Ein Herrschaftsgebiet hat der Islamische Staat nicht mehr. Aber die Terrorgruppe lebt noch. Und sie ruft sich regelmäßig durch Anschläge ins Gedächtnis. Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Syriens wurden gerade erst zwei US-Soldaten getötet. Man kann das als eine Botschaft an den amerikanischen Präsidenten verstehen, der behauptet, dass der Islamische Staat "besiegt“ sei. Und dass er deshalb die US-Truppen aus Syrien abziehen werde. Dass der IS keineswegs verschwunden ist, dass seine Ideologie immer noch wirkt, zeigt auch die grausige Ermordung von zwei skandinavischen Touristinnen im marokkanischen Hochgebirge vor Weihnachten. Die mutmaßlichen Attentäter hatten einen Treueeid auf den Terrorpaten geschworen. Und noch immer befinden sich 3000 Jesidinnen in der Hand des IS. Auch die deutschen Sicherheitsbehörden geben keineswegs Entwarnung. Zumal sie selbst Kinder im Visier haben müssen. Und deren Mütter, die mit islamistischen Kämpfern Nachwuchs für den "Heiligen Krieg“ gezeugt haben. Ist der religiöse Furor überlebensfähiger als wir denken?