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Hat der Verfassungsschutz erst im Jahr 2011 von der Existenz einer Terrorgruppe namens NSU erfahren? Zeugenbefragungen bleiben unbefriedigend, doch das Neonazi-Fanzine "Fahnenträger" und ein "NSU-Brief" sprechen eine eindeutige Sprache./ BR für die ARD und DLF 2021 mit Thomas Schmauser, Florian Fischer u.a.
Wie lange wussten die Sicherheitsbehörden vom NSU? Im Zeugenstand steht unter anderem David P., zum Zeitpunkt der Befragung NPD-Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern und ehemaliger Herausgeber des rechten Fanzines „Weißer Wolf“. In einer Ausgabe vom Frühjahr 2002 findet sich eine Grußbotschaft an den NSU. Doch der Zeuge kann sich an wichtige Details angeblich nicht erinnern. Ähnlich unbefriedigend bleibt die Vernehmung von Torsten A., dem ehemaligen Herausgeber des Neonazi-Fanzines „Fahnenträger“: Torsten A. soll 2002 vom NSU eine Geldspende über 500 Euro erhalten haben. Dieser "NSU-Brief" gilt als das erste Dokument des "Nationalsozialistischen Untergrund". Beide Publikationen lagen nachweislich dem Verfassungsschutz vor.
Der NSU-Prozess nicht als dokumentarisches Hörspiel, aber als gespenstische Groteske, in „Verfahren“ von Kathrin Röggla: https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/verfahren-der-nsu-prozess-als-gespenstische-groteske/1791112
Die Tagebücher der Gerichtsreporter – Grundlage von Saal 101 - sind hier im Überblick: https://www.br.de/nachricht/nsu-prozess/index.html
Was wusste der V-Mann-Führer Temme? In der Beweisaufnahme zum Mord an dem 21-jährigen Halit Yozgat, in dessen Internet-Café in Kassel, tritt ein Zeuge aus dem Verfassungsschutz auf, der zur Tatzeit am Tatort war - und sich selbst verdächtig machte./ BR für die ARD und DLF 2021 mit Thomas Thieme, Michael Rotschopf u.a.
Der ehemalige V-Mann-Führer Andreas Temme, der sich während des Mordes an Halit Yozgat zur Tatzeit am Tatort befunden hatte, wird während des Prozesses sechs Mal gehört und von Richter Götzl intensiv und kritisch befragt. Auf Anträge der Nebenklagevertreter der Familie Yozgat hin werden auch Zeugen aus dem hessischen Landesamt für Verfassungsschutz gehört. Zu einer Reihe von Widersprüchen, in die sich Temme schon bei früheren Vernehmungen verwickelte, gehört, dass er den toten Halit Yozgat, der hinter dem Tresen im Internetcafé lag, angeblich nicht gesehen hatte, als er das Geld für die Internetnutzung auf den Tresen legte. Doch am 296. Verhandlungstag erklärt der Senat Temme überraschend für glaubhaft.
Die Sicht der Opfer nimmt auch der große Doku-Podcast „Rechter Terror“ in den Fokus, angefangen beim Oktoberfestattentat: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Die offizielle Version sagt bis heute: Der NSU war ein Trio. Doch diese Version birgt Widersprüche: Welche Rolle hatte der Verfassungsschutz? Wie groß war der Netzwerk? Planet Wissen geht den Widersprüchen nach. https://www.br.de/mediathek/video/planet-wissen-nsu-das-umfeld-der-rechtsterroristen-av:5d78d7c27c69d4001ac5dfb7
Mehr Informationen zu Saal101 haben wir auf br.de/saal101 zusammengestellt.
Die Autorinnen und Autoren der ARD-Mitschriften aus dem NSU-Prozess 2013–2018: Christoph Arnowski, Tim Aßmann, Mira Barthelmann, Oliver Bendixen, Heike Borufka, Frank Bräutigam, Gunnar Breske, Rolf Clement, Gigi Deppe, Eva Frisch, Marcel Fürstenau, Sebastian Hesse, Paul-Elmar Jöris, Ludwig Kendzia, Ina Krauß, Jana Lange, Julian Löwis von Menar, Thies Marsen, Alf Meier, Hans Pfeifer, Eckhart Querner, Matthias Reiche, Holger Schmidt, Stefan Schölermann, Ayca Tolun, Wolfgang Vichtl, Lisa Weiß
Die Sprecherinnen und Sprecher: Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Florian Fischer, Martina Gedeck, Gonca de Haas, Ercan Karacayli, Barbara Nüsse, Gabriel Raab, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg
Bearbeitung: Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber, Ulrich Lampen
Beratung: Tim Aßmann, Ina Krauß, Holger Schmidt
Besetzung: Andrea Fenzl
Komposition: Jakob Diehl und Sven Pollkötter
Ton und Technik: Susanne Herzig, Marcus Huber, Josuel Theegarten und Gerhard Wicho
Regie: Ulrich Lampen, Regieassistenz: Stefanie Ramb
Redaktion: Katarina Agathos, Katja Huber
Produktion: Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk 2015/2021
2006 ermordete der NSU Mehmet Kubasik und Halit Yozgat, 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter. Angehörige und Kollegen treten als Zeugen und Nebenkläger auf - Kubasiks Tochter Gamze schildert eindringlich, wie die Familie verdächtigt wurde./ BR für die ARD und DLF 2021 mit Barbara Nüsse, Martina Gedeck u.a.
Im April 2006 ermordeten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt kurz nacheinander den 39-jährigen Ladenbesitzer Mehmet Kubasik in Dortmund und den 21-jährigen Halit Yozgat in dessen Internet-Café in Kassel. Eindrücklich schildert Gamze Kubasik, Tochter von Mehmet Kubasik, vor Gericht, wie ihre Familie von der Polizei verdächtigt wurde. Auch die Eltern von Halit Yozgat treten als Zeugen auf. In einer Vernehmungsgegenüberstellung stellt Ismail Yozgat Fragen an den ehemaligen V-Mann-Führer Andreas Temme, der sich zur Tatzeit am Tatort befunden hatte, aber von dem Mord nichts gehört oder gesehen haben will. Das letzte tödliche Verbrechen des NSU ist der Mord an der jungen Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn. Ihr Kollege Martin A., der als Zeuge im NSU-Prozess auftritt, überlebte den Mordversuch schwer verletzt.
Hintergründe, Kontinuitäten zum Rechtsterror in Deutschland von den 1980er Jahren bis heute finden Sie im großen Doku-Podcast „Rechter Terror“: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Das lange Leiden der Opferangehörigen: Die Filmdoku mit Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek – ihr Fazit nach dem Prozess: https://www.br.de/mediathek/video/der-nsu-prozess-und-die-opfer-das-lange-leiden-der-angehoerigen-av:5d4c8131811ac4001aa35232
Die Tagebücher der Gerichtsreporter sind hier nochmal im Überblick: https://www.br.de/nachricht/nsu-prozess/index.html
Auf https://www.br.de/saal101 haben wir weitergehende Infos zu „Saal 101“ zusammengestellt.
War Beate Zschäpe gleichberechtigtes Mitglied im NSU oder eher untergeordnet? Zeuginnen und Zeugen, die das Neonazi-Trio beim Campingurlaub erlebten, beschreiben ihre Eindrücke - für sie brach nach dem Auffliegen des NSU eine Welt zusammen./ BR für die ARD und DLF 2021 mit Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Martina Gedeck u.a.
Während zahlreicher Campingplatz-Urlaube auf der Ostsee-Insel Fehmarn machten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe Bekanntschaft mit mehreren Familien – und schlossen sogar Freundschaften. Vor Gericht beschreiben diese Beate Zschäpe weitgehend übereinstimmend als diejenige, die das Geld der drei verwaltete – das Geld stammte aus den Banküberfällen von Böhnhardt und Mundlos. Zschäpe wird von den Zeugen als gleichberechtigter Teil der Gruppe beschrieben. Für die Bundesanwaltschaft sind dies wichtige Belege für Zschäpes Mitspracherecht innerhalb des Trios.
Kathrin Röggla destillierte aus dem NSU-Prozess eine gespenstische Groteske – für das Hörspiel „Verfahren“: https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/verfahren-der-nsu-prozess-als-gespenstische-groteske/1791112
Begleitend dazu: Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen dem NSU und anderen Taten aus dem Rechtsterror-Spektrum? Dieser Frage – unter anderem – geht die Podcast-Reihe „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte der Gewalt“ nach - https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Hintergründe, offene Fragen, politische Brisanz – alles zum NSU-Prozess finden Sie im Dossier des BR Fernsehens: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/dossiers-und-mehr/dossier-rechter-terror-100.html
Die Autorinnen und Autoren der ARD-Mitschriften aus dem NSU-Prozess 2013–2018: Christoph Arnowski, Tim Aßmann, Mira Barthelmann, Oliver Bendixen, Heike Borufka, Frank Bräutigam, Gunnar Breske, Rolf Clement, Gigi Deppe, Eva Frisch, Marcel Fürstenau, Sebastian Hesse, Paul-Elmar Jöris, Ludwig Kendzia, Ina Krauß, Jana Lange, Julian Löwis von Menar, Thies Marsen, Alf Meier, Hans Pfeifer, Eckhart Querner, Matthias Reiche, Holger Schmidt, Stefan Schölermann, Ayca Tolun, Wolfgang Vichtl, Lisa Weiß
Die Sprecherinnen und Sprecher: Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Florian Fischer, Martina Gedeck, Gonca de Haas, Ercan Karacayli, Barbara Nüsse, Gabriel Raab, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg
Bearbeitung: Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber, Ulrich Lampen
Beratung: Tim Aßmann, Ina Krauß, Holger Schmidt
Besetzung: Andrea Fenzl
Komposition: Jakob Diehl und Sven Pollkötter
Ton und Technik: Susanne Herzig, Marcus Huber, Josuel Theegarten und Gerhard Wicho
Regie: Ulrich Lampen, Regieassistenz: Stefanie Ramb
Redaktion: Katarina Agathos, Katja Huber
Produktion: Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk 2015/2021
2004 ermordete der NSU Mehmet Turgut in Rostock, 2005 Ismail Yasar in Nürnberg und Theodoros Boulgarides in München. In der Beweisaufnahme zum Mordfall Yasar wird eine eklatante Ermittlungspanne deutlich. / BR für die ARD und DLF 2021 mit Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Gonca de Haas u.a
Von Februar 2004 bis Juni 2005 findet die Mordserie des NSU ihre Fortsetzung, mit den Morden an Mehmet Turgut, der in Rostock für seinen Onkel spontan die Öffnung seines Döner-Imbisses übernommen hatte. An Ismail Yasar, der in seinem Döner-Stand in Nürnberg erschossen wird, und an Theodoros Boulgarides, der zwei Wochen vor seinem Tod einen Schlüsseldienst in München eröffnet hatte. Im Gerichtsaal werden die Aufnahmen der Überwachungskamera in der Nähe der Kölner Keupstraße gezeigt. Die Aufnahmen, die Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zeigen, wurden einer Zeugin aus Nürnberg bereits 2006 bei einer Vernehmung zum Mordfall Ya?ar vorgespielt. Damals hatte sie ausgesagt, dass es sich um dieselben Männer handele, die sie ein Jahr zuvor am Dönerstand beobachtet hatte. Die Polizeibeamten hatten ihre Aussage nicht ernst genommen und abgeschwächt.
Kathrin Röggla destillierte aus dem NSU-Prozess eine gespenstische Groteske – für das Hörspiel „Verfahren“: https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/verfahren-der-nsu-prozess-als-gespenstische-groteske/1791112
Auf br.de/saal101 haben wir die weitere Infos zur Entstehung des Dokumentarhörspiels zusammengestellt. Begleitend dazu: Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen dem NSU und anderen Taten aus dem Rechtsterror-Spektrum? Dieser Frage – unter anderem – geht die große Podcast-Reihe „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte der Gewalt“ nach: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Akten wurden vernichtet, der Quellenschutz stand über allem und in den 90ern erhielt etwa der V-Mann Tino Brandt rund 200.000 Euro. Ein Teil davon erreichte offenbar den NSU - Verfassungsschützer zeichnen ein erschreckendes Bild ihrer Arbeit./ BR für die ARD und DLF 2021 Katja Bürkle, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, u.a.
Ein ehemaliger V-Mann-Führer schildert in der Befragung seinen ehemaligen Informanten Tino Brandt als wichtigste Quelle, die umfangreich und wahrheitsgemäß berichtet hat. Warum der Ex-Verfassungsschützer diese Aussage heute noch so trifft, ist schwer nachzuvollziehen: Zentrale Aufgabe von Brandt war, Informationen über den Aufenthaltsort des untergetauchten Trios zu beschaffen. Doch Brandt, der Anfang der 1990er Jahre ganz dicht am Trio dran war, lieferte nicht. Ein Zeuge aus dem engsten Freundeskreis von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe erklärt im Prozess, Brandt habe Geld für die Untergetauchten gespendet. Die umgerechnet 200 000 Euro, die Brandt erhalten haben soll, streitet er selbst in seiner Befragung nicht ab. Offenbar ging ein Teil des Informantenlohns für den V-Mann an die polizeilich gesuchten Neonazis.
Die Tagebücher der Gerichtsreporter – u.a. Grundlage von Saal 101 - sind hier nochmal im Überblick zu finden: https://www.br.de/nachricht/nsu-prozess/nsu-prozess-saalinformationen-ueberblick-100.html
Die offizielle Version sagt bis heute: Der NSU war ein Trio. Doch diese Version birgt Widersprüche: Welche Rolle hatte der Verfassungsschutz? Wie groß war der Netzwerk? Planet Wissen geht den Widersprüchen nach. https://www.br.de/mediathek/video/planet-wissen-nsu-das-umfeld-der-rechtsterroristen-av:5d78d7c27c69d4001ac5dfb7
Mehr Informationen zu Saal101 haben wir auf br.de/saal101 zusammengestellt. Hintergründe und Kontinuitäten zum Rechtsterror in Deutschland von den 1980er Jahren bis heute hat die radioFeature-Redaktion recherchiert – für den Podcast „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte rechtsextreme Gewalt in Deutschland“: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Die Autorinnen und Autoren der ARD-Mitschriften aus dem NSU-Prozess 2013–2018: Christoph Arnowski, Tim Aßmann, Mira Barthelmann, Oliver Bendixen, Heike Borufka, Frank Bräutigam, Gunnar Breske, Rolf Clement, Gigi Deppe, Eva Frisch, Marcel Fürstenau, Sebastian Hesse, Paul-Elmar Jöris, Ludwig Kendzia, Ina Krauß, Jana Lange, Julian Löwis von Menar, Thies Marsen, Alf Meier, Hans Pfeifer, Eckhart Querner, Matthias Reiche, Holger Schmidt, Stefan Schölermann, Ayca Tolun, Wolfgang Vichtl, Lisa Weiß
Die Sprecherinnen und Sprecher: Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Florian Fischer, Martina Gedeck, Gonca de Haas, Ercan Karacayli, Barbara Nüsse, Gabriel Raab, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg
Bearbeitung: Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber, Ulrich Lampen
Beratung: Tim Aßmann, Ina Krauß, Holger Schmidt
Besetzung: Andrea Fenzl
Komposition: Jakob Diehl und Sven Pollkötter
Ton und Technik: Susanne Herzig, Marcus Huber, Josuel Theegarten und Gerhard Wicho
Regie: Ulrich Lampen, Regieassistenz: Stefanie Ramb
Redaktion: Katarina Agathos, Katja Huber
Produktion: Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk 2015/2021
Aussagen belegen: Die rechte Szene wusste anfangs genau über den Aufenthalt von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe Bescheid. Sie half bei der Wohnungsbeschaffung, stellte Dokumente für falsche Identitäten zur Verfügung - und unterstützte mit Geld./ BR für die ARD und DLF 2021 Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme u.a.
Böhnhardt, Mutter von Uwe Böhnhardt, berichtet in der Beweisaufnahme von Geldübergaben bis 1999 und persönlichen Treffen bis 2002. Sie gibt den Behörden eine Mitschuld am Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Zeuge Böhnhardt, Vater von Uwe Böhnhardt, berichtet von erfolglosen Versuchen, die drei zur Rückkehr zu überreden. Tino Brandt, der sieben Jahre lang für den Thüringer Verfassungsschutz arbeitete, schildert während seiner Befragung, wie er Geld an das Trio weitergab.
Die offizielle Version sagt bis heute: Der NSU war ein Trio. Doch diese Version birgt Widersprüche: Welche Rolle hatte der Verfassungsschutz? Wie groß war der Netzwerk? Planet Wissen geht den Widersprüchen nach: https://www.br.de/mediathek/video/planet-wissen-nsu-das-umfeld-der-rechtsterroristen-av:5d78d7c27c69d4001ac5dfb7
Mehr Informationen zu Saal101 haben wir auf br.de/saal101 zusammengestellt. Hintergründe und Kontinuitäten zum Rechtsterror in Deutschland von den 1980er Jahren bis heute hat die radioFeature-Redaktion recherchiert – für den Podcast „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte rechtsextreme Gewalt in Deutschland“: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Ab Mitte der 1990er Jahre werden mehrere Bombenattrappen gefunden. Im Visier des LKA Thüringen: die "Kameradschaft Jena", der auch Mundlos/ Böhnhardt/ Zschäpe angehörten. Bei Durchsuchungen am 26. Januar 1998 werden Beweise gefunden - die drei tauchen unter./ BR für die ARD und DLF 2021 mit Barbara Nüsse, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser u.a.
Rechtsextremistische Aktivitäten gehörten seit Mitte der 1990er Jahre in Jena zur Tagesordnung. Tom T., Mitbegründer der „Kameradschaft Jena“ und Sänger einer Neonaziband, gibt einen tiefen Einblick in die Vorgeschichte des NSU. Auch er berichtet in der Beweisaufnahme, wie Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in SA-ähnlichen Uniformen das KZ Buchenwald besuchten. Ein Kommissar des LKA Thüringen nimmt Stellung zu Ermittlungen, bei denen in Jena mehrere Bombenattrappen gefunden worden waren. Ins Visier gerieten die „Kameradschaft Jena“ und ihr Führungszirkel, zu dem auch Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gehörten. Als die Kriminalpolizei am 26. Januar 1998 mehrere Garagendurchsuchungen durchführte, fand sie weitere Bombenattrappen und entsprechendes Vergleichsmaterial, aus dem sich die Verdächtigen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe ergaben. Noch am selben Tag tauchten die drei unter.
Das Oktoberfestattentat und die NSU-Morde haben mehr gemein als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Manche Gemeinsamkeiten sind beunruhigend: https://www.br.de/nachricht/rechtsaussen/oktoberfestattentat-nsu-rechtsextremismus-100.html
Den Hintergründen zum Oktoberfestattentat ist – für den Podcast „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte rechtsextreme Gewalt in Deutschland“ Anna Bühler nachgegangen – sie hat mit Opfern von damals gesprochen: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Mehr Informationen zu Saal101 haben wir auf br.de/saal101 zusammengestellt.
Die Autorinnen und Autoren der ARD-Mitschriften aus dem NSU-Prozess 2013–2018: Christoph Arnowski, Tim Aßmann, Mira Barthelmann, Oliver Bendixen, Heike Borufka, Frank Bräutigam, Gunnar Breske, Rolf Clement, Gigi Deppe, Eva Frisch, Marcel Fürstenau, Sebastian Hesse, Paul-Elmar Jöris, Ludwig Kendzia, Ina Krauß, Jana Lange, Julian Löwis von Menar, Thies Marsen, Alf Meier, Hans Pfeifer, Eckhart Querner, Matthias Reiche, Holger Schmidt, Stefan Schölermann, Ayca Tolun, Wolfgang Vichtl, Lisa Weiß
Die Sprecherinnen und Sprecher: Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Florian Fischer, Martina Gedeck, Gonca de Haas, Ercan Karacayli, Barbara Nüsse, Gabriel Raab, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg
Bearbeitung: Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber, Ulrich Lampen
Beratung: Tim Aßmann, Ina Krauß, Holger Schmidt
Besetzung: Andrea Fenzl
Komposition: Jakob Diehl und Sven Pollkötter
Ton und Technik: Susanne Herzig, Marcus Huber, Josuel Theegarten und Gerhard Wicho
Regie: Ulrich Lampen, Regieassistenz: Stefanie Ramb
Redaktion: Katarina Agathos, Katja Huber
Produktion: Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk 2015/2021
André K., einer der Hauptakteure der Neonazi-Kameradschaft "Thüringer Heimatschutz", berichtet über die gemeinsame Zeit mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in Jena. Tino Brandt, in den 1990-er Jahren V-Mann, sagt aus: Zschäpe nahm an ideologischen Schulungen teil. / BR für die ARD und DLF 2021 mit Katja Bürkle, Florian Fischer, Thomas Schmauser u.a
Die Aussagen zahlreicher Jugendfreunde und Bekannter, die in der Beweisaufnahme zu Wort kommen, verdeutlichen: Beate Zschäpes, Uwe Mundlos‘ und Uwe Böhnhardts Weltbild entstand nicht im luftleeren Raum. So berichtet André K., enger Vertrauter des Trios und einer der Hauptakteure der Neonazi-Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“, über die gemeinsame Zeit in Jena. Auch Tino Brandt, in den 1990-er Jahren V-Mann der Thüringer rechten Szene, hatte häufig Kontakt zu Beate Zschäpe. Bei seiner Vernehmung schildert er den „Thüringer Heimatschutz“ als ein Forum, in dem diskutiert und abgestimmt wurde. Laut Brandt verfügte auch Zschäpe über Fachwissen in Bezug auf Germanentum und Nationalsozialismus. Mehrere Zeugen und Zeuginnen zeichnen ein Bild von Beate Zschäpe als selbstbewusste und schlagkräftige junge Frau.
Die offizielle Version sagt bis heute: Der NSU war ein Trio. Doch diese Version birgt Widersprüche: Welche Rolle hatte der Verfassungsschutz? Wie groß war der Netzwerk? Planet Wissen geht den Widersprüchen nach. https://www.br.de/mediathek/video/planet-wissen-nsu-das-umfeld-der-rechtsterroristen-av:5d78d7c27c69d4001ac5dfb7
Mehr Informationen zu Saal101 haben wir hier zusammengestellt: https://www.br.de/kultur/saal-101-nsu-prozess-ard-hoerspiel-100.html
Hintergründe und Kontinuitäten zum Rechtsterror in Deutschland von den 1980er Jahren bis heute haben Autor:innen der radioFeature-Redaktion recherchiert. Für den großen Podcast „Rechter Terror – Vier Jahrzehnte rechtsextreme Gewalt in Deutschland“: https://www.br.de/mediathek/podcast/rechter-terror-vier-jahrzehnte-rechtsextreme-gewalt-in-deutschland/848
Auch die Eltern von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt werden gehört: Sie schildern u.a. die politische Einstellung ihrer Söhne. Dem Gericht geht es vor allem darum: In welcher Beziehung standen Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe zueinander?/ BR für die ARD und DLF 2021 mit Ercan Karacayli, Martina Gedeck, Barbara Nüsse u.a.
Auch Familienangehörige der Täter und der Angeklagten, wie die Eltern von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, sowie ein Cousin von Beate Zschäpe, werden im NSU-Prozess gehört. Zeugin Böhnhardt, Mutter von Uwe Böhnhardt, schildert den Lebenslauf ihres Sohnes, die Schullaufbahn, Ausbildungszeit und Arbeitslosigkeit sowie seinen Einstieg in die rechte Szene. Auch Zeuge Mundlos, Vater von Uwe Mundlos, gibt Auskunft über die Beziehung seines Sohnes zu Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt und schildert dessen politische Einstellung. Aus den Befragungen wird ersichtlich, dass sowohl die Eltern Mundlos als auch die Eltern Böhnhardt das Abdriften ihrer Söhne in die rechte Szene mit Sorge beobachtet haben, jedoch nicht aktiv dagegen steuerten.
Kathrin Röggla destillierte aus dem NSU-Prozess eine gespenstische Groteske – für das Hörspiel „Verfahren“: https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/verfahren-der-nsu-prozess-als-gespenstische-groteske/1791112
Die Tagebücher der Gerichtsreporter – Grundlage von Saal 101 - sind hier im Überblick einzusehen: https://www.br.de/nachricht/nsu-prozess/index.html
Auf br.de/saal101 haben wir die weitere Infos zur Entstehung des Dokumentarhörspiels zusammengestellt.
Die Autorinnen und Autoren der ARD-Mitschriften aus dem NSU-Prozess 2013–2018: Christoph Arnowski, Tim Aßmann, Mira Barthelmann, Oliver Bendixen, Heike Borufka, Frank Bräutigam, Gunnar Breske, Rolf Clement, Gigi Deppe, Eva Frisch, Marcel Fürstenau, Sebastian Hesse, Paul-Elmar Jöris, Ludwig Kendzia, Ina Krauß, Jana Lange, Julian Löwis von Menar, Thies Marsen, Alf Meier, Hans Pfeifer, Eckhart Querner, Matthias Reiche, Holger Schmidt, Stefan Schölermann, Ayca Tolun, Wolfgang Vichtl, Lisa Weiß
Die Sprecherinnen und Sprecher: Bibiana Beglau, Katja Bürkle, Florian Fischer, Martina Gedeck, Gonca de Haas, Ercan Karacayli, Barbara Nüsse, Gabriel Raab, Michael Rotschopf, Thomas Schmauser, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg
Bearbeitung: Katarina Agathos, Julian Doepp, Katja Huber, Ulrich Lampen
Beratung: Tim Aßmann, Ina Krauß, Holger Schmidt
Besetzung: Andrea Fenzl
Komposition: Jakob Diehl und Sven Pollkötter
Ton und Technik: Susanne Herzig, Marcus Huber, Josuel Theegarten und Gerhard Wicho
Regie: Ulrich Lampen, Regieassistenz: Stefanie Ramb
Redaktion: Katarina Agathos, Katja Huber
Produktion: Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk 2015/2021
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