Die Zeit läuft, in einer Woche sollte Klarheit herrschen. Dann ist die konstituierende Sitzung des EU-Parlaments. Aber noch wird heftig darüber gestritten, wer den Posten des EU-Kommissionspräsidenten übernehmen soll. Die Staats- und Regierungschefs können sich nicht einigen. Zu unterschiedlich offenbar die Interessen und gänzlich verschieden von denen des Parlaments, das dem Vorschlag zustimmen muss. Angela Merkel will und muss den konservativen Manfred Weber durchsetzen. Der spanische Premier Sanchez will aber keinen Konservativen. Und Frankreichs Präsident Macron lehnt das ganze Spitzenkandidatenmodell bei der Europawahl ab. Auf dem aber wiederum das Parlament beharrt. Auch der Sozialdemokrat Timmermans und die Liberale Vestager können keine Mehrheit hinter sich vereinen. Was nun? Nach einer Europawahl mit höchster Beteiligung die gegenseitige Blockade der EU-Institutionen. Egal wer sich bewegt: Wer einlenkt, dem droht der Verlust von Macht und Einfluss. Wir sind unfähig, uns zu einigen - ist das die Botschaft der Europapolitik an die Wähler?