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Der Text aus dem Lukasevangelium, Kapitel 10, den Sie soeben gehört haben, ist stark herausfordernd. Auf der einen Seite hören Sie und ich den vertrauten Satz, „dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind“. Auf der anderen Seite begegnen uns Metaphern, wie der Blitz, der vom Himmel fällt, oder Schlangen und Skorpione. Und ich frage mich, was damit gemeint ist und wofür diese Bilder stehen. Ich lade Sie ein, mit mir den Weg zu gehen, wie ich das früher in der Jungen-Erwachsenenarbeit gemacht habe. Wir haben uns als Zuschauer auf die Tribüne gesetzt und den biblischen Text angesehen wie einen Film. Wer spielt die Hauptrolle, wer tritt auf, was ist der Kern der Geschichte?
In diesem Abschnitt wird von der Rückkehr der 72 Jünger berichtet, die Jesus ausgesandt hatte, um das Evangelium zu verkündigen. Also hat Jesus nicht nur 12, sondern 72 Jünger losgeschickt. Und Sie und mich schickt er auch los.
Sie hatten aber nicht nur einen Verkündigungsauftrag, sondern auch den Auftrag zu heilen. Nun kommen sie zurück und sind begeistert. Sie berichten von ihren Erfolgen. Sie haben im Namen Jesu Dämonen ausgetrieben, haben Zeichen und Wunder getan und waren stolz und voller Freude über die Erfolge, die sie erzielt haben.
Jesus aber lenkt ihren Blick auf eine ganz andere Wahrheit. Man könnte sagen, dass Jesus den Jüngern mit einer bildhaften Erfahrung antwortet: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“. Das ist so ähnlich wie: Da war ich wie vom Blitz getroffen. Oder: Da hat der Blitz eingeschlagen. Und das ist das Bild, das Jesus uns vor Augen führt. Dass das Böse, Satan, der Teufel, das griechische Wort heißt Diabolos, der Durcheinanderbringer, manchmal in unserem Leben einschlägt und alles durcheinanderwirbelt. Wir kennen Menschen, von denen wir sagen: Die sind aus der Spur gekommen. Sie selbst berichten von Einschlägen in ihrem Leben. Oder auch von einem persönlichen Schuldigwerden, weil sie sich haben verführen lassen.
Es wird deutlich, dass Gott und seine Gemeinde die Kraft haben, die Finsternis, die der Satan bringt, zu vertreiben. Jesus versichert den Jüngern, dass er ihnen die Macht verliehen hat, Schlangen und Skorpione zu zertreten und damit die Macht des Feindes, die Macht der Dunkelheit zu überwinden. Aber wofür stehen jetzt Schlangen und Skorpione? Sie stehen für nicht sichtbare Angreifer, die uns zu Fall bringen. Wenn Sie eine Wüstenwanderung planen, dann werden Sie im Vorfeld vor Schlangen und Skorpionen gewarnt, die aus dem Nichts auftauchen und einen angreifen.
Der Kirchenvater Augustinus verglich in seiner Auslegung vom Lukasevangelium den Skorpion mit der Hoffnungslosigkeit der Menschen. Hoffnungslosigkeit löst in uns Dunkelheit aus. Diese mächtigen Bilder, die Jesus benutzt, stehen für den Schutz und die geistliche Kraft und Autorität, die die Jünger in Jesu Namen besitzen. Er macht deutlich und betont, dass sie nichts zu befürchten haben, denn sie stehen unter Gottes Schutz und seinem Segen. Für uns bedeutet das, dass auch wir im Zeugenschutzprogramm Gottes stehen. Der Garant dafür ist Jesus Christus, der uns versprochen hat, bei uns zu sein alle Tage, bis an das Ende der Welt.
Dass die Jünger sich über ihre Erfolge freuen, will Jesus ihnen auch nicht nehmen. Aber er lenkt ihre Aufmerksamkeit weg von den äußerlichen Erfolgen hin zu einer tiefergehenden Freude. Er sagt ihnen, dass sie sich nicht so sehr über die Geister, die sie überwunden haben, freuen sollen, sondern darüber, dass ihre Namen im Himmel verzeichnet sind.
Das ist eine zentrale Botschaft in unserem Text: Unsere wahre Freude sollte von unserer Beziehung zu Gott und unserer Erlösung durch Jesus Christus kommen und nicht von den äußerlichen Taten. Unser Glaube ist ein Beziehungsglaube. Und aus der Beziehung heraus, sagt Jesus zu seinen Jüngern, erwächst euch all die Kraft, die ihr braucht, um evangelistisch, missionarisch und hoffnungsverbreitend unterwegs zu sein.
Jesus betet für die Jünger. Er lobt Gott dafür, dass die Wahrheit seines Reiches nicht den Weisen und Gelehrten, sondern den Unmündigen offenbart wurden. Hier lernen wir die auf den Kopf gestellten Maßstäbe im Reich Gottes kennen. Demütig und kindlich Glaubende erfahren Gottes Offenbarung und Gnade.
Zum Schluss spricht Jesus die Jünger selig und betont, dass sie etwas erleben dürfen, was vielen Propheten und Königen verwehrt war: Die Erfahrung der Gegenwart und das Wirken des Messias. Dadurch hebt Jesus die Einzigartigkeit und das Vorrecht hervor, in dieser besonderen Zeit zu leben und zu dienen.
Wenn ich aus diesem Text etwas für den Tag mitnehme, dann ist es wohl dies: Dass es nicht unsere sichtbaren Erfolge sind, mit denen wir uns häufig rühmen und ins Licht stellen. Es ist die Freude über unsere Beziehung zu Gott und das Heil, das wir in Jesus Christus für unser Leben gefunden haben. Deshalb erinnern wir uns stets daran, dass unsere Namen im Himmel verzeichnet sind und dass diese Wahrheit die Quelle unserer wahren und dauerhaften Freude ist.
Autor: Hartmut Hühnerbein
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By ERF - Der Sinnsender5
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Der Text aus dem Lukasevangelium, Kapitel 10, den Sie soeben gehört haben, ist stark herausfordernd. Auf der einen Seite hören Sie und ich den vertrauten Satz, „dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind“. Auf der anderen Seite begegnen uns Metaphern, wie der Blitz, der vom Himmel fällt, oder Schlangen und Skorpione. Und ich frage mich, was damit gemeint ist und wofür diese Bilder stehen. Ich lade Sie ein, mit mir den Weg zu gehen, wie ich das früher in der Jungen-Erwachsenenarbeit gemacht habe. Wir haben uns als Zuschauer auf die Tribüne gesetzt und den biblischen Text angesehen wie einen Film. Wer spielt die Hauptrolle, wer tritt auf, was ist der Kern der Geschichte?
In diesem Abschnitt wird von der Rückkehr der 72 Jünger berichtet, die Jesus ausgesandt hatte, um das Evangelium zu verkündigen. Also hat Jesus nicht nur 12, sondern 72 Jünger losgeschickt. Und Sie und mich schickt er auch los.
Sie hatten aber nicht nur einen Verkündigungsauftrag, sondern auch den Auftrag zu heilen. Nun kommen sie zurück und sind begeistert. Sie berichten von ihren Erfolgen. Sie haben im Namen Jesu Dämonen ausgetrieben, haben Zeichen und Wunder getan und waren stolz und voller Freude über die Erfolge, die sie erzielt haben.
Jesus aber lenkt ihren Blick auf eine ganz andere Wahrheit. Man könnte sagen, dass Jesus den Jüngern mit einer bildhaften Erfahrung antwortet: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“. Das ist so ähnlich wie: Da war ich wie vom Blitz getroffen. Oder: Da hat der Blitz eingeschlagen. Und das ist das Bild, das Jesus uns vor Augen führt. Dass das Böse, Satan, der Teufel, das griechische Wort heißt Diabolos, der Durcheinanderbringer, manchmal in unserem Leben einschlägt und alles durcheinanderwirbelt. Wir kennen Menschen, von denen wir sagen: Die sind aus der Spur gekommen. Sie selbst berichten von Einschlägen in ihrem Leben. Oder auch von einem persönlichen Schuldigwerden, weil sie sich haben verführen lassen.
Es wird deutlich, dass Gott und seine Gemeinde die Kraft haben, die Finsternis, die der Satan bringt, zu vertreiben. Jesus versichert den Jüngern, dass er ihnen die Macht verliehen hat, Schlangen und Skorpione zu zertreten und damit die Macht des Feindes, die Macht der Dunkelheit zu überwinden. Aber wofür stehen jetzt Schlangen und Skorpione? Sie stehen für nicht sichtbare Angreifer, die uns zu Fall bringen. Wenn Sie eine Wüstenwanderung planen, dann werden Sie im Vorfeld vor Schlangen und Skorpionen gewarnt, die aus dem Nichts auftauchen und einen angreifen.
Der Kirchenvater Augustinus verglich in seiner Auslegung vom Lukasevangelium den Skorpion mit der Hoffnungslosigkeit der Menschen. Hoffnungslosigkeit löst in uns Dunkelheit aus. Diese mächtigen Bilder, die Jesus benutzt, stehen für den Schutz und die geistliche Kraft und Autorität, die die Jünger in Jesu Namen besitzen. Er macht deutlich und betont, dass sie nichts zu befürchten haben, denn sie stehen unter Gottes Schutz und seinem Segen. Für uns bedeutet das, dass auch wir im Zeugenschutzprogramm Gottes stehen. Der Garant dafür ist Jesus Christus, der uns versprochen hat, bei uns zu sein alle Tage, bis an das Ende der Welt.
Dass die Jünger sich über ihre Erfolge freuen, will Jesus ihnen auch nicht nehmen. Aber er lenkt ihre Aufmerksamkeit weg von den äußerlichen Erfolgen hin zu einer tiefergehenden Freude. Er sagt ihnen, dass sie sich nicht so sehr über die Geister, die sie überwunden haben, freuen sollen, sondern darüber, dass ihre Namen im Himmel verzeichnet sind.
Das ist eine zentrale Botschaft in unserem Text: Unsere wahre Freude sollte von unserer Beziehung zu Gott und unserer Erlösung durch Jesus Christus kommen und nicht von den äußerlichen Taten. Unser Glaube ist ein Beziehungsglaube. Und aus der Beziehung heraus, sagt Jesus zu seinen Jüngern, erwächst euch all die Kraft, die ihr braucht, um evangelistisch, missionarisch und hoffnungsverbreitend unterwegs zu sein.
Jesus betet für die Jünger. Er lobt Gott dafür, dass die Wahrheit seines Reiches nicht den Weisen und Gelehrten, sondern den Unmündigen offenbart wurden. Hier lernen wir die auf den Kopf gestellten Maßstäbe im Reich Gottes kennen. Demütig und kindlich Glaubende erfahren Gottes Offenbarung und Gnade.
Zum Schluss spricht Jesus die Jünger selig und betont, dass sie etwas erleben dürfen, was vielen Propheten und Königen verwehrt war: Die Erfahrung der Gegenwart und das Wirken des Messias. Dadurch hebt Jesus die Einzigartigkeit und das Vorrecht hervor, in dieser besonderen Zeit zu leben und zu dienen.
Wenn ich aus diesem Text etwas für den Tag mitnehme, dann ist es wohl dies: Dass es nicht unsere sichtbaren Erfolge sind, mit denen wir uns häufig rühmen und ins Licht stellen. Es ist die Freude über unsere Beziehung zu Gott und das Heil, das wir in Jesus Christus für unser Leben gefunden haben. Deshalb erinnern wir uns stets daran, dass unsere Namen im Himmel verzeichnet sind und dass diese Wahrheit die Quelle unserer wahren und dauerhaften Freude ist.
Autor: Hartmut Hühnerbein
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