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Bis heute ist Busemann ein großer Fan der Leichtathletik. In seinen ARD-Interviews bei internationalen Großveranstaltungen zeigt er immer wieder seine fachliche Kompetenz und glänzt durch seine unglaubliche Authentizität. Vom DLV erhielt er dafür 2019 den Medienpreis. Um die Leichtathletik noch besser als bisher medial in den Fokus zu rücken, empfiehlt er: „Wir brauchen Typen mit einem hohen Identifikationswert und brauchen immer wiederkehrende Formate ähnlich wie im Fußball oder der Formel 1.“
Den Mehrkampf im DLV bezeichnet er als einen der erfolgreichsten Disziplinen und führt dabei Namen wie Niklas Kaul, Carolin Schäfer, Michael Schrader, Artur Abele oder Kai Kaczmirek an. Da er neben seiner TV-Karriere auch als Key-Speaker in Sachen Motivation in der freien Wirtschaft auftritt, ist die Leichtathletik in seinen Vorträgen beim Thema Motivation sehr gut geeignet, denn Ziele, Rückschläge, Analysen sind alles Dinge, die auch in Unternehmen von großer Bedeutung sind.
Siegfried Schonert, früher selbst aktiver Mittelstreckler, kam direkt nach der Wende zum DLV und arbeitete zunächst im Leistungssport, ehe er über Team-Management und Veranstaltungsmanagement ab 2005 als Teammanager im deutschen Team agierte. Ruhig, freundlich und die gute Seele im DLV – so lauten die Attribute der Kolleginnen und Kollegen.
„Auch in hektischen Zeiten ist es mir immer gelungen ruhig und freundlich zu bleiben. Dabei hat mir autogenes Training geholfen, was ich schon als Athlet genutzt habe.“ Vor allem Großprojekte wie Olympische Spiele erfordern einen sehr langen Vorlauf. „Für Tokio haben wir unmittelbar nach den Spielen in Rio mit der Vorbereitung begonnen.“ Nach zahlreichen Site-Visites hatte er sich für das Pre-Camp im Miyasaki entschieden, was letztlich optimale Bedingungen für Tokio garantiert hat.
„Die Faszination an der Leichtathletik ist bei mir aus der Leidenschaft für die Sportart erwachsen. Dabei war mir das Verhältnis zu den Athletinnen und Athleten immer besonders wichtig, denn sie stehen im Mittelpunkt“, sagt Siegfried Schonert, der in seiner knapp bemessenen Freizeit gerne liest und ein Gläschen Wein genießt. Vor allem französische Klassiker wie Balzac und Hugo faszinieren ihn dabei. Aber auch den frisch gebackenen Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah aus Sansibar möchte er gerne literarisch kennenlernen, da er wissen möchte, warum der für viele unbekannte Erzähler aus Tansania den beliebten Literatur-Preis bekommen hat.
Auch wenn viele Trainingslager der Deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft im Ausland stattfinden, gehört Schonert als Ehrenmitglied des Trägervereins Kienbaum zu den Verfechtern des Olympischen und Paralympischen Leistungszentrum in der Nähe von Grünheide. „Seit meiner aktiven Zeit hat sich dort vieles verändert. Heute ist Kienbaum fast wie ein kleines Olympisches Dorf. Man trainiert und tauscht sich aus mit anderen Sportlern und die Bedingungen sind hervorragend.“
Wer mehr über „Siggi“ – wie ihn viele seiner Freunde nennen - erfahrene will, dem empfehlen wir die neueste Folge von TrueAthletes – TrueTalk.
Hochleistungssport und Social Media – für Gina Lückenkemper gehört eins zum anderen. Zum einen, weil es eine Einnahmequelle für Sportler geworden ist und von Sponsoren verstärkt nachgefragt wird, zum anderen, weil der enge Austausch mit den Fans auch viel Positives weckt. Aber es gibt eben auch die andere Seite dieser selbst gewählten Öffentlichkeit. Negative Kommentare, Hate-Speech – auch das gehört für Gina Lückenkemper seit Jahren dazu. „Social Media ist und bleibt Fluch und Segen zugleich“, sagt die 24-Jährige im Podcast #TrueAthletes – TrueTalk.
„Fluch, weil eben auch negative Kommentare kommen und die Negativität von anderen Leuten sich auf Dauer auch einfach auf einen übertragen kann. Man muss wirklich lernen, sich so etwas nicht zu Herzen zu nehmen. Ich stelle mir dann immer die Frage: Würden dir die Leute das auch ins Gesicht sagen? In 99,999 Prozent aller Fälle ist meine Antwort dann immer: Nein, ist noch nie passiert.“
Umgang mit Negativität
Die Vize-Europameisterin über 100 Meter verrät die Tipps und Tricks, die ihr geholfen haben, einen besseren Umgang mit negativen Kommentaren zu finden, welche Wege sie für sich gefunden hat, um diese Negativität nicht an sich herankommen zu lassen und ihre Abendroutine, die ihr ein Plus an Gelassenheit und Entspannung bringt.
Darüber hinaus spricht Gina Lückenkemper über ihre Verletzungssorgen in dieser Saison, wie es ihr aktuell sportlich geht und mit welcher Energie sie in das kommende Jahr startet.
Im ersten Teil der neuen Podcast-Folge #TrueAthletes – TrueTalk werfen Peter Schmitt und Alexandra Dersch einen Blick zurück auf die Ständige Spitzensport Konferenz in Kienbaum, wo in der vergangenen Wochen ein Resümee der beendeten Olympiasaison gezogen wurde. Mediendirektor Peter Schmitt gibt einen Eindruck davon, was hinter den Kulissen einer solchen Konferenz besprochen wird. „Es ist eine Aufbruchsstimmung spürbar.“
Im zweiten Teil kommt der Trainer des Jahres, Ulli Knapp, ausführlich zu Wort. Im Interview, das zeitgleich mit dem Podcast auch als Video-Interview veröffentlicht wird, spricht er darüber, was die Zusammenarbeit mit Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) so erfolgreich gemacht hat, was sie von seinen früheren Top-Athleten wie Christian Reif, Bianca Kappler oder auch Boris Obergföll (damals Henry) unterscheidet und er verrät, wie ihn 21 Jahre als Bundestrainer auch verändert haben. „Ohne die Fehler von damals wäre die Goldmedaille von Tokio nicht möglich gewesen.“
Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie) sorgte für eine der schönsten Überraschungen aus deutscher Sicht bei den Olympischen Spielen. Im Hitzerennen über 50 Kilometer Gehen von Sapporo (Japan) triumphierte der 26-Jährige über das Gros der Konkurrenz und seine eigenen Ängste.
Der Leistungssport – er kam über einen Umweg. Jahrelang war Carolina Krafzik (VfL Sindelfingen) über die 100 Meter Hürden unterwegs. „Ich war auf Landesebene erfolgreich, aber nationale oder internationale Meisterschaften habe ich nie gesehen“, erinnert sich die heute 26-Jährige. Es war ihr Trainer Werner Späth, der ihre wahre Begabung erkannte. „Ich selber wäre niemals auf die Idee gekommen, eine ganze Runde zu rennen. Es ist ja auch ungewöhnlich, mit Mitte 20 noch umzusteigen. Aber ich wusste, es ist jetzt oder nie.“
Zweimal gewann Boris Obergföll selber die Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften. Heute lenkt er als Bundestrainer die Geschicke der deutschen Speerwurf-Elite – allen voran Johannes Vetter (LG Offenburg), den der 47-Jährige auch als Heimtrainer betreut. Im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk erzählt er im Gespräch mit Peter Schmitt, was sich in den Jahren im Speerwurf weltweit getan hat. „Früher war es etwas ganz Besonderes, wenn man sich im Training eine Kamera ausleihen konnte, die eine Superslowmotion aufnehmen konnte. Heute kann das jedes Handy“, sagt Boris Obergföll.
Das eine sei die Veränderung im Training durch den Einsatz von mehr Technik in dieser digitalisierten Zeit. Das andere sei aber auch eine Veränderung in der Gestaltung des Trainings selber. „Mir hat man früher auch immer unterstellt, dass ich mehr Zeit im Kraftraum verbringe, als den Speer fliegen lassen“, erinnert sich Boris Henry. Heute wüsste man, welche immense Rolle die Technik spiele. „Wenn sich beides dann vereint, dann passiert das, was wir gerade bei Jojo sehen. Da fliegt der Speer reihenweise über 90 Meter.“
Boris Obergföll gibt darüber hinaus Einblicke in die Rolle des mentalen Trainings, verrät, warum er 100 Meter für möglich hält und skizziert den Weg nach Tokio, der nun vor ihm und den deutschen Speerwerfern liegt.
Vor fünf Jahren war Alexandra Burghardt bereits einmal bei den Olympischen Spielen. Doch in Rio (Brasilien) betrat die Sprinterin, die als Ersatzläuferin nicht zum Einsatz kam, nicht einmal zum Training die Bahn. „Ich wollte nicht“, gesteht die Athletin der LG Gendorf Wacker Burghausen im DLV-Podcast mit Alexandra Dersch. Im Nachhinein weiß sie: „Es war einfach noch nicht meine Zeit. Ich war noch nicht bereit.“
Heute, fünf Jahre später, ist sie bereit wie nie. Sie ist Deutsche Meisterin über 100 und 200 Meter. Das Einzelticket für Tokio über die 100 Meter hat sie bereits sicher. Doch der Weg bis hier hin war hart. Ihr härtester Gegner: ihr eigener Kopf. „Wenn du jahrelang hinten die Rennen verlierst und teilweise zweifelst und doch nicht mehr an dich glaubst, dann ist es schwierig. Klar, habe ich mir vor dem Start gesagt, heute mache ich es, heute gewinne ich, aber meine Vorbereitung war nie so gut, als dass mein Unterbewusstsein es mir auch geglaubt. Und wenn du es selber nicht zu 100 Prozent glaubst, dann wird es nicht passieren. Und das ist jetzt in diesem Jahr anders.“
Mut machend
Offen und ehrlich erzählt sie, wie sie einen Weg raus aus dieser Spirale fand. Welche Schritte sie ging, um heute Sätze wie diese sagen zu können: „Ich bin über die Jahre einfach ein besserer Sportler geworden, ich mache jetzt viele Kleinigkeiten besser als damals. Es sind überall ein paar Prozent, die ich bewusster mache, die ich positiver angehe.“
Eine Geschichte, die inspiriert. Auch über den Sport hinaus. „Ich konnte vielen Leuten Mut machen und habe gezeigt, dass man dranbleiben muss und dass es sich dann meistens doch lohnt.“
2016 – da war Daniel Jasinski (TV Wattenscheid) 26 Jahre alt und auf dem besten Weg, so richtig durchzustarten. In Rio stand er bei den Olympischen Spielen mit der Bronzemedaille um den Hals auf dem Podest. „Das hat unglaublich motiviert. Aber es lief nicht nach Plan, es kamen immer wieder Verletzungen und Probleme dazwischen“, sagt er im Gespräch mit Alexandra Dersch.
Tanja Damaske ist eine von mehreren DLV-Psychologen, die im Team unter Leitung von Professor Dr. Michael Gutmann für die Athleteninnen und Athleten der Leichtathletik-Nationalmannschaft arbeiten.
In den neunziger Jahren holte sie sich den Titel als Junioren-Weltmeisterin (1990), gewann 1993 Silber bei der Universiade, wurde WM-Dritte in Athen (Griechenland) 1997, ehe sie durch zwei Achillessehnen-Risse in nur 13 Monaten die Olympischen Spiele in Sydney (Australien; 2000) verpasste.
Die Meisterin der Konzentration
„Zu meiner Zeit hatte die Psychologie im Spitzensport noch nicht die Bedeutung wie heute.“ Probleme mit mentaler Stärke hatte Damaske nie, denn ihre Trainer Lutz Kühl lobte sie früher als Meisterin der Konzentration.
Besonders wichtig ist es als Psychologin so authentisch wie möglich rüber zu kommen. Die Sportler haben dabei die Wahl zu entscheiden: Nehme ich psychologische Hilfe an und wenn ja, bei wem? Bei wichtigen Wettkämpfen ist Tanja Damaske immer dabei – dann meist in der Beobachterrolle. „Die Grundlagen müssen vor dem Wettkampf gelegt werden. Im Wettkampf gibt meine Anwesenheit Sicherheit. Es muss immer das Ziel sein, den Sportler im Glauben zu stärken. In meiner Arbeit steckt viel Herzblut drin.“ Zu den bevorstehenden Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) sagt sie: „Ich glaube, es werden sicherlich andere, aber auf jeden Fall schöne Spiele.“
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