Die Sonne mag im Osten früher aufgehen als im Westen. Aber in den ostdeutschen Bundesländern hinken Wirtschaft und Wohlstand immer noch deutlich hinterher. Und das werde auch noch eine lange Zeit so bleiben, sagt das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle in einer neuen Studie. Und nicht nur dieser Befund sorgt nun im 30. Jahr nach dem Mauerfall für Stirnrunzeln und Kopfschütteln, sondern auch die Schlussfolgerungen, die die Autoren der Studie daraus ziehen. Aus Quedlinburg werde niemals München werden, sagen sie. Und: Man täte am besten daran, die ostdeutschen Städte zu fördern. Denn zwischen den Städten und nicht zwischen den Landkreisen sei das West-Ost-Gefälle am größten. Aber was ist mit dem Stadt-Land-Gefälle - im Osten wie im Westen? Auch auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik gibt es nicht überall blühende Landschaften. Und doch steht nun (aufgrund der neuen Studie) wieder der Osten als "abgehängt" da. Was seine Attraktivität nicht erhöhen dürfte. Schauen wir also genauer hin. Denn was gleich ist und was ungleich im wiedervereinigten Deutschland, das sollte uns nicht gleichgültig sein.