Was einmal gesagt wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden. Und wenn es auch nur drei Wörter gewesen sind, von der Kanzlerin zu einem Satz gefügt und vor zwei Jahren in die Welt gesetzt. Solange schwebt nun dieser Satz (ausgesprochen und unausgesprochen) über unserem Land und über denen, die zu uns geflüchtet sind. Zwei Jahre lang ist er immer wieder bekräftigt, bestritten und verteidigt, durchbuchstabiert und abgeklopft, zerpflückt und in der Luft zerrissen worden. Das immerhin haben sie geschafft - die drei Wörter der Kanzlerin. Aber was ist in diesen zwei Jahren tatsächlich geschehen und was nicht? Statt auf die Überschrift sollten wir genau in die einzelnen Kapitel schauen, in die Alltagserfahrungen eines Landes mit Flüchtlingen. Denn falls der Satz der Kanzlerin eine Prophezeiung sein sollte, dann jedenfalls keine, die sich selbst erfüllt.