#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

By Peter Schmitt & Alexandra DerschSportsNewsSports NewsRunning
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#TrueAthletes – TrueTalk: Der Podcast des Deutschen Leichtathletik-Verbandes episodes

  • Folge 18: Kevin Kranz und das Tier im Kopf
    Gespräch mit dem Sprinter Kevin Kranz

    In den letzten eineinhalb Jahren hat das Leben Kevin Kranz ziemlich auf die Probe gestellt. Die Diagnose „Pfeiffersches Drüsenfieber“, sie kostete ihm zwei Sommer. „Ich war krank, gesund, krank, gesund“, erinnert sich Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) im Podcast #TrueAthletes-TrueTalk.

    „Natürlich hatte ich zwischendurch meine Motivationsprobleme, aber ich habe mir immer wieder mein Ziel vor Augen gehalten. Mein allergrößtes Ziel ist es, unter zehn Sekunden laufen, also musste ich mich da durchquälen.“

    Was ihm Kraft gab? Die Erinnerung an seinen großen Durchbruch 2019. „In dem Jahr bin ich zum ersten Mal überhaupt bei Meisterschaften gegen die Erwachsenen gelaufen und wurde in der Halle direkt Fünfter und habe draußen sogar den Titel geholt. Das hat mir gezeigt, dass man alles schaffen kann, auch wenn man ein Newcomer ist.“

    Diese Leichtigkeit, diese Unbekümmertheit von damals, er hat sie sich bewahrt. Trainer David Corell spricht daher auch gern davon, dass sein Schützling „im Kopf ein Tier“ sei. Kevin Kranz selber erklärt das im Podcast so: „Ich bin kein Mensch, der vor Wettkämpfen super aufgeregt ist. Ich denke, das ist mein persönlicher Vorteil. Ich weiß ja, dass ich es draufhabe, ich muss es nur noch abrufen. Sich dann zu verkopfen, bringt in meinem Fall gar nichts.“

    Er spricht zudem über seine Ernährungsumstellung, seinen Abbruch der Polizeiausbildung und gibt Einblicke in die technische Komponente des deutschen Männersprints und wie er an seiner Technik arbeitet.

    31 min
  • Folge 17: Nadine Hildebrand, die Klassensprecherin der Athleten
    Gespräch mit der ehemaligen Hürdensprinterin & heutigen DLV-Athletensprecherin

    Seit 2018 ist Nadine Hildebrand Athletensprecherin und fühlt sich weniger als Funktionärin, sondern viel mehr als „Klassensprecherin der Athleten“. Im Unterschied zu vielen anderen Verbänden hat sie im DLV viele Befugnisse und ist in ihrer Funktion direkt dem Präsidium zugeordnet. „Insgesamt bin ich für rund 500 Athletinnen und Athleten zuständig.“ Gerade in Corona-Zeiten ist ihr Rat und ihre Vermittlerrolle bei zahlreichen Anfragen zu Wettkämpfen, Training oder den Olympischen Spielen gefragt.

    Auch wenn sie noch immer gerne an ihre aktive Zeit zurückdenkt, in der sie mehrere deutsche Meistertitel in der Freiluft und Halle über die Hürden gesammelt hat, arbeitet sie heute leidenschaftlich gern als Juristin. „Ich habe mich schon sehr früh für ein Jura-Studium entschieden“, sagt sie und verweist darauf, dass zu ihrer Zeit die Förderung für Sport und Studium noch nicht so ausgeprägt wie heute war. „Da musstest du schon einen Professor haben, der viel Verständnis für den Leistungssport hatte.“

    Kämpft für die Athleten

    Zur Leichtathletik gekommen ist sie über ihre ältere Schwester. „Alles, was die Schwester gemacht hat, wollte die Kleine natürlich auch machen“. Dass sie sich in der deutschen Hürdenelite durchgesetzt hat, lag daran, dass sie aufgrund ihrer kleinen Körpergröße eine besondere Technik beim Überqueren der Hürden verwendet hat, mit der sie letztlich große Erfolge feierte. Dank ihrer Psychologin und einem guten Umfeld kämpfte sie sich trotz vieler Verletzungen immer wieder zurück, ehe sie beim ISTAF 2018 in Berlin endgültig ihre aktive Karriere beendete.

    Heute ist sie trotz ihres fordernden Berufes immer für die Anliegen der Athletinnen und Athleten da. Ob telefonisch, per Mail oder über Instagram. Nadine Hildebrand zeigt auch außerhalb des Stadions vollen Einsatz. „Die Spiele in Tokio werden sicher vergleichbar sein, mit anderen Spielen. Trotzdem ist es wichtig, dass sie stattfinden. Dass es jetzt auch ein Impfangebot gibt, ist gut, denn dies bedeutet für die Sportler mehr Sicherheit.“

    Wenn sie sich einmal nicht um Leichtathletik oder Jura kümmert, geht sie gern spazieren, liest oder genießt die Zeit mit ihrer Katze. Für die User von leichtatheltik.de hat sie zwei Buchtipps: die Biografie des früheren US-Präsidenten Barack Obama oder den Spiegel-Bestseller: „Die kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari.

    31 min
  • Folge 16: Neele Eckhardt-Noack über das Hinfallen, Aufstehen und immer wieder Anlauf nehmen
    Gespräch mit der Bronzemedaillengewinnerin der Hallen-EM 2021 im Dreisprung

    Hinfallen, aufstehen und neu Anlauf nehmen – diese Beschreibung, die auch so passend zu ihrer Disziplin ist, sie zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Karriere von Neele Eckhardt-Noack. Doch die Erfahrung hat die Dreispringerin gelehrt: Es lohnt sich, immer wieder aufzustehen und neu Anlauf zu nehmen.

    Die Jahre 2018 und 2019 – es waren Seuchenjahre für Neele Eckhardt-Noack. „2018 hatte ich eine Herzbeutelentzündung zusammen mit einer Lungenentzündung. Ich habe mich über Monate katastrophal schlecht gefühlt“, erinnert sich die inzwischen vierfache Deutsche Meisterin. Sie kämpfte sich wieder heran, qualifizierte sich gar überraschend für die WM in Doha (Katar). Doch kurz vorher – der nächste Tiefschlag. „Als ich die WM mit einer erneuten Lungenentzündung absagen musste, da war das ein Albtraum.“

    Eine Zeit, die Spuren hinterlassen hat. „Ich habe mich am Krankenhaus im Rollstuhl fortbewegt, da habe ich überhaupt nicht an Sport gedacht“, sagt Neele Eckhardt-Noack im Rückblick. Dennoch: „Aber ich habe nie ans Aufhören gedacht. Für mich war klar, wenn ich das Krankenhaus verlasse, dann mache ich weiter mit dem Dreisprung.“

    Torun als Belohnung

    Auch das Jahr 2020 war eine harte Prüfung für sie. Kurz vor dem Finale der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig verletzte sich Neele Eckhardt-Noack, die große Favoritin auf den Titel am Oberschenkel. „Schlechter hätte es nicht laufen können. 2020 war ein schwieriges Jahr für mich, sportlich gesehen.“

    Hinfallen, aufstehen und neu Anlauf nehmen – das kostet Kraft. „Aber es hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin“, sagt Neele Eckhardt-Noack. „Torun war die Belohnung an mich und meinen Trainer für die jahrelange Arbeit, dass es sich auszahlt, daran zu bleiben und dass ich in Bereiche gekommen bin, die ich schon lange im Hinterkopf hatte und von denen wir geglaubt haben, dass sie möglich sind.“

    23 min
  • Folge 15: Dr. Ralf Buckwitz und die steigende Bedeutung von digitaler Transformation
    Gespräch mit dem Leiter der DLV-Akademie

    Dr. Ralf Buckwitz ist ein kritischer Trainer mit viel Erfahrung. Gerade deshalb sind für den Direktor der DLV-Trainerakademie die Auswertungen der Wissenschaft von großer Bedeutung. „Dabei geht es in erster Linie um die Optimierung und nicht darum, ob etwas richtig oder falsch ist, denn ein Patentrezept gibt es nicht“, sagt Buckwitz in der aktuellen Folge des DLV-Podcasts #TrueAthletes-TrueTalk. Die Wahrheit liege bekanntlich immer in der Mitte.

    Leichtathletinnen oder Leichtathleten, die ihre Karriere beenden, wählen nicht selten die Ausbildung zum Trainer, die an der DLV-Trainerakademie ermöglicht wird. „Natürlich haben ehemalige Athleten einen Vorteil, denn sie können immer einen Praxischeck machen. Allerdings freuen wir uns über jeden, der interessiert ist, die Ausbildung zu absolvieren.“

    **Der Stellenwert der Psychologie wird erhöht **

    Eine immer größere Bedeutung nimmt die digitale Transformation bei der Ausbildung ein. „Durch Corona haben wir Online-Kurse vorgelagert und auch künftig wird das digitale Element eine immer größere Rolle spielen, wenn es unter anderem um Biomechanik, Lehrinhalte und theoretische Grundlagen für den kommenden Trainer und die Trainerinnen geht.“ Ferner wird künftig der Stellenwert der Psychologie in der Ausbildung erhöht.

    Als Ausgleich zu seiner wissenschaftlichen Tätigkeit beim DLV freut sich „Ralle“, wie ihn seine Freunde nennen, wenn er zu Hause im Garten Unkraut jätet und seine Pflanzen im Garten pflegt. Außerdem ist der ehemalige 400-Meter-Läufer ein großer Fan von Sherlock-Holmes Romanen und war früher ein ausgezeichneter Rhönradturner.

    Sowohl der Leichtathletik-Weltverband (World Athletics) als auch der Europäische Leichtathletik-Verband (European Athletics) kooperiert mit dem DLV. „Dabei sind wir nicht nur Konsumenten, sondern unterbreiten auch interessante Angebote“, sagte Buckwitz. So veranstaltete zuletzt Professorin Dr. Kristin Behrens, Präsidentin des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern, ein Seminar „Women-Leadership“ gemeinsam mit dem britischen Verband, was sehr große Zustimmung fand.

    28 min
  • Folge 14: Johannes Vetter – zwischen #VetterWurf und tiefer Traurigkeit
    Gespräch mit dem Weltklasse-Speerwerfer

    Sein Bild in der Öffentlichkeit ist das des Weltmeisters. Des Topathleten, der mit seinem Speer Weiten erzielt, die bislang kaum ein Mensch erreicht hat. 97,76 Meter – nur 72 Zentimeter fehlen Johannes Vetter (LG Offenburg) noch vom Weltrekord. Doch was die Öffentlichkeit lange nicht wusste: Sein sportlicher Erfolg war jahrelang eng verwoben mit einem privaten Schicksalsschlag. „Mein Weg 2017 bis 2019 war alles andere als easy“, erzählt der 27-Jährige im Gespräch mit Alexandra Dersch.

    Er berichtet von der Gehirntumor-Diagnose seiner Mama, seinen Verletzungen und wie sein Leben zu dieser Zeit eine einzige Berg- und Talfahrt war. „Ich habe einfach nur noch funktioniert. Ich kann mich auch an kaum etwas aus dieser Zeit erinnern. Als ich in Doha auf dem Podium stand, habe ich nichts gefühlt. Ich hätte mich freuen müssen, feiern, aber da haben sich keine Glücksgefühle bei mir eingestellt“, sagt er in Erinnerung an die WM 2019, wo er nach dem Tod seiner Mutter und einer schweren Fußverletzung in einem außerordentlichen Kraftakt Bronze erkämpfe.

    Sport als Schmerztherapie

    Er erzählt, wie das Training zu seiner Schmerztherapie wurde, wie eine OP ihn zur Ruhe zwang und er nach und nach den Weg aus der Traurigkeit fand. „Die Trauer werde ich nie ganz los, aber es wird einfacher, ich lebe anders damit. Seit 2020 macht der Sport mir wieder richtig Spaß.“

    Johannes Vetter spricht auch über seine besondere Beziehung zu seinem Trainer Boris Obergföll. „Er hat eine Art väterliche Rolle für mich. Ich habe die letzten Jahre auch gemerkt, je einfühlsamer wir miteinander umgehen, je mehr wir reden, desto besser lernen wir uns kennen und umso besser ist auch die Kommunikation und das Verständnis im Training und Wettkampf.“

    Johannes Vetter spricht zudem über die Bedeutung seiner beiden Medaillen, das Gefühl, das das Stichwort Weltrekord in ihm auslöst und mögliche Pläne für die Karriere nach der Karriere.

    31 min
  • Folge 13: Cindy Roleder und das neue Leben als „schnellste Mama“
    Gespräch mit der erfolgreichen Hürdensprinterin Cindy Roleder

    Cindy Roleder (SV Halle) war schon immer ein strukturierter Mensch. Doch seit Anfang des Jahres funktionieren die alten Strukturen nicht mehr. Die erfolgreiche Hürdensprinterin ist Mama geworden – ein Ereignis, dass nicht nur lebensverändert für Cindy Roleder und ihren Mann war, sondern auch dazu geführt hat, dass sich die Top-Athleten als Mensch noch einmal ganz anders selbst kennengelernt hat.

    „Ich bin viel emotionaler geworden, will am liebsten, dass mein Kind nie weint“, erzählt Cindy Roleder im Gespräch mit Alexandra Dersch im Podcast #TrueAthletes – TrueTalk. „Viele sagen mir ja nach, dass ich so unnahbar bin, gerade auf Wettkämpfen. Ich glaube, dass ich da schon zugänglicher geworden bin.“

    Trotz der neuen Rolle als Mama – der Traum von Olympia, der brennt weiter in der Europameisterin von 2016. So begann sie bereits zehn Tage nach der Geburt mit der Rückbildung, läuft inzwischen wieder über die Hürden und sagt selber: „Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell wieder möglich ist.“ Im Podcast erzählt sie, welchen Weg sie warum gewählt hat, wie sie ihren Körper nach der Geburt Schritt für Schritt wieder an die Belastungen herangeführt hat und wie sie das Leben als Mama und Leistungssport meistert.

    Eigener Podcast geplant

    „Ich will anderen Mamas Mut machen und auch zeigen, dass Mamasein nicht das Ende der Karriere ist. Leistungssport ist mein Beruf und den kann ich ausüben und dennoch viel Zeit mit meiner Tochter verbringen und für sie eine gute Mutter sein. Das eine schließt das andere nicht aus“, sagt Cindy Roleder. Aus diesem Grund plant sie auch einen eigenen Podcast, in dem sie sich dann mit anderen Athletinnen und Physiotherapeuten oder auch Ärzten austauschen will, wie man nach einer Geburt wieder zurück in den Leistungssport kommt. „Ich will anderen Frauen da auch Ängste nehmen.“

    Darüber hinaus spricht Cindy Roleder in dieser Ausgabe von #TrueAthletes – TrueTalk auch darüber, wie ihr Fahrplan Richtung Tokio aussieht, welche Ernährung ihr gut tut und philosophiert darüber, was man in der Leichtathletik für das Leben lernt.

    27 min
  • Folge 12: Bo Kanda Lita Baehre und die Kunst aus Ablehnung, Kraft zu schöpfen
    Gespräch mit Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre

    Schaut man sich die Leistungsentwicklung von Stabhochspringer Bo Banda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) an, so scheint sein Weg zu nur eine Richtung zu kennen: bergauf! Doch leicht war dieser Weg nicht. Im Gespräch mit Alexandra Dersch erzählt der U23-Europameister von langen Tagen zwischen Schule und Training, von Lehrern, die ihn oft missverstanden und auch seinen anfänglichen Schwierigkeiten, von der älteren Konkurrenz akzeptiert zu werden. „Es war eine prägende Zeit“, sagt Bo Kanda Lita Baehre. In der er auch viel über sich gelernt hat.

    „Wenn ich negative Energien spüre oder merke, eine andere Person gönnt mir etwas nicht, dann spornt mich das noch zusätzlich an. Dann will ich demjenigen zeigen, dass ich es kann. Ich hatte auch in der Schule damit zu kämpfen, dass etwa Lehrer ein falsches Bild von mir hatten. Das war nicht schön und ich war drauf und dran, die Schule früher zu beenden. Heute bin ich sehr froh, dass ich mich durchgebissen habe und mein Abitur gemacht habe. Für mich.“

    Durchgangsstation sechs Meter

    Neben seiner Familie war es auch Trainerin Christine Adams, die ihm den Rücken gestärkt hat. „Christine war schon immer die beste Trainerin in meinen Augen“, sagt er. Eben weil sie den Menschen als Ganzes sähe. „Wir sind einander sehr ähnlich, weil wir beide ruhige Personen sind, die konzentriert und zielstrebig arbeiten. Wir sind ein gutes Team.“

    Ein Team, dass sich Schritt für Schritt an größere Höhen heranarbeitet. Ohne diese konkret zu verbalisieren. „Im Stabhochsprung beschäftigen sich viel zu viele Leute mit diesen sechs Metern. Ich bin der Meinung, dass die sechs Meter nicht mehr der Maßstab sind. Die Weltspitze ist inzwischen jenseits der sechs Meter unterwegs. Ich selber sehe sie daher auch nur als Durchgangsstation, nicht als Endstation. Man macht sich auch kirre, wenn man immer nur an Höhen denkt.“

    Bo Kanda Lita Baehre spricht zudem über seinen Glauben, der ihm hilft, glücklich über das zu sein, was er bereits geschafft hat und der auch in Zeiten der Corona-Pandemie immer wieder sein Anker ist. Er verrät, dass es sein Wunsch ist, irgendwann eine Familie zu gründen, warum er vor dem Wettkampf oft Süßigkeiten isst und wie er zum Rassismus in der Leichtathletik steht.

    34 min
  • Folge 11: Konstanze Klosterhalfen und der Mensch hinter dem Trubel
    Gespräch mit der Läuferin Konstanze Klosterhalfen

    Seit ihrer Jugend gilt Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) als eines der größten Lauftalente des Landes. Der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere: die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2019 über 5.000 Meter. Doch was zeichnet die 23-Jährige abseits der Laufbahn aus? Im Interview mit Alexandra Dersch spricht Konstanze Klosterhalfen offen über ihre persönliche Entwicklung, die auch mit dem Schritt in die USA einherging. „Der Schritt in die USA hat mich nicht nur sportlich, sondern auch als Mensch weitergebracht. Ich musste plötzlich sehr schnell erwachsen werden. Für die Persönlichkeit tut es manchmal auch ganz gut, wenn man ins kalte Wasser geschmissen wird“, sagt sie.

    Auf ihrem Weg hätte es verschiedene Möglichkeiten gegeben, Karriere zu machen. Aber neben dem Erfolg gaben auch andere Faktoren den Ausschlag für Konstanze Klosterhalfen, ihre Zukunft in der Leichtathletik zu suchen: „Die Leichtathletik war immer das, was für mich über allem stand. Was mich am meisten erfüllt hat. Wenn ich irgendwie traurig war oder mich nicht wohl gefühlt habe, dann konnte ich das beim Laufen völlig vergessen. Daher wusste ich hier in der Leichtathletik fühle ich mich am wohlsten.“

    Sie spricht aber auch über Herausforderungen, über eine mögliche Zukunft im Marathon und gibt praktische Tipps, die auch ihr immer wieder vor Wettkämpfen helfen. „Ich habe mir mit meinem Mentaltrainer Sätze zurechtgelegt, die ich mir vor wichtigen Rennen sage, um mich zu fokussieren. Das hilft mir, um bei mir zu bleiben.“

    19 min
  • Folge 10: Dietmar Chounard über duale Karriere, Olympia und das Berufsbild der Trainer
    Gespräch mit dem Cheftrainer U23/20

    Dietmar Chounard, Cheftrainer U23/U20, zählt zu den optimistischen Zeitgenossen in der Leichtathletik. Kein Wunder, dass er was die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) betrifft, absolut überzeugt ist, dass es nach der Verlegung im letzten Jahr dieses Mal mit der Austragung klappen wird.

    „Vom IOC und vom LOC in Tokio wird alles getan, damit die Spiele stattfinden. Es gibt umfangreiche Konzepte und es gab ja bereits auch die ersten Testläufe. Ich kann mir vorstellen, dass unter einem engen Testungsverfahren die Spiele stattfinden können.“

    Bundespolizei, Bundeswehr und Hochschulen als Partner

    Ein Spezialgebiet Chounards ist die duale Karriere. „Die allerwenigsten Athleten können nach Karriereende von ihrem Einkommen als Leichtathleten leben. Deshalb leiten wir erste Schritte ein, damit wir ein berufliches Standbein für die Sportler entwickeln können. Dabei gibt es unter anderem die Bundespolizei, die Bundeswehr sowie die Hochschulen als verlässliche Partner.“

    Als „elementar wichtige Meisterschaft“ bezeichnete Chounard die Deutschen Hallenmeisterschaften, die am kommenden Wochenende (20./21. Februar) mit einem umfassenden Hygienekonzept in Dortmund stattfinden. „Jeder einzelne Sportler hat bei diesen Titelkämpfen eine umfassende Eigenverantwortung. Dies wird und wurde bereits mehrmals an Trainer und Athleten kommuniziert.“ Die digitalen Kanäle spielen in der Außendarstellung der Leichtathletik eine immer wichtigere Rolle. „Deshalb müssen wir auch bei den Titelkämpfen alle Kanäle nutzen, um auf uns aufmerksam zu machen.“

    Wunsch: Mehr Anerkennung für den Trainerberuf

    Notwendig für eine optimale Förderung sei auch die eingeleitete Leistungssportreform, damit die besten Sportler mit den besten Mitteln gefördert werden können. Eine große Rolle spielt dabei auch das Berufsbild des Trainers. „Der Trainerberuf ist ein spannender und ein erfüllender Beruf. Man muss aber auch die Rahmenbedingungen kennen. Es ist ein Beruf mit hohen Anforderungen und zeitlich wechselnden Parametern. Ich würde mir wünschen, dass das Berufsbild des Trainers in Anerkennung und Bezahlung verbessert wird.“

    31 min
  • Folge 9: Wie Kristin Pudenz mit mehr Leichtigkeit erfolgreich wurde
    Gespräch mit der Deutschen Meisterin im Diskuswurf

    Kristin Pudenz ist eines der positiven Beispiele aus dem vergangenen Corona-Sommer. Die 27-jährige Diskuswerferin vom SC Potsdam steigerte ihre Bestleistung auf 65,58 Meter – nur zwei Werferinnen waren weltweit besser als sie. Ein Erfolg, für den sie auch abseits des Trainings viel getan hat. Im DLV-Podcast #TrueAthletes – TrueTalk spricht sie mit Journalistin Alexandra Dersch über verschiedene Wege, die ihr geholfen haben, 2019 aus dem Schatten der vielen anderen nationalen Top-Werferinnen herauszutreten und einen Schlüsselmoment.

    „2018 saß ich bei der Heim-EM in Berlin im Olympiastadion und habe zugeguckt. Da habe ich gemerkt: Entweder du änderst jetzt nochmal was, oder du kannst das lassen mit dem Leistungssport.“ Fortan stellte sie ihre Ernährung um und begann zudem die Zusammenarbeit mit dem Neuroathletik-Trainer Marc Uhlmann.

    Über das Sportliche hinaus gibt die WM-Finalistin, die in Potsdam mit Trainer Jörg Schulte arbeitet, aber auch private Einblicke. Sie erzählt von ihrer leichtathletik-affinen Familie, wie es ihr gelang, an ihrer Frustrationstoleranz zu arbeiten und warum sie sich heute nicht mehr als „schwierige Athletin oder gar als Zicke“ bezeichnen würde.

    28 min

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