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Mose setzt Aaron und seine Söhne zu Priestern ein


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Kleider machen Leute! Dabei geht es heute bei dem Sprichwort mehr um den Chic, wie hübsch jemand aussieht, als darum, dass ich von der Kleidung den Berufsstand ablesen kann. Heute kann ich einen Schornsteinfeger und eine Nonne an ihrer Kleidung noch genauso gut erkennen, wie einen Soldaten an seiner Uniform. In Richtung unseres Textes gedacht, kann ich sagen: Ein Polizist z.B. ist an seiner Kleidung nicht nur erkennbar, sondern zugleich durch sie eine Respektsperson, eine Autorität, eine höher gestellte Persönlichkeit. Er steht im Polizeidienst. Mehr muss er nicht, als dieser einen Aufgabe nachkommen.

Annähernd vergleichbar ist das mit dem Stand der Priester im Alten Testament – durch Vorgabe der Bekleidung, der Würde der Person, dem Dienst für andere als Aufgabe. Auffällig ist, wie detailliert vom Priesterstand und dessen Ausgestaltung in den Büchern Moses die Rede ist.

Neben unserem Text beschreibt das 2. Buch Mose in einem ganzen Kapitel, im Kapitel 28, nur die Kleidung der Priester und endet mit den folgenschweren Worten: Das soll für Aaron und sein Geschlecht nach ihm eine ewige Ordnung sein (Vers 43). Eine klare Personenverteilung: nur Männer können Priester sein! (Aaron und seine Söhne), eine klar geregelte Diensteinführung und eine vorgegebene Kleiderordnung, die Gott hier für die Priesterschaft anordnet.

Bis ins Kleinste hinein gibt Gott vor, wie der Priester bekleidet sein soll und sagt, warum ihm das so wichtig ist: du sollst Aaron, heilige Kleider machen zur Ehre und als Schmuck (Vers 2). Und ein weiterer Grund wird von Gott genannt (Vers 3): dass sie Aaron Kleider machen zu seiner Weihe, dass er mein Priester sei. Damit wird deutlich, dass die Kleidung der Priester ein Standesmerkmal war. Die Priester standen zwischen Gott und Mensch. Sie waren die Vermittler zwischen „Himmel“ und „Erde“. Das war ihre göttliche Bestimmung. Eine herausragende Position, die durch die Bekleidung den entsprechenden Ausdruck nach außen bekam. Die Bekleidung des Priesters hatte dadurch eine menschliche und eine göttliche Seite: Sie wies den Träger mit Ehre und Schmuck einerseits und als Eigentum Gottes andererseits aus.

Und da zu dieser Bekleidung im 3. Buch Mose, Kapitel 8 die Lose „Licht und Recht“ (Vers 8) dazugehörten, bedeutete das auch noch die Aufgabe der Rechtsprechung. Ja oder Nein in der Frage einer Rechtsangelegenheit oder der Frage nach dem Willen Gottes.

Das liegt Jahrtausende zurück. Hat das Beschriebene für mich heute als Christen und als Gemeinde Jesu noch eine Bedeutung? Spielt die Frage der Bekleidung für mich eine Rolle, wenn es im Neuen Testament heißt: „Ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus … Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum“ (1.Petrus 2,5,9)?

Im Neuen Testament, im 1. Petrusbrief, Kapitel 2 sind wir nicht nach der beschriebenen Sitte oder Moral als Priester erkennbar! Es steht weit mehr auf dem Spiel. Es gibt keine Anordnung Jesu, wie sich seine Jünger, wie sich die Gemeindeglieder zu bekleiden haben. Keine Kleiderordnung bestimmt, wie wir als königliches Priestertum, als Volk des Eigentums Gottes, angezogen sein sollen. Wenn wir als Nachfolger Jesu „ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“ sein sollen, dann ganz sicher nicht so, wie ich es erlebt habe, dass ein Jugendlicher nur mit einer Badehose bekleidet in der Gemeinde zu einer gottesdienstlichen Veranstaltung erscheint. Aus meiner Sicht: „Das geht gar nicht!“

Und doch lässt uns das Neue Testament in dieser Frage nicht ohne Hinweis, mehr noch, nicht ohne Anordnung: „Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein – mit Haarflechten, goldenen Ketten oder prächtigen Kleidern –, sondern der verborgene Mensch des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist: Das ist köstlich vor Gott. Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten, wie Sara Abraham gehorsam war und ihn Herr nannte; deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und keinen Schrecken fürchtet“, schreibt Petrus in seinem ersten Brief, Kapitel 3.

Sexy oder erotische Bekleidung als Kennzeichen der königlichen Priester, also der Christen, habe ich bei Petrus nicht gelesen. Der Wert wird mehr auf innere als auf äußere Schönheit gelegt – eine für unsere Zeit für Jugendliche und junge Erwachsene wahnsinnige Herausforderung. Unter ihnen wird „Kleider machen Leute“ umgekehrt zum neutestamentlichen Modell verstanden. Wer sich da nicht marken- und modeorientiert präsentiert, ist schnell ein „Heimchen vom Herd“ und außen vor.

Und als mittlere Generation in der christlichen Gemeinde? Durch entsprechende Bekleidung zeigen, wo ich gesellschaftlich stehe (keine Kleidung von der Stange oder aus dem Sommerschlussverkauf), wozu ich es beruflich gebracht habe und wie gut betucht ich bin, hat Petrus auch nicht gemeint.

Wer ernsthaft eine Antwort auf die Frage der Bekleidung als Ausweis seines Christseins sucht, stößt auf die Frage des Paulus an die Gemeinde in Korinth: Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? (1. Korinther 6,19) Wenn ich mir nicht selbst gehöre, sondern Jesus, dann bestimmt er über den Kleiderkauf und den Inhalt meines Kleiderschranks! Haben Sie Angst, dass Jesus Sie alt aussehen lässt?

Haben Sie schon mal mit Jesus darüber gesprochen, was Sie an Bekleidung einkaufen und wie es in Ihrem Kleiderschrank aussieht? Haben Sie schon mal mit Jesus darüber geredet, wie Sie Ihr heiliges Inneres angemessen nach außen tragen können? Wie passen bei Ihnen Ehre und Schmuck und Eigentum Gottes sein kleidungsmäßig zusammen?

►  Infos zum 3. Buch Mose

Autor: Pastor Achim Brückel

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