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Schaut! Die Wolke über der Stiftshütte, sie bewegt sich. Es geht los Leute, die Wolke steigt immer höher, wir müssen aufbrechen! Packt alles schnell ein, auch das Zelt, wir dürfen nicht trödeln. Der Herr befiehlt uns weiterzuziehen! – Aber es war doch so schön hier in der Oase, immer genug zu trinken. Und nicht so heiß! – Aber der Herr sagt, wir sollen losziehen. Hinein in die Wüste. Also auf!
Vielleicht haben Israeliten damals so reagiert, zur Zeit des Mose. Nach dem Auszug aus Ägypten führt Gott, der Herr, sein Volk in die Wüste. Um ihnen den Weg zu zeigen, hat sich Gott etwas ganz Besonderes einfallen lassen, etwas Majestätisches, über das man damals wie heute nur ehrfürchtig staunen kann. Eine Wolke über der Stiftshütte, die nachts leuchtete wie ein feuriger Schein. Ein Wunder, übernatürlich. Ein Zeichen von Gottes gewaltiger Gegenwart. Die Stiftshütte war Gottes Wohnung unter dem Volk Israel. Hier dienten Aaron, Moses Bruder, und seine Mitarbeiter als Priester des Herrn. Ein heiliger Ort.
Wahrscheinlich haben die Menschen damals mit Ehrfurcht dorthin geschaut, vielleicht auch mit Angst. Denn so ein gewaltiges Zeichen Gottes wie die feurige Wolke kann schon furchteinflößend sein. Und dann steht hier, dass sie sich plötzlich bewegte, manchmal nach einem Tag, nach zwei Tagen, nach Monaten, auch mitten in der Nacht. Dann hieß es sofort: Aufbrechen, ohne zu zögern. Das war Gottes Befehl. Und im nächsten Kapitel im 4.Mose steht, dass die Wolke sich erhob und das Volk aus der Wüste Sinai in die Wüste Paran zog, das ist eine Strecke von mehreren Hundert Kilometern, durch eine Gegend, die trocken und abweisend wirkt, felsig und lebensfeindlich. Doch das Volk Israel musste mitten durch diese Ödnis hindurch. Zwischendurch zeigte ihnen Gottes Wolke Lagerplätze, an denen die Menschen ausruhen, essen und trinken konnten. Der Herr hat immer für sein Volk gesorgt, sogar mitten in der Wüste. Ringsherum lauerte der Tod in der wilden Ödnis, aber das Volk lagerte sicher unter dem Schutz des Herrn, geleitet von der wunderbaren Wolke.
Wenn ich das lese, denke ich: Wie hätte ich wohl reagiert, wenn die Wolke sich erhob und zum Aufbruch geblasen wurde? Hätte ich gedacht: „Ach nein, nicht schon wieder. Wir haben es hier doch so schön, und jetzt sollen wir wieder losziehen, über Stock und Stein, durch dürres Land!“ – Hätte ich so gedacht? Vielleicht. Das Volk zog zwar damals gehorsam los. Aber es dauerte nicht lange und es begann das große Murren. Auf dem Weg vom Sinai nach Paran beklagte sich das Volk, dass es kein Fleisch hatte. „Wären wir doch in Ägypten geblieben!“ -Diesen Ruf hörte man damals immer wieder.
Es war nicht leicht für die Menschen, Gott zu vertrauen, obwohl er ja so große Wunder tat, sogar eine Wolke vor ihnen herschickte. Aber das reichte alles nicht aus, um bei den Israeliten dauerhaft Vertrauen zu wecken. Das erinnert mich an Jesus. Auch er tat gewaltige Wunder. Doch das alles reichte nicht, dass die Menschen ihm dauerhaft vertrauten. Kreuzigt ihn! Riefen die Menschen kurz nach dem Jesus Lazarus wieder ins Leben gerufen hatte, der schon drei Tage im Grab gelegen hatte. Ein großes Wunder, aber die Stimmung der Menschen schlug ganz schnell um. Wie schon in der Wüste zur Zeit des Mose. Die Menschen ändern sich nicht, das lerne ich daraus. Gott kann Gewaltiges tun, doch die Menschen bleiben unzufrieden.
Aber zurück zur Wolke, die den Israeliten den Weg zeigte. Ich finde, sie ist ein Symbol für Gottes Führung in meinem Leben. Durch die Wolke führt Gott sein Volk mitten durch die Wüste, durch ödes Land. Und das kann auch in meinem Leben passieren. Dass ich eine Durststrecke erlebe, die an meinen Kräften zehrt. Das kann Stress sein und Sorge um den Arbeitsplatz, über Wochen, Monate. Existenzangst. Können wir unser Haus weiter abbezahlen? Bekomme ich überhaupt noch einen neuen Job? Das sind mögliche Sorgen.
Oder das öde Land bedeutet Trauer um geliebte Menschen, die gestorben sind. Das kann einen zur Verzweiflung treiben. Ich habe gehört, dass Menschen dann zu Gott geschrien haben: Wie kannst Du das zulassen?
Auch Mose hat immer wieder zu Gott geschrien. Weil die Last, sein Volk zu führen, für ihn einfach zu groß wurde. Ja, Gott mutet uns Menschen manchmal wirklich schwere Lasten zu. Er führt uns in Wüsten, die uns nicht gefallen. Das hat Jesus übrigens auch dem Apostel Petrus im Neuen Testament vorausgesagt.
In Johannes 21,18 sagt Jesus zu Petrus: „Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.“
Gleich nach dieser Prophezeiung ruft Jesus Petrus auf: Folge mir nach! Ich finde das klingt wie eine Zumutung. Jesus sagt Petrus, dass er dorthin muss, wo er nicht hinwill, dass er also auch in eine öde Wüste muss, einen Weg gehen muss, der sehr schwer wird. Und gleich darauf soll Petrus Jesus nachfolgen, also auch zu diesem Weg Ja sagen. So wie das Volk Israel Gottes Wolke folgen sollte, wohin auch immer sie es hinführte.
Aber: Petrus geht, folgt Jesus. Zwar fällt er unterwegs immer wieder. Aber im Neuen Testament lese ich, dass Petrus trotzdem seinen Weg bis zu seinem Tod weiterging. Er ist nicht ruhig an Altersschwäche gestorben, er wurde getötet, weil er eine leitende Persönlichkeit der christlichen Gemeinde in Rom war.
Nun, hier in Deutschland kann ich meinen christlichen Glauben Gott sei Dank ausleben, ohne dass ich um mein Leben fürchten muss. Aber Gottes Weg kann für mich trotzdem schwer werden. Doch sagt mir Gott auch zu, dass er mich in grüne Oasen führen wird, also mein Leben immer wieder Höhepunkte hat, die mich fröhlich machen, wo ich Gottes Nähe ganz direkt spüre. Und ich weiß, dass am Ende meines Weges Gott selbst auf mich wartet. In grenzenloser Liebe. Das wusste auch Petrus, deshalb folgte er Jesus bis zum Tod.
Doch wie erkenne ich heute denn den Weg, den ich gehen soll? Das Volk Israel hatte damals eine Wolke, die jeder sehen konnte, bei Tag und Nacht. Die habe ich heute nicht. Aber ich habe die Bibel, Gottes Wort. Sie ist ein Wegweiser für alle Menschen. Sie sagt mir zum Beispiel, dass ich Gottes Geboten folgen soll. Ich soll meinen Nächsten lieben wie mich selbst. Also kein Egoismus, keine Ellenbogenmentalität. Sondern geduldig sein, liebevoll, auch wenn ich manchmal aus der Haut fahren will. Das ist Gottes Weg. Auch, dass ich mich einer Gemeinde anschließen soll, wenn ich an Jesus Christus glaube, gehört zu Gottes Weg, den ich gehen soll.
Wie ist es mit alltäglichen Entscheidungen? Wenn Menschen einen Partner suchen, oder wenn es darum geht, einen Job anzunehmen oder nicht? Dann hilft Gebet, das habe ich selbst erlebt. Ich stelle mich ganz bewusst unter Gottes Willen. Das heißt nicht, dass mir alles so glückt, wie ich es will. Es gibt immer noch Durststrecken. Aber Gott führt mich immer weiter, von Oase zu Oase. Auf das Volk Israel wartete schließlich das Gelobte Land. Und auf mich wartet der lebendige Gott, der für jeden eine Wohnung vorbereitet hat, der an ihn und seinen Sohn Jesus Christus glaubt.
Ja, es lohnt sich, auch schwere Wege mit Gott zu gehen, ihm zu folgen. Denn er meint es gut mit mir. Auch in einer Wüste, wenn ich keinen Ausweg sehe, weiß er trotzdem, wie es weitegeht. Denn er ist die Liebe.
► Mehr Infos zu 4. Mose:
Autor: Jens Wellhöner
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By ERF - Der Sinnsender5
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Schaut! Die Wolke über der Stiftshütte, sie bewegt sich. Es geht los Leute, die Wolke steigt immer höher, wir müssen aufbrechen! Packt alles schnell ein, auch das Zelt, wir dürfen nicht trödeln. Der Herr befiehlt uns weiterzuziehen! – Aber es war doch so schön hier in der Oase, immer genug zu trinken. Und nicht so heiß! – Aber der Herr sagt, wir sollen losziehen. Hinein in die Wüste. Also auf!
Vielleicht haben Israeliten damals so reagiert, zur Zeit des Mose. Nach dem Auszug aus Ägypten führt Gott, der Herr, sein Volk in die Wüste. Um ihnen den Weg zu zeigen, hat sich Gott etwas ganz Besonderes einfallen lassen, etwas Majestätisches, über das man damals wie heute nur ehrfürchtig staunen kann. Eine Wolke über der Stiftshütte, die nachts leuchtete wie ein feuriger Schein. Ein Wunder, übernatürlich. Ein Zeichen von Gottes gewaltiger Gegenwart. Die Stiftshütte war Gottes Wohnung unter dem Volk Israel. Hier dienten Aaron, Moses Bruder, und seine Mitarbeiter als Priester des Herrn. Ein heiliger Ort.
Wahrscheinlich haben die Menschen damals mit Ehrfurcht dorthin geschaut, vielleicht auch mit Angst. Denn so ein gewaltiges Zeichen Gottes wie die feurige Wolke kann schon furchteinflößend sein. Und dann steht hier, dass sie sich plötzlich bewegte, manchmal nach einem Tag, nach zwei Tagen, nach Monaten, auch mitten in der Nacht. Dann hieß es sofort: Aufbrechen, ohne zu zögern. Das war Gottes Befehl. Und im nächsten Kapitel im 4.Mose steht, dass die Wolke sich erhob und das Volk aus der Wüste Sinai in die Wüste Paran zog, das ist eine Strecke von mehreren Hundert Kilometern, durch eine Gegend, die trocken und abweisend wirkt, felsig und lebensfeindlich. Doch das Volk Israel musste mitten durch diese Ödnis hindurch. Zwischendurch zeigte ihnen Gottes Wolke Lagerplätze, an denen die Menschen ausruhen, essen und trinken konnten. Der Herr hat immer für sein Volk gesorgt, sogar mitten in der Wüste. Ringsherum lauerte der Tod in der wilden Ödnis, aber das Volk lagerte sicher unter dem Schutz des Herrn, geleitet von der wunderbaren Wolke.
Wenn ich das lese, denke ich: Wie hätte ich wohl reagiert, wenn die Wolke sich erhob und zum Aufbruch geblasen wurde? Hätte ich gedacht: „Ach nein, nicht schon wieder. Wir haben es hier doch so schön, und jetzt sollen wir wieder losziehen, über Stock und Stein, durch dürres Land!“ – Hätte ich so gedacht? Vielleicht. Das Volk zog zwar damals gehorsam los. Aber es dauerte nicht lange und es begann das große Murren. Auf dem Weg vom Sinai nach Paran beklagte sich das Volk, dass es kein Fleisch hatte. „Wären wir doch in Ägypten geblieben!“ -Diesen Ruf hörte man damals immer wieder.
Es war nicht leicht für die Menschen, Gott zu vertrauen, obwohl er ja so große Wunder tat, sogar eine Wolke vor ihnen herschickte. Aber das reichte alles nicht aus, um bei den Israeliten dauerhaft Vertrauen zu wecken. Das erinnert mich an Jesus. Auch er tat gewaltige Wunder. Doch das alles reichte nicht, dass die Menschen ihm dauerhaft vertrauten. Kreuzigt ihn! Riefen die Menschen kurz nach dem Jesus Lazarus wieder ins Leben gerufen hatte, der schon drei Tage im Grab gelegen hatte. Ein großes Wunder, aber die Stimmung der Menschen schlug ganz schnell um. Wie schon in der Wüste zur Zeit des Mose. Die Menschen ändern sich nicht, das lerne ich daraus. Gott kann Gewaltiges tun, doch die Menschen bleiben unzufrieden.
Aber zurück zur Wolke, die den Israeliten den Weg zeigte. Ich finde, sie ist ein Symbol für Gottes Führung in meinem Leben. Durch die Wolke führt Gott sein Volk mitten durch die Wüste, durch ödes Land. Und das kann auch in meinem Leben passieren. Dass ich eine Durststrecke erlebe, die an meinen Kräften zehrt. Das kann Stress sein und Sorge um den Arbeitsplatz, über Wochen, Monate. Existenzangst. Können wir unser Haus weiter abbezahlen? Bekomme ich überhaupt noch einen neuen Job? Das sind mögliche Sorgen.
Oder das öde Land bedeutet Trauer um geliebte Menschen, die gestorben sind. Das kann einen zur Verzweiflung treiben. Ich habe gehört, dass Menschen dann zu Gott geschrien haben: Wie kannst Du das zulassen?
Auch Mose hat immer wieder zu Gott geschrien. Weil die Last, sein Volk zu führen, für ihn einfach zu groß wurde. Ja, Gott mutet uns Menschen manchmal wirklich schwere Lasten zu. Er führt uns in Wüsten, die uns nicht gefallen. Das hat Jesus übrigens auch dem Apostel Petrus im Neuen Testament vorausgesagt.
In Johannes 21,18 sagt Jesus zu Petrus: „Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.“
Gleich nach dieser Prophezeiung ruft Jesus Petrus auf: Folge mir nach! Ich finde das klingt wie eine Zumutung. Jesus sagt Petrus, dass er dorthin muss, wo er nicht hinwill, dass er also auch in eine öde Wüste muss, einen Weg gehen muss, der sehr schwer wird. Und gleich darauf soll Petrus Jesus nachfolgen, also auch zu diesem Weg Ja sagen. So wie das Volk Israel Gottes Wolke folgen sollte, wohin auch immer sie es hinführte.
Aber: Petrus geht, folgt Jesus. Zwar fällt er unterwegs immer wieder. Aber im Neuen Testament lese ich, dass Petrus trotzdem seinen Weg bis zu seinem Tod weiterging. Er ist nicht ruhig an Altersschwäche gestorben, er wurde getötet, weil er eine leitende Persönlichkeit der christlichen Gemeinde in Rom war.
Nun, hier in Deutschland kann ich meinen christlichen Glauben Gott sei Dank ausleben, ohne dass ich um mein Leben fürchten muss. Aber Gottes Weg kann für mich trotzdem schwer werden. Doch sagt mir Gott auch zu, dass er mich in grüne Oasen führen wird, also mein Leben immer wieder Höhepunkte hat, die mich fröhlich machen, wo ich Gottes Nähe ganz direkt spüre. Und ich weiß, dass am Ende meines Weges Gott selbst auf mich wartet. In grenzenloser Liebe. Das wusste auch Petrus, deshalb folgte er Jesus bis zum Tod.
Doch wie erkenne ich heute denn den Weg, den ich gehen soll? Das Volk Israel hatte damals eine Wolke, die jeder sehen konnte, bei Tag und Nacht. Die habe ich heute nicht. Aber ich habe die Bibel, Gottes Wort. Sie ist ein Wegweiser für alle Menschen. Sie sagt mir zum Beispiel, dass ich Gottes Geboten folgen soll. Ich soll meinen Nächsten lieben wie mich selbst. Also kein Egoismus, keine Ellenbogenmentalität. Sondern geduldig sein, liebevoll, auch wenn ich manchmal aus der Haut fahren will. Das ist Gottes Weg. Auch, dass ich mich einer Gemeinde anschließen soll, wenn ich an Jesus Christus glaube, gehört zu Gottes Weg, den ich gehen soll.
Wie ist es mit alltäglichen Entscheidungen? Wenn Menschen einen Partner suchen, oder wenn es darum geht, einen Job anzunehmen oder nicht? Dann hilft Gebet, das habe ich selbst erlebt. Ich stelle mich ganz bewusst unter Gottes Willen. Das heißt nicht, dass mir alles so glückt, wie ich es will. Es gibt immer noch Durststrecken. Aber Gott führt mich immer weiter, von Oase zu Oase. Auf das Volk Israel wartete schließlich das Gelobte Land. Und auf mich wartet der lebendige Gott, der für jeden eine Wohnung vorbereitet hat, der an ihn und seinen Sohn Jesus Christus glaubt.
Ja, es lohnt sich, auch schwere Wege mit Gott zu gehen, ihm zu folgen. Denn er meint es gut mit mir. Auch in einer Wüste, wenn ich keinen Ausweg sehe, weiß er trotzdem, wie es weitegeht. Denn er ist die Liebe.
► Mehr Infos zu 4. Mose:
Autor: Jens Wellhöner
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