Wie an einer Perlenschnur hängen die Keys am Südzipfel des Bundesstaates Florida, eine fragile Inselgruppe, 160 Kilometer lang. Von Key West aus sind es gerade mal 145 Kilometer bis nach Kuba. Am Wochenende hatte Hurrikan "Irma" mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern die Inselkette erreicht. Weitere Wirbelstürme werden folgen. Das Paradies ist bedroht. Es könnte in nicht allzu ferner Zukunft im Meer versinken. Der Wasserspiegel steigt weltweit. Aber kaum einer der 70 tausend Bewohner der Inseln glaubt daran, zu den Opfern zu zählen. Es wird weiter gebaut, teure Hotels, Golfplätze und Strandhäuser. Der Mythos der Keys scheint langlebiger zu sein als jeder Sturm: In den 1970er-Jahren waren sie ein Refugium für Künstler, Millionäre und Aussteiger. Tennessee Williams, Robert Frost und Ernest Hemingway lebten auf den Keys, die sie literarisch inspirierten. In John Hustons Film "Gangster in Key Largo", der auf den Keys spielt, zieht ein Hurrikan auf. Aus der Fiktion wurden Fakten. Heute kann niemand mehr so tun, als gäbe es keinen Klimawandel.