Über die Teilnahme an der Umfrage würden wir uns sehr freuen. Den Link dazu gibt es hier: https://listening.sslsurvey.de/Podcastumfrage_Am_Abgrund
Thyssenkrupp und die Politik
Thyssenkrupp ist auch ein politisches Thema. Kaum jemand dürfte das besser wissen als Hendrik Wüst. Seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident in NRW muss er sich positionieren, wenn es neue Entwicklungen bei Thyssenkrupp gibt: öffentlich, aber auch hinter den Kulissen. Immer geht es dabei auch um die Frage, was aus Tausenden Arbeitsplätzen in NRW wird – und ob Klimaschutz in der Industrie gelingen kann. Wie viel Macht hat ein Ministerpräsident, wenn einer der größten Industriekonzerne des Landes in Schieflage gerät?
Der Hendrik-Wüst-Versteher
In dieser Folge sprechen Oliver Hollenstein und Ulf Meinke mit Tobias Blasius, Landeskorrespondent der WAZ. Blasius beobachtet Hendrik Wüst seit vielen Jahren journalistisch, hat ein Buch über ihn geschrieben – und kann erklären, wie der NRW-Ministerpräsident tickt.
Es geht um Wüsts ersten großen Auftritt als Ministerpräsident nach seinem Amtsantritt im Jahr 2021: Vor der Thyssenkrupp-Steel-Zentrale in Duisburg trat er Seite an Seite mit Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaftern auf. Seine Botschaft: „Klimaschutz und Industrie dürfen kein Gegensatz sein.“
Es geht auch um die 700 Millionen Euro, die das Land NRW mit Wüst an der Spitze für den Umbau der Stahlproduktion bereitstellt – die größte Einzelförderung in der Geschichte des Landes.
Vom Zukunftsprojekt zum politischen Risiko?
Doch inzwischen ist vieles komplizierter geworden. Das große Grünstahl-Projekt in Duisburg verzögert sich, Thyssenkrupp steckt weiterhin in der Krise, und eine Frage wird immer drängender: Kann Wüst ausgerechnet mit diesem Konzern zeigen, dass der Wandel der Industrie gelingt? Oder wird Thyssenkrupp für ihn immer mehr zu einem politischen Risiko?
Tobias Blasius erklärt, warum Wüst als Politiker nichts dem Zufall überlässt, wie wichtig Bilder und Inszenierungen für ihn sind – und warum Thyssenkrupp für Wüst zwischenzeitlich ein perfektes Zukunftsthema war. Außerdem geht es um die Mitbestimmung, den herannahenden Landtagswahlkampf und Wüsts mögliche bundespolitische Ambitionen.