
Sign up to save your podcasts
Or


Es war mehr als nur eine Randnotiz, als Jolanda Kallabis (FT 1844 Freiburg) Anfang des Jahres bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund überraschend zum Titel über 800 Meter lief. Es war ihre Art zu laufen, ihr gesamtes Auftreten, gepaart mit der Tatsache, dass sie einen Tag zuvor erst 18 Jahre alt geworden war, der viele in Staunen versetzen. In der Helmut-Körnig-Halle den Titel zu holen, das war auch für die Athletin selber der bislang emotionalste Moment ihrer noch so jungen, aber dennoch schon so erfolgreichen Karriere: „Ich bin bei den Erwachsenen angekommen“, sagte Jolanda Kallabis selber in der neusten Folge des DLV-Podcasts.
Wenn Carlo Thränhardt heute noch Leichtathletik guckt, dann interessiert er sich nach wie vor am meisten für den Hochsprung, über den er sagt: „Du musst schon ein bisschen bescheuert sein, wenn du sehr hoch springen willst, und brauchst Besessenheit.“
Auch wenn es bei ihm immer sehr locker aussah, hat Thränhardt zu seiner aktiven Zeit viel trainiert. „Die Lockerheit habe ich mir hart erarbeitet, denn nur so kannst du in der Weltspitze bestehen und im Wettkampf locker bleiben.“ Zweimal täglich, insgesamt bis sechs Stunden, war sein damaliges Trainingspensum.
Die unglaubliche Geschichte mit Charly Eierkaufer
„Ein Mann namens Charly Eierkaufer von Puma hat mich damals gesehen und mir einen Ausrüstvertrag gegeben. Da waren die anderen schon alle von Kopf bis Fuß gebrandet, und ich bin zu diesem Zeitpunkt noch in Turnschuhen gesprungen", blickt der Deutsche Rekordhalter zurück.
Von Dragan Tancic zu unglaublichen Höhen motiviert
Thränhardt interessierte sich immer mehr für Höhen als für Medaillen, was ihm letztlich zwei DM-Titel, fünf Medaillen bei Hallen-Europameisterschaften – darunter 1983 Gold – sowie EM-Bronze 1986 und zwei Olympia-Teilnahmen (1984, 1988) mit Resultaten in Top Ten einbrachte. Sein Motto lautete damals: „Jeden Tag höher springen.“ Selbst als Senior sprang er noch über 1,90 Meter, was in der M55-Klasse Weltrekord bedeutete.
„Angepasst zu sein, hat mich immer gelangweilt“
Nicht immer stand Carlo Thränhardt auf der Sonnenseite des Lebens: So musste er sich 2017 einer Notoperation unterziehen, und zwei Jahre später starb seine erste Frau im Alter von nur 49 Jahren. Trotzdem plädiert der Vater von zwei Kindern für Optimismus im Leben, denn dazu gebe es keine Alternative.
Noch oft ist er in Sachen Sport mit Vorträgen unterwegs. Gerade erst hat er einen Film über Alexander Zverev gedreht mit dem Titel „Der Unvollendete“. Thränhardt begleitete den Tennisstar mit einer Langzeit-Doku ab dem Zeitpunkt, als er sich in Paris bei den French Open schwer verletzt hatte.
Im Juli wird Carlo Thränhardt 66, und auch wenn er sich gewünscht hätte, 20 oder 30 Jahre lang 50 zu sein, sprüht er vor Vitalität und bleibt eine Hochsprung-Legende mit Bodenhaftung.
Es war ein Sprung wie eine Befreiung. Beim Hallenmeeting in Weinheim verbesserte Christina Honsel (TV Wattenscheid 01) in diesem Winter ihre Hallen-Bestleistung gleich um sieben Zentmeter und blieb mit 1,98 Metern nur knapp unter den magischen zwei Metern. „Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, erinnert sich die 25-Jährige, die in diesem Winter die bislang beste Hallensaison ihres Lebens hinlegte.
Der Traum von Olympia 2024 in Paris (Frankreich) bestimmt sein sportliches Streben: „Mein persönlicher Plan war immer 'Horizont 24'. Was dann ist, weiß ohnehin keiner“, sagt Thomas Röhler (LC Jena). Der 31-jährige Speerwerfer spricht im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk über sein Training, seine Teamarbeit mit Coach Harro Schwuchow, über die Voraussetzungen, die man mitbringen muss, wenn man Speerwerfer werden will – und über das größte Wunder seines bisherigen Lebens.
Dass er jetzt wieder positiv nach vorne blickt, liege unter anderem an seiner Geduld. Drei Wurfeinheiten in der Woche stehen derzeit auf dem Programm. Dazu kommen zahlreiche Übungen zur Regeneration und das Feilen an seiner Anlaufgeschwindigkeit. Für sein Comeback arbeitet Thomas Röhler hart, denn durch die langjährige Verletzung muss er viel aufholen.
Sein Meeting in Jena, das JenJavelin Festival, muss aufgrund seiner Olympiapläne erst einmal ruhen, aber er betont: „Kleine Wurfabende wird es weiter in Jena geben, und was die Zukunft betrifft, ist das Meeting ja nicht gestorben. Es hat inzwischen eine Größe angenommen, die ich vom Schreibtisch aus nicht mehr leisten kann.“
Nach wie vor ist Röhler die Stimme der Athletinnen und Athleten wichtig, Deshalb hat er nach seinem Sitz bei World Athletics in der Athletenkommission jetzt die Aufgabe bei European Athletics übernommen. „Die Stimme der Athleten ist ein wichtiger Teil des Ganzen und muss hörbar sein.“
Auch beim aktuellen Projekt „Ideenwerkstätten“ des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ist Thomas Röhler einer von 80 Stakeholdern, der aktiv mitarbeitet, um mit einer verbesserten Struktur künftig mehr Erfolg zu haben. Nicht alles müsse sich ändern. Der Kern soll erhalten bleiben. Wichtig sei es, die junge Generation zu erreichen und die Wissenschaft in dem strukturierten Prozess miteinzubeziehen, lautet sein Credo.
Um auch künftig gute Speerwerfer zu entwickeln, brauche es Talente, die koordinative Fähigkeiten wie einen Schwamm aufsaugen: „Zu unseren Haupt-Trainingsmitteln gehören Hanteln und der Medizinball.“
Inzwischen hat Röhler gutes Zeitmanagement gelernt, denn ganz wichtig ist ihm die Zeit mit Sohn Theodor und seiner Frau Lucia. Er ist eigens aufs Land gezogen, um mit seiner Familie die Natur zu genießen, und er ist seiner Frau dankbar für das Verständnis, dass er oft über 250 Tage im Jahr unterwegs ist. Wenn er einmal nicht mit Speerwerfen beschäftigt ist, angelt er gerne und hört gerne Podcasts zu Finanztipps. Die Geburt seines Sohnes Theodor im Juli 2020 bezeichnete er als „das größte Wunder seines Lebens“.
Aktuell bereitet sich Thomas Röhler auf die Saison 2023 vor. Nach einem guten Trainingslager auf Lanzarote sind jetzt erst einmal mehrere Einheiten in Jena geplant, um dann Schritt für Schritt Wettkämpfe zu bestreiten. Zu seinem Trainer Harro Schwuchow, mit dem er schon viele Jahre zusammenarbeitet, hat er blindes Vertrauen: „Harro ist sehr feinfühlig. Er erkennt den Menschen hinter dem Athleten und wir arbeiten im Team zusammen.“
Eine neue Folge des Podcasts erscheint ein- bis zweimal im Monat und ist über die Streaming-Dienste iTunes und Spotify abrufbar. Reinklicken, anhören und abonnieren.
Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) hat in ihrem Leben im Leistungssport schon so viel erreicht. Internationale Medaillen, Titel, Anerkennung. Aber eben auch die Tiefs, Verletzungen, Enttäuschungen. Nun steht die 30-jährige Hindernisläuferin vor einem ganz neuen Abenteuer. In rund zwei Monaten wird sie Mama einer Tochter. Ein ganz neuer Lebensabschnitt, verbunden mit ganz viel Vorfreude, aber auch Fragen.
Aktive Babypause
Gesa Krause gibt Einblicke in ihren Alltag, in die Art und Weise, wie sie den Sport bis heute noch in ihren Alltag einbaut, wie sie mehr und mehr lernte, sich und ihrem Körpergefühl zu vertrauen. „Ich durfte lernen, dass es auch mal okay ist, weniger zu machen.“
Sprinterin Lisa Mayer gehört seit Jahren zu den schnellsten Frauen des Landes. 2016 holte sie Bronze bei der EM, stand im Halbfinale der Olympischen Spiele über 200 Meter und wurde danach jahrelang von Verletzungen ausgebremst. Seit 2016 gab keine Saison, durch die Lisa Mayer verletzungsfrei durchgekommen wäre. Im DLV-Podcast #TrueAthletes-TrueTalk geht sie auf Zeitreise und nimmt die Zuhörer mit in diese schwierige Zeit, mit den Tiefpunkten der EM-Absage 2018 im eigenen Land und der Abreise aus dem Pre-Camp der Olympischen Spiele 2021. „Das war der schlimmste Moment.“
Nicht nur im Laufbereich auch im Gehen haben die Athlet:innen gezeigt, dass sie international mithalten können. So holte Saskia Feige bei der EM in München über 20 Kilometer Bronze und Christopher Linke sicherte sich Silber über 35 Kilometer Gehen. Nicht zu vergessen die Silbermedaille von Jonathan Hilpert bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio über 50 Kilometer Gehen.
Internationale Trainingsgruppen gut für die Leistung
„Ein Erfolgsgeheimnis liegt sicherlich darin begründet, dass einige sich internationalen Trainingsgruppen angeschlossen haben, ohne eigene Wege zu verlassen“, sagte Klein, der ungern jemanden explizit hervorheben möchte. Zwei Ausnahmen macht er trotzdem mit Konstanze Klosterhalfen und Gesa Krause. „Konstanze ist ein ganz besonderer Mensch mit unwahrscheinlich viel Potential. Wir werden mit ihr noch viel Freude haben. Und auch wenn Gesa Krause in diesem Jahr nicht dabei ist, weil sie ein Kind bekommt, ist sich Klein sicher: „Gesa war und ist immer ein Erfolgsgarant. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie kommendes Jahr wieder stark zurückkommen wird und drücke ihr jetzt erstmal die Daumen, dass bei der Geburt ihres ersten Kindes alles gut geht.“
Die Kompetenzteams weiter ausbauen
Fest integriert in die Trainingspläne sind auch psychologische Workshops, denn Psychologie ist inzwischen ein fester Bestandteil der Leistungsentwicklung ebenso wie die Ernährungsberatung eine große Rolle spielt. Anfang 2021 hat Klein das Amt von Thomas Dreißigacker übernommen und ihm ist es besonders wichtig, dass die Kompetenzteams weiter ausgebaut werden. Mit großem Erfolg ist dies im Bereich Gehen durch Professor Dr. Dr. Karsten Holländer gelungen. Und nicht minder wichtig ist ihm der internationale Austausch. „Erstmals werden wir im Herbst 2023 einen großen Eröffnungslehrgang abhalten plus einer Laufkonferenz mit international hochkarätigen Referenten“, sagte Klein in der neuesten Podcast-Folge von TrueAthletes -TrueTalk, die ab sofort bei spotify, you tube, oder auch bei leichtatheltik.de zu hören ist.
Junge Leute, die in den Jahren 1995 bis 2015 geboren sind, wachsen digital auf mit einem „Digital first-Mindset“ und sind die Ersten, die komplett in der digitalen Welt groß geworden sind. Gerade im Spitzensport ist die Kommunikation bei der Generation Z eine Herausforderung für die Trainer:innen.
„Statt über sie zu reden, ist es wichtig, mit ihnen zu reden und zuzuhören. Die Menschen müssen abgeholt werden. Kommunikation und Information darf dabei keine Einbahnstraße sein, sondern Hol- und Bringschuld ist gefragt“, sagte Dr. Burkhart.
Gerade was die Kommunikation betrifft, reicht es eben nicht nur einmal per Mail oder Whats-App zu kommunizieren, sondern es muss immer wieder am besten das ganze Jahr über kommuniziert werden, um die jungen Menschen im Kern zu erreichen, „da sie durch Informationen aus dem Internet überflutet werden und so die Informationen des Trainers nur schwer ankommen“.
Digital und analog verschmilzt
Die Generation Z teilt sich auf in freiheitsliebende Personen und in Personen, die wieder mehr Sicherheit suchen. „Für Führungskräfte im Spitzensport bedeutet es, Trainer müssen charismatische Führungskräfte sein, die sich für die Menschen interessieren und nicht nur für den Sport,“ so Dr. Burkhart. Gerade die digitale Konnektivität ermöglicht es den jungen Sportler:innen, selbstständig zu sein, Geld als Influencer:innen zu verdienen oder Macht durch Social-Media auszuüben.
„Die Generation Z lebt in einer hybriden Welt. Digital und analog werden immer mehr verschmelzen. Ein Training könnte somit zunächst mit einer Achtsamkeits-Übung starten, bei der das Handy nicht in Reichweite ist“, sagte Dr. Burkhart. In Puncto Autorität müssten sich die Trainer ebenfalls umstellen. Autorität wird im Sport immer wichtig sein, um Erfolg zu haben, funktioniert aber als Alleinstellungsmerkmal nicht mehr. Klar sei: Autorität, so wie früher, reiche bei der Generation Z allein auf keinen Fall, um das Ziel erfolgreich zu erreichen.
Wer sich intensiver über die verschiedenen Generationentypen von Baby-Boomer, Generation Y oder Generation Z und Alpha, informieren möchte, dem empfiehlt Dr. Burkhart ihr Buch: „ Die Spinnen, die Jungen“ oder Vorträge von Professor Dr. Wolfgang Jenerwein zum Thema auf Youtube .
Christina Hering war in den vergangenen Jahren eines der prägenden Gesichter für die Europameisterschaften in München. Die Lokalmatadorin, die inzwischen 14-fache Deutsche Meisterin, seit 2016 bei nationalen Titelkämpfen ungeschlagen vor ihrer Heim-EM – diese Geschichte begleitete die heute 28-Jährige in den vergangenen zwei Jahren egal wohin sie kam.
Traum vom WM-Finale nicht nur über 800 Meter
Doch plötzlich war diese EM Geschichte. „Ich bin direkt nach der EM erstmal in den Urlaub gefahren, weit weg und habe dort erst gemerkt, dass die letzten Jahre doch eine Belastung waren. Ich musste dringend abschalten. Aber mir war auch bewusst, ich muss mich irgendwann damit beschäftigen, wie es weiter geht.“ Als sie dann rund fünf Wochen nach der EM wieder in München, wieder im Olympiastadion stand, wusste sie die Antwort: „Es war ein anderer Ort für mich geworden. Es war nicht mehr mein Trainingsort. Die Reise hat ihren perfekten Abschluss gefunden.“
_Die heutige Folge wird präsentiert von Novafon, dem offiziellen Regenerationspartner des Deutschen Leichtathletik-Verbands. Ihr habt mal wieder eine intensive Trainingseinheit hinter euch und eure Muskulatur ist verhärtet und erschöpft? Dann könnt ihr mit dem NOVAFON einfach aber effektiv eure Regeneration fördern! NOVAFON kann mittels lokaler Vibrationstherapie tiefenwirksam und zugleich sanft Schmerzen lindern und Verspannungen lösen.
Mit dem Code „DLV15“ könnt ihr noch bis zum 28.02.2023 satte 15% auf das komplette Sortiment sparen. Der Mindestbestellwert liegt hier bei 49,00€*._
*Einschränkungen: Nicht mit Aktionen und anderen Rabatten kombinierbar, Ausschluss von Geschenkgutscheinen, Fortbildungen und Garantieverlängerung
„Es war ein Jahr wie eine Achterbahn-Fahrt“, sagt Lea Meyer. Die Kölnerin nimmt in der neusten Folge des DLV-Podcasts die ZuhörerInnen mit in ihre vergangenen Monate, die die ganze Palette an Emotionen für die Hindernisläuferin bereithielt.
Angefangen von dem Tod ihres Trainers Henning von Papen, der ihr überhaupt erst die Freude am Laufen und am Leistungssport wiedergegeben hatte und weit mehr als ein Trainer für sie gewesen ist, über ihren ersten Deutschen Meistertitel, den Sturz bei der WM in Eugene (USA) in den Wassergraben bis hin zu ihrem internationalen Durchbruch bei den Europameisterschaften in München, wo das Heimpublikum sie für Silber feierte und sie im Anschluss unter Tränen ins Mikrofon sagte: „Henning, das ist für dich“ – es war ein Jahr, das nicht nur die Läuferin selber so schnell nicht vergessen wird.
Die 25-Jährige erzählt von ihrem Weg, von ihrem Umgang mit der Trauer, ihren Gefühlen, als ihr Bild vom Sturz am Wassergraben zum Sinnbild des Abschneidens einer ganzen Mannschaft wurde und wie sie dennoch den Shift schaffte, bei der EM ganz bei sich und im Moment zu sein. „Ich mache das Alles mit Freude. Es ist ein Privileg, dass ich all das erleben darf.“
From the publisher's feed

3 Listeners

2 Listeners