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Als ich die Bibelverse las, habe ich erstmal geschluckt. Zu tief waren die Wunden aus der Vergangenheit, wo mich der Umgang mit Vorgesetzten an die Grenzen meiner Kräfte gebracht hat. Aber Gottes Wege beruhen nicht auf Zufällen, vielleicht sollte ich mich gerade mit diesem Text beschäftigen, dem ich seit über einem Vierteljahrhundert aus dem Weg gehe und gerne mal schnell drüber weg lese.
Petrus richtet den Abschnitt an die Haussklaven: diese Personengruppe hatte damals kaum Rechte, war die unterste soziale Schicht der Gesellschaft. Die Bibel ist immer lebensnah, nutzt immer wieder Bilder, die wir auch heute noch verstehen können. Gut, die Sklaverei ist in unserer Region abgeschafft, obwohl einige Arbeitnehmer mir jetzt widersprechen werden. Damals wie heute gab und gibt es Regierungen und Arbeitgeber, die von ihren Untergebenen Dinge abverlangen und Regeln aufstellen, die uns nicht gerecht erscheinen. Lehnen wir uns dagegen auf, kann unser Verhalten entweder ordnungswidrig sein oder auch strafrechtlich verfolgt werden. Der Arbeitgeber mahnt den Angestellten vielleicht ab, schlimmstenfalls kündigt er ihm. Petrus schreibt darüber, dass sich der Haussklave in aller Furcht seinem Herrn unterordnen soll. Mit Furcht ist nicht Angst vor dem weltlichen Herrn gemeint, sondern die Furcht vor Gott, wie es bereits in Vers 17 heißt. Ob der irdische Herr nun gerecht ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Gottes Gnade wird besonders demjenigen gegenüber groß, der ungerecht behandelt wird. Derartiger Gehorsam ist der Beweis der Gnade im Leben eines Einzelnen. Petrus macht aber auch klar, dass Sanktionen, die den Untergebenen zu Recht treffen, kein Akt der Gnade ist. Bestehle ich z.B. meine Firma und werde entlassen, erhalte ich meine Strafe zu Recht. Petrus schreibt aber auch, dass über den weltlichen Autoritäten immer noch Gottes Herrschaft steht. Wenn mein Chef von mir fordert, meine Kunden zu belügen oder die Buchhaltung so zu manipulieren, dass das Finanzamt betrogen wird, muss ich Gottes Willen folgen.
Eines der Grundpfeiler im Glaubensleben ist die Bewährung im alltäglichen Leben. Christen sollen nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes Gottes sein. Wir sollen das Gehörte in die Praxis umsetzen. Wir werden im Leben immer auf Menschen und Situationen treffen, in denen wir als Christen gefordert werden, geduldig zu sein und so zu handeln, wie Jesus gehandelt hätte. Jakobus schreibt in seinem Brief, dass, ich zitiere: „Die Bewährung des Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“ Durch diese Geduld, die der Christ aufbringt, wächst er im Glauben. Dass der Gläubige leiden wird, hat uns Jesus vorausgesagt, auch Petrus schreibt, dass Christen zum Leiden berufen sind. Petrus ermutigt den Gläubigen zur Geduld mit dem größten Beispiel dieser Art des Leidens: den Messias. Petrus stellt das Leiden Christi an erste Stelle. Er ist unser Vorbild. Er hat durch sein Leiden seine Fußspuren in die Welt gesetzt. Christen sind aufgefordert, diesen Fußspuren nachzufolgen und Jesu Ausharren nachzuahmen. Jesus ist unser Hirte, der uns in diesen Situationen führt und uns die Kraft gibt, durchzuhalten. Petrus bezieht sich hier auf die erfüllte Prophetie aus dem Buch Jesaja, Kapitel 53, in dem vom Leiden des Messias berichtet wird, für Sünden, die der nicht begangen hat.
Jesus war ganz ohne Schuld. Selbst am Kreuz, als er unter den Schmerzen und unter dem Spott der Leute leidet, kommt keine Sünde aus seinem Mund. Er sagt nicht: „Ihr sollt alle in der Hölle schmoren“, er betet: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Auch im Leiden setzt er sich noch für die Menschen ein. Er hat unsere Sünden getragen. Auch der Leidende kann für seinen ungerechten Herrn beten, anstatt ihn zu verfluchen. Jesus hat das bis ans Kreuz getan. „Der Leib ans Holz“ meint den leiblichen Tod am Kreuz. Jesus ist nicht nur Vorbild für uns – er ist unser Retter, den wir so dringend brauchen. Ich kann nicht selbst für meine Sünden sterben. Das hat Jesus für mich getan. In dem Moment, in dem der Mensch sein Leben Jesus übergibt, stirbt auch dessen Sünde und er darf in Gerechtigkeit leben. Die Gerechtigkeit wird durch Gottes Wort definiert, sie ist die Richtschnur für das Leben der Christen.
Das ist ein weiterer Pfeiler im Glaubensleben: das Studium des Wortes Gottes. Im 2. Vers unseres heutigen Kapitels steht: „Seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Rettung“. Das ist der Schritt, der vor unserem Handeln steht. Das Wort Gottes arbeitet in uns und macht uns reifer. Eine der Früchte, die aus diesem Prozess entstehen, sind die Geduld und das Ausharren, wenn wir mit schwierigen Menschen und Situationen umgehen müssen.
Zusammenfassend kann ich sagen:
„Ihr seid das Salz der Erde“ so ruft es Jesus seinen Jüngern zu. Als Christen müssen wir uns der Verantwortung wieder neu bewusst werden, dass unser Handeln manchmal das Einzige ist, was von unserem Umfeld von Gott noch wahrgenommen wird.
Am Ende meines Studiums dieses Abschnitts bin ich Gott dankbar, gerade diesen Text bekommen zu haben. Er hat mir gezeigt, dass es keinen Wert hat, mich selbst zu bemitleiden und meine Wunden zu lecken. Ich lerne zu vergeben. Der Abschnitt aus der Bibel zeigt mir auch den Umgang mit meinem Nächsten. Mit den weltlichen Obrigkeiten, mit meinen Mitarbeitern im Unternehmen, mit den Kunden, mit allen, die mir jeden Tag über den Weg laufen.
Autor: Volker Hoof
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By ERF - Der Sinnsender5
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Als ich die Bibelverse las, habe ich erstmal geschluckt. Zu tief waren die Wunden aus der Vergangenheit, wo mich der Umgang mit Vorgesetzten an die Grenzen meiner Kräfte gebracht hat. Aber Gottes Wege beruhen nicht auf Zufällen, vielleicht sollte ich mich gerade mit diesem Text beschäftigen, dem ich seit über einem Vierteljahrhundert aus dem Weg gehe und gerne mal schnell drüber weg lese.
Petrus richtet den Abschnitt an die Haussklaven: diese Personengruppe hatte damals kaum Rechte, war die unterste soziale Schicht der Gesellschaft. Die Bibel ist immer lebensnah, nutzt immer wieder Bilder, die wir auch heute noch verstehen können. Gut, die Sklaverei ist in unserer Region abgeschafft, obwohl einige Arbeitnehmer mir jetzt widersprechen werden. Damals wie heute gab und gibt es Regierungen und Arbeitgeber, die von ihren Untergebenen Dinge abverlangen und Regeln aufstellen, die uns nicht gerecht erscheinen. Lehnen wir uns dagegen auf, kann unser Verhalten entweder ordnungswidrig sein oder auch strafrechtlich verfolgt werden. Der Arbeitgeber mahnt den Angestellten vielleicht ab, schlimmstenfalls kündigt er ihm. Petrus schreibt darüber, dass sich der Haussklave in aller Furcht seinem Herrn unterordnen soll. Mit Furcht ist nicht Angst vor dem weltlichen Herrn gemeint, sondern die Furcht vor Gott, wie es bereits in Vers 17 heißt. Ob der irdische Herr nun gerecht ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Gottes Gnade wird besonders demjenigen gegenüber groß, der ungerecht behandelt wird. Derartiger Gehorsam ist der Beweis der Gnade im Leben eines Einzelnen. Petrus macht aber auch klar, dass Sanktionen, die den Untergebenen zu Recht treffen, kein Akt der Gnade ist. Bestehle ich z.B. meine Firma und werde entlassen, erhalte ich meine Strafe zu Recht. Petrus schreibt aber auch, dass über den weltlichen Autoritäten immer noch Gottes Herrschaft steht. Wenn mein Chef von mir fordert, meine Kunden zu belügen oder die Buchhaltung so zu manipulieren, dass das Finanzamt betrogen wird, muss ich Gottes Willen folgen.
Eines der Grundpfeiler im Glaubensleben ist die Bewährung im alltäglichen Leben. Christen sollen nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes Gottes sein. Wir sollen das Gehörte in die Praxis umsetzen. Wir werden im Leben immer auf Menschen und Situationen treffen, in denen wir als Christen gefordert werden, geduldig zu sein und so zu handeln, wie Jesus gehandelt hätte. Jakobus schreibt in seinem Brief, dass, ich zitiere: „Die Bewährung des Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“ Durch diese Geduld, die der Christ aufbringt, wächst er im Glauben. Dass der Gläubige leiden wird, hat uns Jesus vorausgesagt, auch Petrus schreibt, dass Christen zum Leiden berufen sind. Petrus ermutigt den Gläubigen zur Geduld mit dem größten Beispiel dieser Art des Leidens: den Messias. Petrus stellt das Leiden Christi an erste Stelle. Er ist unser Vorbild. Er hat durch sein Leiden seine Fußspuren in die Welt gesetzt. Christen sind aufgefordert, diesen Fußspuren nachzufolgen und Jesu Ausharren nachzuahmen. Jesus ist unser Hirte, der uns in diesen Situationen führt und uns die Kraft gibt, durchzuhalten. Petrus bezieht sich hier auf die erfüllte Prophetie aus dem Buch Jesaja, Kapitel 53, in dem vom Leiden des Messias berichtet wird, für Sünden, die der nicht begangen hat.
Jesus war ganz ohne Schuld. Selbst am Kreuz, als er unter den Schmerzen und unter dem Spott der Leute leidet, kommt keine Sünde aus seinem Mund. Er sagt nicht: „Ihr sollt alle in der Hölle schmoren“, er betet: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Auch im Leiden setzt er sich noch für die Menschen ein. Er hat unsere Sünden getragen. Auch der Leidende kann für seinen ungerechten Herrn beten, anstatt ihn zu verfluchen. Jesus hat das bis ans Kreuz getan. „Der Leib ans Holz“ meint den leiblichen Tod am Kreuz. Jesus ist nicht nur Vorbild für uns – er ist unser Retter, den wir so dringend brauchen. Ich kann nicht selbst für meine Sünden sterben. Das hat Jesus für mich getan. In dem Moment, in dem der Mensch sein Leben Jesus übergibt, stirbt auch dessen Sünde und er darf in Gerechtigkeit leben. Die Gerechtigkeit wird durch Gottes Wort definiert, sie ist die Richtschnur für das Leben der Christen.
Das ist ein weiterer Pfeiler im Glaubensleben: das Studium des Wortes Gottes. Im 2. Vers unseres heutigen Kapitels steht: „Seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Rettung“. Das ist der Schritt, der vor unserem Handeln steht. Das Wort Gottes arbeitet in uns und macht uns reifer. Eine der Früchte, die aus diesem Prozess entstehen, sind die Geduld und das Ausharren, wenn wir mit schwierigen Menschen und Situationen umgehen müssen.
Zusammenfassend kann ich sagen:
„Ihr seid das Salz der Erde“ so ruft es Jesus seinen Jüngern zu. Als Christen müssen wir uns der Verantwortung wieder neu bewusst werden, dass unser Handeln manchmal das Einzige ist, was von unserem Umfeld von Gott noch wahrgenommen wird.
Am Ende meines Studiums dieses Abschnitts bin ich Gott dankbar, gerade diesen Text bekommen zu haben. Er hat mir gezeigt, dass es keinen Wert hat, mich selbst zu bemitleiden und meine Wunden zu lecken. Ich lerne zu vergeben. Der Abschnitt aus der Bibel zeigt mir auch den Umgang mit meinem Nächsten. Mit den weltlichen Obrigkeiten, mit meinen Mitarbeitern im Unternehmen, mit den Kunden, mit allen, die mir jeden Tag über den Weg laufen.
Autor: Volker Hoof
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