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Wer von Ihnen schon immer begreifen wollte, warum Mose das verheißene Land zwar sehen, aber nicht hineinziehen durfte, der ist bei dem Bibeltext, mit dem wir uns heute beschäftigen, an der richtigen Stelle. Was hat Mose denn falsch gemacht? Warum reagiert Gott so hart? Darauf erhalten Sie heute eine Antwort.
Zur Situation:
Das Volk ist nach der Befreiung aus Ägypten schon 38 Jahre unterwegs. Sie kommen nach Kadesch in der Wüste Zin. Kadesch, der Ort, von dem aus die Kundschafter einst loszogen, um sich ein Bild vom verheißenen Land zu machen. D.h. Israel ist dem verheißenen Land nicht näher als vor 38 Jahren. Das Volk ist verzweifelt und perspektivlos. Die Versorgungslage ist extrem angespannt. Nichts, aber auch gar nichts haben die Israeliten in ihrer Hand. Sie haben Durst und kein Wasser. Sie wenden sich an Mose und Aaron und beschweren sich. Die Menschen, die sich beklagen, gehören übrigens bereits zu einer neuen Generation. Sie sind in der Wüste geboren worden, aber sie handeln genauso wie ihre Vorfahren. Die haben sich früher mit fast denselben Worten beschwert.
Schauen wir beim Volk genauer hin: Das Volk steigert sich immer mehr in die Not hinein. „Ach, dass wir umgekommen wären, wie unsere Brüder umkamen vor dem HERRN!“ (V. 3) In der Gefahr haben sie versucht, ihr Leben zu retten, nun geben sie vor, der Tod wäre damals die bessere Alternative gewesen. Mich erinnert das an eine Episode, die Pastor Wilhelm Busch von einer alten Christin erzählt. Sie seufzte immer: „Ach, wenn ich doch daheim wäre beim Herrn!“ Als sie eines Tages eine Lungenentzündung bekam und ihre Kinder sagten: “Mutter, nun wird dein Wunsch erfüllt, dass du heimgehen darfst“ – da rief sie verzweifelt: „Aber nicht durch diese Lungenentzündung!“ So halten die Israeliten an dem Leben hier auf Erden fest. Sie schimpfen, aber würden nie auf die Idee kommen, zu sagen: Unsere Zeit steht, Gott, in deinen Händen.
Das Volk Israel vergisst in seiner Verzweiflung, dass Gott sie führt. Angesichts des Durstes, der sie plagt, vergessen sie schnell, dass Gott trotzdem alles in der Hand hat. Deshalb machen sie es wie wir, sie suchen einen Schuldigen für ihren Missstand, statt die Situation anzunehmen und zu vertrauen, dass Gott sie im Blick hat.
Die Reaktion von Mose: „Da gingen Mose und Aaron von der Gemeinde hinweg zum Eingang der Stiftshütte und fielen auf ihr Angesicht, und die Herrlichkeit des HERRN erschien ihnen.“ (V.6)
Mose antwortet dem Volk erst einmal nicht. Er zieht sich mit Aaron zurück in die Stiftshütte. Sie fallen auf ihr Angesicht. Sie beten und Gott erscheint ihnen. Das machen die beiden gut. Sie verhalten sich also zunächst vorbildlich. Das können wir von ihnen lernen. Was tun wir, wenn wir angegriffen werden, wenn wir mit Fragen zu unserem Glauben konfrontiert werden, wenn unser Verhalten nicht mit unserem Glauben in Einklang war und wir darauf angesprochen werden? Erstmal innehalten und mit Gott reden. Das hilft.
Was aber geschieht dann? Was macht Mose falsch?
Gott antwortet und gibt genaue Anweisungen für Mose: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh.“ (V. 7 + 8)
„Was tut Mose? „Da nahm Mose den Stab, der vor dem HERRN lag, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen, und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen? Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit dem Stab zweimal. Da kam viel Wasser heraus, sodass die Gemeinde trinken konnte und ihr Vieh.“ (V.9 - 11)
Mose tritt mit Aaron vor das Volk. Er steht vor dem Felsen. In der Hand hält er den Stab. Und dann geschieht es: Er verliert die Nerven. Er redet zum Volk und hält ihm eine Standpauke und zu allem Überfluss schlägt er mit dem Stab auch noch zweimal auf den Felsen. Wenn man den Fokus verliert, tut man nicht mehr, was man tun sollte, sondern wonach einem ist. Mose hat ein intensives Gottesverhältnis. Er weiß genau, was Gott von ihm will, was er zu tun hat. Trotzdem handelt er anders. Es regiert nicht mehr der Geist Gottes in ihm, sondern er handelt nach eigenem Ermessen und Gefühl.
Wie sagt Mose hier: „Werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?“ (V. 10) Sein Problem ist, dass er in dieser Druck-Situation den Unterschied zwischen Gott und sich übersieht, dass er seine Rolle mit der Rolle Gottes verwechselt. Für Wunder ist Gott zuständig, nicht er. Das Wunder vollbringt Gott, nicht Mose und Aaron.
Das tat Mose. Er machte Gott klein. Gott wollte dem Volk zeigen, dass er für sie sorgt.
Übrigens: Unser Text hat eine Vorgeschichte. Schon einmal hat das Volk wegen Wassermangels gemurrt. In diesem Fall hatte Gott Mose befohlen, zweimal mit dem Stab auf den Felsen zu schlagen. In 4 Mose 20 soll er es anders machen. Er soll reden, aber Mose handelt wie früher. Was nach Gottes Weisung früher zum Erfolg führte (an den Felsen schlagen) kann auf einmal nicht mehr dran sein, kann falsch sein, weil Gott etwas anderes möchte (zum Fels reden). Aus der Vergangenheit zu lernen, heißt nicht, immer dasselbe zu tun. Und doch versorgt Gott sein Volk. Obwohl Mose nicht so handelte, wie er sollte, kam doch Wasser aus dem Felsen. Trotz des Aufbegehrens der Israeliten und des Fehlers von Mose empfingen sie das Wasser aus dem geschlagenen Felsen. Das ist die großartige Gnade Gottes!
Ein spannender Einblick in die Geschichte Israels, der Sie und mich mitnimmt in eine der Grundfragen unseres Lebens mit Gott: Bin ich bereit zu hören und zu tun, was Gott mir aufs Herz legt? Mose war nur sehr eingeschränkt dazu bereit, deshalb durfte er nicht in das verheißene Land hineinziehen.
► Mehr Informationen zum Buch 4. Buch Mose:
Autor: Pastor Hartmuth Wahnung
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By ERF - Der Sinnsender5
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Wer von Ihnen schon immer begreifen wollte, warum Mose das verheißene Land zwar sehen, aber nicht hineinziehen durfte, der ist bei dem Bibeltext, mit dem wir uns heute beschäftigen, an der richtigen Stelle. Was hat Mose denn falsch gemacht? Warum reagiert Gott so hart? Darauf erhalten Sie heute eine Antwort.
Zur Situation:
Das Volk ist nach der Befreiung aus Ägypten schon 38 Jahre unterwegs. Sie kommen nach Kadesch in der Wüste Zin. Kadesch, der Ort, von dem aus die Kundschafter einst loszogen, um sich ein Bild vom verheißenen Land zu machen. D.h. Israel ist dem verheißenen Land nicht näher als vor 38 Jahren. Das Volk ist verzweifelt und perspektivlos. Die Versorgungslage ist extrem angespannt. Nichts, aber auch gar nichts haben die Israeliten in ihrer Hand. Sie haben Durst und kein Wasser. Sie wenden sich an Mose und Aaron und beschweren sich. Die Menschen, die sich beklagen, gehören übrigens bereits zu einer neuen Generation. Sie sind in der Wüste geboren worden, aber sie handeln genauso wie ihre Vorfahren. Die haben sich früher mit fast denselben Worten beschwert.
Schauen wir beim Volk genauer hin: Das Volk steigert sich immer mehr in die Not hinein. „Ach, dass wir umgekommen wären, wie unsere Brüder umkamen vor dem HERRN!“ (V. 3) In der Gefahr haben sie versucht, ihr Leben zu retten, nun geben sie vor, der Tod wäre damals die bessere Alternative gewesen. Mich erinnert das an eine Episode, die Pastor Wilhelm Busch von einer alten Christin erzählt. Sie seufzte immer: „Ach, wenn ich doch daheim wäre beim Herrn!“ Als sie eines Tages eine Lungenentzündung bekam und ihre Kinder sagten: “Mutter, nun wird dein Wunsch erfüllt, dass du heimgehen darfst“ – da rief sie verzweifelt: „Aber nicht durch diese Lungenentzündung!“ So halten die Israeliten an dem Leben hier auf Erden fest. Sie schimpfen, aber würden nie auf die Idee kommen, zu sagen: Unsere Zeit steht, Gott, in deinen Händen.
Das Volk Israel vergisst in seiner Verzweiflung, dass Gott sie führt. Angesichts des Durstes, der sie plagt, vergessen sie schnell, dass Gott trotzdem alles in der Hand hat. Deshalb machen sie es wie wir, sie suchen einen Schuldigen für ihren Missstand, statt die Situation anzunehmen und zu vertrauen, dass Gott sie im Blick hat.
Die Reaktion von Mose: „Da gingen Mose und Aaron von der Gemeinde hinweg zum Eingang der Stiftshütte und fielen auf ihr Angesicht, und die Herrlichkeit des HERRN erschien ihnen.“ (V.6)
Mose antwortet dem Volk erst einmal nicht. Er zieht sich mit Aaron zurück in die Stiftshütte. Sie fallen auf ihr Angesicht. Sie beten und Gott erscheint ihnen. Das machen die beiden gut. Sie verhalten sich also zunächst vorbildlich. Das können wir von ihnen lernen. Was tun wir, wenn wir angegriffen werden, wenn wir mit Fragen zu unserem Glauben konfrontiert werden, wenn unser Verhalten nicht mit unserem Glauben in Einklang war und wir darauf angesprochen werden? Erstmal innehalten und mit Gott reden. Das hilft.
Was aber geschieht dann? Was macht Mose falsch?
Gott antwortet und gibt genaue Anweisungen für Mose: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh.“ (V. 7 + 8)
„Was tut Mose? „Da nahm Mose den Stab, der vor dem HERRN lag, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen, und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen? Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit dem Stab zweimal. Da kam viel Wasser heraus, sodass die Gemeinde trinken konnte und ihr Vieh.“ (V.9 - 11)
Mose tritt mit Aaron vor das Volk. Er steht vor dem Felsen. In der Hand hält er den Stab. Und dann geschieht es: Er verliert die Nerven. Er redet zum Volk und hält ihm eine Standpauke und zu allem Überfluss schlägt er mit dem Stab auch noch zweimal auf den Felsen. Wenn man den Fokus verliert, tut man nicht mehr, was man tun sollte, sondern wonach einem ist. Mose hat ein intensives Gottesverhältnis. Er weiß genau, was Gott von ihm will, was er zu tun hat. Trotzdem handelt er anders. Es regiert nicht mehr der Geist Gottes in ihm, sondern er handelt nach eigenem Ermessen und Gefühl.
Wie sagt Mose hier: „Werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?“ (V. 10) Sein Problem ist, dass er in dieser Druck-Situation den Unterschied zwischen Gott und sich übersieht, dass er seine Rolle mit der Rolle Gottes verwechselt. Für Wunder ist Gott zuständig, nicht er. Das Wunder vollbringt Gott, nicht Mose und Aaron.
Das tat Mose. Er machte Gott klein. Gott wollte dem Volk zeigen, dass er für sie sorgt.
Übrigens: Unser Text hat eine Vorgeschichte. Schon einmal hat das Volk wegen Wassermangels gemurrt. In diesem Fall hatte Gott Mose befohlen, zweimal mit dem Stab auf den Felsen zu schlagen. In 4 Mose 20 soll er es anders machen. Er soll reden, aber Mose handelt wie früher. Was nach Gottes Weisung früher zum Erfolg führte (an den Felsen schlagen) kann auf einmal nicht mehr dran sein, kann falsch sein, weil Gott etwas anderes möchte (zum Fels reden). Aus der Vergangenheit zu lernen, heißt nicht, immer dasselbe zu tun. Und doch versorgt Gott sein Volk. Obwohl Mose nicht so handelte, wie er sollte, kam doch Wasser aus dem Felsen. Trotz des Aufbegehrens der Israeliten und des Fehlers von Mose empfingen sie das Wasser aus dem geschlagenen Felsen. Das ist die großartige Gnade Gottes!
Ein spannender Einblick in die Geschichte Israels, der Sie und mich mitnimmt in eine der Grundfragen unseres Lebens mit Gott: Bin ich bereit zu hören und zu tun, was Gott mir aufs Herz legt? Mose war nur sehr eingeschränkt dazu bereit, deshalb durfte er nicht in das verheißene Land hineinziehen.
► Mehr Informationen zum Buch 4. Buch Mose:
Autor: Pastor Hartmuth Wahnung
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