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Träumen Sie manchmal von der Zukunft? Es können Albträume sein, die Ihnen in den Sinn kommen; es können auch Wunschträume sein, wenn Sie Visionen entwickeln.
Der Prophet Jesaja zeigt uns den Traum Gottes von der Zukunft seines Volkes Israel: er träumt von einem gerechten Miteinander zwischen Gott und seinem Volk in der herrlich wiedererrichteten Stadt Jerusalem.
Ja, von einem so liebevollen Miteinander, dass hier sogar das Bild gebraucht wird von einem Bräutigam, der sich über seine Braut freut. Allerdings ist dieser Traum von der Wirklichkeit weit entfernt. Nichts wünschen wir Israel und dem Nahen Osten doch mehr, als dass dort endlich Friede einkehrt. Dass der Kreislauf von Hass und Vergeltung endlich durchbrochen wird.
Auch zur Zeit des Propheten war das ersehnte Friedensreich eine Vision in weiter Ferne. Und doch war es nicht als Vertröstung gedacht, sondern als reale Verheißung. Das Volk Israel ist aus dem Exil in Babylonien zurückgekehrt. Doch Jerusalem ist zerstört, der Tempel niedergerissen und den Menschen geht es schlecht. Wo soll die neue Zeit sein, die sie sich von Gott nach der Rückkehr aus der Verbannung erhofft haben? Die Menschen arbeiten hart und haben Mühe, das Nötigste zum Leben zu bekommen. Die Not ist groß. Wie sollen sie da auch noch die Kraft haben, Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen?
Also, das heißt: erinnert Gott an seine Verheißungen! Liegt ihm in den Ohren! Betet rund um die Uhr, bedrängt Gott! Und zwar so lange, bis Jerusalem wiederaufgebaut ist und es im Lobgesang weltweit besungen wird.
Na ja, Jerusalem wurde wieder aufgebaut, ebenso der Tempel. Danach wird das Gebet abgeflaut sein. Im Jahre 70 nach Christus wurde der Tempel dann von den Römern wieder zerstört. Und Jerusalem ist bis heute nicht unbedingt der Ort, den wir im Lobgesang in unseren Liedern besingen – jedenfalls nicht das irdische Jerusalem, sondern allenfalls das himmlische.
Vielen Menschen ist der christliche Glaube ziemlich unwichtig. Von allen Kirchenmitgliedern sind vielleicht drei oder vier Prozent am Gottesdienst interessiert. Was ist mit dem Rest? Wie lebt er seinen Glauben? Wann und wie nehmen die, die eigentlich getauft sind, am Gemeindeleben teil?
Jesaja hatte diese Sehnsucht. Er rief die glaubende Gemeinde damals dazu auf, solche Wächter zu werden, die Gott im Gebet rund um die Uhr bedrängen: nicht nur für die eigene Not, nicht nur für ein persönliches Anliegen, sondern für die Stadt Jerusalem – also für die große Gemeinschaft und für eine große Zukunft.
Und Jesus fordert seine Jünger auf: "Wachet und betet!".
Auch Paulus ermahnt: „Betet ohne Unterlass!“.
Auch im Blick auf den verheißenen Frieden für Israel. Warum? Weil es weder der Staat Israel noch die weltweite Unterstützung für Gottes Volk ist, die dieses Ziel erreichen werden, sondern es ist allein der Herr in seiner souveränen Macht. So ist das immer, wenn es um Gottes Sache geht. Das Entscheidende muss er selbst in die Hand nehmen. Aber wir brauchen dabei trotzdem nicht untätig sein. Gott will, dass wir ihn im Gebet immer wieder daran erinnern, dass da dieses Ziel ist. Er will von uns an die Zukunft seines Volkes Israel erinnert werden.
Jesaja sagt uns, dass das Gebet ein Teil der Mitarbeit im Reich Gottes ist. Aber nicht nur Beter braucht Gott. Er braucht auch Wegbereiter. Menschen, die anderen den Weg in Gottes Gegenwart öffnen, und die Zeichen setzen, dass es eine Zuflucht gibt aus einer unheilen Welt. Bereitet den Weg! Machet Bahn, räumt die Steine hinweg!
Alle sollen es wissen: zum Berg Zion kommt das Heil.
Der Sieger hält Einzug in Jerusalem, der Sieger über die Macht des Bösen und den Tod. Hier, bei Gott, ist das Heil zu finden. Wie können Sie heute Wegbereiter sein? Welche Steine können Sie aus dem Weg räumen? Im Blick auf die vielen, die keine Verbindung mehr mit dem Glauben an Jesus Christus haben?
Ich kann sie einfach einmal freundlich einladen: die Nachbarn, die Freunde, die Bekannten, die Verwandten. Ihnen vorleben, dass man weder besonders viel ausgefressen haben muss noch besonders heilig sein muss, sondern dass man einfach so, wie man ist, fröhlich glauben kann. Ich möchte vorleben, dass bewusstes Christsein etwas Befreiendes ist. Glaube ist kein Besitz, sondern etwas, das ich mit Freuden weitergebe. Also: räumt die Steine weg! Denn es geht darum, die Bahn freizumachen, den Weg zum Heil zu bahnen. Zum Heil für uns und die Menschen um uns! Und auch zum Heil für Israel.
Auf dem Berg Zion, in Jerusalem, wird einst das Heil für alle Welt erscheinen. Diese Hoffnung haben wir Christen gemeinsam mit den Juden, mit dem Volk Israel. Auch wenn wir glauben, dass der Heils-Bringer, der Heiland, für uns schon gekommen ist, in Jesus Christus, und das jüdische Volk auf den Messias noch wartet.
Wir dürfen aber hoffen, dass der kommende Messias der Juden und der wiederkommende Jesus Christus ein und derselbe sein wird; und wir dürfen gemeinsam mit dem Volk Israel an die Verheißungen Gottes von einer endgültigen Heilszeit glauben.
Und deshalb bringen wir diese Geschwister auch im Gebet vor Gott, bis auch für Israel das Heil Gottes endgültig gekommen ist.
Autor: Pfarrer Klaus Schlicker
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
By ERF - Der Sinnsender5
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Träumen Sie manchmal von der Zukunft? Es können Albträume sein, die Ihnen in den Sinn kommen; es können auch Wunschträume sein, wenn Sie Visionen entwickeln.
Der Prophet Jesaja zeigt uns den Traum Gottes von der Zukunft seines Volkes Israel: er träumt von einem gerechten Miteinander zwischen Gott und seinem Volk in der herrlich wiedererrichteten Stadt Jerusalem.
Ja, von einem so liebevollen Miteinander, dass hier sogar das Bild gebraucht wird von einem Bräutigam, der sich über seine Braut freut. Allerdings ist dieser Traum von der Wirklichkeit weit entfernt. Nichts wünschen wir Israel und dem Nahen Osten doch mehr, als dass dort endlich Friede einkehrt. Dass der Kreislauf von Hass und Vergeltung endlich durchbrochen wird.
Auch zur Zeit des Propheten war das ersehnte Friedensreich eine Vision in weiter Ferne. Und doch war es nicht als Vertröstung gedacht, sondern als reale Verheißung. Das Volk Israel ist aus dem Exil in Babylonien zurückgekehrt. Doch Jerusalem ist zerstört, der Tempel niedergerissen und den Menschen geht es schlecht. Wo soll die neue Zeit sein, die sie sich von Gott nach der Rückkehr aus der Verbannung erhofft haben? Die Menschen arbeiten hart und haben Mühe, das Nötigste zum Leben zu bekommen. Die Not ist groß. Wie sollen sie da auch noch die Kraft haben, Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen?
Also, das heißt: erinnert Gott an seine Verheißungen! Liegt ihm in den Ohren! Betet rund um die Uhr, bedrängt Gott! Und zwar so lange, bis Jerusalem wiederaufgebaut ist und es im Lobgesang weltweit besungen wird.
Na ja, Jerusalem wurde wieder aufgebaut, ebenso der Tempel. Danach wird das Gebet abgeflaut sein. Im Jahre 70 nach Christus wurde der Tempel dann von den Römern wieder zerstört. Und Jerusalem ist bis heute nicht unbedingt der Ort, den wir im Lobgesang in unseren Liedern besingen – jedenfalls nicht das irdische Jerusalem, sondern allenfalls das himmlische.
Vielen Menschen ist der christliche Glaube ziemlich unwichtig. Von allen Kirchenmitgliedern sind vielleicht drei oder vier Prozent am Gottesdienst interessiert. Was ist mit dem Rest? Wie lebt er seinen Glauben? Wann und wie nehmen die, die eigentlich getauft sind, am Gemeindeleben teil?
Jesaja hatte diese Sehnsucht. Er rief die glaubende Gemeinde damals dazu auf, solche Wächter zu werden, die Gott im Gebet rund um die Uhr bedrängen: nicht nur für die eigene Not, nicht nur für ein persönliches Anliegen, sondern für die Stadt Jerusalem – also für die große Gemeinschaft und für eine große Zukunft.
Und Jesus fordert seine Jünger auf: "Wachet und betet!".
Auch Paulus ermahnt: „Betet ohne Unterlass!“.
Auch im Blick auf den verheißenen Frieden für Israel. Warum? Weil es weder der Staat Israel noch die weltweite Unterstützung für Gottes Volk ist, die dieses Ziel erreichen werden, sondern es ist allein der Herr in seiner souveränen Macht. So ist das immer, wenn es um Gottes Sache geht. Das Entscheidende muss er selbst in die Hand nehmen. Aber wir brauchen dabei trotzdem nicht untätig sein. Gott will, dass wir ihn im Gebet immer wieder daran erinnern, dass da dieses Ziel ist. Er will von uns an die Zukunft seines Volkes Israel erinnert werden.
Jesaja sagt uns, dass das Gebet ein Teil der Mitarbeit im Reich Gottes ist. Aber nicht nur Beter braucht Gott. Er braucht auch Wegbereiter. Menschen, die anderen den Weg in Gottes Gegenwart öffnen, und die Zeichen setzen, dass es eine Zuflucht gibt aus einer unheilen Welt. Bereitet den Weg! Machet Bahn, räumt die Steine hinweg!
Alle sollen es wissen: zum Berg Zion kommt das Heil.
Der Sieger hält Einzug in Jerusalem, der Sieger über die Macht des Bösen und den Tod. Hier, bei Gott, ist das Heil zu finden. Wie können Sie heute Wegbereiter sein? Welche Steine können Sie aus dem Weg räumen? Im Blick auf die vielen, die keine Verbindung mehr mit dem Glauben an Jesus Christus haben?
Ich kann sie einfach einmal freundlich einladen: die Nachbarn, die Freunde, die Bekannten, die Verwandten. Ihnen vorleben, dass man weder besonders viel ausgefressen haben muss noch besonders heilig sein muss, sondern dass man einfach so, wie man ist, fröhlich glauben kann. Ich möchte vorleben, dass bewusstes Christsein etwas Befreiendes ist. Glaube ist kein Besitz, sondern etwas, das ich mit Freuden weitergebe. Also: räumt die Steine weg! Denn es geht darum, die Bahn freizumachen, den Weg zum Heil zu bahnen. Zum Heil für uns und die Menschen um uns! Und auch zum Heil für Israel.
Auf dem Berg Zion, in Jerusalem, wird einst das Heil für alle Welt erscheinen. Diese Hoffnung haben wir Christen gemeinsam mit den Juden, mit dem Volk Israel. Auch wenn wir glauben, dass der Heils-Bringer, der Heiland, für uns schon gekommen ist, in Jesus Christus, und das jüdische Volk auf den Messias noch wartet.
Wir dürfen aber hoffen, dass der kommende Messias der Juden und der wiederkommende Jesus Christus ein und derselbe sein wird; und wir dürfen gemeinsam mit dem Volk Israel an die Verheißungen Gottes von einer endgültigen Heilszeit glauben.
Und deshalb bringen wir diese Geschwister auch im Gebet vor Gott, bis auch für Israel das Heil Gottes endgültig gekommen ist.
Autor: Pfarrer Klaus Schlicker
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