Leere Ränge in den Stadien. Eine menschenleere Spanische Treppe in Rom. Straßen und Plätze, die sich unsere Gesundheitsbehörden so leer wie möglich wünschen, damit das Corona-Virus in seinem unaufhaltsamen Vormarsch so oft wie möglich auf ein Vakuum trifft. Sind die Bilder dieser Leere gespenstische Bilder? Sind sie Bilder einer Geisterstunde? Aber was wäre schon dabei, wenn es so wäre? Gerade in der Geisterstunde erwachen doch Geister zum Leben. Und so kann die Leere in Zeiten des Corona-Virus unserem eigenen Geist vielleicht sogar gut tun. Wenn wir denn unsere Angst vor der Leere überwinden, unseren "horror vacui“, unser Bedürfnis, jede Leere füllen zu wollen. Wenn wir uns ansprechen lassen von der Leere. So wie die ersten Christen in der Leere des Grabes ihren Glauben an die Auferstehung gefunden haben. Und was wären die unendlichen Weiten des Weltraums, wenn es nicht auch dort immer wieder eine "lokale Leere" gäbe? Lassen wir uns also in diesen gefährlichen Corona-Zeiten anstecken von dem, was nicht ist. Und lassen wir uns die Leere eine Lehre sein.