"Wir sind an einem Punkt angelangt, wo Männer und Jungen benachteiligt werden“, sagt jemand aus dem Büro für "Gender Affairs“. In Jamaika. Dort wird der Internationale Tag des Mannes offiziell begangen, ebenso in anderen karibischen Ländern, in Afrika und rund um die Welt. Motto dieses Jahr: "Positive männliche Rollenvorbilder“, im Vorjahr ging es darum "Männer und Jungen in all ihrer Vielfalt zu feiern“. Den Mann als solchen feiern? Das sind wir eigentlich nicht gewohnt, hier beugt man sich entweder besorgt über den Mann, weil er schon wieder nicht zum Arzt geht und sich so häufig umbringt, oder fordert ihn auf, gefälligst seine "toxische Männlichkeit“ zu hinterfragen. Um Männergewalt und Männergesundheit geht es am Weltmännertag auch, aber weniger herablassend und konfrontativ. Die Idee ist, die Männer in ihrem Alltag als Väter und Arbeitende anzusprechen und ins Gespräch zu bringen. Das ausdrückliche Ziel: die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern zu verbessern und die Gleichstellung zu fördern. Auch bei uns wird natürlich gerne und seit Jahrzehnten über die Krise des Mannes geredet. Ab und zu auch über die realen Probleme von jungen Männern, positive Rollenvorbilder zu finden. Auf der anderen Seite triumphiert der Typ Mann, der sowas nicht nötig hat: das machtbewusste Alphatier. Liegt es am Ende daran, dass die wahre Männlichkeit nicht genug gefeiert wurde?