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Was für starke Worte des Trostes, die Paulus hier der Gemeinde in Korinth zuspricht.
Wir kennen Paulus ja sonst eher als Missionar und Gemeindebauer. Hier erleben wir ihn als Seelsorger. Und es ist erstaunlich, wie einfühlsam er hier seiner Gemeinde begegnet.
Wohlgemerkt, der Gemeinde in Korinth: Das ist die Gemeinde, die ihn einst so viel Kraft und Herausforderung gekostet hat. Eine Gemeinde, in der es drunter und drüber ging. Aber wohl auch die Gemeinde, die sich hat ermahnen und korrigieren lassen.
Gott ist ein Gott, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis - so bezeugt es Paulus hier. Wir spüren, da sind keine leeren Worte, das kommt aus einer tiefen Erfahrung heraus. Wenn Paulus von Trost und Getröstetwerden spricht, dann deshalb, weil er das selber so erfahren hat.
Ich habe mich gefragt: Was bedeutet eigentlich das Wort „Trost“ – was heißt es, „getröstet zu werden.“
Deshalb ist die Sehnsucht nach Trost auch ein Grundbedürfnis von uns Menschen. Wir sehnen uns danach „aufatmen zu können“, „ermutigt zu werden“ und „wieder zu inneren Stärke zu gelangen“, wenn uns Schweres widerfahren ist.
Aber wer vermag uns so zu trösten, dass das auch eintritt? Diese Frage stellte sich schon der Prophet Jesaja im Alten Testament, wenn er davon schreibt. „Siehe, um Trost war mir sehr bange“. (Jes 38,17) Da kommt diese Sehnsucht nach Trost zum Ausdruck, verbunden mit der bangen Frage, ob es einen Tröster gibt?
Schon damals macht Jesaja die wertvolle Erfahrung: Diese Sehnsucht läuft nicht ins Leere, sondern sie findet ihre Erfüllung bei dem Gott, der der Gott „allen Trostes ist“.
„Siehe um Trost war mir sehr bange - Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen“– so kann es Jesaja bezeugen. Das bedeutet doch: Bei dir, Gott, fand ich den Trost, den ich so sehr gesucht habe.
Das hat auch Paulus so erfahren. Gerade auch in der Situation, in der er und seine Mitstreiter „über die Maßen beschwert waren und über ihre Kraft, sodass sie auch am Leben verzagten“; wie Paulus es hier schreibt. Auf welche Situation Paulus hier genau anspielt, erfahren wird nicht, aber wir wissen aus seiner Biographie, dass er sich mehrmals in Lebensgefahr befand.
Und wenn Paulus von den „Leiden Christi, die reichlich über ihn gekommen sind“, berichtet, dann sind da nicht irgendwelche Leiden gemeint: Krankheit, Trauer, Verlust – nein, dann hat Paulus ganz konkrete Leiden im Blick: Leiden, die er erlebt aufgrund seiner Nachfolge. Leiden, die ihm widerfahren, weil er zu Jesus Christus gehört. Die Leiden Christi bedeuten für Paulus: Anschuldigungen, Schläge, Gefängnis, Verfolgung und immer wieder die Erfahrung der Ablehnung.
Auf Dauer kann das müde machen. Aber bei Paulus gewinnen wir den Eindruck: die Leiden haben ihn vielmehr reifen lassen. Leiden bewirken Bewährung in seinem Leben. Die Leiden, die er und seine Mitstreiter erfahren haben, haben sie nicht schwächer gemacht, sondern haben sie wachsen lassen in ihrem Vertrauen zu Gott. Oder wie Paulus es beschreibt. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Aber das alles kann Paulus nur ertragen und aushalten, weil er eben auch die Erfahrung macht, dass Gott ihn tröstet
Wie dieser Trost konkret aussah, können wir nur erahnen:
Aber wozu das Ganze? So fragen wir.
Paulus zieht als Konsequenz den Schluss: damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
Das ist allemal die beste Grundlage für Seelsorge – wenn einer aus Erfahrung sprechen kann. Sonst bleiben Worte oft trostlos und leer.
Gott tröstet uns, damit wir trösten können – damit wir uns einfühlen und mitfühlen können und damit wir bezeugen können, wie Gott uns geholfen und uns getröstet hat.
Wir spüren bei Paulus: da hat einer selbst tiefen Trost erfahren. Und das kann er jetzt weitergeben
Was wir selbst etwas erlebt haben, damit können wir auch anderen helfen. Meine verarbeitete Lebensgeschichte ist allemal die beste Voraussetzung für eine hilfreiche Seelsorge an meinen Mitmenschen.
Bleibt für Paulus am Ende nur die Anbetung: Das Lob auf den Gott, der der Vater der Barmherzigkeit und der Gott allen Trostes ist.
Autor: Prediger Gerhard Braun
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By ERF - Der Sinnsender5
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Was für starke Worte des Trostes, die Paulus hier der Gemeinde in Korinth zuspricht.
Wir kennen Paulus ja sonst eher als Missionar und Gemeindebauer. Hier erleben wir ihn als Seelsorger. Und es ist erstaunlich, wie einfühlsam er hier seiner Gemeinde begegnet.
Wohlgemerkt, der Gemeinde in Korinth: Das ist die Gemeinde, die ihn einst so viel Kraft und Herausforderung gekostet hat. Eine Gemeinde, in der es drunter und drüber ging. Aber wohl auch die Gemeinde, die sich hat ermahnen und korrigieren lassen.
Gott ist ein Gott, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis - so bezeugt es Paulus hier. Wir spüren, da sind keine leeren Worte, das kommt aus einer tiefen Erfahrung heraus. Wenn Paulus von Trost und Getröstetwerden spricht, dann deshalb, weil er das selber so erfahren hat.
Ich habe mich gefragt: Was bedeutet eigentlich das Wort „Trost“ – was heißt es, „getröstet zu werden.“
Deshalb ist die Sehnsucht nach Trost auch ein Grundbedürfnis von uns Menschen. Wir sehnen uns danach „aufatmen zu können“, „ermutigt zu werden“ und „wieder zu inneren Stärke zu gelangen“, wenn uns Schweres widerfahren ist.
Aber wer vermag uns so zu trösten, dass das auch eintritt? Diese Frage stellte sich schon der Prophet Jesaja im Alten Testament, wenn er davon schreibt. „Siehe, um Trost war mir sehr bange“. (Jes 38,17) Da kommt diese Sehnsucht nach Trost zum Ausdruck, verbunden mit der bangen Frage, ob es einen Tröster gibt?
Schon damals macht Jesaja die wertvolle Erfahrung: Diese Sehnsucht läuft nicht ins Leere, sondern sie findet ihre Erfüllung bei dem Gott, der der Gott „allen Trostes ist“.
„Siehe um Trost war mir sehr bange - Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen“– so kann es Jesaja bezeugen. Das bedeutet doch: Bei dir, Gott, fand ich den Trost, den ich so sehr gesucht habe.
Das hat auch Paulus so erfahren. Gerade auch in der Situation, in der er und seine Mitstreiter „über die Maßen beschwert waren und über ihre Kraft, sodass sie auch am Leben verzagten“; wie Paulus es hier schreibt. Auf welche Situation Paulus hier genau anspielt, erfahren wird nicht, aber wir wissen aus seiner Biographie, dass er sich mehrmals in Lebensgefahr befand.
Und wenn Paulus von den „Leiden Christi, die reichlich über ihn gekommen sind“, berichtet, dann sind da nicht irgendwelche Leiden gemeint: Krankheit, Trauer, Verlust – nein, dann hat Paulus ganz konkrete Leiden im Blick: Leiden, die er erlebt aufgrund seiner Nachfolge. Leiden, die ihm widerfahren, weil er zu Jesus Christus gehört. Die Leiden Christi bedeuten für Paulus: Anschuldigungen, Schläge, Gefängnis, Verfolgung und immer wieder die Erfahrung der Ablehnung.
Auf Dauer kann das müde machen. Aber bei Paulus gewinnen wir den Eindruck: die Leiden haben ihn vielmehr reifen lassen. Leiden bewirken Bewährung in seinem Leben. Die Leiden, die er und seine Mitstreiter erfahren haben, haben sie nicht schwächer gemacht, sondern haben sie wachsen lassen in ihrem Vertrauen zu Gott. Oder wie Paulus es beschreibt. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Aber das alles kann Paulus nur ertragen und aushalten, weil er eben auch die Erfahrung macht, dass Gott ihn tröstet
Wie dieser Trost konkret aussah, können wir nur erahnen:
Aber wozu das Ganze? So fragen wir.
Paulus zieht als Konsequenz den Schluss: damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
Das ist allemal die beste Grundlage für Seelsorge – wenn einer aus Erfahrung sprechen kann. Sonst bleiben Worte oft trostlos und leer.
Gott tröstet uns, damit wir trösten können – damit wir uns einfühlen und mitfühlen können und damit wir bezeugen können, wie Gott uns geholfen und uns getröstet hat.
Wir spüren bei Paulus: da hat einer selbst tiefen Trost erfahren. Und das kann er jetzt weitergeben
Was wir selbst etwas erlebt haben, damit können wir auch anderen helfen. Meine verarbeitete Lebensgeschichte ist allemal die beste Voraussetzung für eine hilfreiche Seelsorge an meinen Mitmenschen.
Bleibt für Paulus am Ende nur die Anbetung: Das Lob auf den Gott, der der Vater der Barmherzigkeit und der Gott allen Trostes ist.
Autor: Prediger Gerhard Braun
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