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Kleidertauschbörse: kostenlos Kleider tauschen und sie bei Gefallen behalten – das kann sehr lustig sein. Man kann Neues entdecken, und man kann gut miteinander ins Gespräch kommen. Und nach wie vor gilt: Kleider machen Leute.
Um neue Kleider geht es auch in unserem Bibeltext. Aber von vorn. Paulus hat im Text zuvor beschrieben, wie er um der Verkündigung willen leiden muss; wie er aber mittendrin Kraft bekommt, Hoffnung, Freude, Geduld. Er bekommt sie von der Heimat bei Gott her, wie er schreibt. Er sieht sie noch nicht, aber er erlebt sie schon. Und er sehnt sich danach.
Vielleicht sehnen auch Sie sich nach dieser Heimat. Es ist keine Todessehnsucht. Doch der Wunsch, endlich Gott zu sehen. Bei ihm zu sein. Ungetrübt seine Gemeinschaft zu genießen. Dieses abgetragene, kranke, gebrechliche, zerfetzte Alte einzutauschen in das, was wir alle hier noch nicht sehen, aber das es schon gibt.
Dass diese Sehnsucht erfüllt wird, das steht für einen Christen außer Frage. Wir wissen, schreibt Paulus, es ist dort alles schon vorbereitet. Von Gott. Denn Jesus ist ja von den Toten auferstanden. So werden auch alle Christen mit ihm von den Toten auferstehen. Das können Sie also wissen. Sie werden bei ihm sein. Ohne Zeitbegrenzung. Für immer.
Wenn Sie glauben, vertrauen und sagen: „Gott hat alles für mich getan“, dann dürfen Sie gewiss sein: Sie werden bei ihm sein.
Oder wenn es heißt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – und Sie nehmen das von Herzen an, dann ist das ein Werk des Geistes Gottes in Ihnen. Damit bestätigt Gott: die Heimat ist auch für Sie vorbereitet.
An dieser Stelle möchte ich mit Ihnen noch etwas tiefer in den Text einsteigen. Jesus hat das Gleichnis von der königlichen Hochzeit erzählt. Er spricht von einem Menschen, der zur Hochzeit kommt und bringt sein eigenes Kleid mit. Er hat nicht verstanden, dass er von Gott mit einem Kleid ausgestattet wird. Sprich: Wir Menschen dürfen zu Gott kommen, so, wie wir sind. In unseren Kleidern. Mit unserem Leben. In aller Bedürftigkeit. Nur so erhalten wir das Kleid, das vor Gott zählt. Er schenkt es uns.
Wenn Sie selbst so glauben, dann haben Sie schon ein neues Kleid an: Sie haben Jesus Christus selbst schon angezogen (Gal 3,27), sein Sterben und Auferstehen. Das neue Leben. Sie sind eine neue Kreatur, eine Neuschöpfung (2.Kor 5,17). Das gilt. Das alles wirkt der eine Geist, und es ist Gottes Bestätigung: Sie werden dabei sein!
Der Geist Gottes kann noch so viel mehr in Ihrem Leben wirken, wenn Sie wollen. Je mehr Sie sein Wirken erleben, umso stärker kann und wird Ihre Vorfreude und Ihr Trost sein. Christen sprechen hier von Heilsgewissheit: die Gewissheit, dass Gott schon alles für mich getan hat. Wenn Sie also einmal sterben werden, dann gehen Sie in die Heimat. Es ist alles vorbereitet. Das gilt.
Nun hat sich Paulus die Frage gestellt, wie das im Einzelnen geht, das Sterben und Auferstehen eines Christen. Dabei ist es spannend zu beobachten: Paulus geht davon aus, dass unser Körper bleibt. Da entwischt keine Seele, und nur die Seele hat einen Wert. Nein: Paulus geht davon aus, dass es eine Kontinuität gibt zwischen Christen hier und Christen dort. Vielleicht werden wir uns dort in der Heimat wieder erkennen, wer weiß?
Mit der Kleidertauschbörse ist es schon angeklungen: Was sich für uns ändert, ist das Kleid. Sie haben Jesus Christus angezogen. Richtig. Aber dieses neue Kleid, diese Neuschöpfung lebt noch in dieser Welt. Wir sind noch nicht in der Heimat. Dieses neue Kleid, unser Leben hier, ist daher gezeichnet von Seufzen; von Krankheit, Schmerz, Leiden, Angst, Verletzungen. Wenn unsere Zeit hier in dieser Welt aber zu Ende ist, dann gibt es für jeden Christen ein anderes Kleid. Es ist das Kleid des Auferstehungslebens. Das Kleid, das alles übertrifft und ewig ist. Es ist das Kleid, das uns Jesus durch seine Auferstehung erworben hat. Dieses Kleid überdeckt alles, was vorher war. Von dem abgetragenen, geschundenen, zerrissenen ist dann nichts mehr zu sehen. In der Offenbarung heißt es, dass es kein Leid, kein Geschrei, keinen Schmerz mehr geben wird (Offb 21,4). Die Neuschöpfung gilt. Aber sie ist nun zum Ziel gekommen.
Zum Schluss unseres Abschnitts geht Paulus nochmal einen Schritt weiter. Es geht um die Richterstuhlszene. Wichtig scheint mir: Christen sollen gemahnt sein. Wir sind gerettet; wir sind gerechtfertigt; wir haben ewiges Leben. Ja. Da gibt es kein Aber. Gleichzeitig möchte Gott, dass unser Leben nun auch Auswirkungen hat, für uns selbst und für andere. Ich denke an das Gleichnis von den Talenten, die der Herr jedem seiner Mitarbeiter gibt. Er möchte, dass wir mit diesen Talenten arbeiten und sie nicht ungenutzt liegen lassen.
Oder ich denke an das Gleichnis von der Vergebung. Wir leben als Christen tagtäglich aus der Vergebung. Sind wir nun auch bereit, anderen zu vergeben? Auch ohne dass sie uns zu Füßen fallen? Oder ich denke an die sogenannten Früchte des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld … (Gal 5,21ff). Wir können sie nicht machen. Aber sind Sie und ich bereit, uns hier von Jesus immer wieder infrage stellen und korrigieren zu lassen? Gott möchte uns mit dem Richterstuhl keine Angst machen. Es geht hier nicht um Leben und Tod. Ich finde die Formulierung von Paulus sehr zutreffend, wenn er schreibt: Es soll mir eine Ehre sein, mich zu mühen, Gottes Willen zu suchen und zu tun. Ich liebe ihn doch. Und er liebt mich. So ist das bei Liebenden.
Autor: Pastor Wolf-Dieter Keßler
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By ERF - Der Sinnsender5
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Kleidertauschbörse: kostenlos Kleider tauschen und sie bei Gefallen behalten – das kann sehr lustig sein. Man kann Neues entdecken, und man kann gut miteinander ins Gespräch kommen. Und nach wie vor gilt: Kleider machen Leute.
Um neue Kleider geht es auch in unserem Bibeltext. Aber von vorn. Paulus hat im Text zuvor beschrieben, wie er um der Verkündigung willen leiden muss; wie er aber mittendrin Kraft bekommt, Hoffnung, Freude, Geduld. Er bekommt sie von der Heimat bei Gott her, wie er schreibt. Er sieht sie noch nicht, aber er erlebt sie schon. Und er sehnt sich danach.
Vielleicht sehnen auch Sie sich nach dieser Heimat. Es ist keine Todessehnsucht. Doch der Wunsch, endlich Gott zu sehen. Bei ihm zu sein. Ungetrübt seine Gemeinschaft zu genießen. Dieses abgetragene, kranke, gebrechliche, zerfetzte Alte einzutauschen in das, was wir alle hier noch nicht sehen, aber das es schon gibt.
Dass diese Sehnsucht erfüllt wird, das steht für einen Christen außer Frage. Wir wissen, schreibt Paulus, es ist dort alles schon vorbereitet. Von Gott. Denn Jesus ist ja von den Toten auferstanden. So werden auch alle Christen mit ihm von den Toten auferstehen. Das können Sie also wissen. Sie werden bei ihm sein. Ohne Zeitbegrenzung. Für immer.
Wenn Sie glauben, vertrauen und sagen: „Gott hat alles für mich getan“, dann dürfen Sie gewiss sein: Sie werden bei ihm sein.
Oder wenn es heißt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – und Sie nehmen das von Herzen an, dann ist das ein Werk des Geistes Gottes in Ihnen. Damit bestätigt Gott: die Heimat ist auch für Sie vorbereitet.
An dieser Stelle möchte ich mit Ihnen noch etwas tiefer in den Text einsteigen. Jesus hat das Gleichnis von der königlichen Hochzeit erzählt. Er spricht von einem Menschen, der zur Hochzeit kommt und bringt sein eigenes Kleid mit. Er hat nicht verstanden, dass er von Gott mit einem Kleid ausgestattet wird. Sprich: Wir Menschen dürfen zu Gott kommen, so, wie wir sind. In unseren Kleidern. Mit unserem Leben. In aller Bedürftigkeit. Nur so erhalten wir das Kleid, das vor Gott zählt. Er schenkt es uns.
Wenn Sie selbst so glauben, dann haben Sie schon ein neues Kleid an: Sie haben Jesus Christus selbst schon angezogen (Gal 3,27), sein Sterben und Auferstehen. Das neue Leben. Sie sind eine neue Kreatur, eine Neuschöpfung (2.Kor 5,17). Das gilt. Das alles wirkt der eine Geist, und es ist Gottes Bestätigung: Sie werden dabei sein!
Der Geist Gottes kann noch so viel mehr in Ihrem Leben wirken, wenn Sie wollen. Je mehr Sie sein Wirken erleben, umso stärker kann und wird Ihre Vorfreude und Ihr Trost sein. Christen sprechen hier von Heilsgewissheit: die Gewissheit, dass Gott schon alles für mich getan hat. Wenn Sie also einmal sterben werden, dann gehen Sie in die Heimat. Es ist alles vorbereitet. Das gilt.
Nun hat sich Paulus die Frage gestellt, wie das im Einzelnen geht, das Sterben und Auferstehen eines Christen. Dabei ist es spannend zu beobachten: Paulus geht davon aus, dass unser Körper bleibt. Da entwischt keine Seele, und nur die Seele hat einen Wert. Nein: Paulus geht davon aus, dass es eine Kontinuität gibt zwischen Christen hier und Christen dort. Vielleicht werden wir uns dort in der Heimat wieder erkennen, wer weiß?
Mit der Kleidertauschbörse ist es schon angeklungen: Was sich für uns ändert, ist das Kleid. Sie haben Jesus Christus angezogen. Richtig. Aber dieses neue Kleid, diese Neuschöpfung lebt noch in dieser Welt. Wir sind noch nicht in der Heimat. Dieses neue Kleid, unser Leben hier, ist daher gezeichnet von Seufzen; von Krankheit, Schmerz, Leiden, Angst, Verletzungen. Wenn unsere Zeit hier in dieser Welt aber zu Ende ist, dann gibt es für jeden Christen ein anderes Kleid. Es ist das Kleid des Auferstehungslebens. Das Kleid, das alles übertrifft und ewig ist. Es ist das Kleid, das uns Jesus durch seine Auferstehung erworben hat. Dieses Kleid überdeckt alles, was vorher war. Von dem abgetragenen, geschundenen, zerrissenen ist dann nichts mehr zu sehen. In der Offenbarung heißt es, dass es kein Leid, kein Geschrei, keinen Schmerz mehr geben wird (Offb 21,4). Die Neuschöpfung gilt. Aber sie ist nun zum Ziel gekommen.
Zum Schluss unseres Abschnitts geht Paulus nochmal einen Schritt weiter. Es geht um die Richterstuhlszene. Wichtig scheint mir: Christen sollen gemahnt sein. Wir sind gerettet; wir sind gerechtfertigt; wir haben ewiges Leben. Ja. Da gibt es kein Aber. Gleichzeitig möchte Gott, dass unser Leben nun auch Auswirkungen hat, für uns selbst und für andere. Ich denke an das Gleichnis von den Talenten, die der Herr jedem seiner Mitarbeiter gibt. Er möchte, dass wir mit diesen Talenten arbeiten und sie nicht ungenutzt liegen lassen.
Oder ich denke an das Gleichnis von der Vergebung. Wir leben als Christen tagtäglich aus der Vergebung. Sind wir nun auch bereit, anderen zu vergeben? Auch ohne dass sie uns zu Füßen fallen? Oder ich denke an die sogenannten Früchte des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld … (Gal 5,21ff). Wir können sie nicht machen. Aber sind Sie und ich bereit, uns hier von Jesus immer wieder infrage stellen und korrigieren zu lassen? Gott möchte uns mit dem Richterstuhl keine Angst machen. Es geht hier nicht um Leben und Tod. Ich finde die Formulierung von Paulus sehr zutreffend, wenn er schreibt: Es soll mir eine Ehre sein, mich zu mühen, Gottes Willen zu suchen und zu tun. Ich liebe ihn doch. Und er liebt mich. So ist das bei Liebenden.
Autor: Pastor Wolf-Dieter Keßler
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