Wer im Geheimen verhandelt, dem unterstellt man unlautere Absichten. Wer die geheimen Dokumente dann nur scheibchenweise herausgibt, dem unterstellt man Vertuschungstaktik. Wer die demokratischen Institutionen nicht entscheiden lassen will, dem unterstellt man undemokratisches Machtstreben. Wer nicht alle beteiligt, dem unterstellt man Klientelpolitik und Vetternwirtschaft. All das ist beim geplanten Freihandelsabkommen CETA passiert. Und auch wenn einige der Unterstellungen nicht zutreffen - die EU-Kommission hat nichts dafür getan, sie aus der Welt zu schaffen. Es brauchte den Weckruf des Europaparlaments, um die gewählten Abgeordneten zu beteiligen. Es brauchte den Weckruf des Europäischen Rates, um die nationalen Regierungen zu beteiligen. Und ganz am Ende, als alles klar schien, da kam der Weckruf der Wallonie. Hat das jemand in Brüssel gehört? Ja, jetzt schon. Vielleicht merkt dann auch noch jemand, dass es nicht nur um den Freihandel mit Kanada geht, sondern auch um die Demokratie in Europa…