Dass die türkisch-islamische Union Ditib ein Ableger des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei ist, war bekannt. Dass die Imame von Ditib als Agenten der Türkei fungieren und Gegner Erdogans in Deutschland ausspähen sollen, ist relativ neu, aber eigentlich nicht verwunderlich. Was darf man erwarten von einem Staat, der religiös aufgestellt ist und sich zunehmend autokratisch ausrichtet? Eine andere Frage ist, ob ein anderer Staat, ob die Bundesrepublik Deutschland, hinnehmen kann, dass eine fremde Macht über religiöse Netzwerke hier spioniert und Gegner der Politik des türkischen Präsidenten direkt oder mittelbar bedroht. Diese Frage stellt sich nun ganz offen, eigentlich hätte sie schon längst beantwortet werden müssen. Nun wird’s aber Zeit!