"Mistkerle und Hurensöhne“ nennt Donald Trump die Spieler der New England Patriots, die während des Spielens der Nationalhymne ein Zeichen setzen gegen Polizeigewalt und Rassismus, indem sie niederknien. Ihr Körper wird so zum Fanal des Protests. Immer mehr Sportler folgen diesen stummen Schreien inmitten einer wütenden Debatte über Patriotismus. In der Türkei wurde ein junger Mann zur Ikone des Aufstands, weil er stumm dastand, stundenlang, lautlos auf dem Taksim Platz in Istanbul. Unvergessen das "Busenattentat" von drei Frankfurter Studentinnen auf Theodor Adorno 1969 im Hörsaal. Verdammt lang her! Heute ketten sich Menschen in Deutschland an Bahngleise, versperren Zugänge durch Sitzblockaden und besetzen Häuser. Jüngstes Beispiel: Die Berliner Volksbühne. Der Protest richtet sich gegen einen neuen Intendanten, der als neoliberal, als Gentrifizierer, als Event Manager gilt - der einen globalen Kunstzirkel für Yuppies bediene. Immerhin eine Form des friedlichen Protests - aber wie nachhaltig ist der? Was nützt der Einsatz des Körpers in turbulenten Zeiten?