Wer einen Fehler macht, sollte sich entschuldigen. Deutschland aber tut sich schwer mit einer Entschuldigung, was den Völkermord an den Herero und Nama in Namibia betrifft. Dieser liegt über 100 Jahre zurück und fällt in die Zeit des Kaiserreichs. Eine offizielle Entschuldigung steht immer noch aus, nach jahrelangen Diskussionen. Sie hätte politische Folgen für Deutschland. Sich zu entschuldigen, heißt haften, entschädigen, wieder gut machen. Doch Deutschland fürchtet sich vor Reparationszahlungen und setzt zum Ausgleich auf Entwicklungshilfe. Spricht lieber von einer historisch-moralischen Verantwortung, anstatt von Entschuldigung. Seit 2015 laufen die Gespräche zwischen Berlin und Windhuk meist hinter verschlossenen Türen, was viele Nachfahren der Opfer verärgert. Die Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller nach Namibia sollte die Verhandlungen zu einem Ende bringen. Weit gekommen scheint er damit nicht.