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In meiner Lutherbibel ist das 19. Kapitel im 3. Buch Mose mit dem Satz überschrieben: „Gesetze zur Heiligung des täglichen Lebens.“ Tatsächlich enthält das 3. Buch Mose eine Fülle von Gesetzen und Vorschriften, die das Leben der Israeliten in ihrer neuen Heimat regeln sollen. Gleich am Anfang des 19. Kapitels wird der Grund dafür beschrieben: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott“ (3. Mose 19, 2b).
Und auch schon zu Beginn des 18. Kapitels wird im dritten Vers beschrieben, dass Israel anders sein soll. Ihre Lebensweise soll anders sein als die der Ägypter, aus deren Knechtschaft sie geflohen sind, und anders als die der Menschen in Kanaan, wohin sie unterwegs sind.
Gottes Erwartung an sein Volk ist in wenigen Worten auf den Punkt gebracht: „Ihr sollt heilig sein“. Ihr sollt ganz anders sein, anders als alle anderen Völker. Warum? Ich bin euer Gott; ihr gehört mir! Und deshalb soll das Leben der Israeliten in jeder Beziehung und tatsächlich in jedem Detail unter dem Willen Gottes stehen. Und so finden wir in 3. Mose 19 eine recht große und gänzlich unsortierte Sammlung von Gesetzen.
Fasziniert haben mich die Verse, die unserer heutigen Betrachtung zugrunde liegen. Es werden Themen angesprochen, die auch und gerade in unserer Zeit von großer und aktueller Bedeutung sind. Ich will sie kurz benennen; danach schauen wir uns jedes Thema einzeln an:
Das alles sind klare Ansagen Gottes an sein heiliges Volk Israel. Aber der Reihe nach.
„Ihr sollt euch nicht wenden zu den Geisterbeschwörern und Zeichendeutern“ (3. Mose 19, 31a). Alles Okkulte, Geisterbeschwörungen, spiritistische Sitzungen, Wahrsagerei: das alles ist Gott ein Gräuel.
Doch viele Menschen damals wie heute haben eine Sehnsucht danach, noch Verborgenes zu wissen. Allein in Deutschland gibt es laut Hamburger Abendblatt 6000 Wahrsager und Astrologen. (Deutschlands bekannteste Wahrsager)
Warum will Gott nicht, dass sich sein Volk damit abgibt? Weil er nicht will, dass sein Volk sich verunreinigt mit falschen Hoffnungen, zerstörenden Ängsten und nicht hilfreichen Gedanken.
Gott will, dass sein Volk ihm in allen Belangen 100% vertraut. So, wie es ihm vertrauen musste, als er sie aus Ägypten befreite, sie durch die Wüste führte und sie täglich mit allem versorgte, was sie zum Leben brauchten.
Also, Hände weg von der Glaskugel und Gott in allem vertrauen!
Hier wurde den Israeliten eine klare Verhaltensweise aufgetragen. „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren“ (3. Mose 19, 32a). Als Kind habe ich das noch von meinen Eltern eingeschärft bekommen: Wenn du im Bus sitzt und ein älterer Mensch steigt ein, dann stehst du auf und bietest dem Älteren deinen Platz an. Aber das ist schon ziemlich lange her.
Doch der Respekt vor den Alten gründet sich auch auf die Erkenntnis, dass die Lebenserfahrung und das Wissen dieser Menschen von unfassbarem Wert sind. Achtsam und hilfsbereit mit denen umzugehen, die den Zenit ihres Lebens schon lange überschritten haben, ist eine soziale Verhaltensweise, die Gott ehrt.
Gott begründet diese Anforderung an sein Volk mit dem Satz: „… denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“ (3. Mose 19, 34b). Hier geht es um eine Grundeinstellung des Volkes Gottes: „… liebt die Fremdlinge wie euch selbst.“ Doch ich kann mir vorstellen, dass das für viele damals herausfordernd war. Ähnlich wie in unserer Zeit. Das Asylrecht war noch vor wenigen Wochen ein großes Wahlkampfthema in Deutschland und in den USA. Die einen treten dafür ein, die anderen wollen es verändern, und wieder andere wollen überhaupt keine „Fremdlinge“ mehr im Land. Gott aber sagt seinem Volk: Liebt die Fremdlinge!
Mit anderen Worten: Betrügt einander nicht, seid fair, handelt gerecht. Alles andere schafft böses Blut und führt zu einer korrupten Gesellschaft, in der keiner mehr dem anderen vertraut.
Klar, zu jedem dieser angesprochenen Themen gäbe es noch viel zu sagen. Doch was in unserem heutigen Text geschrieben steht, ist klar und braucht keine Ergänzung. Doch keines der vier Themen hätte überhaupt angesprochen werden müssen, wenn da nicht das Potential zum Fehlverhalten, vorbei an den Maßstäben Gottes, im sozialen Gefüge Israels gesteckt hätte.
Gottes Erwartungen an die Lebensweise seines Volkes kommen aber nicht aus einem Verlangen heraus, sein Volk einzuengen oder gar zu drangsalieren. Vielmehr gründen sich diese Erwartungen auf die Liebe und Gnade Gottes, aufgrund der er sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt und befreit hat. Und das macht er immer wieder deutlich. Fünfmal werden die Anforderungen Gottes mit den Worten bekräftigt: „Ich bin der Herr.“ Gott sagt mit anderen Worten: Vertraut mir, seid anders, lasst euch nicht von anderen bestimmen, lebt nach meinem Willen. Denn das ehrt mich, dient dem Wohle aller und hält das soziale Gefüge intakt.
Seid anders!
Dazu ermahnt auch der Apostel Petrus in seinem ersten Brief an Christen, die überall verstreut lebten: So „sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel“ (1. Petrus 1, 15).
Autor: Pastor Hans-Günter Mohn
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By ERF - Der Sinnsender5
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In meiner Lutherbibel ist das 19. Kapitel im 3. Buch Mose mit dem Satz überschrieben: „Gesetze zur Heiligung des täglichen Lebens.“ Tatsächlich enthält das 3. Buch Mose eine Fülle von Gesetzen und Vorschriften, die das Leben der Israeliten in ihrer neuen Heimat regeln sollen. Gleich am Anfang des 19. Kapitels wird der Grund dafür beschrieben: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott“ (3. Mose 19, 2b).
Und auch schon zu Beginn des 18. Kapitels wird im dritten Vers beschrieben, dass Israel anders sein soll. Ihre Lebensweise soll anders sein als die der Ägypter, aus deren Knechtschaft sie geflohen sind, und anders als die der Menschen in Kanaan, wohin sie unterwegs sind.
Gottes Erwartung an sein Volk ist in wenigen Worten auf den Punkt gebracht: „Ihr sollt heilig sein“. Ihr sollt ganz anders sein, anders als alle anderen Völker. Warum? Ich bin euer Gott; ihr gehört mir! Und deshalb soll das Leben der Israeliten in jeder Beziehung und tatsächlich in jedem Detail unter dem Willen Gottes stehen. Und so finden wir in 3. Mose 19 eine recht große und gänzlich unsortierte Sammlung von Gesetzen.
Fasziniert haben mich die Verse, die unserer heutigen Betrachtung zugrunde liegen. Es werden Themen angesprochen, die auch und gerade in unserer Zeit von großer und aktueller Bedeutung sind. Ich will sie kurz benennen; danach schauen wir uns jedes Thema einzeln an:
Das alles sind klare Ansagen Gottes an sein heiliges Volk Israel. Aber der Reihe nach.
„Ihr sollt euch nicht wenden zu den Geisterbeschwörern und Zeichendeutern“ (3. Mose 19, 31a). Alles Okkulte, Geisterbeschwörungen, spiritistische Sitzungen, Wahrsagerei: das alles ist Gott ein Gräuel.
Doch viele Menschen damals wie heute haben eine Sehnsucht danach, noch Verborgenes zu wissen. Allein in Deutschland gibt es laut Hamburger Abendblatt 6000 Wahrsager und Astrologen. (Deutschlands bekannteste Wahrsager)
Warum will Gott nicht, dass sich sein Volk damit abgibt? Weil er nicht will, dass sein Volk sich verunreinigt mit falschen Hoffnungen, zerstörenden Ängsten und nicht hilfreichen Gedanken.
Gott will, dass sein Volk ihm in allen Belangen 100% vertraut. So, wie es ihm vertrauen musste, als er sie aus Ägypten befreite, sie durch die Wüste führte und sie täglich mit allem versorgte, was sie zum Leben brauchten.
Also, Hände weg von der Glaskugel und Gott in allem vertrauen!
Hier wurde den Israeliten eine klare Verhaltensweise aufgetragen. „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren“ (3. Mose 19, 32a). Als Kind habe ich das noch von meinen Eltern eingeschärft bekommen: Wenn du im Bus sitzt und ein älterer Mensch steigt ein, dann stehst du auf und bietest dem Älteren deinen Platz an. Aber das ist schon ziemlich lange her.
Doch der Respekt vor den Alten gründet sich auch auf die Erkenntnis, dass die Lebenserfahrung und das Wissen dieser Menschen von unfassbarem Wert sind. Achtsam und hilfsbereit mit denen umzugehen, die den Zenit ihres Lebens schon lange überschritten haben, ist eine soziale Verhaltensweise, die Gott ehrt.
Gott begründet diese Anforderung an sein Volk mit dem Satz: „… denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“ (3. Mose 19, 34b). Hier geht es um eine Grundeinstellung des Volkes Gottes: „… liebt die Fremdlinge wie euch selbst.“ Doch ich kann mir vorstellen, dass das für viele damals herausfordernd war. Ähnlich wie in unserer Zeit. Das Asylrecht war noch vor wenigen Wochen ein großes Wahlkampfthema in Deutschland und in den USA. Die einen treten dafür ein, die anderen wollen es verändern, und wieder andere wollen überhaupt keine „Fremdlinge“ mehr im Land. Gott aber sagt seinem Volk: Liebt die Fremdlinge!
Mit anderen Worten: Betrügt einander nicht, seid fair, handelt gerecht. Alles andere schafft böses Blut und führt zu einer korrupten Gesellschaft, in der keiner mehr dem anderen vertraut.
Klar, zu jedem dieser angesprochenen Themen gäbe es noch viel zu sagen. Doch was in unserem heutigen Text geschrieben steht, ist klar und braucht keine Ergänzung. Doch keines der vier Themen hätte überhaupt angesprochen werden müssen, wenn da nicht das Potential zum Fehlverhalten, vorbei an den Maßstäben Gottes, im sozialen Gefüge Israels gesteckt hätte.
Gottes Erwartungen an die Lebensweise seines Volkes kommen aber nicht aus einem Verlangen heraus, sein Volk einzuengen oder gar zu drangsalieren. Vielmehr gründen sich diese Erwartungen auf die Liebe und Gnade Gottes, aufgrund der er sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt und befreit hat. Und das macht er immer wieder deutlich. Fünfmal werden die Anforderungen Gottes mit den Worten bekräftigt: „Ich bin der Herr.“ Gott sagt mit anderen Worten: Vertraut mir, seid anders, lasst euch nicht von anderen bestimmen, lebt nach meinem Willen. Denn das ehrt mich, dient dem Wohle aller und hält das soziale Gefüge intakt.
Seid anders!
Dazu ermahnt auch der Apostel Petrus in seinem ersten Brief an Christen, die überall verstreut lebten: So „sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel“ (1. Petrus 1, 15).
Autor: Pastor Hans-Günter Mohn
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