#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

By Peter Schmitt & Alexandra DerschSportsNewsSports NewsRunning
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#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes episodes

  • Episode 58: Max Heß über Freud und Leidenszeit im Dreisprung
    Gespräch mit dem mehrfachen deutschen Meister im Dreisprung

    In seiner Karriere als Spitzensportler hat er schon viel erlebt. Den größten Erfolg feierte er 2016, als er mit 17,20 Meter Europameister in Amsterdam (Niederlande) wurde, nachdem er zuvor bei der Hallen-WM in Portland (USA) mit 17,14 Metern Silber geholt hatte. Dazu kommen fünf deutsche Meistertitel im Freien und sieben in der Halle.

    Im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk schildert Max Heß (27) aber auch die Schattenseiten des Spitzensports, denn zahlreiche Verletzungen wie ein Schlüsselbeinbruch, ein Außenbandriss im Fuß oder ein Muskelfaserriss haben ihn in der Leistungsentwicklung oft zurück geworfen. Im Olympiajahr 2024 möchte er wieder angreifen und diesmal startet er ganz ohne Verletzung.

    „Ich habe meinen ersten Dreisprung gemacht, ohne das ich wusste, dass es ein Dreisprung ist.“ In einer der schwierigsten Disziplinen der Leichtathletik ist Heß ein Ausnahmeathlet, der sich immer wieder zurückkämpft. „Wenn der Sport Deine Passion ist, dann ist es egal, was passiert, man kommt immer wieder zurück. Als Dreispringer brauchst Du eine gute Technik, eine hohe Geschwindigkeit sowie eine gute Koordination“, nennt Heß die wichtigsten Eigenschaften für einen Dreispringer. Neben dem Sport studiert er Wirtschaftsingeneurwesen an der TU Chemnitz, die Verständnis für den Sport zeigen.

    Trainer Harry Marusch hat ein unfassbares Fachwissen

    Mit Harry Marusch trainiert er seit vielen Jahren und er schätzt seinen Coach ohne Ende: „Herr Marusch besitzt eine sehr hohe Intelligenz was den Dreisprung angeht. Nicht ohne Grund hat er mich und Kristin [Gierisch; Anm. d. Red.] zu tollen Erfolgen geführt. Sein Wissen und sein Gespür für Individualität zeichnen ihn aus. Er ist ein Spitzen-Trainer.“

    Sieben Tage in der Woche wird trainiert und an zwei Tagen gibt es knackige Sprungeinheiten. Gepusht wir er unter anderem durch seine Trainingsgruppe in Chemnitz, in der viele über ihre Leistungsgrenze hinausgehen, weil sie sich gegenseitig anspornen.

    „Konkurrenz halte ich für wichtig auch im internationalen Wettkampf, solange das Starterfeld ausgeglichen ist.“ Hinzu komme mentale Stärke. Er habe zwar keinen eigenen Mentalcoach, jedoch lege er großen Wert auf Fokussierung. „Bei der WM in Budapest musste ich fast eine Stunde auf meinen zweiten Versuch warten. Damit habe ich nicht gerechnet und so etwas darf bei der Qualifikation einfach nicht passieren.“

    Kinder und Jugendliche sollten schon in der Schule mehr Sport treiben

    Grundsätzlich plädiert Heß dafür, dass Leichtathletik und Sport in der Schule eine größere Beachtung finden müssten. „Generell sollten Kinder und Jugendliche mehr Sport treiben. Wenn Kinder in Bewegung sind und den Weg in die Leichtathletik finden ist es gut, da Bewegung an sich tut gut und es hilft dem Nachwuchs.“

    Kritisch sieht er die These, dass sich Erfolg nur über Medaillen definiert. Hier lautet sein Credo: „Wer bei internationalen Höhepunkten Bestleistung anbietet, muss sich nichts vorwerfen." Weihnachten wird er im Kreis seiner Familie verbringen. Silvester feiert er mit Freunden, allerdings eher ruhig, denn 2024 wartet eine anstrengende Saison auf ihn, die er ähnlich erfolgreich wie 2016 absolvieren möchte.

    30 min
  • Episode 57: Majtie Kolberg und die Lehren einer Saison mit Höhen und Tiefen
    Gespräch mit der 800m Läuferin Majtie Kolberg

    2023 war ein besonderes Jahr für Majtie Kolberg. Ein Jahr, in dem sich Träume erfüllten, aber auch verschoben wurden und unterm Strich ganz viel Wachstum steht. In der neusten Folge des DLV-Podcasts #TrueAthletes-TrueTalk spricht die 800-Meter-Läuferin der LG Kreis Ahrweiler über die vielen Lehren, die sie aus diesem Jahr zieht.

    „Es war in der Summe mit Halle und Freiluft einer meiner erfolgreichsten Saisons“, sagt die 23-Jährige und erinnert sich dabei auch an eine Hallen-EM, bei der sie erstmals über alle kompletten Runden einer Meisterschaft an den Start gehen konnte. Der Lohn: Platz acht und die Erkenntnis – für den Kopf sind Meisterschaften mindestens so anstrengend wie für den Körper.

    Im Gespräch lässt sie verschiedene Stationen der Saison Revue passieren und gibt Einblicke, wie sie mit all den unterschiedlichen Emotionen im Saisonverlauf umgehen konnte und was ihr auf dieser Reise geholfen hat. Von locker und leicht im Alleingang unter zwei Minuten in Pfungstadt, von einem Tal der Tränen in Kassel nach dem verpassten Meistertitel und auch dem Vorlauf-Aus bei der Weltmeisterschaft in Budapest (Ungarn)…

    „Früher dachte ich immer, ich kann alles mit mir alleine ausmachen. Aber inzwischen weiß ich, wie gut mir Kommunikation mit anderen Menschen tut. Sei es mit meinem Freund, meinem Trainer oder auch meinem Sportpsychologen.“ In dieser Podcastfolge erzählt Majtie Kolberg außerdem, welche Kniffe ihr in der Verarbeitung guttun, welcher große Traum sie immer weiter antreibt und was sie sich für das letzte Jahr ihrer Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Trainer Leo Monz-Diez wünscht.

    27 min
  • Episode 56: Julian Weber und wie er in Paris unbesiegbar werden will
    Gespräch mit Deutschlands bestem Speerwerfer

    Es gab eine Zeit, da war Julian Weber der Wilde unter den deutschen Top-Speerwerfern. Derjenige, der zwar hart trainierte, aber auch hart feiern konnte. Der Regeneration nicht so wichtig fand. Und der doch eher im Schatten der großen deutschen Namen stand. In dieser Folge erinnert sich Julian Weber (USC Mainz) an diese Zeit. „Das war nicht immer schön, aber ich hätte mir das ein oder andere Mal auch etwas mehr Aufmerksamkeit gewünscht“, erzählt der dreimalige Deutsche Meister. „Umso schöner ist die Zeit jetzt.“

    Die schönste Erinnerung: Natürlich der Europameistertitel in München. „Ich hatte den Wettkampf eigentlich schon abgeschrieben, aber dann ging es plötzlich mit einer gewissen Leichtigkeit“, erzählt der 29-Jährige.

    Regeneration für sich entdeckt

    Ein Gefühl, das der zweimalige WM-Vierte gerne im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen in Paris (Frankreich) abermals erleben möchte. „Ich bin früh wie nie in die Vorbereitung eingestiegen“, sagt Julian Weber. „In diesem Jahr habe ich gemerkt, dass ich eine bessere Grundlage brauche – daraus habe ich für das kommenden Jahr gelernt. Denn ich möchte alles geben, um in Paris unschlagbar zu sein.“

    Ein Schlüssel: Fokus auf eine gute Regeneration. „Da habe ich viel verändert“, sagt Julian Weber und erinnert sich an Zeiten, in denen ihm Party wichtiger war, als eine gute Nachbereitung des harten Trainings. „Heute bin ich deutlich ruhiger, in meinem Zuhause mit meiner Freundin und unseren zwei Katzen angekommen.“ Eine Ruhe, die ihm in Paris den großen Wurf bringen darf.

    29 min
  • Episode 55: Joshua Abuaku über die Geduld und den Erfolg im Hochleistungssport
    Gespräch mit dem Deutschen Meister über 400 Meter Hürden

    36 Jahre nach Harald Schmid ist es einem deutschen 400-Meter-Hürden-Läufer wieder gelungen, in ein WM-Finale zu kommen. Joshua Abuaku (Eintracht Frankfurt) rannte im Sommer in Budapest (Ungarn) auf Platz acht. Zuvor hatte er sich bereits den Titel bei der DM in Kassel gesichert und beendete die Saison beim ISTAF in Berlin mit einer neuen Bestleistung von 48,12 Sekunden.

    Eigentlich kann man vor dieser Leistung nur den Hut ziehen, aber Joshua Abuaku selbst hatte noch mehr gewollt: „Das Einzige, was mir in diesem Jahr gefehlt hat, war eine Bestzeit unter 48 Sekunden. Insgesamt haben wir jedoch gezeigt, dass Deutschland im Sprintbereich mithalten kann.“
    Um Topzeiten zu erreichen, ist viel Geduld und Kampfgeist erforderlich. „Als ich nach Frankfurt gewechselt bin, hat mir Volker Beck gesagt, dass es ein langer Weg werden wird, bis ich ganz oben bin, und er hat Recht behalten“, sagte Joshua Abuaku, der weiß, dass er Volker Beck viel zu verdanken hat, denn er hat sein Potential erkannt.

    Möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen

    Seit März 2023 ist Abuaku Vater einer Tochter, mit der er so viel Zeit wie möglich verbringt. „Ja, ich bin ein Familienmensch und hole mir durch meine Frau und meine Tochter jede Menge Motivation für meine Wettkämpfe.“ Begonnen hat alles mit der Teilnahme an den Bundesjugendspielen. „Ich war zwar nie der Überflieger, aber bei den Bundesjugendspielen war ich immer sehr ehrgeizig.“

    Ursprünglich wollte er gern im Mehrkampf starten, nahm 2012 erstmals bei einer Jugend-DM teil, doch letztlich ist er bei den 400 Meter Hürden gelandet. Hier hat er sich „step by step“ verbessert und ist nun Deutschlands Nummer eins.

    2024 warten Olympische Spiele und die EM in Rom

    Im kommenden Jahr warten mit den Olympischen Spielen in Paris und den Europameisterschaften in Rom gleich zwei Höhepunkte auf ihn. „Es wäre ein Traum, wenn ich bei der EM eine Medaille hole und bei den Spielen das Finale erreiche.“ Vor allem der Rhythmus zwischen den Hürden muss bei den Hürdensprintern stimmen und daran hat Abuaku penibel zusammen mit seinem Trainer gefeilt. „Ich weiß, was ich machen muss und der jeweilige Rhythmus geht bei mir in Fleisch und Blut über.“

    Die Vorbereitung auf die neue Saison hat für ihn schon wieder begonnen. Einen Start in der Halle plant der Frankfurter nicht, dafür wird er nach dem DLV-Trainingslager in Stellenbosch Ende November noch zweimal im kommenden Jahr nach Südafrika zurückkehren, um sich optimal auf die Olympiasaison vorzubereiten. „Ich traue mir zu, den deutschen Rekord von Harald Schmid zu knacken.“ Der liegt seit 1982 bei 47,48 Sekunden.

    33 min
  • Episode 54: Christopher Linke zwischen deutschen Rekorden und Kapitänsamt
    Gespräch mit dem 2-maligen WM-Fünften im Gehen

    13 Jahre ist es bereits her, dass Christopher Linke (SC Potsdam) sein Debüt bei einer internationalen Meisterschaft der Aktiven gab. Viele Erfolge konnte der Geher seitdem feiern, unter anderem eine EM-Medaille, Top Acht-Platzierungen bei WMs und Olympischen Spielen und deutsche Rekorde. Dennoch: Die WM in Budapest (Ungarn) war eine ganz besondere für den 34-Jährigen. „Kapitän der Nationalmannschaft zu sein, ist eine Ehre“, sagt er.

    In der neusten Folge des DLV-Podcasts #TrueAthletes – TrueTalk gibt er Einblicke hinter die Kulissen des Nationalteams während dieser Weltmeisterschaft, in deren Verlauf auch er, trotz zweier deutscher Rekorde und fünften Plätzen, zu harten Fragen Stellung beziehen musste.

    Tiefpunkt wird zum Grundstock des Erfolgs

    Auf dem Weg bis hin zum Kapitän der deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft musste auch Christopher Linke durch so manches Tal gehen. „Als ich bei der WM 2015 als 38. ins Stadion kam, habe ich mich regelrecht geschämt“, erinnert er sich. Ein Tiefpunkt, aus dem er Konsequenzen zog und der heute als Grundstock der folgenden Erfolge gesehen werden kann. Offen und ehrlich berichtet er, wie er Stück für Stück lernte, im Training die Grenzen zu verschieben, immer härter trainierte, um somit im Wettkampf eine neue Leichtigkeit zu finden.

    Zu welchen Trainingsmethoden Christopher Linke und sein Trainerteam hier inzwischen greifen, welcher große Traum noch in ihm schlummert und was ihn nach all diesen Jahren am Spitzensport nach wie vor begeistert – all das verrät Deutschlands bester Geher in der neusten Folge von #TrueAthletes – True Talk.

    43 min
  • Episode 53: Dr. Jörg Bügner über die lange Reise vom Tal auf den Berg
    Gespräch mit dem DLV-Sportdirektor Dr. Jörg Bügner

    Seit sieben Monaten arbeitet Bügner als Sportdirektor beim DLV. Erfahrung sammelte er zuvor bei der Deutschen Triathlon-Union, dem Deutschen Schwimmverband, dem DOSB, als Trainer und promovierter Trainingswissenschaftler. „Ich bin beim DLV auf ein sehr ambitioniertes Team getroffen mit sehr viel Know-how und großer Leidenschaft für den Sport. Dies ist eine Grundvoraussetzung, wenn auch nicht jetzt, dann später Erfolg zu haben. Ich bin hoffnungsfroh, auch wenn wir im aktuell im Tal sind, dass wir wieder auf dem Berg stehen und die Sonne genießen.“

    Zur Kritik nach der enttäuschenden WM in Budapest sagte er: „Ich bin es gewohnt, dass es immer wieder Leute gibt, die von der Seitenlinie aus kommentieren. Ich bin aber total offen für konstruktive Kritik und unterscheide sehr wohl über gut recherchierte Berichte und weniger gut recherchierte Artikel.“ Es habe auch jede Menge guter Impulse gegeben. Wenn es aber abgleite und es persönlich werde, bringe es niemandem etwas. „Man muss sich kritischen Fragen stellen und Veränderungen machen, denn so geht es ja nicht weiter.“
    Bei der kürzlich stattgefundenen Ständigen Konferenz Leistungssport diskutierten 140 Teilnehmer:innen über die derzeitige Situation der Leichtathletik. Für Bügner war es ein Startschuss zum Aufbruch. Man dürfe sich nicht nur Budapest anschauen, denn schon vor einem Jahr habe es ja in Eugene ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis gegeben. Danach gab es im Rahmen der Ideenwerkstätten von November 2022 bis Mai 2023 eine umfassende Analyse von 80 Experten in vielen Handlungsfeldern. „Jetzt gilt es ins Umsetzen zu kommen und Schritte zu gehen. Wir haben ein bisschen die Stunde null. Wir waren uns einig, die Konferenz im Sinne eines Aufbruchs zu sehen wo Strukturen verändert werden.“ Wichtig sei es als Team an einem Strang in eine Richtung zu ziehen. „Ich denke an Zeiträume von sechs bis acht Jahren bis alles greift.“ Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris gelte es vor allem die vielen Krankheitsfälle zu minimieren, um maximalen Erfolg zu erreichen. Die Quelle des Erfolgs ist dabei Athlet:in und Trainer. „Für Olympia 2024 ist für mich wichtig, dass die Richtung stimmt und dann werden wir die ein oder andere Medaille holen. Wir sollten schauen, dass wir eine Trendumkehr hinbekommen“, sagte Bügner mit Blick auf das kommende Jahr.

    41 min
  • Episode 52: Olivia Gürth über ihr Jahr auf der Überholspur
    Gespräch mit der U23 Europameisterin im Hindernislauf

    Es war ein Jahr, das das Leben von Olivia Gürth einmal komplett umgedreht hat. Trainerwechsel, Umzug, U23-Europameisterin und auf einmal mitten drin im WM-Finale. „Ganz schön viel. Ganz schön schnell“, resümiert Olivia Gürth in der aktuellen Folge des DLV-Podcasts #TrueAthletes – TrueTalk. Aber vor allem eins: Schön. Denn dieses Jahr bescherte der 21-Jährigen gleich mehrere Erinnerungen, die sie mitnehmen wird in ihre weitere Karriere.

    Da war der Titel bei den U23-Europameisterschaften. „Den Moment, in dem ich als Erste ins Ziel gelaufen bin – das war sehr emotional für mich.“ Und nur wenige Wochen später war sie mitten drin im WM-Finale. „Daran hatte ich zu Beginn des Jahres nicht im Traum gedacht“, gesteht sie. Im Podcast nimmt sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in ihre Gedanken und erzählt von ihrer Reise, die sie bis zu diesem Punkt gebracht haben.
    Ein Erfolgsfaktor: Die Zusammenarbeit mit Trainer Wolfgang Heinig, zu dem sie vor einem Jahr wechselte. „Anfangs war es für beide Seiten ein Austesten, ob das klappt, ob das passt.“ Warum es so gut passt, warum die neuen Reize direkt in diese Leistungsentwicklung mündeten und wohin die Reise nun gehen darf – auch das ist Teil der neuen Podcast-Folge.

    29 min
  • Folge 51: Manuel Sanders und sein Lauf in neue Sphären
    Gespräch mit Deutschlands schnellstem 400m-Läufer

    Schneller und immer schneller – so lässt sich die bisherige Saison von 400-Meter-Läufer Manuel Sanders (LG Olympia Dortmund) wohl am einfachsten zusammenfassen. Mit 45,24 Sekunden ist der 25-Jährige inzwischen vorgerückt auf Platz 17 der Ewigen Deutschen Bestenliste. Es ist die schnellste Zeit eines Deutschen über die Stadionrunde seit 19 Jahren. Damals, 2004, war es Europameister Ingo Schultz, der mit 45,07 Sekunden schneller war als Sanders in der aktuellen Saison.

    In der aktuellen Folge spricht Manuel Sanders über die Bedeutung dieser Zeiten und über die Querverbindung zu Ingo Schultz, der wie er bei Thomas Kremer trainierte. „Thomas hat das richtige Auge“, sagt Manuel Sanders und verrät, wie auch das richtige Umfeld in Dortmund ihm geholfen hat, die aktuelle Leistung abzurufen und auch er sich über die Jahre verändert hat – hin zu dem professionellen Athleten, der er heute ist.
    Doch zur aktuellen Erfolgsgeschichte gehören eben auch die Momente, in denen er gelitten hat. Wie etwa 2019, als er aufgrund einer Schambeinentzündung nur im Wasser trainieren konnte – noch heute erinnert ihn ein Bild von Box-Legende Muhammad Ali in seiner Wohnung an diese Zeit. „Damals hätte ich niemals gedacht, dass ich heute hier stehe. Aber ich habe mich regelrecht durchgeboxt.“
    An diesem Wochenende geht Manuel Sanders als Favorit auf den Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel an den Start. Es könnte sein dritter Deutscher Meistertitel werden.

    33 min
  • Folge 50: Christian Schenk und der Einsatz für gelebte Inklusion
    Gespräch mit dem Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk

    In einer weiteren Podcast-Folge von #TrueAthletes – True Talk haben wir uns mit dem Zehnkampf-Olympiasieger von 1988 Christian Schenk unterhalten, der in seiner erfolgreichen Karriere neben dem Olympiasieg auch Bronze bei der EM 1990 in Split (ehem. Jugoslawien) und bei der WM 1991 in Tokio (Japan) feiern konnte.

    In seiner aktuellen Funktion als Para-Trainer liegt Christian Schenk das Thema Inklusion besonders am Herzen, zurzeit fiebert er bei Wettkämpfen der Special Olympics in Berlin vor allem bei der Leichtathletik mit. Darüber hinaus hat er sich om Podcast aber auch über den neuen Deutschen Rekordhalter im Zehnkampf* Leo Neugebauer (LG Leinfelden-Echterdingen) geäußert.

    „Wow, 6.836 Punkte. Was für ein Ergebnis. Leo hat eine ähnliche Figur wie Jürgen Hingsen und er ist extrem selbstbewusst und jung“, sagte Christian Schenk, der sich über das Ergebnis des Youngsters gefreut hat. Vier Punkte war Neugebauer am Ende besser als Hingsen, der 39 Jahre den deutschen Rekord inne hatte.

    Mit 23 Jahren Olympiasieger

    Christian Schenk, der im Alter von 23 Jahren den Olymp von Seoul 1988 bestiegen hatte, studierte nach seiner sportlichen Karriere Medizin und Publizistik in Mainz. Nach einem kurzen Engagement beim ZDF verließ er den medialen Weg dann allerdings wieder. Sein Weg ging dabei nicht immer nur nach oben, sondern er war aufgrund einer bipolaren Störung auch ganz unten, was er in seinem Roman „Riss“ verarbeitet hat.

    Inzwischen setzt sich der Zehnkampf-Olympiasieger als Para-Trainer mit dem Rostocker Verein allinklusiv e.V. in der Leichtathletik vor allem für Inklusion ein. „Ich betreue Menschen von 15 bis 55 und es macht mir wahnsinnig Spaß. Da überspringt zwar keiner 2,20 Meter, aber dafür 1,05 Meter und ich freue mich, wenn er sich auf 1,08 Meter verbessert.“

    Inklusion heißt ganz einfach nicht ausgrenzen

    Bei den Special World Games in Berlin sind auch Leichtathletinnen und -athleten dabei, und Schenk fiebert mit. „Inklusion heißt für mich ganz einfach nicht ausgrenzen. Auch hier gibt es noch jede Menge zu tun, denn oft verstehen die Leute nicht, was Inklusion bedeutet. Vielleicht benötigt man sogar ein völlig neues Wort.“ Grundsätzlich müsse man aber geschlossener bei Veranstaltungen im Inklusions-Bereich auftreten.

    Der Leichtathletik empfiehlt er vor allem in der Halle noch mehr Innovationen zu testen, um medial besser in den Fokus zu rücken. Und wenn es darum geht jungen Sportlern Tipps für den Weg in den Leistungssport zu geben, dann verweist er zu Recht auf gutes Networking. Sein Inklusions-Festival in Rostock findet vom 24. bis 26. August mit dem Titel „Gemeinsam – das Festival für alle“ statt. Dabei geht es nicht nur um Sport, sondern auch um Themen aus dem Bereich Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft.

    32 min
  • Folge 49: Fabienne Königstein und die Vereinbarkeit von Sport und Familie
    Gespräch mit der besten deutschen Marathonläuferin des Jahres

    Nach dem Hamburg Marathon ging ein Raunen durch die Laufszene und darüber hinaus, denn das eine Frau nur neun Monate nach der Geburt ihres Kindes so leistungsstark und eben auch stark wie nie sich im Leistungssport zurückmeldet – das ist außergewöhnlich. Im DLV-Podcast #TrueAthletes-TrueTalk ordnet Fabienne Königstein ihre Leistung ein, spricht über ihre Schwangerschaft und ihren Weg zurück in den Wettkampfsport. „Es gibt da keine Blaupause. Ich habe gelernt, sehr in meinen Körper hineinzuhören.“

    Doch auch in ihrem neuen Leben als Mama und Leistungssportlerin ist die Mannheimerin weiterhin aktiv als Athletensprecherin im DOSB und hat da auch das Thema der Vereinbarkeit von Sport und Familie im Blick. „Es fehlt noch an Ansprechpartnern“, sagt Fabienne Königstein. Sie macht sich für den gesamten deutschen Sport stark für ein Netzwerk, dass sowohl Athletinnen als auch Trainern in der Schwangerschaft unterstützend zur Seite steht und auch nach der Geburt Hilfsangebote schafft, um Leistungssport und Familie gut zu vereinen.
    Im Podcast spricht Fabienne Königstein zudem über ihre weiten Pläne, Ziele und wie die Familie ihr Leben mit Kind sortiert und welche Wege für sie bislang gut funktionieren.

    33 min

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