#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

By Peter Schmitt & Alexandra DerschSportsNewsSports NewsRunning
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#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes episodes

  • Folge 28: Frank Busemann über Motivation, Perspektiven und die Suche nach Typen
    Gespräch mit dem ehemaligen Zehnkämpfer Frank Busemann

    Bis heute ist Busemann ein großer Fan der Leichtathletik. In seinen ARD-Interviews bei internationalen Großveranstaltungen zeigt er immer wieder seine fachliche Kompetenz und glänzt durch seine unglaubliche Authentizität. Vom DLV erhielt er dafür 2019 den Medienpreis. Um die Leichtathletik noch besser als bisher medial in den Fokus zu rücken, empfiehlt er: „Wir brauchen Typen mit einem hohen Identifikationswert und brauchen immer wiederkehrende Formate ähnlich wie im Fußball oder der Formel 1.“

    Den Mehrkampf im DLV bezeichnet er als einen der erfolgreichsten Disziplinen und führt dabei Namen wie Niklas Kaul, Carolin Schäfer, Michael Schrader, Artur Abele oder Kai Kaczmirek an. Da er neben seiner TV-Karriere auch als Key-Speaker in Sachen Motivation in der freien Wirtschaft auftritt, ist die Leichtathletik in seinen Vorträgen beim Thema Motivation sehr gut geeignet, denn Ziele, Rückschläge, Analysen sind alles Dinge, die auch in Unternehmen von großer Bedeutung sind.

    35 min
  • Folge 27: Teammanager Siegfried Schonert, die gute Seele des DLV
    Gespräch über 30 Jahre in der deutschen Leichtathletik

    Siegfried Schonert, früher selbst aktiver Mittelstreckler, kam direkt nach der Wende zum DLV und arbeitete zunächst im Leistungssport, ehe er über Team-Management und Veranstaltungsmanagement ab 2005 als Teammanager im deutschen Team agierte. Ruhig, freundlich und die gute Seele im DLV – so lauten die Attribute der Kolleginnen und Kollegen.

    „Auch in hektischen Zeiten ist es mir immer gelungen ruhig und freundlich zu bleiben. Dabei hat mir autogenes Training geholfen, was ich schon als Athlet genutzt habe.“ Vor allem Großprojekte wie Olympische Spiele erfordern einen sehr langen Vorlauf. „Für Tokio haben wir unmittelbar nach den Spielen in Rio mit der Vorbereitung begonnen.“ Nach zahlreichen Site-Visites hatte er sich für das Pre-Camp im Miyasaki entschieden, was letztlich optimale Bedingungen für Tokio garantiert hat.

    „Die Faszination an der Leichtathletik ist bei mir aus der Leidenschaft für die Sportart erwachsen. Dabei war mir das Verhältnis zu den Athletinnen und Athleten immer besonders wichtig, denn sie stehen im Mittelpunkt“, sagt Siegfried Schonert, der in seiner knapp bemessenen Freizeit gerne liest und ein Gläschen Wein genießt. Vor allem französische Klassiker wie Balzac und Hugo faszinieren ihn dabei. Aber auch den frisch gebackenen Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah aus Sansibar möchte er gerne literarisch kennenlernen, da er wissen möchte, warum der für viele unbekannte Erzähler aus Tansania den beliebten Literatur-Preis bekommen hat.

    Auch wenn viele Trainingslager der Deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft im Ausland stattfinden, gehört Schonert als Ehrenmitglied des Trägervereins Kienbaum zu den Verfechtern des Olympischen und Paralympischen Leistungszentrum in der Nähe von Grünheide. „Seit meiner aktiven Zeit hat sich dort vieles verändert. Heute ist Kienbaum fast wie ein kleines Olympisches Dorf. Man trainiert und tauscht sich aus mit anderen Sportlern und die Bedingungen sind hervorragend.“

    Wer mehr über „Siggi“ – wie ihn viele seiner Freunde nennen - erfahrene will, dem empfehlen wir die neueste Folge von TrueAthletes – TrueTalk.

    38 min
  • Folge 26: Gina Lückenkemper über die Schattenseiten von Social Media
    Gespräch mit der Sprinterin Gina Lückenkemper

    Hochleistungssport und Social Media – für Gina Lückenkemper gehört eins zum anderen. Zum einen, weil es eine Einnahmequelle für Sportler geworden ist und von Sponsoren verstärkt nachgefragt wird, zum anderen, weil der enge Austausch mit den Fans auch viel Positives weckt. Aber es gibt eben auch die andere Seite dieser selbst gewählten Öffentlichkeit. Negative Kommentare, Hate-Speech – auch das gehört für Gina Lückenkemper seit Jahren dazu. „Social Media ist und bleibt Fluch und Segen zugleich“, sagt die 24-Jährige im Podcast #TrueAthletes – TrueTalk.

    „Fluch, weil eben auch negative Kommentare kommen und die Negativität von anderen Leuten sich auf Dauer auch einfach auf einen übertragen kann. Man muss wirklich lernen, sich so etwas nicht zu Herzen zu nehmen. Ich stelle mir dann immer die Frage: Würden dir die Leute das auch ins Gesicht sagen? In 99,999 Prozent aller Fälle ist meine Antwort dann immer: Nein, ist noch nie passiert.“

    Umgang mit Negativität

    Die Vize-Europameisterin über 100 Meter verrät die Tipps und Tricks, die ihr geholfen haben, einen besseren Umgang mit negativen Kommentaren zu finden, welche Wege sie für sich gefunden hat, um diese Negativität nicht an sich herankommen zu lassen und ihre Abendroutine, die ihr ein Plus an Gelassenheit und Entspannung bringt.

    Darüber hinaus spricht Gina Lückenkemper über ihre Verletzungssorgen in dieser Saison, wie es ihr aktuell sportlich geht und mit welcher Energie sie in das kommende Jahr startet.

    45 min
  • Folge 25: Ulli Knapp – der Trainer hinter dem Olympiagold
    Gespräch über die Ständige Spitzensportkonferenz Kienbaum und Interview mit dem Trainer des Jahres Ulli Knapp

    Im ersten Teil der neuen Podcast-Folge #TrueAthletes – TrueTalk werfen Peter Schmitt und Alexandra Dersch einen Blick zurück auf die Ständige Spitzensport Konferenz in Kienbaum, wo in der vergangenen Wochen ein Resümee der beendeten Olympiasaison gezogen wurde. Mediendirektor Peter Schmitt gibt einen Eindruck davon, was hinter den Kulissen einer solchen Konferenz besprochen wird. „Es ist eine Aufbruchsstimmung spürbar.“

    Im zweiten Teil kommt der Trainer des Jahres, Ulli Knapp, ausführlich zu Wort. Im Interview, das zeitgleich mit dem Podcast auch als Video-Interview veröffentlicht wird, spricht er darüber, was die Zusammenarbeit mit Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) so erfolgreich gemacht hat, was sie von seinen früheren Top-Athleten wie Christian Reif, Bianca Kappler oder auch Boris Obergföll (damals Henry) unterscheidet und er verrät, wie ihn 21 Jahre als Bundestrainer auch verändert haben. „Ohne die Fehler von damals wäre die Goldmedaille von Tokio nicht möglich gewesen.“

    23 min
  • Folge 24: Jonathan Hilbert und die Macht der Gedanken
    Gespräch mit dem Olympiazweiten über 50 Kilometer Gehen

    Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie) sorgte für eine der schönsten Überraschungen aus deutscher Sicht bei den Olympischen Spielen. Im Hitzerennen über 50 Kilometer Gehen von Sapporo (Japan) triumphierte der 26-Jährige über das Gros der Konkurrenz und seine eigenen Ängste.

    Nach seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften drohte sein Traum von Olympia trotz der geglückten Qualifikation zu platzen. Eine Schambeinentzündung gefährdetet die Teilnahme massiv. Wochenlang konnte Jonathan Hilbert nicht trainieren, verbrachte Abende weinend auf dem Sofa. „Da ging es mir mental verdammt schlecht. Diese Verletzung merkst du in jeder Lebenslage. Daher bist du 24 Stunden am Tag bei dieser Verletzung. Da gab es Momente, in denen ich nicht mehr daran geglaubt habe, im August an der Startlinie von Sapporo zu stehen.“
    In dieser dunklen Phase half ihm sein Umfeld, bestehend aus seiner Familie, seiner Freundin Anna, sein Trainer Petro Zaslavskyy und seine Mentaltrainiern Julia Zanev, die ihn seit 2017 mental coacht. Eine Zusammenarbeit, aus der er gelernt hat, wie viel Macht seine Gedanken haben und auch den entscheidenden Durchbruch in der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung brachte.
    „Ich hatte Angst, nicht genügend trainiert zu haben, dass ich nicht perfome. Meine Gedanken zu ordnen, meine Ängste bewusst werden zu lassen, das hat mir enorm geholfen und dazu geführt, dass ich mein Mindset wieder in eine positive Richtung drehen konnte“, erzählt Jonathan Hilbert offen und ehrlich im Gespräch mit Alexandra Dersch.
    Im Podcast spricht der Olympia-Zweite über die Bilder im Kopf, wie er jeden Wettkampf mental vorbereitet und wie er auch andere inspirieren will. Gemäß seinem Credo: „Du kannst alles schaffen, wenn du nur an dich glaubst.“

    48 min
  • Folge 23: Carolina Krafzik und ihr Umweg in die Weltspitze
    Gespräch mit der Deutschen Meisterin über 400 Meter Hürden

    Der Leistungssport – er kam über einen Umweg. Jahrelang war Carolina Krafzik (VfL Sindelfingen) über die 100 Meter Hürden unterwegs. „Ich war auf Landesebene erfolgreich, aber nationale oder internationale Meisterschaften habe ich nie gesehen“, erinnert sich die heute 26-Jährige. Es war ihr Trainer Werner Späth, der ihre wahre Begabung erkannte. „Ich selber wäre niemals auf die Idee gekommen, eine ganze Runde zu rennen. Es ist ja auch ungewöhnlich, mit Mitte 20 noch umzusteigen. Aber ich wusste, es ist jetzt oder nie.“

    Im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk erzählt die WM-Halbfinalistin im Gespräch mit Alexandra Dersch von ihrem ungewöhnlichen Weg, ihrem späten Einstieg in den Leistungssport und inwieweit sich ihr Leben seit ihrem ersten Deutschen Meistertitel 2019 geändert hat.
    „Mein Wow-Moment war, als ich in Doha bei den Weltmeisterschaften als Deutsche Meisterin angekündigt wurde“, erinnert sie sich. Denn so richtig stand der Leistungssport nie auf ihrer Liste. „Der Leistungssport war nicht mein Plan A. Ich bin so erzogen worden, dass es wichtig ist, Sicherheit zu haben und habe auch daher mein Lehramtsstudium und das Referendariat voll durchgezogen.“
    Doch sei Olympia ein Kindheitstraum gewesen. Ein Traum, der jetzt in Tokio (Japan; 30. Juli bis 8. August) wahr wird. Mit welchen Erwartungen sie gen Japan reist, wie sie mit Niederlagen umgeht und welche Träume und Visionen sie abseits des Sports für ihr Leben hat – all das hören Sie in der neusten Folge von #TrueAthletes – TrueTalk.

    42 min
  • Folge 22: Boris Obergföll und was einen Weltklasse-Speerwerfer ausmacht
    Gespräch mit dem DLV-Bundestrainer Speerwurf und Heimtrainer von Johannes Vetter

    Zweimal gewann Boris Obergföll selber die Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften. Heute lenkt er als Bundestrainer die Geschicke der deutschen Speerwurf-Elite – allen voran Johannes Vetter (LG Offenburg), den der 47-Jährige auch als Heimtrainer betreut. Im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk erzählt er im Gespräch mit Peter Schmitt, was sich in den Jahren im Speerwurf weltweit getan hat. „Früher war es etwas ganz Besonderes, wenn man sich im Training eine Kamera ausleihen konnte, die eine Superslowmotion aufnehmen konnte. Heute kann das jedes Handy“, sagt Boris Obergföll.

    Das eine sei die Veränderung im Training durch den Einsatz von mehr Technik in dieser digitalisierten Zeit. Das andere sei aber auch eine Veränderung in der Gestaltung des Trainings selber. „Mir hat man früher auch immer unterstellt, dass ich mehr Zeit im Kraftraum verbringe, als den Speer fliegen lassen“, erinnert sich Boris Henry. Heute wüsste man, welche immense Rolle die Technik spiele. „Wenn sich beides dann vereint, dann passiert das, was wir gerade bei Jojo sehen. Da fliegt der Speer reihenweise über 90 Meter.“

    Boris Obergföll gibt darüber hinaus Einblicke in die Rolle des mentalen Trainings, verrät, warum er 100 Meter für möglich hält und skizziert den Weg nach Tokio, der nun vor ihm und den deutschen Speerwerfern liegt.

    32 min
  • Folge 21: Alexandra Burghardt - Wenn der Kopf der größte Gegner ist
    Gespräch mit der Deutschen Meisterin über 100 und 200 Meter

    Vor fünf Jahren war Alexandra Burghardt bereits einmal bei den Olympischen Spielen. Doch in Rio (Brasilien) betrat die Sprinterin, die als Ersatzläuferin nicht zum Einsatz kam, nicht einmal zum Training die Bahn. „Ich wollte nicht“, gesteht die Athletin der LG Gendorf Wacker Burghausen im DLV-Podcast mit Alexandra Dersch. Im Nachhinein weiß sie: „Es war einfach noch nicht meine Zeit. Ich war noch nicht bereit.“

    Heute, fünf Jahre später, ist sie bereit wie nie. Sie ist Deutsche Meisterin über 100 und 200 Meter. Das Einzelticket für Tokio über die 100 Meter hat sie bereits sicher. Doch der Weg bis hier hin war hart. Ihr härtester Gegner: ihr eigener Kopf. „Wenn du jahrelang hinten die Rennen verlierst und teilweise zweifelst und doch nicht mehr an dich glaubst, dann ist es schwierig. Klar, habe ich mir vor dem Start gesagt, heute mache ich es, heute gewinne ich, aber meine Vorbereitung war nie so gut, als dass mein Unterbewusstsein es mir auch geglaubt. Und wenn du es selber nicht zu 100 Prozent glaubst, dann wird es nicht passieren. Und das ist jetzt in diesem Jahr anders.“

    Mut machend

    Offen und ehrlich erzählt sie, wie sie einen Weg raus aus dieser Spirale fand. Welche Schritte sie ging, um heute Sätze wie diese sagen zu können: „Ich bin über die Jahre einfach ein besserer Sportler geworden, ich mache jetzt viele Kleinigkeiten besser als damals. Es sind überall ein paar Prozent, die ich bewusster mache, die ich positiver angehe.“

    Eine Geschichte, die inspiriert. Auch über den Sport hinaus. „Ich konnte vielen Leuten Mut machen und habe gezeigt, dass man dranbleiben muss und dass es sich dann meistens doch lohnt.“

    28 min
  • Folge 20: Daniel Jasinski und sein „Comeback stronger“
    Gespräch mit Diskuswerfer und Olympia-Dritten

    2016 – da war Daniel Jasinski (TV Wattenscheid) 26 Jahre alt und auf dem besten Weg, so richtig durchzustarten. In Rio stand er bei den Olympischen Spielen mit der Bronzemedaille um den Hals auf dem Podest. „Das hat unglaublich motiviert. Aber es lief nicht nach Plan, es kamen immer wieder Verletzungen und Probleme dazwischen“, sagt er im Gespräch mit Alexandra Dersch.

    Statt des Erfolgs und der größeren Weiten kamen immer neue Sorgen. Mal war es ein Schambeinödem, dann machte die Hüfte Probleme, dann sorgte ein Muskelbündelriss für Stillstand. „Es war echt eine Qual“, sagt Daniel Jasinski. „Diese Rückschläge, die kennt jeder Leistungssportler. Aber wenn man dann da drin steckt, dann zerrt das doch sehr an einem.“
    Doch der Glaube an sein eigenes Talent, der Wille, sich wieder nach vorne zu kämpfen und die Gewissheit – das war noch nicht alles, das trieb ihn weiter an. „Ich wusste, ich kann das.“
    Frühe Leistungssport-Prägung
    Und auch sein Trainer und Vater Miroslaw Jasinski gab den Glauben in seinen Sohn und Athleten nicht auf. „Ganz am Anfang unserer Zusammenarbeit haben wir festgelegt, wenn er irgendwann meint, dass es nicht mehr für die Weltspitze reicht, dann sagt er mir das.“ Und dieses Vertrauen ist es auch, was das Duo Jasinski so erfolgreich macht.
    Hinzu kommt: „Wir sind uns sehr ähnlich und Miro strahlt einfach eine Ruhe aus“, sagt Daniel Jasinski und erinnert sich exemplarisch an die Olympischen Spiele. „Vor dem Finale hatte ich nicht einen Wurf wirklich hinbekommen und da hatte ich schon so eine gewisse Verunsicherung. Doch Miro saß da auf der Tribüne und hat mir einfach nur gesagt: Heute ist dein Tag, du machst das.“
    Zettel der Kinder im Koffer
    Daniel Jasinski spricht auch über seine Jugend, seine Anfänge als Diskuswerfer, als er, damals auch schon bei seinem Vater unter anderem gemeinsam mit dem zweimaligen WM-Dritten Michael Möllenbeck trainiert hat. Eine Phase, die ihn bis heute prägt. „Seine Würfe habe ich bis heute vor meinem inneren Auge“, sagt er und erinnert sich: „Wir sind als kleine Knirpse schon immer mit in die Trainingslager und haben da die Leute gesehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Das war schon inspirierend und schön.“
    Heute ist Daniel Jasinski selber Vater von zwei Kindern. Im Podcast erzählt er, wie ihn das verändert hat, wie die Kinder sein Mittelpunkt wurden und wie sie ihm aber auch umgekehrt Kraft geben. „Bei jedem Wettkampf finde ich Zettelchen und Bilder von meinen Kindern und meiner Frau im Koffer versteckt, die nehme ich dann mit zum Wettkampf.“

    37 min
  • Folge 19: Tanja Damaske - DLV-Psychologin mit viel Herzblut
    Ein Gespräch mit der DLV-Psychologin Tanja Damaske

    Tanja Damaske ist eine von mehreren DLV-Psychologen, die im Team unter Leitung von Professor Dr. Michael Gutmann für die Athleteninnen und Athleten der Leichtathletik-Nationalmannschaft arbeiten.

    In den neunziger Jahren holte sie sich den Titel als Junioren-Weltmeisterin (1990), gewann 1993 Silber bei der Universiade, wurde WM-Dritte in Athen (Griechenland) 1997, ehe sie durch zwei Achillessehnen-Risse in nur 13 Monaten die Olympischen Spiele in Sydney (Australien; 2000) verpasste.

    Die Meisterin der Konzentration

    „Zu meiner Zeit hatte die Psychologie im Spitzensport noch nicht die Bedeutung wie heute.“ Probleme mit mentaler Stärke hatte Damaske nie, denn ihre Trainer Lutz Kühl lobte sie früher als Meisterin der Konzentration.

    Wenn man als ehemalige aktive Sportlerin beim Deutschen Leichtathletik-Verband einsteigt, tut man sich natürlich als Psychologin etwas leichter, da man die Situation oft besser als andere einschätzen kann. Vor allem in Krisenzeiten ist sie gefragt. „Akzeptieren und die Situation annehmen, wie sie ist.“

    Besonders wichtig ist es als Psychologin so authentisch wie möglich rüber zu kommen. Die Sportler haben dabei die Wahl zu entscheiden: Nehme ich psychologische Hilfe an und wenn ja, bei wem? Bei wichtigen Wettkämpfen ist Tanja Damaske immer dabei – dann meist in der Beobachterrolle. „Die Grundlagen müssen vor dem Wettkampf gelegt werden. Im Wettkampf gibt meine Anwesenheit Sicherheit. Es muss immer das Ziel sein, den Sportler im Glauben zu stärken. In meiner Arbeit steckt viel Herzblut drin.“ Zu den bevorstehenden Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) sagt sie: „Ich glaube, es werden sicherlich andere, aber auf jeden Fall schöne Spiele.“

    29 min

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