ERF Plus - Bibel heute

Speisung mit Wachteln und Manna (1)


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  1. Panik und Zweifel an Gottes Hilfe
  2. Mose und Aaron werden beschimpft; das Volk ist mürrisch. Sie haben gerade eine gute Zeit erlebt in einer schönen Oase. Das hat allen gut gefallen. Wasser, Sonne, Sand und satt. Urlaubsgefühle. Von dort sind sie aufgebrochen, denn es geht ja weiter. Aber das Leben ist nicht immer bequem. Ihre kurze Zeit im neuen Leben in der Freiheit empfinden sie bis jetzt als gut. Doch nun ändert sich vieles. Ursache des Problems ist diese Blickrichtung zurück. Der Alltag wird unerträglich für sie. Haben sie vergessen, dass sie sich in Ägypten fast zu Tode schuften mussten? Haben sie vergessen, die erhöhte Arbeitslast war als Todesurteil für sie geplant? Dennoch denken sie an Ägyptens Fleischtöpfe. Ob es die wirklich gab? Oder ob sie sich eine Illusion aufbauen? Die Unzufriedenheit ist wie ein böser Betrüger. Tatsache ist die grausame Sklaverei. Haben sie in den gut sechs Wochen seitdem das alles vergessen? Mose und Aaron müssen nun als Schuldige herhalten. Die Unzufriedenheit verdreht dem Volk den Blick. Ihr habt uns herausgeführt, um uns hier in dieser Wüste an Hunger sterben zu lassen! Ihr Zweifel erzeugt Panik. So lassen sie sich in den Strudel der Verzweiflung hineinreißen. Sie stellen sich die Frage: werden sie diese Situation überleben?

    1. Gottes gütige Antwort
    2. Brot vom Himmel regnen lassen will Gott. Täglich sollen sie sammeln und zwar so viel, dass jeder genug hat zum Essen. Auch den unterschiedlichen Nahrungsmittelbedarf der verschiedenen Menschen hat Gott berücksichtigt. Ist das nicht ein vorauseilender Anschauungsunterricht? Das Vaterunser enthält Jahrtausende später die gute Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“, genug für jeden an jedem Tag. Das hat Israel erlebt in der Wüste damals. „Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen!“ Und da ist noch eine weitere wunderbare Seite drin:

      Das Sabbatwunder ist eingeplant von Gott. Sie sollen am Sabbath nicht arbeiten, nichts sammeln. Das am sechsten Tag eingesammelte Manna reicht aus für zwei Tage, also auch für den ganzen Sabbath. Das liegt an Gottes Arbeitsweise. Sechs Tage hat er geschaffen in göttlicher Weise. Und siehe, es war sehr gut.

      Am siebten Tag der Schöpfung ruht Gott. Diesen Wochenplan gibt er weiter an sein Volk. Sein Ziel: nach guter Arbeit ist es nötig, Pause zu machen, Ruhe zu haben, Zeit für Gott zu haben.

      Eines kann ich leicht übersehen: Die Israeliten sollten so Gottes Herrlichkeit erleben. Ja, da steht auch warum. Weil Gott das Murren des Volkes gehört hatte. Murren, das will ich kurz erklären: es ist ein Knurren, Meckern, Ärgern, Beklagen, Auflehnen. Gottes Reaktion ist einfach göttlich: statt ärgerlich ermahnend den Zeigefinger zu heben, lässt er Brot vom Himmel regnen. Durch seine Güte will Gott innere Veränderung bei den Menschen schaffen. Ist das nicht erstaunlich, berührend? Er hört das Murren und Knurren und er denkt, das Volk soll mich besser kennenlernen. Am Abend soll es merken: Es war Gott, der uns aus Ägypten herausgeholt hat. Der unsichtbare, gute Gott will sich zu erkennen geben durch Erfahrungen, Erlebnisse, die sichtbar sind. Das NT fragt viel später: weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?

      Praktisch gelebt kann das so aussehen: am Abend dankbar zurückblicken auf den vergangenen Tag. Das ist eine gute Reaktion von uns heute. Ein guter Rückblick auf den vergangenen Tag will ein Teil sein des guten eigenen Abendprogramms.

      Vom Morgen steht da auch noch was. Am Morgen werdet ihr des Herrn Herrlichkeit sehen. Euer Murren hat Gott sehr berührt und betroffen gemacht: Brot die Fülle sollt ihr sammeln in der Frühe. Da geht es aber um etwas mehr als nur um die tägliche Versorgung.

      Gottes Herrlichkeit sollen die Israeliten dabei sehen. Passt das denn zusammen: Brot und Herrlichkeit? Ja, auf alle Fälle! Seine Herrlichkeit, das sind keine großen und gewaltigen Erlebnisse an ganz besonderen Tagen. Nein, seine Herrlichkeit ist die tägliche Erfahrung und Versorgung. Oft sind es kleine Dinge, die Gott schenkt. Ein Beispiel dazu:

      Ich war mal beim Ski-Langlauf und hatte vergessen, mir die Lippen einzucremen. Einen Lippenstift hatte ich auch nicht in der Tasche. Sonnenschein und Schnee verstärken das UV-Licht. Ich fühlte schon, wie die Lippen schmerzten. „O Gott, was soll ich jetzt tun?,“ rief ich. Weit und breit war keiner da, der mich hören konnte. Und was sehe ich da vor mir in der Loipe liegen? Einen Lippenstift – ich nehme ihn und es ist einer mit hohem UV-Schutz-Faktor, scheinbar ungebraucht. Nochmal, wieder recht laut, rief ich: „Danke Herr!“ Das liegt schon 25 Jahre zurück. Ein kleines Stückchen Herrlichkeit, von Gott geschenkt. Glauben sie mir, das bleibt mir unvergesslich. Gottes heilsame Güte!

      Gott kennt unser Herz, er kennt die Unzufriedenheit und auch unsere echten Bedürfnisse. Er hat uns ja geschaffen. Aber, in der Bitte um das tägliche Brot steckt noch so viel mehr drin.

      Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr, euer Gott bin.

      Am Abend kommen Wachteln herauf und unzählige Wachteln bedecken das Lager. Die vielen Vögel kommen einfach so geflogen. Freiwillig, könnte man meinen. Wachteln, die gibt es bis heute. In großen Schwärmen ziehen sie über die Sinaihalbinsel, Ägypten und Nordafrika hin. Der Flug übers Mittelmeer gelingt ihnen nur bei günstigem Wind. Auch bei gutem Wind sind sie ganz erschöpft, wenn sie es geschafft haben, hinüberzukommen. Da werden sie dann einfach mit der Hand gefangen. Jede Menge Fleisch.

      Diese unerwartete Fleischportion hat zwar den Magen der vielen Menschen gefüllt, aber hat diese Sonderzuteilung sonst noch eine Wirkung? Sie hat wohl kaum die Unzufriedenheit der Menschen verändert. Die Vögel kommen. Nur, der Dank der Menschen, kommt der auch? Jedenfalls ist nichts davon aufgeschrieben worden. Wer satt ist, vergisst. Die gelebte Dankbarkeit kann das menschliche Herz verändern.

      Manna und Wachteln haben eine Weile ihren Dienst getan. Die Israeliten wurden satt davon in der Wüste. Aber sie sind trotzdem gestorben.

      Brot vom Himmel ist mehr, in der Bibel heißt es: Wer aber von dem Brot essen wird, das in Jesus, dem Sohn Gottes, zu uns gekommen ist, der wird in Ewigkeit leben. Das Brot des Lebens heißt Jesus. Also – nimm und iss!

       

       

      Autor: Udo Naber

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