Nein, natürlich sind unsere finanziellen Sorgen als Autofahrer nicht die bedrohlichste Folge des Drohnenangriffs auf eine saudische Ölraffinerie. Aber sie zeigen, wie schnell diese Folgen im Alltag ankommen könnten: Der Ölpreis könnte massiv ansteigen und die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft endgültig in eine Rezession treiben. Aus dem Krieg im Jemen könnte ein größerer Krieg im Nahen Osten werden. Und der Iran könnte mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln seine Machtposition dort ausbauen. Denn ob nun die jemenitischen Huthi-Rebellen auf eigene Faust angegriffen haben oder auf Anordnung aus Teheran: eine so wirkungsvolle Attacke mit einer relativ billigen Drohne lässt das Potential einer Kriegsführung ahnen, die die klassischen militärischen Machtverhältnisse unterläuft. Der Iran weist die Vorwürfe zurück, hinter der Attacke zu stehen, und lehnt Verhandlungsangebote ab. Donald Trump fällt außer den üblichen Drohungen auf Twitter nichts ein. Sein Außenminister Pompeo spricht von einem "beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung". Aber wie soll sich eine Welt verteidigen, die schon bisher nicht in der Lage war, regionale Konflikte einzuhegen? Haben es die Huthi-Rebellen in der Hand, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen? Dann sollten wir vielleicht doch schnell noch tanken. Oder gleich das Fahrrad wintertauglich machen.