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„Ich hätte sie pflegen müssen, diese Rehe, diese Sprache, diesen meinen Wald, meinen gozd…“ Dieser Auszug stammt aus dem Essay "The ever-living ghost – a new kind of landscape" für den Stefan Feinig 2021 den Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autor:innen nichtdeutscher Erstsprache erhielt. In der Radetzkystrasse 1 spricht der gebürtige Kärntner Autor, Philosoph und Publizist, der mit der slowenischen und der deutschen Sprache aufgewachsen ist, über die in seinem Siegeressay thematisierte Erfahrung des Verlustes beim Spracherwerb. Dabei beleuchtet er, wie sich die Relevanz seiner Erstsprache in verschiedenen Lebensphasen gewandelt hat und was diese Bilingualität für sein literarisches Schreiben bedeutet. Es geht aber auch über die Band of Horses oder die Geschichte hinter seinem slowenisch-deutschen Lyrikband mit dem Titel „374“, der beinahe eine ganz andere Nummer bekommen hätte.
Herzlichen Dank für das feine Gespräch:
Der Schweizer NordSüd Verlag feierte 2021 sein 60-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Herwig Bitsche blickt Frauke Kühn in der Radetzkystrasse 1 in dieser Woche noch ein wenig detaillierter hinter die Kulissen des renommierten Kinderbuchverlags. Dabei erzählt der gebürtige Hohenemser von den besonderen Herausforderungen der Digitalität und wie wichtig es ist, nicht nur die Kinder für Geschichten zu begeistern, sondern vor allem ihre Eltern, die erst entscheiden, welches Kinderbuch es überhaupt bis ins Kinderzimmer schafft. Schließlich geht er der Frage nach, warum nach wie vor viel zu viele Kinderbuchillustrationen in der Schublade verschwinden und wie mehr Sichtbarkeit für diese Kunstwerke geschaffen werden könnte.
Was haben der Regenbogenfisch, das Kaninchen Pauli und der kleine Eisbär Lars gemeinsam? Sie alle erblickten im größten Kinderbuchverlag der Schweiz das Licht der Welt: im NordSüd Verlag. Der gebürtige Hohenemser Herwig Bitsche ist Geschäftsführer des 1961 von Brigitte und Dimitrije Sidjanski gegründeten NordSüd Verlags. Im Gespräch mit Frauke Kühn gibt er in der Radetzkystrasse 1 persönliche Einblicke in die Geschichte des Verlags und erzählt, warum dieser ohne das Bilderbuch „Der Clown sagte Nein“ vielleicht nicht existieren würde. Außerdem verrät er, wie er selbst den Zauber der Bilderbücher entdeckte, inwiefern es wichtig ist, den internationalen Kinderbuchmarkt im Blick zu haben und warum dabei unbändige Experimentierfreude das Maß aller Dinge ist.
Herzlichen Dank für das feine Gespräch:
Verinselung, Verdichtung, Ballungsraum oder auch Weißzone. Die Fachsprache der Raumplanung und eine Bushaltestelle mitten in Hohenems haben Autorin Sarah Rinderer und die Illustratorin Katharina Ralser für ein außergewöhnliches Literaturprojekt im öffentlichen Raum inspiriert. Gemeinsam haben beide in Sprache und Bild über Themen der Raumplanung nachgedacht, die den Schlossplatz in Hohenems betreffen. Entstanden ist eine begehbarer Graphic Novel in der Bushaltestelle, in der Wartende Ortskerne knacken, die Haltestelle zwischennutzen oder auch Sichtbeziehungen knüpfen konnten. In der Radetzkystrasse 1 erzählen Sarah Rinderer und Katharina Ralser von der Auseinandersetzung mit dem Raum, von ihrem künstlerischen Arbeitsprozess und von ihren Lieblingsplätzen auf der Welt, die sie plötzlich mit ganz anderen Augen sehen und verstehen. Die RaumBildGeschichten sind ein Projekt des künftigen Literaturhauses in Kooperation mit der Abteilung Raumplanung und Baurecht des Landes Vorarlberg und mit Unterstützung der Stadt Hohenems.
Hier geht es zu den RaumBildGeschichten
Eine Bushaltestelle mitten in Hohenems war über ein Jahr lang ein ungewöhnlicher Ort für besondere Geschichten. In einer fortlaufenden Serie von RaumBildGeschichten haben sich die Autorin Sarah Rinderer und die Illustratorin Katharina Ralser in Hohenems Zeit genommen, über Raum nachzudenken und dabei Themen der Raumplanung in öffentlichen Interventionen zur Sprache und ins Bild zu bringen. Dafür haben sie eine Bushaltestelle in eine begehbare Graphic Novel verwandelt und im Rhythmus alle vier Monate eine neue Geschichte einziehen lassen. Nach ‚ortskerne knacken‘ und ‚zwischen-nutzen‘ beenden sie die Intervention mit einer Geschichte über sicht-beziehungen. Stefan Obkircher von der Abteilung Raumplanung und Baurecht des Landes Vorarlberg und die Hohenemser Kulturamtsleiterin Elisa Rosegger sprechen in der Radetzkystraße 1 über die Bedeutung von Raumplanung und Stadtplanung und welche Kraft Kunst und Kultur haben können, die Menschen für den öffentlichen Raum ihrer Stadt ebenso wie für die Frage nach dem privaten Raum zu sensibilisieren.
Herzlichen Dank für das feine Gespräch:
Seit fast zwei Jahren begehen die #kommentarkompliz_innen kleine charmante literarische Überfälle im World Wide Web und bringen Literatur dorthin, wo wir sie alle vielleicht am wenigsten erwarten: in die Welt der Social Media. Ob verzaubernd, irritierend oder aufregend, Spielwarenladen, Museum, Restaurant oder Regierung: Die #kommentarkompliz_innen flankieren die unterschiedlichsten Posts auf Facebook oder Instagram, indem sie die Ausgangsposts mit Haikus, Elfchen und anderen Mikro-Texten kommentieren. Neben Autorin und Schreibpädagogin Ruth Schmiedberger, die das Projekt für die Literatur Vorarlberg gemeinsam mit uns durchführt, ist auch Jungautor und Lehrer Simon Ludescher zu Gast. Stellvertretend für die über zwanzig jungen Schreibenden, die inzwischen zu den #kommentarkompliz_innen gehören, erzählt er davon, wie er als #kommentarkomplize in der Mittagspause ins Schreiben kommt, wie die Zeit in die Welt fällt und was eine Kirche und ein Escaperoom gemeinsam haben.
Integration und Widerspenstigkeit – zwei Begriffe, die für die Leiterin des ersten und einzigen österreichischen Frauenmuseums, Stefania Pitscheider-Soraperra, problemlos miteinander einhergehen. Seit 2009 leitet sie das preisgekrönte Museum in Hittisau im Bregenzerwald. Im Gespräch mit Daniela Egger lässt sie in der Radetzkystrasse 1 ihren geschärften Blick für Frauen in unserer Gesellschaft heute über die Literatur gleiten. Dabei streift Stefania Pitscheider-Soraperra auch weibliche Stimmen aus Dänemark, Österreich aber auch aus Afrika, die sie mit Begeisterung liest, weil sie Einblicke in andere Welten eröffnen, die uns auch helfen, zu verstehen, was bei uns vor Ort passiert.
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Jeden Abend um halb acht führt es den weltberühmten Autor James Joyce im Sommer 1932 vom Feldkircher Hotel Löwen an den Bahnhof. Dort wartet er mit seinem Freund und Kollegen Eugene Jolas auf den Orientexpress. Fast blind, legt Joyce die Hände an den Zug und lauscht den Dialogen auf dem Bahnsteig. Tatsächlich finden sich Spuren dieses Rituals in einem der bekanntesten Werke von James Joyce, in Finnegans Wake. Dr. Philipp Schöbi spricht mit Frauke Kühn in der Radetzkystrasse 1 über die Beweggründe, die Joyce 1932 nach Feldkirch führen, und warum ein früherer Aufenthalt in der kleinen Stadt 1915 auf dramatische schicksalshafte Weise über das Schicksal seines Hauptwerkes, dem Ulysses, entschieden hat. Einer der Briefe, die Joyce im Sommer im Hotel Löwen auf hauseigenem Briefpapier verfasst, geht an seinen langjährigen Freund, den Dichter Felix Beran, mit dem er einen der wohl entscheidendsten Momente seines Lebens teilt.
Stelzenfußball, Wanderungen, eine Bettschere und ein Bombenhorn: Dr. Philipp Schöbi lässt in dieser Folge der Radetzkystrasse 1 im Gespräch mit Frauke Kühn ein Jahr aus dem Schülerleben des weltbekannten Krimiautors Sir Arthur Conan Doyle lebendig werden. Als 16-Jähriger verbringt der spätere Vater des Meisterdetektivs Sherlock Holmes ein Schuljahr in der Stella Matutina, dem damaligen Jesuitenkolleg in Feldkirch in Vorarlberg. Zunächst auf Kriegsfuß mit der Mathematik erwacht in ihm hier nicht nur die Freude an besonderen Sportarten, sondern am Ende auch in ersten Ansätzen die Freude an der logischen Schlussfolgerung. Eine Kompetenz, die seiner literarischen Figur Sherlock Holmes später zu Weltruhm verhelfen sollte. Als Teenager in Vorarlberg initiiert er eine Schülerzeitung, die sich jedoch nur weniger Ausgaben erfreuen durfte. In seinen Briefen an seine Mutter Mary, der er aus Feldkirch regelmäßig schreibt, plagen ihn aber recht prosaische Sorgen, z.B. wenn das Taschengeld ausbleibt.
Herzlichen Dank für das feine Gespräch:
Geboren in der kleinen Stadt Feldkirch in Vorarlberg wird Georg Joachim Rheticus als Erwachsener nicht nur einer der renommiertesten Wissenschaftler, sondern ein Weltveränderer. Dr. Philipp Schöbi, Mitglied der Literaturgruppe des Theaters am Saumarkt in Feldkirch, blickt in der Radetzkystrasse 1 mit Frauke Kühn auf den erstaunlichen Lebensweg und die Geschichte des weltbekannten Humanisten. Als 14-Jähriger muss er erleben, wie sein Vater, der damalige Stadtarzt von Feldkirch, zum Tode verurteilt wurde, weil er angeblich mit dem Teufel im Bunde gestanden habe. Dieses Ereignis wird Rheticus prägen auf seinem Weg, der ihn als Gelehrter nach Wittenberg und schließlich zu Kopernikus führte. Nur ein Dokument bezeugt Rheticus' Biographie: ein Brief, den er 1542 an den Feldkircher Stadtamann Heinrich Widnauer geschrieben hat.
Dr. Philipp Schöbi flankiert mit drei historischen Briefen von Georg Joachim Rheticus, Sir Arthur Conan Doyle und James Joyce die aktuelle Ausgabe der PAULA, dem literarischen Begleiter durch die Stadt Feldkirch. Die PAULA, die in ihrer dritten Ausgabe das Medium Brief thematisiert, ist ein Projekt, das wir gemeinsam mit der Stadt Feldkirch durchführen durften.
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