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  • Ukrainische Faschisten als willkommene Handlanger des Westens | Von Tilo Gräser
    Ein Kommentar von Tilo Gräser.
    Die herrschenden Kreise des Westens wollen Russland isolieren und schwächen. Das verkünden sie inzwischen ganz offen und opfern für dieses Ziel die Ukraine. Dabei nutzen und unterstützen sie in dem zerrissenen Land nationalistische und faschistische Kräfte. Das geht schon seit Jahren so und reicht weit in die Vergangenheit zurück.
    „Ich habe so viel Bewunderung für unsere tapferen ukrainischen Freunde. Sie führen unseren Krieg. (...)" Das erklärte tatsächlich die bundesdeutsche EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am 9. April 2022 in Warschau (ab 00:51 min). Wen die Frau, die völlig undemokratisch zu ihrem Amt kam, da bewundert und wer „unseren Krieg“ in der Ukraine führt, macht unter anderem folgendes Bild deutlich:

    Ein bewaffneter Angehöriger des ukrainischen Geheimdienstes SBU hat auf dem Rücken seiner Schutzweste neben seinen offiziellen Emblemen eines mit der Aufschrift „SS Galizien“. Das erinnert an die einstige SS-Division „Galizien“, die vorrangig aus westukrainischen Freiwilligen bestand und den deutschen Faschisten bei ihrem Vernichtungskrieg in der Sowjetunion tatkräftig mörderische Hilfe gab. Das Bild stammt aus einem Videobericht der britischen Zeitung „The Sun“ vom 6.4.22, zu sehen auf Youtube: In dem Video ist der Neofaschist in offiziellen ukrainischen Diensten ab 00:21 min von vorn und von hinten zu sehen, auch das Emblem auf seiner Schutzweste.
    Das Bild bzw. das Video, das den ukrainischen Geheimdienstmitarbeiter – mutmaßlich ein Scharfschütze – mit seinem SS-Abzeichen zeigt, bestätigt, dass die Ukraine bis heute ein deutliches Problem mit Faschisten hat. Das ist kein Problem der Vergangenheit, sondern prägt die Gegenwart des Landes. Und es zeigt, wer da für den Westen Krieg gegen Russland führt. Dafür stehen Gruppen und Strukturen wie das „Regiment Asow“ mit mehreren tausend in- und ausländischen „Kämpfern“, das 2014 von ukrainischen Faschisten gegründet wurde und die sogenannte Wolfsangel in seinem Emblem zeigt. Mal als Regiment, mal als Bataillon bezeichnet, gehört die Einheit nicht zur regulären ukrainischen Armee, sondern seit 2015 zur ukrainischen Nationalgarde des Kiewer Innenministeriums und wurde von westlichen Militärs ausgebildet.
    Auf dem rechten Auge blind
    Viele im Westen, bis hinein in die Linkspartei, wollen das tiefsitzende Faschismus-Problem der Ukraine nicht sehen, nur weil keine der rechtsextremen und neofaschistischen Kader mehr in führenden politischen Positionen in Kiew zu finden sind. Deshalb wird der Einfluss dieser Kräfte gern kleingeredet, wenn sie sich schon nicht verschweigen lassen. So zitierte unter anderem der „Hessische Rundfunk“ (HR) am 28. März dieses Jahres Simone Rafael von der „Amadeu Antonio Stiftung“ mit einer Aussage zum berüchtigten Asow-Regiment, das seit 2014 in Mariupol sein Unwesen treibt: „Ja, das ist eine rechtsextreme Organisation, die auch mit dieser Symbolik in den Krieg zieht.“ Aber kurz danach erklärt sie: „Auf die ukrainische Regierung haben die keinen großen Einfluss. (...) Die haben noch einen Vertreter im Parlament, und insofern ist das sozusagen ein Prozess, dass von den demokratischen Kräften versucht wurde, eben dieses Bataillons auch zu integrieren in ihre Streitkräfte.“
    Die Frau meint, weil der kriegshetzende Kiewer Präsident Wolodymir Selenskyj aus einer jüdischen Familie kommt, sei alles nicht so schlimm. Dabei gibt es so viele Beispiele für die aktive Rolle und den Einfluss der rechtsextremen und faschistischen Gruppierungen und Organisationen in der Ukraine wie „Asow“, „Swoboda“ oder „Rechter Sektor“, die meist aus dem Westteil des Landes stammen. Sie haben sich ganz offen 2013/2014 bei den Protesten auf dem Kiewer Maidan-Platz gezeigt, aber es gab sie schon zuvor. Nach dem von der US-Regierung organisierten und von ihnen umgesetzten Putsch im Februar 2014 übernahmen sie wichtige Positionen in der Kiewer Führung.
    26 min
  • Die ersten Tage in Namibia | Von Jochen Mitschka
    Annahmen abbauen, Realitäten erkennen
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Schon im letzten Bericht hatte ich einige Vorurteile widerlegt. In diesem PodCast nun wird nicht nur über die Entwicklung des Gesundheitszustandes der Neubürger, sondern auch über die namibische Wirtschaft und Politik berichtet, wie sie sich einem Neuzugezogenen darstellen. Und es werden die wirtschaftlichen Realitäten besprochen.
    Zunächst Entwarnung hinsichtlich der Erkrankung der besten aller Ehefrauen. Nach zwei Tagen keine Kopfschmerzen mehr, keine Temperaturerhöhung, nur noch etwas Husten. Stattdessen Allergiesymptome, vermutlich durch den feinen Staub, der unweigerlich mit dem Wind auch in die Wohnung gerät.
    Wir sind froh, unser Haus in Rossmund, nicht direkt in Swakopmund gekauft zu haben. Dort soll es 3 Grad wärmer sein, wird uns immer wieder bestätigt. Denn in der Ferienwohnung in der Stadt sinkt die Temperatur auf 15 -16 Grad in der Nacht, falls nicht geheizt wird. Erst gegen Mittag beginnt die Temperatur durch die Sonne, die sich durch den Nebel gekämpft hat, auf 20-22 Grad zu steigen. Also braucht man pro Abend ca. einen halben Sack Holz, um im offenen Kamin ein lauschiges Feuer zu entfachen. Inzwischen stieg die Temperatur durch den Ostwind aber auf 34 °C am Nachmittag.
    Einkaufen Lebensmittel
    Die allermeisten Lebensmittel werden importiert. Dabei beherrschen große Konzerne den Markt. Vermutlich eine Folge der Freihandelsbestimmungen, welche dem Land durch Weltbank, IWF und WHO aufgenötigt werden. Aber auch, ähnlich wie in Russland, bedingt durch die Bequemlichkeit der Menschen. Und so wird uns erklärt, würde man sogar Milch aus Portugal importieren. Das mag ein Extrem gewesen sein, aber die Verpackungen wiesen den Abfüller in Windhuk aus, nicht den Erzeuger. Auf einer anderen Verpackung wurde als Ursprungsland Südafrika angegeben.
    Die Spar und Super-Spar Geschäfte in Namibia sind, obwohl sehr gut besucht, eher weniger preisgünstig bis teuer, dort werden auch viele aus Deutschland importierte Lebensmittel angeboten.  Allerdings sind durchweg die Preise teurer, manchmal doppelt bis dreifach so teuer wie in Deutschland. Checkers, ein Geschäft in der einzigen „Mall“ der Stadt, das wir in den ersten Tagen schon als relativ teuer angesehen hatten, scheint eher mit einem Discounter in Deutschland vergleichbar zu sein. In keinem der Geschäfte haben wir bisher qualitativ hochwertigen Käse oder Schinken gefunden.
    Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, gezielt lokale Produkte, und sogar „Bio“-Produkte zu kaufen. Zum Beispiel gibt es Farmgarnic, auch auf Facebook vertreten, die lokales Gemüse und Obst anbietet. Dabei muss man halt kaufen, was gerade geerntet wurde. Deshalb werden wir darüber berichten, wenn wir Lagermöglichkeiten haben.
    Auch eine Organisatorin des Verkaufs von Fleisch direkt von auf Farmen geschlachteten Tieren gibt es, mit der man bespricht, welches Fleisch man für die Tiefkühltruhe bestellt. Was natürlich den Nachteil hat, dass man sich nicht die „Sahnestücke“ raussuchen sollte, sondern möglichst alle, oder zumindest Teile aller Teile eines geschlachteten Tieres bestellen.
    Auf diese Weise kann man eine relativ nachhaltige lokale Landwirtschaft unterstützen, wenn auch nicht viel Geld sparen. Aber zumindest kann man ein gutes Gewissen generieren, und in den meisten Fällen auch eine gute Qualität erhalten.
    Andererseits gibt es auch einen „Metro“-Markt. Ähnlich wie in Deutschland, speziell für Großpackungen, aber ohne die Beschränkung auf Gewerbetreibende. Die sollen natürlich auch da einkaufen, aber alle anderen dürfen auch. Dort haben wir mangels Lagermöglichkeiten noch nicht eingekauft.
    Dienstleistungen
    Die offiziellen Löhne einer Haushaltshilfe, die man im Internet findet, betragen ca. 4000 bis 8000 Namibische Dollar, umgerechnet also 260 bis 520 Euro. Das entspricht aber nicht der Realität. Niemand, den wir kennen, zahlte solche Gehälter.
    21 min
  • George Soros bestes Projekt | Von Thomas Röper
    George Soros sagte jüngst: „Was in der Ukraine passiert, ist mein bestes Projekt“
    Ein Kommentar von Thomas Röper.
    Der russische Think Tank Russtrat hat eine interessante Analyse über die Interessen und Einflussnahme von George Soros im Ukraine-Konflikt veröffentlicht.
    Der Artikel, den Russtrat über die Verwicklungen von George Soros in der Ukraine veröffentlicht hat, ist lesenswert, weshalb ich ihn übersetzt habe. Er bestätigt das, was ich bereits vor zwei Jahren über die Machenschaften von Soros in der Ukraine berichtet habe, denn Soros hat in der Ukraine Milliarden verdient, Details dazu finden Sie hier.
    Nun kommen wir zu dem Artikel von Russtrat, die Links habe ich aus dem Original übernommen.
    Beginn der Übersetzung
    George Soros: „Was in der Ukraine passiert, ist mein bestes Projekt“
    Die Entnazifizierung nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende. Nach der Befreiung von Mariupol soll die Erstürmung der Nazi-Festungen an der ehemaligen Demarkationslinie im Donbass beginnen.
    Der Abschluss der Spezialoperation durch die russischen Streitkräfte wird nicht nur ein Sieg über das Kiewer Regime sein. Ein russischer Sieg wäre ein Rückschlag für Klaus Schwabs Plan des „Great Reset“. Damit würden die Karten der Globalisten und Soros neu gemischt, die die ehemalige Sowjetrepublik seit Jahrzehnten zum Sprungbrett für einen Kampf gegen ihren Hauptfeind machen, der nicht zu der „neuen Weltordnung“ passt: unser Land.
    George Soros hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass „sein wichtigster Feind in Moskau sitzt“: „Ich meine, dass die europäische Gesellschaft nicht genug auf Russland reagiert. Deshalb versuche ich zu erklären, welche Gefahr sie wirklich darstellt.“
    Selbstverständlich stellt unser Land mit seinem Konservatismus und seiner Treue zu traditionellen Werten für die Organisatoren der „neuen Weltordnung“ eine ernsthafte Bedrohung dar. Wir erinnern uns an die Worte von Zbigniew Brzezinski, dem ehemaligen nationalen Sicherheitsberater des 39. Präsidenten Jimmy Carter: „Die neue Weltordnung unter amerikanischer Hegemonie wird gegen Russland, auf Russlands Kosten und auf Russlands Scherbenhaufen geschaffen. Die Ukraine ist für uns ein Vorposten des Westens gegen die Restauration der Sowjetunion.“
    George Soros (mit bürgerlichem Namen György Schwartz) erklärte einmal in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian, dass das, was in der Ukraine geschehe, sein bestes Projekt sei. Der Journalist, der mit dem „Philanthropen“ sprach, merkte an, dass Soros ganz offen stolz auf seine „Leistungen“ war.
    Das Gespräch fand vor drei Jahren statt, also lange vor Beginn der Spezialoperation, so dass es in der Gesellschaft keinen großen Widerhall fand. Aber schon damals deutete der Hauptsponsor der Farbrevolutionen an, dass er in der „unabhängigen“ Ukraine zwar noch nicht vollständige, aber „vielversprechende politische Fortschritte“ gemacht habe.
    Die Ergebnisse seiner „politischen Fortschritte“ sind auch in anderen Ländern deutlich sichtbar. Mit dem Geld des „blutigen Investors“ wurde die jugoslawische Oppositionspartei „Otpor“, die die Verfolgung von Slobodan Milosevic organisiert hat, die „Orange Revolution“ und der Euromaidan in der Ukraine sowie die „Rosenrevolution“ in Georgien finanziert. Der britische Politiker Nigel Farage bezeichnete Soros als „die größte Gefahr für die gesamte westliche Welt“, während der türkische Präsident dem Milliardär vorwarf, er wolle Nationen zerstören und spalten.
    Es ist schwer vorstellbar, dass der „geniale Geschäftsmann“ seine Machenschaften allein durchziehen kann. Sergej Sudakow, korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Militärwissenschaften, Politikwissenschaftler und Amerikanist, hat treffend festgestellt:


    „Es gibt keinen einzigen Konflikt, an dem die in Russland verbotene Stiftung von Soros nicht beteiligt ist."

    9 min
  • Vernunft gegen den Irrsinn der Macht | Von Werner Meixner
    »Corona. Inszenierung einer Krise.« – Teil 1:
    Ein Standpunkt von Werner Meixner.
    "Der vorliegende Text Werner Meixners ist ein Auszug aus dem Buch »Corona. Inszenierung einer Krise.« Die Anthologie erscheint im Mai 2022, herausgegeben von Professor Klaus-Jürgen Bruder, Almuth Bruder-Bezzel und Jürgen Günther im Verlagshaus Sodenkamp & Lenz, Berlin. Zugleich findet der gleichnamige Akademiekongress statt."
    Wenn die Lüge sichtbar wird, siegt die Wahrheit. Und so wurde das Jahr der Lüge in nie dagewesener Weise zum Jahr der Wahrheit, in dem die politische Lüge für jedermann sichtbar entlarvt wurde durch die freie Wissenschaft und die unabhängigen Medien.
    Ich spreche vom Jahr 2020, in dem ein Pandemieplan entfesselt wurde, der auf die weltweite Impfung der Menschheit abzielt. Die Politik propagierte als eine unbestimmte Art von Notstandsgesetzgebung eine sogenannte »epidemische Lage von nationaler Tragweite«, verursacht durch eine angeblich gefährliche Pandemie, vor der einzig eine Impfung in Verbindung mit nie dagewesenen Grundrechtseinschränkungen Schutz bieten könne.
    Wenn die Aussagen der Politik der Wahrheit entsprechen würden, dann läge tatsächlich eine Situation vor, die möglicherweise massive Einschränkungen rechtfertigen würde. Ein Richter, der über die Zulässigkeit der Einschränkungen urteilt, muss die Wahrheit dieser Aussagen prüfen und nicht lediglich die Tatsache, dass die Regierung diese behauptet. Die Politik muss einen Nachweis vorlegen, dass ihre Aussagen über die Wirklichkeit mit hoher Geltungswahrscheinlichkeit wahr sind. Es geht auch in der Politik um die Wahrheit als Geltung von Aussagen.
    In der juristischen Sprache geht es insbesondere um die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen. Vernünftige Fristen für die Prüfung dieser Verhältnismäßigkeit der Grundrechtseinschränkungen in Deutschland wurden längst überschritten; folglich lebten wir auch im Jahr 2021 in einem rechtsfreien Raum (ebenso 2022). Das Rechtssystem in Deutschland hat sich selbst ausgelöscht und der Staat degenerierte zur Räuberbande im Sinne des heiligen Augustinus.


    Das Jahr 2020 wurde zur Zeitenwende. Mehr denn je ging es in diesem Jahr um Wahrheit und Lüge in der Politik.

    Die Welt-Gesellschaften werden die politischen Verbrechen an der Menschheit nicht mehr dulden, sie werden zum Menschenrecht zurückfinden und nicht zulassen, dass Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit mithilfe von Lügen ausgelöscht werden. Mittlerweile gehen die auf Lügen begründeten Maßnahmen gegen ein Virusgespenst in den Köpfen verirrter Politiker hart an die Grenze geschichtlicher Höchstverbrechen. Die Ungeimpften sind in Gefahr, als »Volksschädlinge« ähnlich dem Judenstern in der Zeit des Nationalsozialismus gekennzeichnet zu werden. Die stattfindende systematische Volksverhetzung durch Politik und Medien kann man als Einleitung zur Kasernierung von »Volksschädlingen« verstehen. Aber die Menschheit ist aufgewacht und wird die Verbrecher zur Rechenschaft ziehen.
    Alsbald schon fiel auch dem einfachen Bürger der grundsätzliche Widerspruch im Handeln der Politiker auf, die das gesundheitliche Wohl der Menschen durch Verbreitung von mittelalterlicher Angst und Schrecken, Zerstörung von wirtschaftlicher Existenz und von gesellschaftlichem Zusammenleben, Aufhebung fundamentaler Grund- und Menschenrechte zu erreichen vorgaben. Förderung von Gesundheit und gleichzeitige Zerstörung der Lebensverhältnisse sind ein Grundwiderspruch, der die Lebenserfahrung der Bürger ins Gegenteil verkehrt. Gefährliche Pandemien waren immer schon die Folge von krankmachenden Lebensverhältnissen, und ganz sicher nicht von Coronaviren, die seit zig Jahrtausenden mit Menschen in Symbiose zusammenleben. Ähnliches gilt für nahezu alle anderen, möglicherweise gefährlichen viralen oder bakteriellen Erkrankungen. Die Gesundheit der Menschen ist stets ein Spiegelbild gesunder gesellschaftlicher Lebensverhältnisse,
    17 min
  • Ukraine-Botschafter Melnyk droht deutschen Politikern | Von Peter Haisenko
    Ein Kommentar von Peter Haisenko, Betreiber des Portals anderweltonline.com.
    Das Verhalten des ukrainischen Botschafters Melnyk in Deutschland als undiplomatisch zu beschreiben, wäre eine krasse Untertreibung. Die Art und Weise, wie er und sein Chef Selenskij mit deutschen Politikern umgehen, gleicht eher der eines Landvogts mit seinen Untertanen. Melnyk muss sofort des Landes verwiesen werden.
    Es ist eine Sache, Politik zu kritisieren. Dafür gibt es fein geschliffene Formulierungen, die einen direkten Affront vermeiden, verschleiern sollen. Wer sich von diesen etablierten diplomatischen Gepflogenheiten entfernt, will die Angesprochenen dominieren und sucht die direkte Konfrontation. Botschafter Melnyk hat dem jetzt eine neue Steigerungsstufe zugefügt, indem er die offene Drohung ausgesprochen hat, „die Aufarbeitung kommt noch“. Wie ist das zu verstehen? Melnyk und sein Chef Selenskij wähnen sich offenbar in einer Position, die es ihnen erlauben wird, deutsche Politiker und deutsche Politik nach ihrem Gutdünken abzuurteilen. Natürlich nach ihren Maßstäben, denen sich Deutschland unterwerfen muss.
    Der Affront gegen Bundespräsident Steinmeier war nur die Krönung einer langen Reihe vom Maßregelungen und Beleidigungen gegen deutsche Politiker. Die Erklärung, Steinmeier sei in Kiew nicht willkommen, hat schon ein kleines Stürmchen der Entrüstung ausgelöst, ebenso wie Melnyk seither nicht mehr als Pflichtgast in jeder Talkshow willkommen geheißen wird. Jetzt hat sich auch Ex-Außenminister Gabriel geäußert. Der SPD-Politiker hatte seinen Parteifreund Frank-Walter Steinmeier im Streit um den geplatzten Besuch des Bundespräsidenten in Kiew verteidigt. Steinmeier habe als früherer Außenminister gemeinsam mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel "mehr als alle anderen in Europa" dafür getan, die Ukraine zu unterstützen, schrieb Gabriel in einem Gastbeitrag für den "Spiegel".
    „Diplomaten“ des Schlages Melnyk brauchen wir nicht 
    Melnyk hatte Steinmeier in einem Interview unter anderem vorgeworfen, "seit Jahrzehnten ein Spinnennetz der Kontakte mit Russland geknüpft" zu haben. "Spinnennetze dienen bekanntlich dem Fang und der anschließenden Verwertung der Beute", schrieb dazu Gabriel. "Auf den Punkt gebracht insinuiert dieser Vergleich, dass der frühere Kanzleramts- und Außenminister die Interessenvertretung Russlands in Deutschland mitorganisiert habe. Das ist wahrheitswidrig und bösartig." Ja, wo Gabriel recht hat, hat er einfach recht. Das wollte Melnyk aber so nicht unkommentiert lassen.


    Der ukrainische „Botschafter“ griff dieses Zitat auf und schrieb auf Twitter: Bösartig sei vor allem die "jahrelange Putin-freundliche Politik" gewesen, die Gabriel und seine "SPD-Kumpane" geführt hätten. Diese habe "den barbarischen Vernichtungskrieg" gegen die Ukraine "erst herbeigeführt", fügte Melnyk hinzu. "Die Aufarbeitung kommt noch. Shame on you" ("Schämen Sie sich"). Und da ist sie, die unverhohlene Drohung.

    Aber das war für Melnyk nicht genug. Er legt nach auf Twitter in einer Weise, die wir schon von dem Umgang mit „Querdenkern“ kennen: "Na, jetzt bekommen Sie sogar Beifall von den alten Vertrauten aus Moskau! Alle russischen Propaganda-Schleudern preisen Ihr Narrativ über ukrainische 'Verschwörungstheorien' in den höchsten Tönen. Alte Freundschaft rostet nicht. Volltreffer zum Osterfest." Derartige Äußerungen sind an perfider Arroganz nicht zu übertreffen und – wie bereits gesagt – „Diplomaten“ dieses Schlages brauchen wir hier nicht.
    Melnyks Verschwörungstheorien sind widerlich
    In gewisser Weise hat Melnyk sogar recht. Gabriel, Merkel, Steinmeier & Co. haben tatsächlich mit ihrer Politik die Vorarbeit geleistet für die schrecklichen Dinge, die wir jetzt erleben müssen. Nur ganz anders, als es Melnyk darstellt. Es war die Merkel-Regierung, die es versäumt hat, oder gar nicht wollte, dass Kiew sich an das Minsk-Abkommen hält.
    12 min
  • Nichts ist unmöglich | Von Tom-Oliver Regenauer
    Eine konstruktive Beziehung zu uns selbst ist der erste Schritt, um aus destruktiven Strukturen auszusteigen.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    Ein Standpunkt von Tom-Oliver Regenauer.
    Wir können die Fassadendemokratie mit unseren begrenzten Mitteln kaum verändern. Was wir aber tun können, ist, so weit es geht aus ihr auszusteigen. Dies erscheint angesichts fest etablierter und übergriffiger Strukturen schwierig, es ist jedoch mit etwas Entschlossenheit und Hilfe durch gleichgesinnte Menschen möglich, den Einfluss des Staates auf uns Stück für Stück zurückzudrängen. Das beginnt damit, zu erkennen, dass etwas im Argen liegt, und mit dem Entschluss, sich nicht aus falsch verstandener Treue zur Gemeinschaft der Verdummten mit in den Abgrund reißen zu lassen. Es geht weiter damit, sich der Propaganda-Beschallung durch Systemmedien zu entziehen und seine eigene Wahrheit zu suchen. Man muss in hohem Grade genügsam werden, nicht zu abhängig von materiellen Dingen, von Unterhaltungsangeboten und nicht einmal vom Zuspruch unserer Mitmenschen. Eine weitgehende emotionale und praktische Autarkie macht den Menschen weniger erpressbar und verleiht ihm Stärke. Der Autor vermittelt hier fünf sehr plausible Grundregeln für den Ausstieg. Entscheidend ist aber, an die Möglichkeit des Gelingens zu glauben, denn wer aufgrund einer pessimistischen Grundeinstellung gar nicht erst zu kämpfen beginnt, hat schon verloren.
    Man kriegt Menschen raus aus dem System — aber das System nicht raus aus den Menschen. Das gilt nicht nur für die Mafia, Sekten oder Logen, sondern auch für das System Staat. Obwohl die Folgen des Sakrilegs Ausstieg bei der Mafia ebenso bekannt wie fatal sind, steht einem die Entscheidung letztendlich dennoch frei. Auf Basis triftiger Gründe kann sich der Mafioso vom Blutschwur lossagen, sich gegen die Familie wenden. Auf eigenes Risiko.
    Bei Sekten oder Logen bedarf es dagegen bereits häufig externer Intervention, um jemanden aus dem Bann der verschworenen Gemeinschaft zu locken. Denn das Mitglied ist seiner Abhängigkeit meist nicht gewahr und verspürt demnach auch keinen intrinsischen Impuls, der es motiviert, die Herdenwärme der Gruppe zu verlassen. Es bedarf eines Ausstiegsberaters — zuweilen gar einer veritablen Entführung, eines kalten Entzugs vom kollektivistischen Mantra —, um dem Gehirngewaschenen nach der Extraktion wenigstens retrospektiv zu verdeutlichen, welchen Schaden er sich mit seiner unbedingten Loyalität zum Guru zufügte.
    Das gilt in frappierend ähnlicher Form für das System Staat. Denn auch in diesem Kontext ist sich ein Großteil der Abhängigen der destruktiven Abhängigkeit einfach nicht bewusst. Und wenn sich ein solches Bewusstsein doch eingestellt haben sollte, bleibt immer noch die Frage: Wohin soll ein potenzieller Ausstieg führen? Während sich bei der Mafia naheliegende Optionen wie das Untertauchen mit neuer Identität, das Überlaufen zu einem gegnerischen Clan oder die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm anbieten, mangelt es dem zum Ausstieg motivierten Bürger im System Staat auf den ersten Blick schlichtweg an Alternativen. Denn Auswandern ist kein Ausstieg.
    Auch als Exilant wird man in einem Staat leben. Dieser mag exekutiv weniger übergriffig agieren, weniger Bürokratie, besseres Wetter, unterschiedliche Topografie oder eine geringere Steuerlast offerieren, grundlegende Organisationsstrukturen sind jedoch identisch. Wer einen Ausweis besitzt und Steuern zahlt, ist eine Nummer im System.
    21 min
  • Milliarden deutsche Euro für Selenskis Krieg | Von Willy Wimmer
    Ein Kommentar von Willy Wimmer.
    In dieser Woche hat das russische Außenministerium dem amerikanischen Außenministerium eine formelle Note über die völkerrechtlichen Implikationen westlicher Rüstungshilfen für die Ukraine zugestellt. Damit ist nach den in dieser Note aufgestellten Kriterien jede westliche Hilfe eine westliche Kriegsbeteiligung. Unter Beachtung der von russischer Seite aufgestellten Kriterien kann sich der Westen nicht mehr darauf berufen, mit westlichen Rüstungsgütern keine Kriegsbeteiligung beabsichtigt zu haben. Nach dem gestrigen Beschluss der Bundesregierung, einen Gesamtbetrag von 2 Milliarden Euro u. a. für die Ukraine zur Verfügung zu stellen, damit die Ukraine schwerstes Kriegsgerät erwerben kann, muss nach der russischen Note der Wille des Westens zur direkten Kriegsbeteiligung unterstellt werden:
    Die Umstände in Zusammenhang mit dem Kreuzer "Moskau" lassen die Frage danach aktuell und dramatisch auf den Tisch kommen, ob in Zusammenhang mit einem möglichen Anti-Schiffskörper-Raketeneinsatz es zu einer direkten Konfrontation zwischen den Streitkräften der USA und der Russischen Föderation gekommen sein könnte, unabhängig von den Mediendarstellungen. Das gilt auch für den bewussten und willentlichen Einsatz derartiger Raketen gegen ein möglicherweise nuklear bewaffnetes Ziel. Damit ist die Frage nach dem Verbleib möglicher Nuklearwaffen an Bord des Kreuzers "Moskau" verbunden und der Haltung der internationalen Staatengemeinschaft im Kontext von Havarien dieser Dimension.
    Die im westlichen Bündnis von Regierungs-und Bündnisseite gegebenen Erklärungen über auslösende Faktoren für die kriegerischen Abläufe in der Ukraine sind einseitig, fehlerhaft und geradezu gemeingefährlich. Diese Erklärungen lassen die tatsächlichen und möglichen Waffenlieferungen des Westens in einem neuen Licht erscheinen.
    Ohne die auf Betreiben des ukrainischen Präsidenten Selenski Anfang 2021 veröffentlichten Ziele der Rückeroberung von Donezk und Lugansk sowie der Krim wäre es über das militärische Vorgehen der Ukraine gegen Donezk und Lugansk ab dem 17. Februar 2022 mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zu dem Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine ab dem 24. Februar 2022 gekommen. Von den tatsächlichen Abläufen und ihrer völkerrechtlichen Beurteilung hängen die Rechte eines jeden Staates nach der Charta der Vereinten Nationen im Konflikt-und Kriegsfall entscheidend ab. Die milliardenschweren Rüstungslieferungen von schwerstem Kriegsgerät machen deutlich, dass sich der Westen im Sinne der genannten Ziele der Ukraine auf Rückeroberung von Donezk und Lugansk sowie der Krim in diesem Krieg willentlich und mit der auf der Hand liegenden militärischen Konsequenz der militärischen Kriegsbeteiligung auf der Seite der Ukraine bereit findet. Damit wir die Frage zu verbinden sein, in welchem Umfang die Rückeroberungsdirektiven des ukrainischen Präsidenten Selenski aus dem Vorjahr mittels Einflussnahme des Westens oder durch Druck des Westens zustande gekommen sind?
    +++

    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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    Bildquelle: photocosmos1 / shutterstock
    4 min
  • Gedankenknoten – Naturphilosophie 02 | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Naturphilosophie
    Die Ortsbewegung – eine Veränderung?
    Ist die Ortsbewegung, also die Bewegung eines Körpers im Raum, eine Veränderung? Das hängt davon ab, was man unter Veränderung versteht.
    Wenn man wie Aristoteles sich am Lebendigen orientiert, dann ist Veränderung ein Werden und Vergehen, und zwar nicht nur in Bezug auf andere, sondern immer auch Wandel des Sichverändernden und auf ein Ziel hin. Beispiele: Wird etwa jemand beschämt, dann steigt ihm vor Scham die Röte ins Gesicht und er möchte im Boden versinken: eine Veränderung der Qualitäten, die nicht nur äußerliche, sondern auch seelische Eigenschaften wandelt. Oder das Kind, das aufwächst, wandelt sich zum Erwachsenen: eine Veränderung im Werden. Und der alternde Mensch geht dem Tod entgegen: eine Veränderung des Verfalls.
    Alle lebendigen Veränderungen sind also endlich, haben einen Anfang, ein Ziel. Und sie haben eine Ursache, so in den Beispielen: den Beschämenden, die Nahrung und den Erziehenden, das genetisch vorgegebene Zellsterben.
    Aristoteles behauptet nun, auch die Ortsbewegung, das Grundphänomen der physikalischen Mechanik und Kinetik, sei eine Veränderung. Damit wird auch sie einerseits als endlich, auf ein Ziel hin gerichtet und von einer Ursache bewirkt begriffen. Andererseits soll sich auch der Körper selbst, der sich von einem Ort zum anderen bewegt, in Abhängigkeit von der Bewegung verändern, denn Veränderung ist immer zugleich Selbstveränderung. So zum Beispiel der Rauch: Vom Feuer verursacht, steigt er nach oben und verändert sich dabei, er dehnt sich aus, verliert an Dichte und zerfasert, bis er dann oben sich verflüchtigt. Oder der Mensch, der, sich von einem Ort zum anderen bewegend, zunehmend ermüdet und zu schwitzen beginnt.
    Auf den kräftefreien Flug einer Raumkapsel im leeren Raum allerdings trifft das alles nicht zu. Ist die Kapsel einmal auf ihre Bahn gebracht und auf eine bestimmte Geschwindigkeit beschleunigt worden, fliegt sie ohne antreibende Kraft, also ohne Ursache, geradeaus und mit konstanter Geschwindigkeit unendlich weiter. Und an und in der Kapsel selbst geschieht keinerlei Veränderung, an der der Astronaut in der Kapsel etwa erkennen könnte, dass er sich geradlinig-gleichförmig vorwärtsbewegt. Erst der Blick aus dem Fenster ließe ihn erkennen, dass sein Gefährt sich relativ zu anderen Körpern im Raum bewegt.
    Im aristotelischen Sinne ist diese Ortsbewegung also keine Veränderung. Da aber Aristoteles sich Ortsbewegung immer nur als Veränderung denken kann, muss ihm eine ursachelose Bewegung eines Körpers wie der kräftefreie Flug schlicht unmöglich erscheinen. Seine Physik lässt so etwas nicht zu.
    +++
    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
    4 min
  • Die totale Haltung | Von Roberto J. De Lapuente
    Ein Standpunkt von Roberto J. De Lapuente.
    Beim Kauf eines ÖPNV-Tickets wird man dieser Tage schon mal indoktriniert. »Stay with the Ukraine«, steht auf dem Automatendisplay. Dazu ist alles in Landesfarben der ehemaligen Sowjetrepublik gehalten. Wie kommt das, dass man jetzt immer, überall, laut, schrill und ohne gefragt zu werden, mit Bekenntnissen und »Haltung« bedrängt wird?
    Neulich auf dem Weg zur U-Bahn traute ich meinen Augen kaum. Am Ticketautomaten flackerte die ukrainische Flagge über das Display. Darunter war zu lesen: »Stay with the Ukraine«. Ticketautomaten nehme ich eigentlich nur aus dem Augenwinkel wahr, denn ich habe eine Monatskarte, muss mir also nicht bei jeder Fahrt einen Fahrschein ziehen. Ich war schon in Gedanken dran vorbeigelaufen, blieb nach der Realisierung des Gesehenen kurz wie vom Donner gerührt stehen, ging zwei Schritte rückwärts und wagte nochmals einen Blick: Habe ich da tatsächlich richtig gesehen?
    Oh ja, hatte ich. So ein Ticketkauf ist ja, beäugt man es mal ganz nüchtern und rein kaufmännisch, nichts anderes als eine Vertragssituation: Man erwirbt sich ein Stück Mobilität. Dass man dabei auch gleich noch mit politischen Statements bedrängt wird, ist in so einer Konstellation gar nicht vorgesehen. Was interessiert es mich denn auch, ob ein Mobilitätsunternehmen einen Krieg in Osteuropa ächtet oder nicht? Ist es Ausdruck beruflicher Kompetenz, wenn etwa mein Apotheker für Weltoffenheit wirbt? Kann man es als als Dienst am Kunden sehen, wenn der Rewe in der Nachbarschaft eine Regenbogenflagge auf die Eingangstore klebt? Eigentlich will ich beim Apotheker oder im Supermarkt ja was ganz anderes: Weltanschauung in Pillenform oder in dünnen Scheiben ist es jedenfalls nicht, was ich dort erstehen möchte.
    Verkaufen mit Anstand
    Im Laufe der letzten Jahre habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass der Anstand, das Gute, Wahre und Schöne, zu einer plumpen Marketingstrategie umfunktioniert wurde. Kaum wurde das  moralistische aufgeladene Klima auf die Straßen der freitäglichen Republik getragen, warben Unternehmen damit, unglaublich klimafreundliche, klimaschonende oder gar klimaneutrale Produkte im Angebot zu haben. Ob das nun stimmte oder nicht, war letztlich völlig egal: Vermutlich handelte es sich oft auch bloß um einen klaren Etikettenschwindel. Aber Werbeleute wissen ja, dass Kunden belogen werden wollen. Also gibt man ihnen, was sie begehren.
    Dann kam Corona und wieder wurde daraus Marketing für Unternehmen aller Art. Erst »warben« sie noch zögerlich damit, ließen sich von der Öffentlichkeit loben, weil sie ihre Läden nicht etwa auf Geheiß der Politik schlossen, sondern weil sie selbst es auch für nötig hielten: Das las man an den Türen nicht weniger Geschäfte seinerzeit. Später repräsentierte man Hygienepläne für Angestellte und Kunden, bei denen man den Eindruck haben musste, dass es da nicht um Sinn und Sicherheit ging, sondern darum als möglichst bemüht, möglichst wertschätzend angesehen zu werden. Unternehmensverbände übten bestenfalls verhalten Kritik an den Maßnahmen, teils unterstützte man den Regierungskurs sogar.
    Dass nun mit dem Krieg in der Ukraine der nächste Komplex bereitsteht, der sich als Werbe- oder Imagestrategie anbietet, verwundert daher nicht wirklich. Man muss die Ereignisse und die moralisch aufgeladenen Themen halt nehmen und deuten wie sie fallen. Marketing ist ja letztlich nie etwas anderes gewesen, man muss den Verbrauchern etwas bieten, was über die Ware oder Dienstleistung hinausgeht. Ein porentiefes Weiß beispielsweise oder die neidischen Blicke der Nachbarn waren früher solche Nebenprodukte, die das Gekaufte mit einem bestimmten Lebensgefühl aufluden. Solche Narrative nähren einen Glauben: Nämlich dass die objektiv vergilbte Bluse dennoch weiß ist, weil es doch ein Versprechen war.
    Die Ukraine-Flagge verspricht auch etwas: Sie fahren hier mit einem öffentlichen Nahverkehr durch ihre Großstadt,
    13 min
  • Das Nachrichtenmassaker von Butscha | Von Markus Fiedler
    Ein Kommentar von Markus Fiedler.
    Wikipedia und andere westlichen Medien bringen uns an den Rand eines Kriegseintritts der NATO und damit dem dritten Weltkrieg gefährlich nahe.
    Hermann Ploppa und andere haben in vielen Details herausgestellt, dass das Massaker von Butscha in der Ukraine so nicht gewesen sein kann, wie es in den Mainstream-Medien transportiert wird.(1) Bemerkenswert ist, wie in den Lei(d/t)medien mit den objektiv zur Verfügung stehenden Daten umgegangen wird. Es gibt lediglich Leichname, die an verschiedenen Stellen in der Stadt aufgefunden wurden. Die Mörder der getöteten Zivilisten sind nicht bekannt.
    Die Medien der westlichen Hemisphäre gehen aber zwingend davon aus, dass russische Soldaten ein Massaker unter den Einwohnern von Butscha verübt hätten und zitieren dazu einseitig ukrainische Quellen. Der geübte Medienkonsument erkennt das Bild einer gezielten Medienkampagne mit ausschließlich emotionalisierenden Artikel zum Thema. Auffällig sind reißerische Überschriften, wie „Reise ins Grauen - von der Leyen in der Hölle von Butscha“(2) oder aber „traumatisierte Bewohner von Butscha erzählen: „Auschwitz ist nichts im Vergleich hierzu“.(3)
    Diese sprachliche Eskalation erinnert an den Jugoslawienkrieg und angeblich vorhandene KZs im Kosovo. Der damalige Außenminister Joschka Fischer wollte den Bundestag zu einer Zustimmung zum Angriffskrieg bewegen. Mit „nie wieder Auschwitz“(4) verglich er eine angeblich geplanten Massenmord in Jugoslawien mit einem Ort des tatsächlichen Massenmords und führte Deutschland damit in den ersten verfassungswidrigen Krieg nach 1945.(5) Wir lesen dazu in der taz vom 24.03.2019: „Und nein, es gab keine Konzentrationslager im Kosovo, von wegen Auschwitz.“(4) Die ARD-Doku „Deutschlands Weg in den Kosovo-Krieg – Es begann mit einer Lüge“(6) kam schon in 2001 zum gleichen Ergebnis.


    Der damalige oberste NATO-Sprecher Jamie Shea kommentierte die Medienberichterstattung damals so: „Das Wichtigste ist, dass der Feind nicht das Monopol über die Bilder haben darf. Denn das rückt die Taktik der NATO in das Licht der Öffentlichkeit […].“(7)

    Es geht demnach um die Lufthoheit im medialen Krieg, der immer den realen Krieg begleitet.
    Der vor dem erdrückenden geschichtlichen Hintergrund des industrialisierten Massenmords im dritten Reich absolut geschmacklose Kosovo-KZ-Vergleich (z.B. das "KZ in Prishtina“) hält sich dennoch hartnäckig in den Medien.(8) (9) (10) (11)
    Wir sehen nun im Fall Butscha diese gleiche sprachliche Eskalation. Allen voran das Scheinlexikon Wikipedia besteht als NATO-Pressespiegel darauf, dass die Russen ein Massaker in Butscha angerichtet hätten, erhebt diese unbewiesene Behauptung damit gleichzeitig in den Stand der lexikalischen Tatsache und zeigt sich damit einmal mehr als transatlantisches Propaganda-Outlet.(12) Es braucht keine gedanklichen Verrenkungen, um darin den Versuch zu erkennen, abermals NATO-Staaten in einen Krieg zu ziehen. Diesmal gegen Russland, was gleichbedeutend mit dem dritten Weltkrieg wäre. Die NATO ist schon seit langem in der Ukraine und z.B. im Baltikum aktiv. Nicht nur mit mehreren tausend Soldaten im Manöver, als „Militärberater“ oder „Ausbilder“ sondern auch medial.(13) (14)
    Über transatlantisch orientierte Organisationen wie der Consulting-Firma „Jnomics.media“, die ganz offen zugibt, mit Medien wie „BBC Action“, der Reuters-Nachrichten-Agentur oder aber der Open Society-Foundation zusammenzuarbeiten,(15) werden mit finanzieller Hilfe des „European Endowment for Democracy“(16) (17) (18) Medien aus dem Boden gestampft, die sich dezidiert gegen Russland richten und der politischen Beeinflussung dienen. Ein Beispiel dazu ist der erst im November 2021 gegründete „Kyiv Independet“.(19) Dieser Online-Blog bedient aus der Ukraine in englischer Sprache gezielt das westliche Publikum mit antirussischer Propaganda.
    Der in Russland rechtmäßig wegen massiver Steue...
    6 min

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das denk' ich auch