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  • Podcast: Tom Hillenbrand über Montecrypto, das Schreiben und den Bitcoin
    Wieder einmal wurde der Podcast live vor (virtuellem Publikum) aufgezeichnet. Das Gespräch zwischen literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer und Tom Hillenbrand war live auf YouTube zu sehen und kann dort auch noch weiterhin angesehen werden. Gleichzeitig steht der Mitschnitt als Podcast zur Verfügung. Leider gab es bei YouTube Tonausfälle, in dieser Podcast-Folge ist das Gespräch ohne Störungen zu hören.
    Aktueller und spannender könnte ein Tech-Thriller nicht sein: Während der Kurs der Digitalwährung Bitcoin nicht zuletzt durch die Investitionen von Elon Musk in ungeahnte Höhen steigt,  liefert Tom Hillenbrand das passende Buch. In der Tradition von Michael Crichton verbindet Tom Hillenbrand gekonnt Spannung mit Technik-Themen. Im Podcast berichtet er, wie dies gelingen kann, ohne mit Fakten zu langweilen.
    Start-up-Unternehmer Greg Hollister stirbt bei einem Flugzeugabsturz. Sein Vermögen soll er in der Kryptowährung Bitcoin angelegt haben. Ein wilder Haufen Schatzsucher will das Digitalgeld finden, bevor ein Finanzskandal die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte. Privatermittler Ed Dante wird von der Schwester des verstorbenen Unternehmers beauftragt, das Digitalvermögen zu finden. Zusammen mit der Bloggerin Mercy Mondego macht sich Dante schließlich auf den Weg zu einer Konferenz nach Las Vegas. Kann man einen digitalen Schatz in der Wüste vergraben?
    Im Podcast liest Tom Hillenbrand auch zwei Ausschnitte aus dem Thriller.
    Im Gespräch geht es dann natürlich auch allgemein um den Bitcoin und das Thema digitale Währungen. Welche Bedeutung werden sie in Zukunft haben, nachdem bereits jetzt der Run auf das Digitalgeld enorm ist.
    Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de das ausführliche Gespräche mit Tom Hillenbrand.
    Nutzen Sie den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast des literaturcafe.de ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. Viel Spaß beim Hören!
    1 hr 46 min
  • Podcast: Moritz Heger über seinen Roman »Aus der Mitte des Sees«
    Seit 16 Jahren lebt Lukas als Mönch in einem Benediktinerkloster. Doch dann geschehen Dinge, sie seine einst getroffene Entscheidung ins Wanken bringen. Moritz Heger hat einen Roman über das Leben im Kloster und das Schwimmen im Wasser geschrieben. Was fasziniert den Autor und was fasziniert die Menschen - trotz allgemeiner Kirchenskepsis - auch heute noch am Kosterleben? Und wie entscheidet sich Lukas?
    Zusammen mit seinem Freund aus Kindheits- und Jugendtagen ist Lukas einst ins Kloster gegangen. Doch dann verlässt ihn sein Freund. Er zieht nach Berlin, hat Frau und Kind. Ein Verrat an der gemeinsamen Entscheidung? Lukas ist fast 40, als »Gastbruder« ist er für die Betreuung der weltlichen Gäste zuständig, die eine Auszeit im Kloster nehmen. Lukas selbst sucht sich seine Auszeiten im nahe gelegenen Badesee. Doch dann kommt »aus der Mitte des Sees« eine Frau, eine Schauspielerin zu ihm an den Steg geschwommen.
    In einer leicht wirkenden und lyrischen Sprache erzählt Moritz Heger über einen kurzen Zeitraum des Klosterlebens, der Lukas viele Entscheidungen abverlangt. Lebensentscheidungen.
    Moritz Heger hat seinen ersten Roman »In den Schnee« 2008 im Verlag Jung und Jung veröffentlicht. »Aus der Mitte des Sees« ist sein erstes Buch im Diogenes Verlag. Aktuell - im März 2021 - führt ein anderer im literaturcafe.de bereits besprochener Roman die Bestsellerliste an.
    Im Podcast des literaturcafe.de blicken Moritz Heger und Wolfgang Tischer gemeinsam auf den Roman »Aus der Mitte des Sees«, seine Figuren, seine Sprache, seine Konstruktion und die Frage, was die Figur eines Mönches auch heute noch für uns so interessant macht, selbst wenn man nicht mit der (katholischen) Kirche am Hut haben sollte. Zudem liest Moritz Heger einen Ausschnitt aus seinem Werk.
    Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de das ausführliche Gespräche mit Moritz Heger.
    Heger, Moritz: Aus der Mitte des Sees. Gebundene Ausgabe. 2021. Diogenes. ISBN/EAN: 9783257071467.
    Der Podcast des literaturcafe.de ist auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. Viel Spaß beim Hören!
    45 min
  • Podcast: Zweimal »Laufen« mit Isabel Bogdan – und einmal Helgoland
    Herbst 2019. Die Autorin und Übersetzerin Isabel Bogdan veröffentlicht beim Verlag Kiepenheuer & Witsch ihren zweiten Roman. Nach dem Debüt und Bestseller-Erfolg »Der Pfau« folgt »Laufen«.
    Die namenlose Protagonistin beginnt wieder mit dem Laufen, dem Joggen. Gleichzeitig muss sie einen Trauerfall im allerengsten Umfeld verarbeiten. Isabel Bogdan schildert den Lauf- und Trauerprozess in einem nahezu atemlosen inneren Monolog.
    Oktober 2019. Isabel Bogdan und Wolfgang Tischer treffen sich auf der Frankfurter Buchmesse, um für den Podcast des literaturcafe.de über den Roman und seine Entstehung zu sprechen. Es ist ein gutes, ein entspanntes Gespräch am Verlagsstand von Kiepenheuer & Witsch. Im Hintergrund sind die Menschenmassen in der Messehalle zu hören. Eineinhalb Jahre später ein fast unwirkliches und ungewohntes Stimmenrauschen.
    Doch aus irgendeinem Grund, der nicht zu benennen ist, geht das Gespräch seinerzeit im Podcast des literaturcafe.de nicht online.
    Frühjahr 2021. Der Roman »Laufen« erscheint als Taschenbuch, ebenfalls im Verlag Kiepenheuer & Witsch, und wird in den sozialen Medien wieder viel beachtet.
    Ist irgendwann die Hardcover-Käuferschicht gesättigt, die das Buch im festen Einband, mit Schutzumschlag und Lesebändchen lesen und besitzen möchte, kommt in der Regel ein Jahr später die günstigere Taschenbuchversion auf den Markt, um die zu erreichen, die sich die gebundene Ausgabe nicht leisten wollen oder können.
    Und auf der Festplatte liegt noch das Interview von damals, das Hardcover-Gespräch. Das Wiederhören ergibt: Es eignet sich auch als Taschenbuch-Gespräch, ist nicht veraltet, hat nur einen ungewöhnlichen akustischen Hintergrund mit vielen Menschen auf engem Raum.
    Und so erscheint das Gespräch von damals heute im Podcast des literaturcafe.de.
    Ergänzt wird es um einen aktuellen Nachtrag. Was ist seitdem geschehen? Isabel Bogdan und Wolfgang Tischer treffen sich diesmal im März 2021 per Zoom. Rund 40 Lesungen konnte Isabel Bogdan noch bestreiten. Dann kam der erste Lockdown im Frühjahr 2020 und weitere 40 Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Nur ein Bruchteil davon konnte im Sommer nachgeholt werden.
    Derweil schrieb Isabel Bogdan – neben ihrer Arbeit als Übersetzerin – an einem neuen Buch. Ein Helgoland-Buch, das im Herbst 2021 in der Reihe »Meine Insel« im Mare Verlag erscheinen soll. Gerade kam es vom Verlagslektorat zurück, und Isabel Bogdan hofft, die letzte Version vor der endgültigen Abgabe auf Helgoland durcharbeiten zu können. Es wäre schließlich ein beruflicher Aufenthalt auf der Insel.
    Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de beide Gespräche mit Isabel Bogdan.
    Bogdan, Isabel: Laufen: Roman. Gebundene Ausgabe. 2019. Kiepenheuer&Witsch. ISBN/EAN: 9783462053494
    43 min
  • Podcast mit Fabian Neidhardt: »Immer noch wach« – Was mache ich mit dem Rest meines Lebens?
    »Bücher schreiben. Da habe ich Bock drauf«, hat Fabian Neidhardt mit 16 gesagt. 19 Jahre später erscheint sein erster Roman bei einem Verlag. Im Podcast-Gespräch mit Wolfgang Tischer gewährt Fabian Neidhardt offene und ehrliche Einblicke auf den nicht einfachen Weg zum eigenen Buch. »Immer noch wach« ist im Haymon Verlag erschienen. Ein Roman über Abschied, Trauer, Tod, die Liebe und viele schöne Dinge.
    Mit Anfang 30 erhält Alex, die Hauptfigur des Romans, eine erschütternde Diagnose: Er hat Krebs und wird nicht mehr lange leben. Da er seinen Vater an dieser Krankheit hat sterben sehen und man nichts für ihn tun konnte, lehnt Alex jede Behandlung ab, verabschiedet sich von seiner Freundin und seinen Freunden und zieht in ein Hospiz. Doch dann kommt einiges anders.
    Obwohl er immer Autor werden wollte, hat Fabian Neidhardt zunächst Sprechkunst in Stuttgart studiert und anschließend literarisches Schreiben in Hildesheim.
    Bereits vor seinem Schreibstudium veröffentlichte er sein erstes Buch ohne Verlag im Alleingang »Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen«.
    Doch selbst das Studium im Hildesheim war nicht der kürzeste Weg zu einem Verlagsvertrag.
    Im Podcast-Gespräch mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de schildert Fabian Neidhardt offen und ehrlich seinen Weg, der unter anderem über eine der renommiertesten Literaturagenturen führte.
    Am 16. Februar 2021 erschien dann »Immer noch wach« im Haymon Verlag und Fabian Neidhardt und Wolfgang Tischer, die regelmäßig im Podcast des literaturcafe.de zu hören sind, unterhielten sich diesmal sehr persönlich über Fabians Weg zum Buch und warum es ohne die Arbeit des Haymon Verlags nicht das Buch geworden wäre, das ab sofort in allen Buchhandlungen erhältlich ist.
    Die Podast-Aufnahme am Abend des 16. Februars 2021 wurde live via YouTube und Facebook als Video gestreamt und kann dort noch angesehen werden. Die Zuschauer:innen konnten dabei Fragen stellen, die im Podcast beantwortet wurden.
    Hören Sie den Mitschnitt des etwas andern Buch- und Werkstattgespräch im Podcast des literaturcafe.de über den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast des literaturcafe.de ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. Viel Spaß beim Hören!
    Fabian Neidhardt: Immer noch wach: Roman. Gebundene Ausgabe. 2021. Haymon Verlag. ISBN/EAN: 9783709981184
    1 hr 47 min
  • Podcast mit Michael Maar: »Die Schlange im Wolfspelz - Das Geheimnis großer Literatur«
    Vier Jahre und vier Stunden täglich am Geheimnis großer Literatur
    Michael Maar ist Autor, Literaturkritiker und Germanist. In seinen Büchern beschäftigt er sich immer wieder mit großen Autor:innen und ihren Werken.
    Warum, so wurde Maar gefragt, schreibe er nicht mal ein Buch darüber, was gute Literatur ausmacht und was »guter Stil« bedeutet?
    Aus der Idee für einen Essay entstand nach vier Jahren Arbeit »Die Schlage im Wolfspelz – Das Geheimnis großer Literatur«. Jeden Vormittag habe er vier Stunden geschrieben, erzählt Michael Maar im Podcast des literaturcafe.de. Es gab zunächst keinen Termin, keinen Verlagsvertrag.
    Entstanden ist kein herkömmlicher Schreib- oder Stilratgeber noch eine Literaturgeschichte oder gar ein weiterer Literaturkanon. Darum ging es Maar nicht.
    »Man muss es konkret an einem Satz zeigen«
    Maar blickt auf deutschsprachige Prosatexte – mit kleinen Abstechern in die Lyrik. Man muss für die Lektüre selbst nicht Goethe, Thomas Mann oder Clemens Setz gelesen haben, denn das Buch ist voll von Textausschnitten und -beispielen. »Man muss es konkret an einem Satz oder der halben Seite zeigen, sonst bringt das nichts«, sagt Maar.
    Beim Lesen entdecken wir auf diesem Weg gemeinsam mit dem Autor das Geheimnis großer Texte. »Den guten Stil kann es so wenig geben wie die eine schöne Handschrift«, schreibt Maar in seinem Buch, also zeigt er uns an den Texten selbst, was sie so besonders macht. Auf der anderen Seite schreckt Maar auch nicht davor zurück, auf überhöhte Texte und Schwächen hinzuweisen. Hölderlins Griechenland im Hyperion sei »ohne jede Anschauung«, da er das Land aus einem englischen Reiseführer zusammengestellt habe, die Figuren bei Fontane haben keine eigene Stimme, sondern sprechen alle wie Fontane. Die Stärke der beiden Autoren lagen eher an andere Stelle.
    Es ist beeindruckend, wie Maar durch die Texte wandert und bisweilen ungewöhnliche Verbindungen herstellt. Während der Arbeit am Buch habe er selbst durch Tipps und Hinweise viele Bücher und Autor:innen entdeckt und gelesen.
    »Achtet auf das Abgegriffene!«
    Beim Zoom-Gespräch für den Podcast ist Maars Arbeitszimmer aufgeräumt. Vor einem Jahr, als er noch am Buch gearbeitet habe, sagt Michael Maar, sei das ganz anders gewesen, da standen die Bücher auf dem Fensterbrett und im Buchregal zweireihig.
    Welchen Tipp hat Michael Maar für Autor:innen? Wie findet man seinen eigenen Stil? Natürlich durch vieles Lesen. Sein wichtigster Tipp: »Achtet auf das Abgegriffene! Nehmt nicht die nächstliegende Metapher, versucht es ohne die lateinischen Begriffe, die man überall liest, ohne »Diskurs« oder »Narrativ«, ohne »das ist spannend, was es mit mir macht«.
    Man muss »Die Schlange im Wolfspelz« nicht von vorn bis hinten lesen, man kann sich immer wieder Texte und Autor:innen herausgreifen.
    Nach der Lektüre merkt man, dass Maar sein Ziel erreicht hat: Als Leser:in und als Autor:in besitzt man eine erhöhte Sensibilität gegenüber kleinen und großen Sprachsünden. Vor allen Dingen aber wird man durch Michael Maar animiert, die ein oder andere Autorin, den ein oder anderen Autor zu lesen oder wiederzuentdecken, wie beispielsweise Johann Peter Hebel.
    Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de das ausführliche Gespräch mit Michael Marr über das Geheimnis großer Literatur, über Stil und die Entstehung von »Die Schlange im Wolfspelz« und die Reaktionen der Leser:innen.
    43 min
  • Podcast: André Hille über das Schreiben und »Das Rauschen der Nacht«
    »Ich bin Literaturmensch durch und durch«, sagt André Hille. »Seit ich denken kann, beschäftige ich mich mit der Literatur.«
    Selbst Texte geschrieben hat André Hille schon immer. Nach dem Germanistikstudium arbeitet er zunächst als Programmleiter und Lektor in einem kleinen Verlag, bevor er die Autorenschule »Textmanufaktur« gründete. Es war zu einer perfekten Zeit, als in Deutschland der Bewusstseinswandel einsetzte, dass Schreiben mehr ist als nur Begabung und Inspiration. Zusammen mit anderen hochkarätigen Dozentinnen und Dozenten unterrichtet André Hille das Schreiben, verfasste den Ratgeber »Titel, Pitch und Exposé« und organisiert die Konferenz »Narrativa«.
    Hille wurde zudem zum Literaturagenten und vermittelt zusammen mit seiner Kollegin Dorothee Schmidt Manuskripte an Verlage.
    Vor rund drei Jahren konzentrierte er sich mehr auf die unternehmerischen Tätigkeiten und trat als Dozent und Literaturagent etwas zurück. So entstand wieder mehr Raum für das eigene Schreiben. »Es war nie weg, ist immer da gewesen«, sagt Hille im Gespräch.
    André Hille, der in der Vergangenheit eher kürzere Texte schrieb, hat nun seinen ersten eigenen Roman veröffentlicht: »Das Rauschen der Nacht«, erschienen im Blessing Verlag.
    Bewusst hat sich André Hille für den Roman eine vertraute Situation ausgesucht: Ein glücklich verheirateter Familienvater mit zwei Kindern ist ins neue Einfamilienhaus aufs Land gezogen. Doch dann bricht beruflich und privat vieles über ihn herein und sein bisheriges Leben wird fundamental infrage gestellt.
    Im Podcast des literaturcafe.de erzählt André Hille über die Entstehung des Buches und das Schreiben des Romans. Wir erfahren, warum statische Figuren in einen Roman kein Potenzial haben und warum es so wichtig ist, für den Text den richtigen Ton zu finden.
    Zudem blicken wir mit dem Schreibtrainer und Literaturagenten André Hille auf die aktuelle Situation im Buchmarkt.
    1 hr
  • Sehen oder Hören: Das literarische Buchhandelsquartett
    Zum 4. Mal präsentieren die Stuttgarter Buchwochen das literarische Buchhandelsquartett.
    Wolfgang Tischer, Herausgeber des literaturcafe.de und selbst gelernter Buchhändler, diskutiert mit drei weiteren Buchhändlerinnen aus Stuttgart und der Region über aktuelle Bücher: Claudia Werning von der Buchhandlung Taube in Marbach, Susanne Zuckschwerdt von der Stuttgarter Papyrus Buchhandlung und Helke Stadelmeier vom Vaihinger Buchladen steigen in den literarischen Ring. Und zum Abschluss verraten die Vier ihre ganz persönlichen Buchtipps für den Weihnachts-Gabentisch.
    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Die diskutierten Bücher mit Zeitmarken:
    Lily King: Writers and Lovers, übersetzt von Sabine Roth, Verlag C. H. Beck
    Jocelyne Saucier: Was dir bleibt, übersetzt von Sonja Finck und Frank Weigand, Insel Verlag
    Anke Gebert: Wo du nicht bist, Pendragon Verlag
    Deniz Ohde: Streulicht, Suhrkamp Verlag
    ▬▬▬▬▬▬▬▬▬ … und die vier Buchtipps zum Abschluss:
    Stuart Heritage: Gutenachtgeschichten für alle, die sich vor Populisten gruseln, übersetzt von Eva Regul, Kiepenheuer & Witsch Verlag
    Kleines Kuriositäten­kabinett der deutschen Sprache, DUDEN Verlag
    Thomas Hettche Herzfaden, Kiepenheuer & Witsch Verlag
    Rébecca Dautremer: Punkt 12, deutsch von Andrea Spingler, Insel Verlag
    Eine Veranstaltung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch das literaturcafe.de
    Die Stuttgarter Buchwochen finden 2020 digital statt. Alle Infos und weitere Veranstaltungen finden Sie unter
    ►https://www.buchwochen.de
    1 hr 1 min
  • Podcast mit Jocelyne Saucier: »Im Norden Kanadas wartete ein Roman auf mich«
    Die Autorin Jocelyne Saucier lebt in einem kleinen kanadischen Dorf, 700 Kilometer nördlich von Montreal. Ist es dort so, wie wir uns das vorstellen: Einsamkeit, Blockhütten, Seen und Wälder?
    Ganz so sei das nicht, sagt Jocelyne Saucier, als wir sie für ein ausführliches Podcast-Gespräch daheim anrufen. Zwar gäbe es dort eine Menge Seen, Wälder und Flüsse, aber natürlich gäbe es auch Städte, Dörfer, ein kulturelles Leben – und Buchhandlungen. Dennoch leben in der Region, die halb so groß ist wie Deutschland, im Schnitt nur 2 Menschen auf einem Quadratkilometer.
    Mit ihren Roman »Ein Leben mehr« wurde Jocelyne Saucier auch in Deutschland bekannt (siehe Buchbesprechung im literaturcafe.de). Im September 2020 ist ihr neuestes Werk »Was dir bleibt« nahezu zeitgleich im kanadisch-französischen Original und auf Deutsch erschienen, übersetzt von Sonja Finck und Frank Weigand.
    Im Originaltitel »À Train perdu« schwingt mehr vom Inhalt mit, wenngleich er sich in seiner Mehrdeutigkeit und Andeutung nicht übertragen lässt. »Im Zug verloren« klingt seltsam, und im Französischen kann man sogar einen Anklang an Proust verlorener Zeit heraushören (»À la recherche du temps perdu«).
    Thematisch und in der Form nimmt »Was dir bleibt« Vieles auf, was sich schon in »Ein Leben mehr« findet.
    Gladys besteigt einen Zug und kehrt nie zurück
    Die Hauptperson Gladys Comeau ist 76 Jahre alt. Nach dem frühen Tod ihres Mannes – der Bergarbeiter starb bei einem Grubenunglück – lebt sie in einer kleinen Siedlung in den nördlichen Wäldern Ontarios, an der Grenze zu Québec. Ihre Tochter, die nun über 50 Jahre alt ist, lebt bei ihr. Bereits in jungen Jahren unternahm Lisana einen Suizidversuch. Sie ist depressiv und scheint allein nicht lebensfähig.
    Und dennoch verlässt Gladys eines Tages plötzlich ihre Tochter und ihr Leben. Ohne Koffer und scheinbar unvorbereitet besteigt sie den Northlander-Zug und ist verschwunden. Selbst ihre Tochter, die die Nachbarn am Küchentisch sitzend vorfinden, weiß nicht, wohin Gladys will und warum sie weg ist.
    Saucier lässt die Geschichte und die Fahrt Gladys‘ von vielen Stimmen erzählen. Jahre später reist ein jüngerer Mann ihre Route nach. Er spricht mit Zugbegleitern und Menschen, die Gladys begegnet sind. Es ist der Kniff dieser Erzählweise, dass wir nur durch Dritte und nie von Gladys selbst ihre (möglichen) Motive erfahren. In »Was dir bleibt« bleibt somit auch viel den Gedanken von Leserinnen und Lesern überlassen.
    Zudem hat Jocelyne Saucier für ihren Roman die Geschichte der »School Trains« wiederentdeckt. Es waren als Klassenzimmer umgebaute Eisenbahnwaggons, die in die entlegenen Gegenden des kanadischen Nordens fuhren, dort für einige Tage abgestellt wurden, um so den Kindern in entlegenen Gebieten eine schulische Bildung zu ermöglichen. Von 1926-1967 waren diese »School Trains« im Einsatz, und Jocelyne Saucier erzählt, dass die Geschichte dieser Züge selbst in Kanada vergessen ist. Schon bei der Recherche zu »Ein Leben mehr« sei sie jedoch Menschen begegnet, die einst in diesen Klassenzimmerwaggons unterrichtet wurden.
    Jocelyne Saucier reiste selbst mit Zügen in den Norden Kanadas. »There was a novel for me waiting there«, so beschreibt sie selbst ihr Gefühl, dass dort ein Roman auf sie wartete, der geschrieben werden wollte.
    Jocelyne Saucier gibt im Gespräch interessante Einblicke in die Entstehung des Romans. Das ist es auch, was kanadische Leserinnen und Leser interessiert, denn Lesungen und Lesereisen wie hierzulande kennt man dort nicht.
    Saucier, Jocelyne; Finck, Sonja (Übersetzer): Was dir bleibt: Roman. Gebundene Ausgabe. 2020. Insel Verlag. ISBN/EAN: 9783458178781.
    46 min
  • Mit Julius Deutschbauer im Herz der ungelesenen Bücher
    Julius Deutschbauer befragt Menschen über Bücher, die sie nicht gelesen haben. Der Österreicher besorgt und sammelt diese Werke, und so ist die Bibliothek der ungelesenen Bücher entstanden. Im Oktober 2020 ist Deutschbauer mit seiner Bibliothek im Herz der Stuttgarter Stadtbibliothek zu Gast. Wolfgang Tischer sprach mit Julius Deutschbauer für den Podcast des literaturcafe.de über ungelesene Bücher.
    1997 hat der Wiener Künstler Julius Deutschbauer mit dem Projekt begonnen. Auf seiner Website julius-deutschbauer.com sind über 700 Gesprächstermine zu finden, viele davon als Audio-Mitschnitt.
    Bevor Deutschbauer die Menschen nach dem Buch fragt, das sie nicht gelesen haben, lautet seine erste Frage stets »Welches Wetter haben wir heute?« Eine Referenz an den Anfang eines Buches, das sehr oft von seinen Interviewgästen genannt wird: »Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften«.
    Julius Deutschbauer sortiert seine Bibliothek nicht nach den Namen der genannten Autorinnen und Autoren, sondern nach dem Nachnamen der Befragten. Bibliothekarisch ordentlich wird jedes Buch beschriftet mit einer Angabe wie »Dieses Buch hat Julia KÖNIG noch nicht gelesen«. Mehrfach genannte Bücher sind konsequenterweise mehrfach in der Bibliothek der ungelesenen Bücher vorhanden.
    Neben Klassikern der ungelesenen Bücher wie Joyces »Ulysses«, Hitlers »Mein Kampf« oder »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« von Proust, finden sich dort auch Asterix-Comics oder ein Perry-Rhodan-Sammelband.
    Fünf Jahre lang war die Bibliothek zunächst im Wiener Museumsquartier beheimatet, doch seit vielen Jahren ist Deutschbauer mit seinen Büchern weltweit zu Gast.
    Für drei Wochen ist die Bibliothek der ungelesenen Bücher Anfang Oktober 2020 in der Stuttgarter Stadtbibliothek beheimatet. Sie steht im sogenannten Herz des Gebäudes, dem gewaltig hohen Raum in der Mitte des Gebäudes, in dem sich normalerweise nichts befindet. Die Leere ist fast ein Symbol fürs Ungelesene.
    Während dieser Zeit lädt Deutschbauer Autorinnen und Autoren ein, die in seiner Bibliothek lesen. Zudem animiert er Besucherinnen und Besucher, während der Lesungen oder Vorträge Handarbeiten zu tätigen. Wer weder Wolle noch Nadeln dabei hat, bekommt gerne etwas ausgeliehen. So stehen nicht nur Bücher auf den Regalen, es finden sich dort auch handgestrickte Buchschoner oder Nackenrollen. Und über allem hängt in Stuttgart ein gewaltiger Bibliothekarsmantel.
    Im Herz der Stuttgarter Stadtbibliothek hat sich Wolfgang Tischer für den Podcast des literaturcafe.de mit Julius Deutschbauer über sein ungewöhnliches Projekt und ungelesene Bücher unterhalten. Was fasziniert den Wiener so an ungelesenen Büchern, und wie stellt man Menschen Fragen zu ungelesenen Büchern? Und was antworten diese? Schämen Sie sich oder sind sie stolz darauf, gewisse Werke nicht gelesen zu haben?
    Eine Frage stellt Julius Deutschbauer jedoch nie: Warum die Menschen »ihr« Buch noch nicht gelesen haben. Das interessiert Deutschbauer nicht, vielmehr interessieren ihn die Geschichten, die die Menschen über ihr ungelesenes Werk erzählen. Die Antworten verraten viel über die Befragten.
    Hören Sie das vollständige Gespräch mit Julius Deutschbauer über seine Bibliothek der ungelesenen Bücher im Podcast des literaturcafe.de über den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. Aufgezeichnet wurde die Folge am 29. September 2020 in der Bibliothek der ungelesenen Bücher im Herzen der Stuttgarter Stadtbibliothek.
    35 min
  • Serpentinen und Auerhaus - Der Autor Bov Bjerg im Gespräch
    Ende Januar 2020 erschien Bov Bjergs neuer Roman »Serpentinen«. Der Vorgängerroman »Auerhaus« war 2015 ein großer Erfolg, zu dem nicht zuletzt die Empfehlung Maxim Billers im Literarischen Quartett beigetragen hat. »Auerhaus« ist mittlerweile auch als Theaterstück und Film zu sehen. Selbst im Deutschunterricht wird das Buch behandelt.
    »Serpentinen« wurde nach Erscheinen ebenfalls begeistert besprochen, der Titel war sowohl auf der SWR-Bestenliste als auch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste zu finden. Bov Bjerg findet, dass er großes Glück hatte und sein Buch noch große Aufmerksamkeit bekam, bevor vieles Corona-bedingt heruntergefahren wurde. Und der Autor freut sich, dass sich »Serpentinen« unter den 20 Titeln der Longlist zum Deutschen Buchpreis befindet, obwohl es dort normalerweise Frühjahrstitel schwerer haben.
    Im Podcast des literaturcafe.de wurde jetzt ein Gespräch nachgeholt, das eigentlich am 13. März 2020 auf der Leipziger Buchmesse geplant gewesen war. Ohne den Zeitdruck der Bühne kann im Podcast über weitaus mehr gesprochen werden, als nur über das neue Buch »Serpentinen«.
    Während Bov Bjerg bei der Aufnahme durch die Straßen Berlins wandert, geht es um das Leben als Autor und wie die drei Romane entstanden sind, die Bjerg bislang verfasst hat.
    Der Anfang von »Serpentinen« war das erste Mal 2018 beim Bachmannpreis zu hören. Damit gewann Bjerg den Preis von Deutschlandfunk Kultur. »Ein unspektakulär spektakulärer Text«, fasste damals Moderator Christian Ankowitsch die Jury-Beurteilung zusammen. Obwohl sich der Anfang im Buch so gut wie nicht von der »Bachmann-Version« unterscheidet, war damals der Roman noch nicht geschrieben.
    Bov Bjerg beim Bachmannpreis 2018
    Bov Bjerg (links) im Gespräch mit seinem Lektor Gunnar Cynybulk beim Bachmannpreis 2018
    Bov Bjerg berichtet im Podcast-Gespräch von der Entstehung des Romans und wie Bjerg als literarisches Spiel Verbindungen zum Vorgänger »Auerhaus« geschaffen hat, ohne dass es so etwas wie ein zweiter Teil wurde.
    Bov Bjerg lebt seit Mitte der 1980er Jahre in Berlin. Beide Romane spielen auf der Schwäbischen Alb, an deren Rand auch Bjerg aufgewachsen ist. Was macht diese Region in Deutschland so besonders – und warum wird der nächste Roman dort wahrscheinlich nicht mehr angesiedelt sein?
    Wenn Bov Bjerg die Zeit hat, durch die Straßen Berlins zu gehen, hört er oft Hörbücher. Neben Lucy Frickes »Töchter« empfiehlt er das umfangreiche CD-Paket »Erzählerstimmen« mit Originalaufnahmen von Autorinnen und Autoren.
    Hören Sie die Podcast-Folge über den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren.
    Link ins Web:
    bjerg.de – Die Website von Bov Bjerg
    Bjerg, Bov: Serpentinen: Roman. Gebundene Ausgabe. 2020. Claassen. ISBN/EAN: 9783546100038. 22,00 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
    Bjerg, Bov: Auerhaus: Roman. Taschenbuch. 2017. Aufbau Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783746632384
    1 hr 29 min

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