ERF Plus - Bibel heute

Vom Ernst der Nachfolge


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Jesus folgen hat Folgen

„Nein, nicht schon wieder. Wird denn dieser Krieg niemals enden?“ - Es ist ermüdend, der 16. LKW mit Sachspenden für die Ukraine steht an. Es ist schwer, kostet viel Kraft und Überzeugungsvermögen für diese Arbeit, die doch gerade jetzt notwendiger ist denn je. Aufgeben jetzt, wo die Menschen im Kriegsgebiet unsere Unterstützung am meisten brauchen? Nein!

Ich erinnere mich noch, wie mit wieviel Begeisterung diese Aufgabe einst begann: Da muss man doch etwas tun, dem Übel etwas entgegensetzen, den Menschen, die von den Angriffen betroffen sind, helfen. Den Menschen helfen, die in Not sind, das ist doch unsere Berufung als Christen – oder? Mit dieser Einstellung begann es vor gut drei Jahren. Es sind vor allem junge Menschen, die ihre Hilfsbereitschaft kundtun und gleich tatkräftig große Sammelaktionen starten. Gerne habe ich diesen Tatendrang unterstützt.

Doch wer hätte gedacht, dass sich dieser Krieg, dieses Elend, solange hinzieht? Haben wir falsche Vorstellungen gehabt? Mit der Zeit entschwindet Enthusiasmus und Lust zu helfen. Jetzt gibt es so viele Erklärungen, warum ich mich dieser Aufgabe nicht mehr widmen kann oder möchte: Erst muss ich noch so viel anderes erledigen, Examen, Freund oder Freundin besuchen, erst noch in Urlaub fahren und dann vielleicht wieder … Vieles wird der einmal begonnen Aufgabe vorgezogen. Irgendwie kann ich das verstehen, man wird müde auf dem Weg, den man sich doch so anders vorgestellt hat. Ja, es kostet Kraft, Durchhaltevermögen und vor allem Entschlossenheit, der Berufung zu folgen.

Begegnung mit Jesus

Wenn wir Jesus begegnen, dann flammt in uns der Wunsch auf, ihm zu folgen. Wir fühlen uns berufen. Ja, und er ruft uns, immer und immer wieder. Er will, dass wir zu ihm kommen. In der Nachfolge verspricht er uns ein besseres, ewiges Leben mit ihm – ein Leben unserer Bestimmung entsprechend. Wer kann das nicht wollen? Was für ein erstrebenswertes Ziel. Enthusiastisch sind viele bereit zu folgen. Doch machen wir uns auch Gedanken über die „Folgen“ dieses „Folgens“? Wir sehen oft nur das Ziel und denken nicht über den Weg nach – nicht darüber, dass er lang und auch anstrengend, beschwerlich sein kann. Wie oft kommen wir vom Weg und den guten Vorsätzen, die wir haben, ab? Wie oft werden wir im Glauben müde, lassen uns von weltlichen Dingen wie: irdischem Reichtum und Anerkennung, ablenken, ja gar in den Bann ziehen und vergessen so Jesus auf dem Weg und mit ihm das Ziel.

Im Lukasevangelium heißt es: Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. (Lukas 9,23) In der Nachfolge stellt uns Jesus ein erstrebenswertes Ziel in Aussicht, aber er sagt auch ganz klar, dass es kein „First Class Direktflug“ ins Paradies wird. Er will, dass wir unsere Berufung, ihm zu folgen, ernst nehmen, zu wissen worauf wir uns einlassen, uns selbst aufgeben. Jesus nachfolgen heißt ihm komplett zu vertrauen: Keine Angst, dass wir Hab und Gut, unser Dach über dem Kopf verlieren. Dass wir alles, was bislang einen zu hohen Stellenwert in unserem Leben hatte, hinter uns lassen. Dazu gehören auch Menschen, die uns so nahestehen, dass sie uns im Glauben an Gott und Jesus Christus hindern. Jesus sagt zwar: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, aber er setzt dem voraus: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken und tun. (Lukas 10, 27)

Mission für Jesus

Auf meinen Reisen um die Welt bin ich vielen jungen Menschen begegnet, die alles hinter sich gelassen haben und in der christlichen Mission ihre Erfüllung gefunden haben. Sie arbeiten in Slums mit den Ärmsten der Armen. Sie erzählen von Jesus und zeigen seine Liebe in Aktion. Gerne verzichten sie auf vieles, was andere Jugendliche als erstrebenswert halten: Luxus, Partys, Reisen, Surfen, Segeln und viele vermeintliche Annehmlichkeiten dieser Welt. Doch diese jungen Menschen vermissen nichts. Sie sind glücklich und zufrieden. Sie freuen sich über jeden oder jede, die oder der durch die von ihnen vermittelte Botschaft, zu Jesus findet. „Hast du Jesus, dann hast du alles. Hast du alles und Jesus nicht, dann hast du nichts.“ Sagen sie. Wenn wir alles aufgeben, um Jesus nachzufolgen, verlieren wir in Wirklichkeit nichts. Jesus gibt uns alles. Er gibt uns, was in unserem Leben wirklich zählt, wonach unser Herz sich wirklich sehnt. Wenn wir alles aufgeben, um von Jesus alles zu empfangen, was wir brauchen, werden wir erfüllt. Wir überfließen, um uns anderen, ja Gottes Auftrag unserer Berufung hinzugeben. Er erfrischt uns täglich neu. Er gibt uns mehr als wir erbitten.

Auch ich empfinde manchmal Müdigkeit und habe keine Lust mehr für Menschen, die ich noch nicht einmal kenne, zu betteln, um Spenden zu bitten. Mit viel Überzeugungskraft Menschen zu bewegen zu helfen; zu sammeln, sortieren und zu packen. Doch dann höre ich diese Stimme, die sagt: es geht nicht nach dem Lustprinzip, sondern nach der Notwendigkeit. Du bist berufen! Gottes Berufung kann und sollte ich nicht einfach kündigen. Auf wundersame Weise kommen immer wieder genügend Spenden zusammen, Menschen, die helfen und anpacken – sich freuen, helfen zu dürfen. Jedes Mal, wenn so ein LKW mit 30 Tonnen Hilfsgütern: Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und allem, was die Menschen dort in ihrer Not benötigen, bepackt ist und gen Osten fährt, dann beschleicht mich ein gutes Gefühl, das sagt: Auch wenn es manchmal schwer ist, gib nicht auf!

Jesus begleitet uns

Ja, Jesus mutet uns etwas zu in der Nachfolge. Aber er geht den Weg auch mit uns und schenkt uns immer wieder neue Kraft. Er zeigt uns, dass es sich lohnt, ihm und seinen Anforderungen an uns zu folgen. Im Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 4 sagt Jesus zu seinem Vater im Himmel: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.“ Das heißt, wer Gott nachfolgen will, muss die Aufgabe, die Gott ihm anvertraut hat, zu Ende führen.

Dranzubleiben, darin bestärkt mich ein Brief, der uns nach dem letzten Transport erreicht: Liebe Partner aus Deutschland, seit bereits drei Jahren spüren wir eure Unterstützung, eure Liebe und Großzügigkeit in dieser schweren Zeit für die Ukraine. Das ist nicht einfach nur Hilfe – es ist ein Wunder Gottes, das uns durch euch geschenkt wird. Jeder Schritt, den ihr an unserer Seite geht, jede Geste des Mitgefühls und der Fürsorge ist ein Zeugnis eures großen Herzens und eures Glaubens an die Menschlichkeit. In Zeiten, in denen Schmerz, Zerstörung und Krieg Teil unserer Realität geworden sind, hat uns eure Unterstützung die Kraft gegeben, nicht nur standzuhalten, sondern auch unsere Mission fortzusetzen – denjenigen zu dienen, die es am meisten brauchen. Wir danken euch für eure Gebete, eure finanzielle Hilfe, die materiellen Ressourcen und vor allem: eure Nähe! Ihr seid für uns ein lebendiges Beispiel der Liebe Gottes auf Erden … Es ist eine Verbindung, die uns in der Liebe zum Nächsten vereint, trotz aller Grenzen und Umstände. Wir beten aufrichtig für euch, für eure Familien, für euer Land. Möge der Herr all eure Ressourcen vermehren, eure Herzen mit Frieden und Freude erfüllen und euch segnen, so wie ihr ein Segen für uns geworden seid. Mit tiefem Dank und in Liebe, Das Team von Christi Familie

Autor: Heike Knauff-Oliver

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