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Der Prophet Maleachi wirkte um 460 v. Chr. zur Zeit des Priesters Esra, etwa 50 Jahre nachdem der zweite Tempel wieder aufgebaut worden war und bevor Nehemia die Stadtmauer Jerusalems erneuerte.
Es ist Gott selbst, der durch Maleachi redet und anklagt. Adressaten seiner Diagnose sind die geistlichen Würdenträger, die Priester. Eigentlich sollen sie dafür sorgen – und mit gutem Beispiel vorangehen –, dass der heilige Herr angemessen geehrt wird, wie es zwischen Vater und Sohn oder Herr und Knecht selbstverständlich wäre.
Dann wäre es besser, ihr würdet die Tempeltore ganz schließen, damit ihr nicht in Versuchung kommt, sinnlose Opfer zu bringen. Lasst es lieber, wenn es nur ein leerer Ritus ist und ihr mich gar nicht wirklich ehren wollt.
Gottes Diagnose ist klar und war schon bei Noah ernüchternd – sowohl vor dem Flutgericht als auch danach: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an (1. Mose 6,5; 1. Mose 8,21).
Religiöse Übungen und Rituale reichen dazu nicht aus. Das ist zumeist nur Pflichterfüllung. Und wer meint, Gott damit gnädiger zu stimmen, betrügt sich selbst. Wie viel Opfer sind nötig? Reicht der Zehnte?
Das wird auch im berühmten Gleichnis vom Vater und seinen zwei Söhnen deutlich. Der jüngere Sohn kommt aus Not nach Hause – er kalkuliert. Der Vater aber, der für Gott steht, wird von reiner Liebe getrieben. Er läuft dem Sohn entgegen und schützt ihn vor Schande und Gewalt.
Woher kommt der menschliche Drang, einem Gott Opfer zu bringen? Ausdruck des Dankes? Wiedergutmachung? Beschwichtigung?
Und tatsächlich: Als Kain und Abel Opfer brachten (1. Mose 4,3–5), als Noah nach der Flut einen Altar errichtete (1. Mose 8,20) und auch als Mose nach dem Bund Opfer darbrachte (2. Mose 24,5), folgten sie keinem Gebot. Es war eine menschliche Form des Dankes und der Ehrung Gottes.
Gleichzeitig bereitete Gott durch die Opferriten Israels sein großes Opfer vor. Als er in Jesus Christus auf die Welt kam, war er entschlossen, sich einer verdorbenen Menschheit ganz hinzugeben. Der Tod Jesu am Kreuz war kein Unfall, sondern der Wille des Vaters. Jesu Tod war der Weg zur Auferstehung.
Gottes Selbstopfer aus Liebe kehrt alles um. Es ist endgültig und braucht keine Ergänzung durch menschliche Opfer. Entscheidend bleibt die Herzenshaltung, die in existenzielles Gottvertrauen mündet. Opfer aus Dankbarkeit nimmt Gott gern an – aber gnädiger wird er dadurch nicht.
Autor: Matthias Bank
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
By ERF - Der Sinnsender5
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Der Prophet Maleachi wirkte um 460 v. Chr. zur Zeit des Priesters Esra, etwa 50 Jahre nachdem der zweite Tempel wieder aufgebaut worden war und bevor Nehemia die Stadtmauer Jerusalems erneuerte.
Es ist Gott selbst, der durch Maleachi redet und anklagt. Adressaten seiner Diagnose sind die geistlichen Würdenträger, die Priester. Eigentlich sollen sie dafür sorgen – und mit gutem Beispiel vorangehen –, dass der heilige Herr angemessen geehrt wird, wie es zwischen Vater und Sohn oder Herr und Knecht selbstverständlich wäre.
Dann wäre es besser, ihr würdet die Tempeltore ganz schließen, damit ihr nicht in Versuchung kommt, sinnlose Opfer zu bringen. Lasst es lieber, wenn es nur ein leerer Ritus ist und ihr mich gar nicht wirklich ehren wollt.
Gottes Diagnose ist klar und war schon bei Noah ernüchternd – sowohl vor dem Flutgericht als auch danach: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an (1. Mose 6,5; 1. Mose 8,21).
Religiöse Übungen und Rituale reichen dazu nicht aus. Das ist zumeist nur Pflichterfüllung. Und wer meint, Gott damit gnädiger zu stimmen, betrügt sich selbst. Wie viel Opfer sind nötig? Reicht der Zehnte?
Das wird auch im berühmten Gleichnis vom Vater und seinen zwei Söhnen deutlich. Der jüngere Sohn kommt aus Not nach Hause – er kalkuliert. Der Vater aber, der für Gott steht, wird von reiner Liebe getrieben. Er läuft dem Sohn entgegen und schützt ihn vor Schande und Gewalt.
Woher kommt der menschliche Drang, einem Gott Opfer zu bringen? Ausdruck des Dankes? Wiedergutmachung? Beschwichtigung?
Und tatsächlich: Als Kain und Abel Opfer brachten (1. Mose 4,3–5), als Noah nach der Flut einen Altar errichtete (1. Mose 8,20) und auch als Mose nach dem Bund Opfer darbrachte (2. Mose 24,5), folgten sie keinem Gebot. Es war eine menschliche Form des Dankes und der Ehrung Gottes.
Gleichzeitig bereitete Gott durch die Opferriten Israels sein großes Opfer vor. Als er in Jesus Christus auf die Welt kam, war er entschlossen, sich einer verdorbenen Menschheit ganz hinzugeben. Der Tod Jesu am Kreuz war kein Unfall, sondern der Wille des Vaters. Jesu Tod war der Weg zur Auferstehung.
Gottes Selbstopfer aus Liebe kehrt alles um. Es ist endgültig und braucht keine Ergänzung durch menschliche Opfer. Entscheidend bleibt die Herzenshaltung, die in existenzielles Gottvertrauen mündet. Opfer aus Dankbarkeit nimmt Gott gern an – aber gnädiger wird er dadurch nicht.
Autor: Matthias Bank
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