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  • Zwang zum Ja | Von Dr. Almuth Bruder-Bezzel
    »Corona. Inszenierung einer Krise.« – Teil 2: 
    Ein Standpunkt von Dr. Almuth Bruder-Bezzel.
    "Der vorliegende Text Dr. Almuth Bruder-Bezzels ist ein Auszug aus dem Buch »Corona. Inszenierung einer Krise.« Die Anthologie erscheint im Mai 2022, herausgegeben von Professor Klaus-Jürgen Bruder, Almuth Bruder-Bezzel und Jürgen Günther im Verlagshaus Sodenkamp & Lenz, Berlin. Zugleich findet der gleichnamige Akademiekongress statt."
    Die Psychologie des Coronaregimes und die Rolle der Psychologen
    Manipulationsinstrumente im Corona-Regime: Die Aufgabe der Helfer der Regierung ist, »Überzeugungsarbeit« zu leisten, also die Aufgabe, die Menschen dahin zu bringen, dass sie tun, was sie sollen (Lippmann). Dafür stehen eine Fülle von Manipulationsinstrumenten zur Verfügung, die auch in der Corona-Inszenierung eingesetzt wurden, so unter anderem


    Wiederholen der Botschaften nach dem Motto »Zweiundsechzigtausend Wiederholungen ergeben eine Wahrheit«, wie es in Huxleys »Schöne neue Welt« heißt, dort mit dem Mittel der »Hypnopädie«, bei der im Schlafsaal der Lautsprecher Parolen und Merksätze immer und immer wieder aufsagt (1932/1979, S. 47, S. 32 f.)
    Sprachregelungen, Bedeutungsverschiebungen nach dem Orwellschen Muster des Neusprech;
    Überzeugen, Überreden durch gezielte Informationspolitik durch »Experten« und politisch einflussreiche Personen, Ausschluss von alternativen Meinungen
    Einsatz von Emotionen wie Angst, Aggression, Moral
    Appelle an Solidarität, Gemeinschaft, kollektives Wir
    Aufstellen eines Feindes
    Kontrolle des Verhaltens und Bewusstseins durch direkte Lenkung des Verhaltens über die Maßnahmen, Verbote, Gebote und Gewalt und entsprechende Sanktionen
    Über das Handeln, das »doing« (J. Butler) selbst werden die Forderungen, wird die Unterwerfung »inkorporiert« (Bourdieu).

    Feinderklärung
    Ein weiteres, nicht verzichtbares, ergänzendes Herrschaftsmittel neben der Angst wurde von Anbeginn an eingesetzt: Spaltung der Gesellschaft durch Aggression gegen Kritiker, was auf der anderen Seite zugleich ein ausschließendes »Wir«-Gefühl erzeugt und zusammenschweißt – immer wieder wurde darüber die »Solidarität« gefordert und beschworen, was durchaus an Volksgemeinschaft erinnert. Im Mechanismus der Feinderklärung werden innere oder äußere Feinde benannt, parallel zum äußeren Feind, gegen den propagandistisch oder militärisch vorgegangen wird, werden an der »Heimatfront« innere Feinde bekämpft und mundtot gemacht, seien es Oppositionelle oder Minderheiten.
    Peter Brückner hatte in den frühen siebziger Jahren die »Feinderklärung« als bevorzugtes Mittel in Krisen und Kriegszeiten, als Kennzeichen des autoritären Staats beschrieben und analysiert. Mit ihr wird die Identifikation und Loyalität mit dem Regierungshandeln durch Aggression gegen Kritiker aufgebaut und das »reflexartige Unterwerfungsverhalten der Bevölkerung« (Brückner 1972, S. 56) aufrechterhalten. Damit werden die Kritiker, nicht die Regierung, die in Krisenzeiten der Bevölkerung schmerzliche Maßnahmen auferlegt oder versagt, zum Feind. Durch die Feinderklärung werden die Kritiker isoliert, ausgegrenzt, ihre Argumente und ihre Forderungen eliminiert, sie werden lächerlich gemacht, demoralisiert oder kriminalisiert. Aggression wird gegen Angst eingesetzt, Angst wird mit Aggression abgewehrt. Angst und Aggression sind Schwestern, beeinflussen sich gegenseitig, Angst kann in Aggression kippen, Panik in Hass. So wird panische Angst in hohem Maß aggressiv verteidigt, gerechtfertigt.


    Es wechselt je nach politischem Bedarf, wer jeweils zum inneren oder äußeren Feind erklärt wird. Damals richtete sie sich gegen Sozialismus generell, gegen linke Studenten, dann gegen die Baader-Meinhof-Gruppe und deren Sympathisanten. Heute sind dies die »Putinversteher«, die Israelkritiker, im Parteienwettbewerb die AFD,
    16 min
  • Borniertheit | Von Bernd Lukoschik
    Ein Kommentar von Bernd Lukoschik.
    Element unserer konformistischen Gesellschaft
    Das Phänomen
    Etwas ganz alltäglich Gewordenes: Da tritt ein Politiker auf und wirft der Friedensbewegung vor, sie solidarisiere sich nicht (genug) mit der Ukraine gegen Russland. Sie fröne einem falsch verstandenen Pazifismus. Der Hinweis der Friedensbewegten auf die Vielzahl an Untaten der NATO in den letzten Jahrzehnten, ihr Verweis auf die illegalen Kriege der westlichen „Werte“-Gemeinschaft, all das, um Russlands Vorgehen zu relativieren, gar verständlich zu machen, sei unangebracht.
    Was war, zähle nicht.
    Allein das, was ist, zählt: Heute begehe Putin Verbrechen. Und das muss gewissermaßen bestraft werden, was nur mit militärischen Mitteln gelingen könne.
    Frieden schaffen mit schweren Waffen!
    Mit solchen Gedankengängen wird der Zeitgenosse nicht nur seitens der Politiker eingedeckt, sondern auch vom näheren oder ferneren Bekanntenkreis. Zunehmend macht sich Aggression breit. Wer für Frieden ist, ist für Russland.
    Engstirnigkeit bzw. Borniertheit Nr. 1
    Was war, zählt nicht, nur was eben geschieht, bestimmt unser Denken und Handeln.
    Wir interessieren uns nicht mehr für die Vergangenheit, weil wir keine Vergangenheit mehr haben. Längst ist das flüchtige Kurzzeitgedächtnis an die Stelle der Erinnerung getreten.
    Engstirnigkeit bzw. Borniertheit Nr. 2
    Was sein wird, was droht, worauf wir hinarbeiten, gerät aus dem Fokus unseres Vorstellens und Denkens. Verzicht auf den unbedingten Pazifismus – was zunehmend gefordert wird – lässt eine sehr wahrscheinlich furchtbare Zukunft schlicht aus der Vorstellungswelt verschwinden: den drohenden Nuklearkrieg.
    Wir machen uns keine Gedanken mehr um die drohende Zukunft, weil wir keinen Zeithorizont nach vorn haben, keine Zukunft mehr vorstellen können.
    Das Ausblenden von Vergangenheit und Zukunft lässt den Zeitgenossen sich auf eine nahezu punktuelle Gegenwart fixieren: Die Wirklichkeit verkommt zu einer bloßen Aneinanderreihung von Momentaufnahmen.
    Und er verändert sich ebenfalls: Er verkümmert zum Jetztling, zu einem Wesen, das über den zeitlichen Horizont einer Eintagsfliege verfügt – wenn deren Zeithorizont mit ihrem einen Tag den des westlichen Wertemenschen hier nicht bereits bei Weitem übertrifft! Man bedenke nur die Erinnerungsleistung des Tagesschaukonsumenten fünf Minuten nach Verglimmen der Nachrichtenberieselung!
    Die Handlung
    Dabei ist doch klar, dass die Handlung des anderen und meine eigene Handlungsfähigkeit zutiefst von der Vergangenheit und der Zukunft abhängen.
    … von der Vergangenheit
    Wie soll ich Putins Handeln verstehen, wenn ich nur auf sein punktuelles Tun starre, das mir die Medien in Momentaufnahmen präsentieren? In Momentaufnahmen – das haben nun mal Bilder so an sich –, die systematisch Vergangenheit und Zukunft ausklammern müssen.
    Um seine Handlung zu verstehen, ist es notwendig, seine Beweggründe und Motive empathisch nachzuvollziehen, warum die Situation, in der und aus der heraus Putin handelt, so geworden ist, wie sie ist. Und dazu gehört natürlich auch sein Blick auf die vergangenen illegalen Kriege und Menschenrechtsverletzungen der NATO und der Krieg in der Ostukraine in den vergangenen acht Jahren und die seit zwanzig Jahren von der NATO vollzogene Bewegung auf Russland zu.
    Von Putin zu verlangen, er müsse, um rational in unserem Sinne zu handeln, auf die Einschätzung dieser Vergangenheit verzichten, hieße, ihn auf den Zustand einer Eintagsfliege zu reduzieren. Klar, das wäre tatsächlich das Beste, was der westlichen Wertegemeinschaft geschehen könnte! Natürlich fordert sie von ihm dieselbe Zeiteinengung, die sie selbst praktiziert!
    … von der Zukunft
    Der oben erwähnte Politiker und die vielen anderen sonst halten den unbedingten Pazifismus vieler Friedensbewegter zunehmend für etwas zu unbedingt. Zunehmend wird,
    7 min
  • Ist die russische Militäraktion völkerrechtswidrig? | Von Bernd Murawski
    Ein Standpunkt von Bernd Murawski.
    Der Militärschlag Russlands gegen die Ukraine gilt im Westen als völkerrechtswidrig, ein Anspruch auf Selbstverteidigung wird aberkannt. Der aktuelle westliche Informations- und Wirtschaftskrieg stützt indes die Berechtigung russischer Ängste.
    Auf den ersten Blick scheint es keinen Zweifel zu geben, dass die russische Führung mit dem Einmarsch in die Ukraine das völkerrechtliche Gewaltverbot missachtet hat. Wenn ein Argument gegen die militärische Operation Russlands Linke und Rechte, Liberale und Konservative, Nationalisten und Globalisten in einer Front vereinigt, dann ist es dieses. Trotz des breiten Konsensus werden aus drei Richtungen Einwände vorgebracht, die im Folgenden thematisiert werden.
    Einwände gegen den Vorwurf eines Völkerrechtsbruchs
    Der erste Einwand geht vom Tatbestand aus, dass während der letzten Jahrzehnte wiederholt gegen das Völkerrecht verstoßen wurde. Die mit Abstand meisten Todesopfer und größten Schäden wurden durch Kriege westlicher Staaten verursacht. Darunter befindet sich die 78 Tage währende Bombardierung von Zivilobjekten in Jugoslawien 1999 durch die NATO, der Einmarsch der USA und ihrer Alliierten in Afghanistan 2001 und in den Irak 2003 sowie die Vernichtung der libyschen Armee im Jahr 2011, wodurch das Land in ein fortdauerndes Chaos gestürzt wurde. Es sei daran erinnert, dass die westlichen Angriffe jeweils mit Vorwürfen begründet wurden, die sich später als falsch erwiesen. Ein noch heute bestehender Verstoß gegen das Völkerrecht ist der Aufenthalt US-amerikanischer und türkischer Militäreinheiten auf syrischem Boden gegen den erklärten Willen der international anerkannten Regierung.
    Die australische Journalistin Caitlin Johnstone vertritt die Auffassung, dass das Völkerrecht durch die Militärinterventionen des US-geführten Westens faktisch außer Kraft gesetzt wurde. Obendrein können sich die Kriegsverantwortlichen internationaler Gerichtsbarkeit entziehen. Anklagen würden dadurch erschwert, dass UN-Institutionen wie die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) durch den Westen vereinnahmt wurden. Dessen Ziel sei es, die UN-Charta durch eine regelbasierte Ordnung zu ersetzen, deren Grundsätze er selbst bestimmt.
    Aus Johnstones Sicht erscheint es unlogisch, die russische Militäraktion für illegal zu erklären, „weil es keinen glaubwürdigen Rahmen zur Durchsetzung eines solchen Konzepts gibt. (...) Man kann das Völkerrecht nicht erst aushöhlen und sich dann darauf berufen.“ Auch wenn Friedensaktivisten und andere progressive Kräfte ihre Position nicht teilen, müssten sie es dennoch als unerträglich empfinden, im Schulterschluss mit Verteidigern westlicher Völkerrechtsbrüche an der Verurteilung Russlands teilzuhaben.
    Ein weiterer Einwand ist der Hinweis, dass nicht nur die Anwendung von Gewalt gegen andere Staaten völkerrechtswidrig ist, sondern bereits deren Androhung. Nun beinhaltet der vor etwa einem Jahr in Kraft getretene Beschluss der Ukraine zur „Deokkupation und Wiedereingliederung“ der Krim eine implizite Aufforderung zum Einsatz von Militär. Seitdem gibt es vermehrt Anzeichen, dass die aggressive Rhetorik in konkretes Handeln überführt wird. Solche sind die zunehmende Aufrüstung, die Konzentration starker Militärverbände im Osten des Landes und der durch die OSZE registrierte intensivierte Beschuss von Städten des Donbass.
    Aus ukrainischer Sicht handelt es sich um eine versuchte Wiedererlangung der Kontrolle über verlorene Gebiete und damit um eine innerstaatliche Angelegenheit. Da das Minsker Abkommen durch die Verabschiedung der Resolution 2202 im UN-Sicherheitsrat Völkerrechtsstatus erhielt, ist zumindest dessen Nicht-Umsetzung durch Kiew als illegaler Akt anzusehen.
    Eine völkerrechtswidrige Drohung wären zweifellos verbotene Aktivitäten im Rahmen der aufgedeckten Bioforschung wie auch eine Beschaffung von Atomwaffen, die Wolodymyr Selenskyj auf der Münchener Siche...
    23 min
  • Der Sieg muss her in Ramstein | Von Willy Wimmer
    Ein Kommentar von Willy Wimmer.
    Die Besucher in Kiew haben es sonnenklar gemacht, wohin die Reise gehen soll. Außenminister Blinken und Verteidigungsminister Austin aus Washington haben Präsident Selenskj den Sieg über Russland in Aussicht gestellt. Der US-Verteidigungsminister hat zudem wenige Stunden vor einer amerikanischen Konferenz auf dem in Rheinland-Pfalz gelegenen Stützpunkt Ramstein dabei deutlich gemacht, was dafür nötig sein sollte. Eine aufgabengerechte Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte durch die NATO sei danach die Grundvoraussetzung. Die Frage nach der Dimension des Sieges wurde durch einen ehemaligen US-Botschafter in Kiew am gleichen Tag bei CNN beantwortet. Danach muß die Ukraine ein souveräner Staat innerhalb der international anerkannten Grenzen werden/bleiben.
    Damit ist die berühmte Katze aus dem Sack. Donbass und Krim müssen zurückerobert werden. Damit wird offenbar, daß die Welt diesen Krieg in der Ukraine in Zusammenhang mit der Direktive von Präsident Selenskj vom Frühjahr 2021 zu sehen hat. Ende März 2021 stellte Präsident Selenskj die Rückgewinnung des Donbass und der Krim mit militärischen Mitteln in Aussicht, die Minsker Vereinbarungen hin oder her. Anders war auch im Winter der Aufbau der ukrainischen Truppen an der Kontaktlinie zum von Separatisten gehaltenen Donbass nicht zu erklären, unbeschadet des darauf offensichtlich abgestellten russischen Militäraufbaus in der über Wochen international diskutierten Größenordnung.
    Für jede der beteiligten Seiten muss der von der OSZE notifizierte rollende massive Artillerieangriff der ukrainischen Verbände ab dem 16. Februar 2022 gegen den Donbass als Startschuss für die Umsetzung der Präsidentendirektive zur Rückgewinnung von Donbass und Krim gesehen werden. Am 24. Februar 2022 erfolgte der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine. Die Erklärungen der US-Minister jetzt in Kiew machen deutlich, dass man mit allen Mitteln zu dem im Frühjahr 2021 von Präsident Selenskj ausgegebenen Ziel zurückkehren will.
    Warum gab es diese Selenskj-Direktive überhaupt? Vor dem Hintergrund aller bekannten Abläufe und der Presseberichterstattung unmittelbar vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine sollte alles unternommen werden, Donbass und Krim „heim ins Reich“ zu holen, weil anders die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine in Übereinstimmung mit dem NATO-Vertrag nicht hätte möglich sein können.
    Der Ministerbesuch in Kiew hat die Frage der NATO-Mitgliedschaft der Ukraine in diesem amerikanischen Sieg-Szenario wieder zur Ehre der Altäre erhoben. Dafür müssen deutsche Panzer auf die Krim rollen, damit im amerikanischen Interesse wieder die Gedankenlücken zu 1945 geschlossen werden und es auf Jahrhunderte hinweg nicht mehr zu einer vernünftigen Beziehung zwischen Russland und Deutschland kommt, wie deutsche Kanzler und die Kanzlerin es über Jahrzehnte hinweg versucht haben. Für jeden in der Welt dürfte klar sein, dass die USA den Nuland-Putsch in Kiew 2014 lediglich über diesen Krieg fortzuschreiben gedenken.
    Das beantwortet auch die Habeck-Festellung im ZDF-Bericht aus Berlin am 24. April 2022. Minister Habeck dekretierte in gewohnter Überzeugungshaltung, dass die Ukraine uns in dem Krieg in der Ukraine verteidigen würde. Das müsste dann aber heißen, dass die deutsche Bundesregierung im Frühjahr 2021 der Selenskj-Direktive ihre ausdrückliche Zustimmung hätte geben müssen. Wenn ja, dann müsste man sich ernste Gedanken darüber machen, ob Deutschland damit offiziell „Kriegspartei“ geworden wäre.
    Wenn nicht, dann ist es nicht „unser Krieg“ unabhängig davon, wie die gegen Deutschland gerichteten Zwangslagen in der NATO orchestriert werden.
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: EWY Media / shutterstock
    5 min
  • McTagesschau-Burger, blaugelb verpackt | Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
    Das Info-Fastfood mit US-Kriegswürze schmeckt, wie wenn man die Zunge zum Fenster raushängt.
    Ein Standpunkt von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.
    Die ARD-Tagesschau hat die meisten Zuschauer. McDonald hat die meisten Besucher. Das Erfolgsrezept: Fastfood. Es macht denkfaul, fett und satt. Ist allerdings gesundheitsschädlich, mental und physisch. Besonders der aktuelle McTagesschau-Billigburger, die antirussische Kriegshetze in blau-gelber Verpackung, ist zum Speien. Das Angebot füllt aber seit Wochen gut die Hälfte der gesamten Sendezeit. Als Nachspeise folgt ein „ARD-Brennpunkt“ dem anderen, der mediale Druck/Dreck will nur das Eine: Deutschland soll sich noch mehr als bisher für die Ukraine verausgaben. „Schwere Waffen her“, blöken Baerbock, Habeck & Co., „Panzer und Artillerie!“. Im verbalen Vabanque spielt die Bundesregierung ganz vorne. Zwangsläufig sinkt die Reizschwelle für einen atomaren russischen Gegenschlag. Und die Anglo-Amis freuen sich über ihre dummen Deutschen, die bereit sind, ihr Land zum Schlachtfeld machen zu lassen. Mehr noch als die Polen – und das will was heißen.
    Die Sprüche der Ausfallerscheinungen in Regierungsfunktion kritiklos weiterzureichen, ist eine der journalistischen Glanzleistungen. Baerbock toppt, allwissend wie immer: „Die Ukraine braucht … schwere Waffen. Jetzt ist keine Zeit für Ausreden …“ (1) Die Tagesschau legt nach: „Lieferung schwerer Waffen: Union erhöht Druck auf Scholz“ (2). Die ARD-aktuell erkennt nicht ihre Mitschuld an dem kollektiven Hirnriss, der Waffenlieferungen an Kriegsparteien für vernünftig hält. In der kriegsgeilen Kakophonie drohen die Stimmen der Vernunft unterzugehen. Albrecht Müller, vormals Leiter des Planungsstabes in Willy Brandts Kanzleramt:


    „Sind wir denn alle verrückt geworden?!“ (3)

    Das sind wir wohl. „Solidarität mit der Ukraine“, die Friedensparole der NATO, ist zum russophoben Dogma geworden. Die Nachrichtensendungen der Tagesschau sind voll von ukrainischem Heldenmut und „russischen Kriegsverbrechen“. Die Hatz auf Präsident Putin und alles, was „prorussisch“ erscheint, überschreitet alle professionellen Regeln des Journalismus und jeden persönlichen Anstand. (4)
    Der Qualitätsjournalismus zeigt ein Muster, das die Bundeszentrale für politische Bildung so beschreibt:
    „In Verbindung mit dem Krieg machen Politiker, Militärs (und Massenmedien) von Propaganda Gebrauch, um zum Beispiel die eigene Bevölkerung von einem Krieg zu überzeugen. Sie betonen die Notwendigkeit des Krieges (vernichtenswerte Feinde, Sicherheit der eigenen Bevölkerung, Absetzung eines brutalen Regimes etc.) und blenden alle anderen Aspekte aus (eigene Macht- und Wirtschaftsinteressen, ausgelöstes Kriegsleid, Kriegsverbrechen der eigenen Soldaten etc.).“ (5)
    Füglich ist „der Russe“ an allem schuld. Nur er. Ohne Beweisführung, ohne halbwegs logische Argumentation oder Beanspruchung eines faktensicheren Kurzzeitgedächtnisses. Nachdenken würde eh bloß anstrengen.
    Der Wunschkrieg
    Was waren denn Putins Forderungen? Er wollte verlässliche Sicherheitsgarantien für sein Land. Die USA verweigerten sie ihm. Er wollte die Zusage, dass die Ukraine nicht NATO-Mitglied wird und der Westen sie nicht weiter zum Aufmarschgebiet gegen Russland ausbaut (u.a. mittels Raketen-Abschussbasen). Die USA und ihre NATO-Heloten wiesen das zurück. Putin forderte, den Krieg und die täglichen Terrorschläge Kiews gegen die ethnisch russische Bevölkerung der Südost-Ukraine endlich einzustellen. Die USA und ihre Vasallen ließen auch darüber nicht mit sich reden.
    Der US-Weltherrscher wollte diesen Krieg. Washingtons Drohpotential, seine militärischen und seine wirtschaftlichen Provokationen garantieren ja das US-Imperium und den Gehorsam Westeuropas. Zugleich stützen sie den räuberischen Anspruch auf den euroasiatischen Rohstoffreichtum und die Blockade des chinesischen Projekts „Neue Seidenstraße“.
    19 min
  • Die Akademie | Von Dr. Matthias Burchardt
    Freie Wissenschaft, Bildung und Denken ohne Geländer

    Ein Kommentar von Dr. Matthias Burchardt.
    Wer sich in der gegenwärtigen Zeit als junger Mensch weigert, dem Hygiene-Regime zu folgen, wird es an der Universität nicht leicht haben. Denn an einigen Hochschulen gilt seit Kurzem über den Umweg des Hausrechts trotz des bundesweiten Endes wieder eine Maskenpflicht. An einzelnen Fakultäten ist die Teilnahme an der Präsenzlehre gar verpflichtend an die gentherapeutische Injektion geknüpft.
    Dies hat aktuell zur Folge, dass sich viele junge Menschen diskriminiert fühlen und nicht mehr den Eindruck haben, unter diesen Voraussetzungen sei noch freie Bildung möglich, wie sie einst von Wilhelm von Humboldt gedacht war. Durch diese Einschränkungen verfehlen die Universitäten zunehmend ihren eigentlichen Bildungsauftrag, nämlich allen Menschen mit Hochschulreife, unabhängig von ihrem Impfstatus, Zugang zu ihren Angeboten zu gewähren und einen wissenschaftlichen Diskurs zu ermöglichen, der alle legitimen und wissenschaftlich fundierten Positionen abbildet.
    Die Universitäten waren einst ein Ort, an welchem kontroverse Diskussionen stattfanden, staatliche Maßnahmen und politische Entscheidungen auf fachlicher Grundlage leidenschaftlich diskutiert und aus zahlreichen Perspektiven beleuchtet wurden. In zwei Jahren Pandemie haben sie sich inzwischen zu sterilen Orten entwickelt, in welchen die oberste Maxime die Umsetzung der staatlichen Hygiene-Vorschriften ist. Ein freier, offener Dialog zwischen Befürwortern und Kritikern des gegenwärtigen politischen Kurses scheint nicht erwünscht zu sein. Ein technokratisch-ideologischer Geist hat sich in der deutschen Universitätslandschaft etabliert, der dazu führt, dass immer mehr junge Menschen das etablierten System als unbefriedigend erleben und nach ergänzenden Bildungsmöglichkeiten Ausschau halten. Aus diesem misslichen Status quo heraus haben wir uns entschieden erneut ein Studium Generale an DER AKADEMIE anzubieten.
    Hierzu konnten erneut zahlreiche hochkarätige Wissenschaftler gewonnen werden: Dr. Daniele Ganser, Prof. Michael Meyen, Prof. Martin Schwab, Prof. Christian Kreiss, Gunnar Kaiser und viele andere bekannte Persönlichkeiten stellen ehrenamtlich ihre Expertise zur Verfügung. Das Lehrangebot erstreckt sich neben den wöchentlichen Vorlesungen in den Fächern Volkswirtschaft, Medienwissenschaft, Philosophie, Biologie, Rechtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Kunst, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Betriebswirtschaft, Medizin noch auf interdisziplinäre Ringvorlesungen, Blockseminare und weitere neue Formate. Die Veranstaltungen werden in der Regel online durchgeführt, aber auch gemeinsame Präsenzveranstaltungen sind geplant.
    Die Akademie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich in einem Studium Generale einen Überblick zu verschaffen, welche Fachbereiche von Interesse sein könnten. Darüber hinaus bietet sie aber auch die einmalige Chance zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung in einer Gemeinschaft interessierter und aufgeschlossener Menschen. Auch wenn wir keine staatlich anerkannten Abschlüsse anbieten können und wollen, wissen wir doch von vielen Unternehmern, dass diese vor allem selbstdenkende und wertorientierte Mitarbeiter suchen, wie sie DIE AKADEMIE hervorbringt.
    Wer am Sommersemester vom 23. April bis 15. Juli 2022 interessiert ist, sendet einfach ein e-mail mit Angabe des Namens und der Anschrift an: [email protected]
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: smolaw / shutterstock
    5 min
  • Gedankenknoten – Ethik | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Ethik
    Die Freiheit als Freiheit zur guten Tat
    Die Frage, wann eine menschliche Tat eine freie Handlung ist, also aus einem freien Willen heraus geschieht, ist ein uraltes Problem, ein Problem, an dem die Möglichkeit der Moral hängt.
    Diejenigen, die die Willensfreiheit für vereinbar mit Determiniertheit halten, sehen eine Entscheidung dann als freie, wenn der Wille durch keine äußere und innere Beschränkung wie psychische Defekte davon abgehalten wird, dem eigenen Naturell oder Charakter zu folgen. In diesem Fall wäre die Handlung determiniert durch das Wesen des Handelnden und zugleich als frei zu bezeichnen, da sie eben nicht fremdbestimmt, also von außen bestimmt wäre. Freiheit wäre Freiheit von Fremdbestimmung und Freiheit zur Realisierung des eigenen Wesens.
    Das sieht Kant jedoch nicht so. Auch festgelegt zu sein durch das eigene Naturell, durch eigene Interessen und Neigungen bedeutet ihm Fremdbestimmung und damit ein unfreies Tun. Erst wenn der Wille sich auch von seinem Naturell löst, wird er frei. Welchem Motiv folgt er dann aber?
    Kant antwortet darauf: dem Sittengesetz, das der Wille als praktische Vernunft sich selbst gibt. Jetzt erst handelt der Wille selbstbestimmt und tatsächlich frei.
    Wirklich frei ist eine Tat also erst dann, wenn sie dem kategorischen Imperativ folgt, in seiner ersten Formulierung: Handle nur nach derjenigen Handlungsregel, die du zugleich als allgemeines Gesetz wollen kannst. In seiner zweiten Formulierung: Handle so, dass du dich und deinen Mitmenschen bei jeder Handlung zugleich als Zweck, nie nur als Mittel gebrauchst (die Selbstzweckformel des kategorischen Imperativs).
    +++
    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    3 min
  • Die Hilflosigkeit der Guten | Von Christoph Walther
    Ein Standpunkt von Christoph Walther.





    Statt das Übel zu analysieren und über Widerstand zu theoretisieren, sollten wir den Mächtigen durch gezielte Aktionen zu Leibe rücken.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!


    Die meisten Menschen sind in ihrem Kern gutwillig. Trotzdem gelingt es ihnen nie, eine machtvolle und gut organisierte Minderheit in den Griff zu bekommen, die sie am Gängelband führt. Wie der Autor in seiner umfassenden Analyse darlegt, sind die meisten gängigen Formen des „Widerstands“ ungeeignet, um ihre Ziele zu erreichen. Würden brillante Analysen der destruktiven Entwicklungen, ein bisschen guter Wille und Demonstrationen mit ein paar Tausend Menschen genügen, so hätten wir längst das Paradies auf Erden errichtet. Diese lauen Aktionsformen sind von den Tätern längst einkalkuliert und können von ihnen mühelos neutralisiert werden. Vor allem mangelt es den Gegenstimmen an Koordination und Organisation, sodass statt eines geordneten Chors meist Kakophonie erklingt. Und es wird in der Regel auf eine möglichst bequeme und ungefährliche Weise rebelliert, was die Erfolgschancen stark einschränkt. Sich auf Unwirksames zu verlassen, ist aber das sicherste Mittel, um eine wirklich wirksame Revolte zu verhindern. Der Autor schlägt eine seiner Meinung nach wirklich zielführende Widerstandsform vor.







    Leisten wir Widerstand oder eher blinden Aktionismus?
    Was ist ganzheitlicher Aktivismus?
    Warum ist die Welt so, wie sie ist und nicht so, wie sie sein könnte?

    Dass ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist, weil die meisten Menschen gut sind, steht spätestens seit der Veröffentlichung des Bestsellers „im Grunde gut“, von Rutgar Bregman, völlig außer Frage.
    Aus dem Blickwinkel der sogenannten Opferrolle könnte man die bösen, egoistischen, einflussreichen, machtbesessenen und gewissenlosen Menschen als die Ursache dafür betrachten, woran eine heile Welt bisher gescheitert ist. Siehe dazu zum Beispiel die Dokumentationen „Thrive“ von Foster Gamble oder „Monopoly“ von Tim Gielen.

    Aus einer anderen Sichtweise könnte man jedoch behaupten, dass eine heile Welt mindestens gleichermaßen daran gescheitert ist, dass es der absoluten Mehrheit an guten Menschen bisher — noch — nicht gelungen ist eine heile Welt zu erschaffen.
    „Er hat klar erkannt, dass die Welt mehr bedroht ist durch die, welche das Übel dulden oder ihm Vorschub leisten, als durch die Übeltäter selbst“, so Albert Einstein über Pablo Casals.
    Dazu passt auch ein Zitat von Edmund Burke: „Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.“ Wobei diese Sichtweise sehr einseitig ist, denn offensichtlich kann das Böse auch dann triumphieren, selbst wenn sehr viele gute Menschen etwas dagegen unternehmen. Warum dies so ist, ist meiner Ansicht nach eine der wesentlichsten Fragen die wir uns stellen können:
    Warum ist es den Guten bisher nicht gelungen, die Bösen zu besiegen?
    Sind es zu wenige Menschen, die etwas unternehmen; oder mangelt es an Kooperation und Koordination; oder liegt es an der Strategie und Taktik; oder ist es eine Kombination dieser Ursachen?
    Laut verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchen liegt die sogenannte „kritische Masse“, also die Anzahl Menschen, die für die Einleitung von gesellschaftlichen Veränderungen von Nöten ist, bei circa 3 bis 25 Prozent. In Anbetracht dessen,
    20 min
  • Totaler Lockdown in Shanghai | Von Hermann Ploppa
    Spinnen die Chinesen?
    Der aussichtslose Versuch, eine Erkältungskrankheit komplett auszumerzen, führt die Volksrepublik China an den Rand des Abgrunds. Was sind die Motive für diesen Selbstmord?
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.
    Dieser Artikel basiert auf einem kürzeren Beitrag in der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, Ausgabe Nummer 87
    Wenn Schanghai hustet, bekommt die Weltwirtschaft Lungenentzündung
    Wir sind noch dabei, die Horrorbilder des Krieges in der Ukraine zu verarbeiten. Doch schon kommen die nächsten Horrorbilder auf unseren Bildschirm. Diesmal schauen wir nach Shanghai. Die größte Stadt der Volksrepublik China befindet sich gerade im Krieg gegen einen noch nicht einmal unter dem Mikroskop sichtbaren Feind. Die chinesische Regierung führt nämlich einen aussichtslosen Feldzug gegen das Corona-Virus. Der Feind heißt: Omikron BA.2. Omikron ist das Auslaufmodell der Corona-Epidemie und dürfte auch bei Han-Chinesen kaum gefährlicher ablaufen als bei Zentraleuropäern. Pro Tag werden aktuell etwa 19.000 neue Fälle gemeldet in Shanghai. Das sind 95 Prozent aller gemeldeten Fälle in ganz China – bei etwa 1,4 Milliarden chinesischen Staatsbürgern <1>! Nur mal zum Vergleich: aktuell melden die Gesundheitsämter für Deutschland am 21. April 186,325 Neuinfektionen auf 83 Millionen Bundesbürger. Wohl gemerkt: bei den gemeldeten Personen wurde durch den umstrittenen PCR-Test ein entsprechendes Virus als real existent angenommen. Von diesen Personen sind jedoch die allerwenigsten tatsächlich erkrankt. Und trotz dieser vergleichsweise hohen Inzidenz von 720,6 gestattet uns die Regierung vorübergehend Freigang <2>. Unter der Bedingung allerdings, dass wir uns in unserem Verhalten den Hafterleichterungen gegenüber entsprechend würdig erweisen.
    Doch in China herrscht eine vollkommen irrsinnige Null-Covid-Politik. Großräumig ignoriert wird die Tatsache, dass auch wir Hominiden uns ohne Austausch mit neuen Viren gar nicht weiterentwickeln können <3>. Keine Evolution ohne Auseinandersetzung mit den schlauen Viren. Aber in diesem Falle ist von fernöstlicher Weisheit weit und breit nichts zu merken. Die fünfundzwanzig Millionen Bürger der Handelsmetropole Shanghai bekommen nämlich ganz halsstarrig den allerhärtesten Hausarrest aufgebrummt. Bioroboter in weißer Isolationskleidung versiegeln Haustüren. Da Bais verhaften oder verprügeln Bürger, die sich trotzdem auf den Straßen Shanghais blicken lassen. Da Bai heißt: „Großer Weißer“. Das sind jene Polizisten, die bis zur Unkenntlichkeit in weißen Hygieneanzügen versteckt sind. Um den dystopischen Horror noch zu vervollständigen, dappeln Roboter in Gestalt von Wachhunden mit umgehängtem Megaphon durch die Stadt und fordern die Bürger auf, die neuesten Verordnungen der Regierung zu beachten. Sobald die gequälten Einwohner auf ihren Balkonen Luft schnappen und protestieren, kommen Drohnen. Die ermahnen die Bürger, sich ruhig zu verhalten und in ihre Wohnungen zurückzukehren.
    Doch dieser Sterilitätswahn wird konterkariert durch himmelschreiende hygienische Defizite in den Sammellagern, wo jene bedauernswerten Mitbürger landen, bei denen der PCR-Test positive Befunde produziert hat. Da die in ihren Wohnungen eingesperrten Menschen sich kein Essen kaufen können, bringen ihnen Da Bais Essenspakete. Doch diese Gaben sind oftmals verdorben oder unsauber. Es ist klar, dass durch die vollkommen sinnfreien Corona-Schutzmaßnahmen mehr Menschen zu Tode kommen oder erkranken als durch das Omikron-Virus.
    Was Shanghai widerfährt, vollzieht sich in mehr oder minder abgemilderter Variante in einhundert Städten der Volksrepublik China. Fünfundvierzig Großstädte befinden sich im Lockdown. Diese Städte repräsentieren vierzig Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts <4>. Das Reich der Mitte ist viele tausende Kilometer von uns entfernt. Doch im Zeitalter des Globalismus sind wir von der Lähmung der chinesischen Wirtschaft unmittelbar betroffen.
    17 min
  • Die Dreistigkeit der Bellizisten | Von Wolfgang Bittner
    Ein Standpunkt von Wolfgang Bittner.
    Milliarden und Abermilliarden für den Krieg, immer mehr Waffen und immer mehr Propaganda. Zu welchem Ende kann das führen? Aber diese Frage scheinen sich in Politik und Medien nur sehr Wenige zu stellen. Stattdessen wird gegen Russland gehetzt und aufgerüstet.


    Schon wer nach den Ursachen des Krieges in der Ukraine und deren gesellschaftliche Entwicklung seit dem Regime Change von 2014 fragt, macht sich verdächtig, wird diskriminiert und ist von Existenzentziehung bedroht.

    So sieht es im „Land der Dichter und Denker“ schon seit einigen Jahren und ins Maßlose übersteigert seit einigen Monaten aus.
    Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wollte die Gasversorgung für Deutschland sicherstellen und Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Dafür wurde sie von der Bevölkerung gewählt, und insofern hat sie genau das getan, was ihre Aufgabe war. Dass sie jetzt im Rahmen der Kriegshetze gegen Russland angefeindet wird,(1) entspricht den Vorgaben, die US-affine Politikerinnen und Politiker vom Hegemon aus Washington erhalten und umsetzen.
    Es sind groteske Vorgänge, die sich abspielen. So sprach der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen von „Verflechtungen mit Moskau“ und legte Schwesig den Rücktritt nahe. Und der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Bündnis90/Die Grünen), forderte, Schwesig solle sich jetzt für ein Öl-Embargo und die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine einsetzen.(2) Auch gegen weitere SPD-Politiker wird wegen eines angeblich zu kooperativen Verhaltens zu Russland polemisiert, unter anderem gegen den ehemaligen Vizekanzler und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Als ob es ein Vergehen wäre, mit anderen Regierungen diplomatische Beziehungen oder mit Geschäftspartnern Kontakte zu unterhalten.
    Die Hetze steigerte sich ins Absurde, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von Agitatoren des Krieges eine zu große Nähe zu Russland vorgeworfen wurde. Deswegen sei Steinmeier, der „aus Solidarität“ in die Ukraine reisen wollte, dort unerwünscht, hieß es aus Kiew. Und der sich seit Monaten als Einpeitscher aufspielende ukrainische Botschafter Andreij Melnyk sprach von „gedanklicher Nähe“ zu Putin und einem „Spinnennetz“ von Russland-Kontakten.(3) Er verstieg sich sogar zu der Behauptung: „Für Steinmeier war und bleibt das Verhältnis zu Russland etwas Fundamentales, ja Heiliges, egal was geschieht. Auch der Angriffskrieg spielt da keine große Rolle.“(4) Dabei ist spätestens seit dem Besuch Steinmeiers in Montenegro im September 2016 erwiesen, dass Steinmeier ein Nato-Propagandist reinsten Wassers ist.(5)
    Agitatoren und Marionetten US-amerikanischer Imperialpolitik führen das große Wort und bestimmen die deutsche Sicherheitspolitik. Vermutungen über angebliche Gräueltaten russischer Soldaten werden zum Anlass genommen, immer härtere Sanktionen gegen Russland und die Lieferung schwerer Waffen für die Ukraine zu fordern, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Nach mehrmaligen Wiederholungen wird ein Verdacht als Tatsache dargestellt, auch wenn Russland dementiert. So gilt inzwischen als erwiesen, dass die Kriegsverbrechen in Butscha und anderen ukrainischen Städten von russischen Soldaten begangen wurden, obwohl sie nach russischer Darstellung erst nach Abzug ihrer Truppen geschehen sind. Es sind Verbrechen im Verlauf des Krieges, die aufgeklärt werden müssen, bevor ein Urteil gefällt werden kann.
    Der ehemalige Nato-Militäranalyst und Buchautor Jacques Baud schreibt zurecht, es gehe darum zu verstehen, was zu dem Krieg geführt hat. Er stellt fest, „dass die ‚Experten‘, die sich im Fernsehen abwechseln, die Situation auf der Grundlage zweifelhafter Informationen analysieren“, zumeist von Hypothesen ausgehen, „die in Fakten umgewandelt werden, so dass es uns nicht mehr gelingt zu verstehen, was geschieht“. So schaffe man Panik.(6)
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das denk' ich auch