ERF Plus - Bibel heute

Zweierlei Seligpreisungen


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Wer ist wirklich glücklich? Frage ich mich. Da ruft eine Frau ganz laut: „Selig ist der Leib, der dich getragen hat …“

Man könnte dieses Wort „selig“ (griechisch: makarios) auch mit „glücklich wiedergeben.

Und einige andere Ausleger setzen diese beiden deutschen Wörter einfach zusammen und schreiben: „glückselig“.

Ich bin dann glücklich, wenn mir etwas gelingt, es mir gut geht, meine Umstände positiv sind. Selig ist noch etwas tiefer, als sich zu freuen. Selig ist ein Zustand, der sich tief in ein Menschenherz hineinlegt und tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit auslöst. Und das kann ich auch sein, wenn die Umstände nicht so gut sind. So sagt Jesus zum Beispiel im Matthäusevangelium, Kapitel 5, Vers 3: Selig, glücklich, glückselig sind diejenigen, die geistlich arm sind.

Also eigentlich in einem Zustand, der vordergründig von Schwäche zeugt. „Geistlich arm“ ist vordergründig nichts Gutes. Aber in dieser geistlichen Armut weiß der glückselige Mensch sich getragen von Gott. Denn Gott füllt ihn mit Kraft, Liebe und mit all dem, was der Mensch nicht produzieren kann.

Diese Frau, die ruft, meint, dass Maria glückselig ist. Sie wurde die Mutter des Messias, des Christus, des Retters der Welt. Mehr geht ja nicht. Und ganz gewiss war Maria glücklich, dankbar und zufrieden. Aber interessanterweise bewertet Jesus diese Aussage nicht.

Er sagt weder: „Sei du mal die Mutter des Messias, da bist du nicht nur glückselig, sondern hast auch andere Sorgen.“ Noch sagt er: „Ja, genau. Stellt meine Mutter in den Mittelpunkt.“

Jesus sagt schlicht: „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ (Vers 28)

Anstatt eine einzelne Frau, nämlich seine Mutter, stellt Jesus eine ganze Personengruppe in den Mittelpunkt. Und er macht deutlich, wer wirklich glückselig ist. Wer diesen tiefen inneren Frieden haben wird: es sind die, die Gottes Wort hören und bewahren.

Das macht offensichtlich das Wort Gottes. Es bewirkt in einem Menschen ein Empfinden von Glück und Seligkeit. Von Zufriedenheit und Dankbarkeit. Wer Gottes Wort hört, der lernt Gott kennen. Der häuft Wissen darüber an, wie Gott handelt und wie Gott über Dinge denkt. Was er gut oder auch schlecht findet. Was Gott freut oder ihn traurig macht.

Aber das Hören allein reicht nicht. Jesus redet vom Bewahren. Stellen Sie sich vor, Ihnen wird etwas Wertvolles anvertraut. Sie passen darauf auf. Sie suchen einen besonderen, geschützten Platz, damit das, was Ihnen anvertraut wurde, nicht beschädigt werden kann. Gottes Wort bewahren, bedeutet, im Herzen aufbewahren. Die Worte auf sich wirken lassen und behalten. Das löst etwas in dem Menschen aus.

So wusste der Psalmschreiber Asaf, als er in einer tiefen Krise war, folgendes zu schreiben: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“ (Psalm 73,25-26).

Das ist wahre Glückseligkeit: von einem Gott zu wissen, der in den tiefen Tälern meines Lebens gegenwärtig ist und von dem ich weiß, was er für mich sein möchte. Mein Trost und derjenige, der zu mir gehört, der mich hört, der mich hält und trägt. Und das weiß ich nur, wenn ich das Wort Gottes lese, das Gelesene behalte und in meinem Leben anwende. Dann wird ein Mensch nicht nur glücklich, sondern auch selig: glückselig.

Ich wünsche Ihnen das sehr, dass sie diese Glückseligkeit erleben und immer wieder neu, durch das Wort Gottes, tiefen Frieden und Freude erfahren.

In den Versen 29 – 32 spricht Jesus dann von Menschen, die an dieser Glückseligkeit vorbeileben und sie nicht erfahren. Es sind Menschen, die Gottes Wort zwar hören, es aber nicht bewahren.

Diejenigen, die Jesus meint, sind Menschen, denen das Wort Gottes nicht reicht. Das wird deutlich, wenn Jesus sagt: „Diese Generation steht ganz und gar Gottes gutem Willen entgegen! Sie fordern ein Wunderzeichen.“ (Vers 29). Das war in der Tat ein Wunsch von vielen damals. Nur damals?

Im Johannesevangelium, Kap. 6, Vers 30, sprechen Menschen zu Jesus: „Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?“ Nun ist es ja nicht so, dass Jesus bis dahin nichts getan hätte. Er hat ja geheilt, gespeist usw. Aber offensichtlich ist es ihnen nicht genug.

Ich glaube, dass hier etwas Wichtiges drinsteckt: glückselig, tief zufrieden, werde ich nicht, wenn Gott alles für mich macht. Ich kenne das. Gott wirkt etwas Gutes, Großes. Ich preise ihn dafür. Und am nächsten Tag kommt ein neues Problem, und schon wieder beginnt es von neuem: der Zweifel, ob Gott da ist. Der Frust, dass Gott das zulässt. Wenn ich ein Wunder erlebe oder bei anderen wahrnehme, bedeutet das nicht automatisch, dass sich dieser glückselige Zustand einstellt. Wunder sind Gottes Eingriffe und Antworten auf die Sorgen und Probleme der Menschen. Aber sie bilden nicht das Fundament meines Glaubens.

Jesus spricht die Menschen damals konkret an: „Ihr glaubt nicht meinen Worten.“ Und dann stellt er andere, Heiden, als Vorbilder dar. Er spricht von der Königin des Südens. Sie besuchte damals Salomo, den König Israels. Sie staunte über die Weisheit und die Rede dieses Mannes. Jesus spricht die Menschen von Ninive an. Jona kam und predigte ihnen, dass sie umkehren sollten. Und dieses Volk kehrte tatsächlich um. „Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an.“ (Jona 3,5)

Jesus sagt, dass am Jüngsten Tag, am Tag des Gerichtes Gottes, die Glückseligen gerettet sind. Aber die, die den Worten Jesu, dem Wort Gottes keinen Glauben schenkten, sie werden verdammt werden.

Die Worte Gottes sind mehr als ein Buch mit lauter guten Tipps. Es sind Worte, die uns zur Umkehr bringen. Worte, die unser Leben prägen möchten. Worte, die unser Leben glücklich, selig, glückselig machen möchten.

Vielleicht ist es für Sie heute dran, sich den Worten Gottes, sich Jesus Christus zuzuwenden? Kommen Sie zu ihm. Lassen Sie sich Ihre Schuld von ihm vergeben und werden Sie glückselig in Jesus.

Autor: Benjamin Gies

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