Niemand soll sich sicher fühlen! Das scheint die Devise zu sein für das Denken und Handeln des türkischen Präsidenten. Niemand, der es wagt, Erdogans Politik zu kritisieren, soll sich sicher fühlen - nirgendwo, auch nicht in Europa. Dass den Drohungen aus Ankara auch Taten folgen, hat das türkische Regime gerade erneut bewiesen. Dieses Mal traf es den Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli, vor der Militärdiktatur aus der Türkei geflohen - und immer noch politisch verfolgt. Wir reiben uns die Augen: Wie kann die Türkei einen deutschen Staatsbürger im Urlaub in Spanien verhaften lassen? Andererseits: Wer eine eigene Partei in den deutschen Wahlkampf schickt und den Deutsch-Türken Empfehlungen für die Wahlentscheidungen gibt, warum soll der nicht auch Interpol missbrauchen, um unliebsame Schriftsteller mundtot zu machen - überall in Europa.