Urlaub hin, sonstige freie Zeit her! Die Themen gehen Julia und Tom auch im August nicht aus – das Sommerloch ist jedenfalls auch in diesem Jahr für die Entsorgungs- und Recyclingbranche ausgefallen. Ursache dafür ist auch die Aktivität des Gesetzgebers. So schauen die beiden TrashTalker im ersten Teil der aktuellen Folge auf die zahlreichen Stellungnahmen zum Entwurf für das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz. Grundsätzlich kommt die neue Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft und Rohstoffsicherung bei vielen Wirtschafts- und Branchenverbänden gut an – über den richtigen Weg wird allerdings munter gestritten. Es geht unter anderem um chemisches Recycling, Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Produktverbote und dabei natürlich auch mal wieder um Lithiumbatterien. Und weil Gesetzgebung allein noch keinen TrashTalk macht, wird es nach einem kurzen Abstecher zu den neuesten Übernahmen in der Branche auch noch etwas abseitiger. So fördert das aktuelle Niedrigwasser im Rhein neben Müll auch jahrtausendealte „Schätze“ zutage. Im Hamburg verteilte ein Lkw Klärschlamm und Gestank auf der Autobahn und ein in Italien versehentlich entsorgter Lottoschein mit einem Millionengewinn sorgt nach einer ziemlich hartnäckigen Müllsortierung doch noch für ein Happy End.
In der zweiten Hälfte wird es dann ganz praktisch: Oliver Hallstein und Robin Sander von Autorecycling Kempers erklären, was mit einem Fahrzeug passiert, wenn es bei einem professionellen Autoverwerter landet – und warum der moderne Betrieb mit dem klassischen Bild vom Schrottplatz kaum noch etwas gemein hat. Rund 6.000 bis 7.000 Fahrzeuge verarbeitet Kempers jährlich, etwa 70.000 gebrauchte Ersatzteile lagern am Standort in Meppen. Im Gespräch geht es um Demontage und Wiederverwendung, steigende Ersatzteilpreise, Elektroautos und Hochvoltbatterien sowie die neue EU-Altfahrzeugverordnung. Dabei wird auch deutlich, wo es noch hakt: Gebrauchte Hochvoltbatterien könnten für den Markt interessant sein, regulatorische Hürden erschweren aber ihre Wiederverwendung. Und während die Branche über Digitalisierung spricht und Produktpässe herbeisehnt, muss der Verwertungsnachweis heute tatsächlich noch ausgedruckt, von Hand unterschrieben und anschließend wieder eingescannt werden. Willkommen in der Kreislaufwirtschaft 2026.
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