Schon vor über 100 Jahren war die Ukraine zerrissen zwischen Russland und Europa. Nach dem Ersten Weltkrieg verhandelte die Ukraine eigenständig mit den anderen Kriegsparteien – und erreichte so mit dem "Brotfrieden" von 1918 erstmals eine Anerkennung als eigener Staat. Jahrhundertelang stehen die Gebiete der heutigen Ukraine unter dem Einfluss unterschiedlicher Mächte wie Russland, dem Osmanischen Reich, Polen oder Österreich-Ungarn. Ende des 19. Jahrhundert erstarkt eine ukrainische Nationalbewegung. Als in Russland – zu dem der größte Teil der heutigen Ukraine damals gehört – mit der Februarrevolution 1917 die Zarenherrschaft endet, strebt die Ukraine nach Autonomie. Im Januar 1918 verkündet das Land seine Unabhängigkeit. Als autonomer Staat betreibt die Ukraine Friedensverhandlungen mit den Kriegsparteien des Ersten Weltkriegs. Da die Mittelmächte, zu denen Deutschland und Österreich-Ungarn gehören, dringend auf Getreidelieferungen aus der "Kornkammer" Ukraine angewiesen sind, wird am 9. Februar in Brest-Litowsk der "Brotfrieden" geschlossen – und damit die Ukraine als autonomer Staat anerkannt. Die Unabhängigkeit währt jedoch nur kurz. 1922 wird die "Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik" zum Teil der neu gegründeten Sowjetunion erklärt.