf dem frisch ausgeflossenen Harz eines Baumes, klebten fest und wurden schließlich von dem Harz eingeschlossen. Dieses Harz wurde später Teil des Bodens und des Sediments und schließlich zu einem durchscheinenden Stein – dem Bernstein. Mit viel Glück findet viele Tausend oder Millionen Jahre später ein Mensch den Bernstein mit dem Insekt darin.

                                        Was nach dem Stoff für eine bekannte Science Fiction-Filmserie klingt, ist zumindest im Ansatz Realität: Karl erzählt in dieser Folge nicht etwa von eingeschlossen Stechmücken mit Dinosaurier-DNA, sondern von Insekten, die uns deutlich sympathischer sind. Es geht um die Bienen: wer ihre Vorfahren waren, wann in der Erdgeschichte sie sich entwickelten und wieso sie zu dem wurden, was sie heute sind. Wir schätzen sie als wichtige Bestäuber von Blütenpflanzen, züchten die europäische Honigbiene, lassen uns ihren Honig schmecken. Dabei sind Bienen eine extrem diverse Tiergruppe, die als Einzelgänger oder in riesigen sozialen Völkern lebt.

                                        Insektenforscher sind froh über fossilisierte Insekten, ob in Bernstein oder eingebettet in Tonstein. Dank ihnen wissen sie: Bienen entstanden aus fleischfressenden Vierflüglern, die eher den heutigen Grabwespen ähnelten. Zu Beginn der Kreidezeit tauchten dann die ersten Blütenpflanzen auf, die sich quasi zeitgleich mit den ersten Bienenarten über die Welt ausbreiteten. Bienchen und Blümchen beeinflussten sich dabei gegenseitig. Schon am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren hatten Blütenpflanzen die Kontinente erobert – und mit ihnen die Bienen.

                                        Es geht in dieser Folge um wild lebende Bienen, um Solitärbienen und um Hummeln. Auch die europäische Honigbiene gehört dazu: Sie ist zwar heute ein weitgehend domestiziertes Tier, das von Imkern gehalten, versorgt oder gegen Krankheiten oder Parasiten behandelt wird. Wild lebend kommt es in unseren Breiten kaum noch vor. Uns Menschen ist sie nah und nützlich. Wir verwenden die Honighbiene als Covergirl für Naturschutzbroschüren oder Wahlplakate, was nicht immer gerechtfertigt ist. Zurecht geschätzt wird sie als wichtige Bestäuberin in der Kulturlandschaft.

                                        Das Onlinemagazin RiffReporter, zu dem AstroGeo gehört, braucht eure Hilfe: Hier gehts zum laufenden Crowdfunding.

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                                        • Folge 104: Riffsterben und Klimachaos im Devon: Sind die Bäume schuld?
                                        • Folge 89: Ninjas der Nacht: Die Entwicklung der Säugetiere
                                        • Folge 86: Das Ende der Dinosaurier: Massensterben im Frühling
                                        • Folge 64: Massensterben im Treibhaus
                                        • Weiterführende Links
                                          • WP: Entomologie
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                                          • WP: Bernstein
                                          • WP: Europäische Honigbiene
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                                          • Crowdfunding der RiffReporter
                                          • Quellen
                                            • Fachartikel: C. Jouault: The radiation of Hymenoptera illuminated by Bayesian inferences from the fossil record, Current Biology (2025)
                                            • Fachartikel: F. Berendse & M. Scheffer: The angiosperm radiation revisited, an ecological explanation for Darwin’s abominable mystery (2009)
                                            • Episodenbild: Biene Anthidiellum perplexum aus Nordamerika public domain, Sara Guerrieri, USGS

                                              1 hr 29 min
                                            • AstroGeoPlänkel: Alien-Erde und Alpen-Aufzug

                                              Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                                              AstroGeo ist Teil der RiffReporter eG – einer Genossenschaft freier Journalistïnnen. Das Riff braucht dringend eure Hilfe, um überleben zu können. Mach bitte mit beim Crowdfunding. Franzi und Karl sagen Danke!

                                              In dieser Folge geht es zunächst um den Begriff SETI, die Suche nach außerirdischem Leben (Search for Extraterrestrial Intelligence): Können wir die Menschheit wirklich als intelligent bezeichnen gegenüber Lebewesen der Erde, die nicht ihre Lebensgrundlage selbst zerstören? Wir sprechen darüber, dass der Begriff der Intelligenz nicht einfach und vielleicht im Kontext von SETI nicht mehr zeitgemäß ist.

                                              Mal wieder geht es um die Chemie: Was ist eine Oxidation, was eine Reduktion und welche Eselsbrücken tragen weit genug, das korrekt im Kopf zu behalten? Außerdem sprechen Franzi und Karl darüber, warum Wasserdampf in einer planetaren Atmosphäre zumindest ein guter Anhaltspunkt für ein angenehm warmes Klima ist und was dieses Gas mit Kohlendioxid oder Methan zu tun hat.

                                              Besonders widmen wir uns nochmal dem Sauerstoff und woher dieser stammt: Karl hält ein Loblied auf die Cyanobakterien, die einzige Art, die jemals in der Erdgeschichte die Fotosynthese entwickelt hat. Wir sollten speziell der Art Prochlorococcus sehr dankbar sein – und zwar mit jedem Atemzug.

                                              Es geht erneut um die Hebung der Alpen und den Plattenabriss: Bei archimedischen Verwirrungen um den Aufstieg der Alpen sprechen wir über die zerrissene und doch untergehende Titanic und wie weit diese Analogie trägt. Die in der Tiefe in einer Metamorphose verwandelten Gesteine geben Anlass, über die Farben in der Geologie zu sprechen. Leider sind sie häufig nicht hilfreich bei der Bestimmung eines Minerals – zumindest sollte man vorsichtig sein.

                                              Zuletzt kommt es zur Ziehung der Lottozahlen: Franzi hilft als Glücksfee, einen Gewinner des Gewinnspiels zu ziehen. Wir sprechen darüber, was für euch die schönsten Gesteine der Welt sind und warum Schönheit subjektiv ist.

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                                              • Folge 137: Ein Blick ins Alien-Teleskop: Gibt es Leben auf der Erde?
                                              • Folge 138: Das schönste Gestein der Welt verrät, wie die Alpen entstanden
                                              • Quellen
                                                • Fachartikel: K. Hocke: Oxygen in the Earth System, Oxygen (2023)
                                                • NOAA: How much oxygen comes from the ocean?
                                                • National Geographic: Why the Amazon doesn’t really produce 20% of the world’s oxygen
                                                • Fachartikel: S. Gebauer: Evolution of Earth-like extrasolar planetary atmospheres: Assessing the atmospheres and biospheres of early Earth analog planets with a coupled atmosphere biogeochemical model, 2017
                                                • Episodenbild: Shutterstock / Teguh Wage P / NASA

                                                  58 min
                                                • Das schönste Gestein der Welt verrät, wie die Alpen entstanden

                                                  Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!

                                                  Die Alpen sind ein Hochgebirge, dessen höchster Gipfel über 4800 Meter misst. Die Berge der Alpen gehören zu den ersten überhaupt, die Geologen durchstreift haben, die sie vermessen haben und vor allem: die versucht haben, zu verstehen, wie sie entstanden sind. Doch dafür brauchten sie lange – erst die Plattentektonik lieferte den Schlüssel zur Lösung des Rätsels. Diese Theorie selbst wurde aber nicht in den Bergen entdeckt, sondern in den Ozeanen. Eine große Frage blieb am Ende immer noch offen: Wie konnten die Alpen überhaupt ihre majestätischen Höhen erreichen?

                                                  In dieser Folge erzählt Karl seine dritte und vorerst letzte Alpengeschichte. Es ist die Geschichte eines einzelnen Gesteines, das dabei geholfen hat, die Frage des Höhenwachstums der Alpen zu klären. Dabei handelt es sich um ein herausragend hübsches Gestein. Es schillert und schimmert silbrig, es ist mal leuchtend grün, mal strahlend gelb oder weinrot. Für manche ist es gar das schönste Gestein der Welt. Für ein Gestein von Rang hat es auch einen klingenden Namen: Saussurit-Smaragtit-Allalin-Metagabbro, oder kurz: Allalin-Gabbro.

                                                  Der Allalin-Gabbro ist ein Gestein der Walliser Alpen in der Schweiz, wo er fast ausnahmslos auf einem einzigen Berg vorkommt: dem Allalinhorn. Es ist ein besonderes Gestein, denn es entstand vor der Hebung der Alpen – als sich das Material, was sich heute so prächtig in die Höhen reckt, noch tief im Erdinneren steckte. Als Gabbro entstammt es einer Gesteinsgruppe, die eigentlich in der Tiefe der ozeanischen Erdkruste aus erstarrtem Magma entsteht. Doch dieser Gabbro wurde danach in die Gebirgsbildung eingewoben, indem er mal in die Tiefe gezogen, mal nach oben gerissen wurde. Dabei stieg zunächst der Druck und die Temperatur, was das Gestein veränderte: In ihm enthaltene Minerale reagierten zu anderen Mineralen. In der Geologie werden solche Prozesse als Metamorphose bezeichnet, wodurch schließlich aus dem grauen, unscheinbaren Gabbro ein bunter Metagabbro wurde – der von manchen auch als das schönste Gestein der Welt bezeichnet wird.

                                                  In dieser Schönheit steckt – tief verborgen – nicht nur die Information darüber, welchen Weg der Allalin-Gabbro im Laufe der Jahrmillionen genommen hat, sondern in welcher Tiefe sich die Alpendecken übereinander geschoben haben – und wie sie danach in (zumindest für Geologen) schwindelerregendem Tempo ans Licht gelangten.

                                                  Verlosung

                                                  Wir verlosen das Buch „Das schönste Gestein der Welt – der Allalin-Gabbro aus den Walliser Hochalpen“ von Jürg Meyer. Schreibt uns dafür bis zum 3. Juni 2026 an [email protected]:

                                                  Was ist für euch das schönste Gestein der Welt – und warum?

                                                  Die schönste Antwort gewinnt! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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                                                  • Folge 76: Subduktion: Das tiefe Geheimnis des Blauen Planeten
                                                  • Folge 133: Drunter über drüber: Das Rätsel der verdrehten Alpen
                                                  • Folge 135: Alpine Ahnungen: Beweist das Gebirge die Plattentektonik?
                                                  • Folge 136: AstroGeoPlänkel: Verdrehte Alpen und verschwindende Sterne
                                                  • Weiterführende Links
                                                    • Paläokarten: Europa und die Welt zur Kreidezeit
                                                    • WP: Alpen
                                                    • WP: Allalinhorn
                                                    • WP: Gestein
                                                    • WP: Mineral
                                                    • WP: Gabbro
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                                                    • Webseite: Jürg Meyer
                                                    • Quellen
                                                      • Buch: Jürg Meyer: Das schönste Gestein der Welt – der Allalin-Gabbro aus den Walliser Hochalpen, Haupt-Verlag (2026)
                                                      • Buch: Jürg Meyer: Wie Berge entstehen und vergehen – in 30 Etappen durch die Alpengeologie, Haupt-Verlag (2025)
                                                      • Episodenbild: Shutterstock / Teguh Wage P – ein gewöhnlicher Gabbro im Dünnschliff durchs Polarisationsmikroskop

                                                        1 hr 25 min

                                                      About AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

                                                      From the publisher's feed

                                                      Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert –…

                                                      More shows like AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

                                                      Radiowissen by Bayerischer Rundfunk

                                                      Radiowissen

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                                                      IQ - Wissenschaft und Forschung by Bayerischer Rundfunk

                                                      IQ - Wissenschaft und Forschung

                                                      52 Listeners

                                                      Welt der Physik | Podcast by Welt der Physik

                                                      Welt der Physik | Podcast

                                                      11 Listeners

                                                      Raumzeit by Metaebene Personal Media - Tim Pritlove

                                                      Raumzeit

                                                      11 Listeners

                                                      Sternengeschichten by Florian Freistetter

                                                      Sternengeschichten

                                                      42 Listeners

                                                      Geschichten aus der Geschichte by Richard Hemmer und Daniel Meßner

                                                      Geschichten aus der Geschichte

                                                      186 Listeners

                                                      Wissenschaft im Brennpunkt by Deutschlandfunk

                                                      Wissenschaft im Brennpunkt

                                                      19 Listeners

                                                      Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

                                                      Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova

                                                      105 Listeners

                                                      Forschung aktuell by Deutschlandfunk

                                                      Forschung aktuell

                                                      13 Listeners

                                                      Spektrum-Podcast by detektor.fm – Das Podcast-Radio

                                                      Spektrum-Podcast

                                                      13 Listeners

                                                      Das Universum by Florian Freistetter, Ruth Grützbauch, Evi Pech

                                                      Das Universum

                                                      11 Listeners

                                                      Alles Geschichte - Der History-Podcast by ARD

                                                      Alles Geschichte - Der History-Podcast

                                                      68 Listeners

                                                      Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

                                                      Terra X History - Der Podcast

                                                      9 Listeners

                                                      Raum & Zeit by Tim Vollert & Maximilian Bensinger

                                                      Raum & Zeit

                                                      2 Listeners

                                                      Geschichten aus der Mathematik by detektor.fm – Das Podcast-Radio

                                                      Geschichten aus der Mathematik

                                                      2 Listeners