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  • Vorbereiten für Krieg gegen China | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Vorletzte Woche hatte ich ja schon darüber geschrieben, dass der Ukraine-Krieg mit „Ziel erfüllt“ von den US-Strategen bereits abgehakt wurde. Das gilt unabhängig davon, wie der Frontverlauf und die späteren Waffenstillstandsgespräche verlaufen werden. Die EU hat sich als Werkzeug der USA bewiesen, ebenso wie die NATO unter US-Führung als Kontrollinstanz für die EU. Die US-Rüstungsindustrie hat Aufträge für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, die US-Gasindustrie hat Windfallprofite ohne absehbares Ende, und Russland muss seine Handelsbeziehungen komplett auf den Osten umstellen und den zerstörten Osten der Ukraine wieder aufbauen, während die EU mit der Finanzierung der Rest-Ukraine über viele Jahre beschäftigt sein wird. Deshalb gilt es nun, dieses Szenario auch in Asien zu bewerkstelligen, worüber ich ja schon angefangen habe zu berichten. Das will ich heute vertiefen.
    Beginnen wir aber mit der Sicht auf die erzwungene Ost-Orientierung Russlands. Nachdem der Westen ja der Vorgabe der USA folgt und Energie nur noch über Drittstaaten von Russland kaufen will, sah sich Russland gezwungen, sein Energie-Vermarktungs-Marketing auf den Osten zu fokussieren.
    Dabei wird China aus wirtschaftlichen, geografischen und politischen Gründen natürlich einer der größten Energiepartner Russlands werden. Allerdings will Moskau offensichtlich nicht alleine von den Exporten in die Volksrepublik abhängig werden, weshalb man eine bemerkenswerte Konzentration der Bemühungen auf Südostasien, insbesondere Indien erkennen kann. Weshalb die Zusammenarbeit mit Indien für Russland wichtig ist, hatte ich bereits in vorherigen PodCasts berichtet. Kurz gesagt wird dadurch sicher gestellt, dass, egal wer in China einmal die Regierung stellt und evtl. imperiale Gelüste entwickeln sollte, Russland und Indien den Multipolarismus sichern.
    Schauen wir uns also an, was Putin in Südasien so anstellt. Alexander Korybko beschreibt es in einem seiner Artikel(1), indem er darauf hinweist, dass Anfang Juni der Iran angekündigt habe, dass er zusammen mit Russland, Katar und Turkmenistan ein Gasdrehkreuz bilden werde, in dessen Rahmen Moskau und Teheran ihre Lieferungen austauschen könnten, um den Bedarf gemeinsamer Partner wie Indien zu decken. Diese Vereinbarung könnte auch die Gaspipeline Iran-Pakistan-Indien (IPI) wiederbeleben, wenn Islamabad den politischen Willen habe, oder zumindest mit der Zeit zu einer iranisch-indischen Pipeline führen.

    „Apropos Pakistan: Das Land hat gerade seinen allerersten russischen Öltanker erhalten, zeitgleich mit der ersten Ladung Flüssiggas, die auf dem Landweg über Afghanistan eintraf. Russland hofft außerdem, endlich eine Einigung über die Pakistan-Stream-Gaspipeline zu erzielen, die seit dem postmodernen Putsch [unter US-Einfluss in Pakistan] vom April 2022 praktisch eingefroren ist. In der Zwischenzeit befürwortet es Berichten zufolge die Wiederbelebung der Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien-Pipeline (TAPI) und spielt auch hier eine wichtige Rolle, sei es beim Bau und/oder bei der Lieferung.“(1)
    Selbst wenn keine dieser beiden Pipelines jemals das Licht der Welt erblicken sollte, erklärt der Autor, sei Indien an sich schon ein wichtiger Energiepartner für Russland, so dass sich Russlands Fokussierung auf Südasien lohne. Russland liefere heute satte 42 % des indischen Rohöls und plane, auch sein Angebot an Flüssiggas zu erhöhen. Russland werde demnächst die Exporte aus seiner Jamal-Anlage wieder aufnehmen, die Ende letzten Jahres aufgrund eines nicht mit den Sanktionen zusammenhängenden Problems vorübergehend ausgesetzt wurden, und habe Indien kürzlich eingeladen, sich auch an seinen Sachalin-Projekten stärker zu beteiligen.
    Indien sei daher unbestreitbar das Herzstück der künftigen Pläne der russischen Energiewirtschaft für Südasien, zu denen auch eine pakistanische Komponente (vermutlich spätestens nach den nächsten Wahlen und einem Reg...
    25 min
  • Air-Defender 23: Gefährliches Zündeln der NATO | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger. 
    Unter Führung der Deutschen Luftwaffe trainieren vom 12. bis zum 23. Juni 2023 unter dem Namen Air-Defender 23 über 10.000 Soldaten aus 25 Nationen mit 250 Kampfjets reale Kriegsoperationen. Unter den Teilnehmern befindet sich auch Schweden, das im Mai 2022 um Mitgliedschaft in der NATO (1) angesucht hat. Bei dieser Luftwaffenübung handelt es sich um ein "Manöver der Superlative" (2), zu einem brenzligen Zeitpunkt.
    Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Michael Ebling (SPD) verharmlost hingegen die Dimension dieser NATO-Übung, wenn er davon spricht, dass auch die Bürger den Manöver-Lärm zu ertragen hätten und begründete dies mit der „Form der Zeitenwende“ und dem „Verändern der politischen Landkarte durch den Aggressor Russland“.(3)
    Ähnliche Manöver
    Schon im Jahr 2021 übten im Rahmen des Manövers Defender Europe 21 über 30.000 Soldaten aus 26 Nationen den Aufmarsch von NATO-Verbänden im Osten des Bündnisses mit den Schwerpunktregionen Estland, Rumänien und Bulgarien - auch dies war eine provokative Botschaft an Russland. Drehscheibe für alle kontinentalen Truppentransporte war Deutschland. Darauf hatte Generalinspekteur Eberhard Zorn Ende September 2020 in der FAZ hingewiesen, als er sagte: „Wir beteiligen uns wesentlich am zentralen Abschreckungsinstrument, der NATO-Speerspitze, die wir 2023 wieder anführen. Unsere Heeresbrigaden führen multinationale Verbände zur Unterstützung Litauens. Und unsere Marine ist in allen NATO-Einsatzverbänden in Mittelmeer, Nord- und Ostsee aktiv. ... Durch unsere Lage mitten im europäischen NATO-Gebiet sind wir Drehscheibe alliierter Truppenbewegungen und rückwärtiger Operationsraum, damit aber auch potentielles Angriffsziel. Wir befinden uns nach wie vor in Reichweite konventioneller und nuklearer Waffen.“(4) Ein General wohlgemerkt, der einmal geschworen hatte, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, erklärte dieses Land fast beiläufig und ungerührt zum Spielfeld eines Dritten Weltkriegs.
    In vielen NATO-Manövern übernimmt Deutschland die Rolle des Gastgeberlandes (engl. "Host Nation") für die teilnehmenden Streitkräfte. „Das geht beispielsweise von der Planung und Genehmigung von Durchfahrten über deutsche Straßen oder Gewässer bis hin zum Bereitstellen von Unterkünften oder Betankungsmöglichkeiten an Bundeswehr-Standorten. Grundsätzlich kann jede ausländische Streitkraft, die nach Deutschland kommen möchte, ‚Host Nation Support‘ beantragen.“(5)
    So wurden die Militärs bei Defender Europe 21 mit einer Vielzahl von Verlegerouten aus den USA quer durch Europa, bis hin zur russischen Grenze vertraut gemacht. Dazu gehören in einem simulierten "Schlachtfeldnetzwerk" von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer zahlreiche Kriegsübungen. In seiner Planung griff das Militärbündnis auf Übungsformate zurück, wie es sie in der Region schon seit Jahren regelmäßig umsetzt...(6)
    Hintergründe
    Das aktuelle Luftmanöver Air-Defender 23 soll schon 2018 geplant worden sein und steht daher dem Anschein nach nicht mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung. Jedoch steht es in ersichtlichem Zusammenhang mit dem vom Westen im Februar 2014 orchestrierten Putsch in der Ukraine.
    Nur Monate danach, im September 2014, stellte der Vier-Sterne-General David. G. Perkins und Befehlshaber des "United States Army Training and Doctrine Command" (TRADOC) das strategische Nachfolgepapier "TRADOC 525-3-1 Win in a Complex World 2020-2040" vor.
    Mit "Win in a Complex World 2020-2040" (Siegen in einer komplexen Welt) erhielten die US-Streitkräfte den (freilich euphemistisch formulierten) Auftrag, die von Russland und China ausgehende Bedrohung abzubauen. General Perkins betonte damals unter Berufung auf zunehmend entschlossene und schwer fassbare Gegner, dass es in dem Strategiepapier um die Bedeutung und Fähigkeiten von ständig einsatzbereiten Streitkräften gehe.
    13 min
  • Leben, Blackrock, blaue Lichter | Von DW-Redaktion, Dr. Werner Köhne und Die blauen Lichter
    Ein Standpunkt von DW-Redaktion, Dr. Werner Köhne und Die blauen Lichter.
    Drei Blicke in die 136. Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand (DW).
    I.
    Für das Leben lernen
    Der Preis der Republik geht an Professor Arne Burkhardt. Laudatio der DW-Redaktion
    Mit einem Knall trat er am 20. September 2021 ins Licht der Öffentlichkeit: der Pathologe und Professor Arne Burkhardt. Die Corona-Spritzen verursachten in sämtlichen Teilen des Körpers erhebliche Schäden. Das hatte er herausgefunden und präsentierte es der Öffentlichkeit. Nun ist der große Wissenschaftler und Menschenfreund am 30. Mai überraschend verstorben.
    Eigentlich war er bereits auf dem Weg in den Ruhestand gewesen. Doch die ungeklärten Fragen rund um die Covid-»Impfung« ließen ihn nicht los. Vor allem das Schicksal und Leid der Kinder, die keine eigenständige Entscheidung zu den neuartigen Stoffen treffen konnten, trieben ihn an.
    Da hatte er bereits eine lange Karriere als Wissenschaftler hinter sich – in Hamburg, Bern und Tübingen gelehrt und geforscht, mit Aufenthalten in Japan, den USA, Korea, Schweden, Malaysia und der Türkei. 18 Jahre lang hatte er die Niederlassung des Pathologischen Instituts in Reutlingen geleitet. Doch er schonte sich nicht, duckte sich nicht weg, versammelte Kollegen um sich und begann in seinem Institut in Reutlingen zu forschen. Sein Motto als Pathologe lautete: »Von den Toten für die Lebenden lernen.«
    Wie wichtig seine Arbeit war, erfuhr er in der Flut der Anrufe. Betroffene und Angehörige kontaktierten ihn fast stündlich und berichteten von ihrem Leid. Dass dieses mit den Gensubstanzen zusammenhängt, ist mittlerweile – auch dank ihm – erwiesen. Selbst Kollegen und Medien, die Professor Dr. med. Arne Burkhardt verleumdeten, kommen nun um seine Erkenntnisse nicht mehr herum, auch wenn sie ihn noch ausklammern. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hielt er mit seinen Kollegen fest. Sie erscheinen in einigen Wochen im Sodenkamp & Lenz Verlagshaus Berlin. Man kann es als seinen Nachlass betrachten.
    Für seinen ruhigen, sachlichen und ehrenhaften Einsatz für die Menschen gebührt Prof. Arne Burkhardt unser aller Dank und der Preis der Republik.
    II.
    Der Black-Rocker
    Einwurf von Dr. Werner Köhne
    »Der Friederich, der Friederich, das ist ein arger …?«, ja was nun: ein »arger Wüterich«, wie es im Struwwelpeter heißt?
    Nein, der Friederich, den ich meine, kommt aus Bigge Olsberg im Sauerland, der den meisten unter dem Zusatz Merz bekannt sein dürfte. Er ist ein Black-Rocker – ein in diesem Falle unmusikalischer Gefolgsmann jener schwarzen Kohorte aus Finanzjongleuren, die die Apotheose des Kapitalismus unter der verharmlosenden Signatur »Vermögensverwalter « in ihr finales Stadium führen.
    In deren Dienst hat sich der Friederich gestellt, wobei seine Mission erst dann erfüllt sein wird, wenn er als grüner Kanzler inthronisiert ist. Das wird dem Sauerländer mit seinem wertkonservativen Profil nicht unbedingt gefallen, aber jeder muss schließlich sein Scherflein zum großen Reset beitragen. Gleiches wird von der wohlgenährten Greta aus Schweden erwartet: Den Teppich zu bereiten für jene Klimadiktatur, die eine Agenda aus Maßnahmen und Maßregelungen in Gang setzt, wie es sich die »Letzte Generation« nicht vorstellen kann.
    Aber zurück zu Friederich. Aus vorzeigbaren Gründen bin ich, selbst Sauerländer, fassungslos über die historische Mission meines Landsmannes. Dazu diese realitätshaltige Episode. Ich hatte 1968 meine Begegnung mit Merz. Damals fuhr ich als 18-jähriger, der wegen Renitenz gerade aus zwei Gymnasien herausgeworfen worden war, durch die Sauerlande, um ein paar Schülern Nachhilfe zu geben – unter diesen auch dem damals 12-jährigen Friedrich Merz. Der war im Frühsommer nicht in die nächsthöhere Klasse versetzt worden, weil er sich in Mathe und Chemie einen Fünfer eingeheimst hatte.
    13 min
  • Der Transgender-Wallraff | Von Diether Dehm
    Ein Kommentar von Diether Dehm.

    Bijan Tavassoli entlarvte als falsche „Transfrau“ satirisch den Realitätsverlust woker Kreise und setzte sich damit brutalen Anfeindungen aus.
    „Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte Herbert Grönemeyer in seinem bekannten Lied. Heute wäre die Antwort: Jeder Mensch, der sich als Mann fühlt oder definiert, ist auch einer — mag er auch über den Chromosomensatz und die Geschlechtsmerkmale einer Frau verfügen. Bijan Tavassoli machte das umgekehrte Experiment, setzte sich mit Bart und tiefer Stimme in eine Talkshow und behauptete steif und fest, eine Frau zu sein. Seitens des Moderators erntete er dafür nur ergriffenes Nicken. Auch bei anderen Auftritten rief niemand: „Der Kaiser ist nackt“ beziehungsweise: „Aber Sie sind doch ein Mann!“. Niemand wollte sich ja nachsagen lassen, transphob zu misgendern. Somit wirkte Tavassolis Aktion entlarvend wie seinerzeit der Auftritt des Schusters Voigt als „Hauptmann von Köpenick“, der den Militarismus seiner Epoche bloßstellte. Oder wie Günther Wallraffs Undercover-Aktion als „Schwarzer“. Der Transgender-Darsteller Tavassoli hält dem Zeitgeist den Spiegel vor. Die Exponenten der Trans-Ideologie jedoch lassen nicht mit sich spaßen. Der intelligente Parodist erntete Beschimpfungen und Morddrohungen. Derzeit wird das „Selbstbestimmungsgesetz“ politisch erregt diskutiert. Es soll den formlosen und raschen Wechsel des juristisch zugeschriebenen Geschlechts enorm erleichtern. Zur rechten Zeit also platziert der ehemalige Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm seinen glossierenden Zwischenruf.
    Der Nürnberger Kirchentag betätigte sich als heilige Inquisition. Die „transaktivistische“ Teufelsaustreiberin Dana Mahr verketzerte Alice Schwarzer und EMMA als unfeministisch. Denn, verflucht nochmal, Transfrauen sollten endlich an denselben Schonräumen und erkämpften Rechten der Frauenbewegung teilhaben wie „biologische“ Frauen. Mahr klemmte alles an den Hexenpranger, was sich dem Gender-Mainstream in den Weg stellte. Einen linken Spötter des identitären Genderkults nagelte Mahr gar als „rechten Troll und übergriffigen Cis-Mann“ ans Kirchentagskreuz. Der sei von rechts in Frauen-Saunen „eingeschleust“ worden, um dort die „Geschlechter-Gleichheit“ der Lächerlichkeit preiszugeben.
    Der von Dana Mahr auf den Scheiterhaufen verwünschte Mann ist hingegen Linken-Mitglied und Journalist bei Weltnetz.tv. Der in Hamburg geborene, massiv dunkel-behaarte und maskuline Sohn eines iranischen Flüchtlings behauptete, im „falschen Körper aufgewacht“ zu sein, wie es heute so schön modisch heißt — aber nicht ohne leise aufblitzenden Schalk im kohlrabenschwarzen Auge. Stundenlang fühle er sich als Frau. Dann wieder als Mann. Also neuhochdeutsch: „transgenderfluid“. Das alles spielte Tavassoli in Interviews und Events so täuschend echt durch, dass die Zuschauer hin- und hergerissen waren.
    Beim letzten Wahlkongress der Hamburger Linkspartei, die ihn seiner NATO-Feindschaft wegen sowieso schon abgrundtief hasst, kandidierte er auf dem privilegierten Frauenplatz. Der Parteitag und seine Gender-FanatikerInnen schäumten. Die Wahlrituale wurden in kreischender Ratlosigkeit fast zwei Stunden lang unterbrochen. Im Netz war die Aktion ein Kracher — gegen die Hamburger „Linkspartei“.
    Bijan Tavassoli hatte als Mann vor Jahren bereits gegen den so glücklos agierenden Links-Parteivorsitzenden Schirdewan an der Listenspitze fürs Europaparlament kandidiert, als Wagen-„Knecht“ diffamiert und schon damals unter viralen Gewaltandrohungen. Kürzlich hatte er sich dann von der Hamburger Gleichstellungsbehörde einen amtlichen Ausweis als Frau mit Vornamen „Rosa“ ausstellen lassen. Damit trabte er seelenruhig in Frauen-Saunen verschiedener europäischer Städte und notierte die „staunenden“ Reaktionen. Dann nannte er sich gar eine Trans-Muslima
    Eigentlich zielen Tavassolis Eulenspiegeleien gegen eine von der Ampel zur Wochenmitte als Kabinettsbeschluss vorgeseh...
    9 min
  • Kiews Traum von der NATO in weiter Ferne | Von Thomas Röper
    Ein Standpunkt von Thomas Röper.
    Umsetzung des RAND-Papiers. Der Traum von der NATO rückt für Kiew in weite Ferne!
    Die Ukraine wird beim NATO-Gipfel keine Zusage für einen NATO-Beitritt erhalten. Mehr noch, US-Präsident Biden hat sich sogar gegen einen vereinfachten NATO-Beitritt der Ukraine ausgesprochen. Die Umsetzung des RAND-Papiers von Januar scheint voranzuschreiten.
    Letzte Woche habe ich mehrmals darüber berichtet, dass sich die Anzeichen häufen, dass das RAND-Papier vom Januar umgesetzt wird. In dem Papier hat die RAND-Corporation der US-Regierung empfohlen, einen Ausweg aus dem Ukraine-Abenteuer zu suchen, denn die Ziele, die die USA in der Ukraine verfolgt haben (Russland wirtschaftlich zerschlagen, international isolieren und die russische Armee entscheidend schwächen) wurden nicht erreicht.
    Stattdessen müssen die USA die Ukraine nun mit inzwischen über 100 Milliarden Dollar unterstützen und ein Ende ist nicht abzusehen, während die USA in dem Konflikt nichts zu gewinnen haben, denn – so RAND – wo die Grenzen der Ukraine verlaufen, ist für die USA unwichtig und die ungeheuren Kosten nicht wert. Ich berichte seit Februar über dieses Papier und die Anzeichen dafür, dass es offenbar umgesetzt wird.
    Der Autor des RAND-Papiers hat vor kurzem auch einen langen Artikel für das Council on Foreign Relations geschrieben, in dem er seine Vorschläge darüber, wie die USA sich aus dem Schlamassel ohne Gesichtsverlust zurückziehen können, weiter ausgeführt hat. Dazu hat er unter anderem vorgeschlagen, dass die Ukraine kein NATO-Mitglied wird, sondern sie in anderer Form Sicherheitsgarantien bekommen soll, die Rede war vom „koreanischen“ oder vom „israelischen Modell“. Interessant dabei ist, dass aus Kiew letzte Woche bereits gemeldet wurde, die USA würden der Ukraine eben dieses „israelische Modell“ vorschlagen.
    Es gibt also reichlich Anzeichen dafür, dass die Umsetzung des RAND-Papiers hinter den Kulissen begonnen hat.
    Der Traum vom NATO-Beitritt platzt
    Der Hauptgrund dafür, dass Russland keine andere Option mehr gesehen hat, als militärisch in den seit 2014 im Donbass tobenden Krieg einzugreifen, war der vom Westen und von Kiew fokussierte NATO-Beitritt der Ukraine. Da die NATO darüber nicht mit Moskau verhandeln wollte, hatte Russland – aus seiner Sicht – keine andere Wahl, als seine Sicherheit gewaltsam zu gewährleisten.
    Nun scheint Russland dieses Ziel fast erreicht zu haben, denn nachdem der NATO-Generalsekretär in den letzten Wochen immer davon gesprochen hatte, dass von dem anstehenden NATO-Gipfel „ein starkes Signal“ an Kiew ausgehen sollte, ist er nun zurückgerudert. Der Spiegel berichtete unter der Überschrift „Vor Gipfel in Vilnius – Nato wird Ukraine vorerst nicht formell zum Beitritt einladen“:

    „Die Ukraine muss weiter auf eine formelle Einladung zum Beitritt in die transatlantische Verteidigungsallianz Nato warten. Das Bündnis werde dem Land beim anstehenden Gipfel im litauischen Vilnius k...
    10 min
  • Das Global Listening Project: Die Globalisten wollen alles wissen | Von Norbert Häring

    Ein Kommentar von Norbert Häring.
    Kaum jemand kennt das Global Listening Project. Den Verantwortlichen scheint das ganz recht zu sein. Die Umstände sprechen dafür, dass es um globales Aushorchen der Menschen geht, um sie besser in Richtung Impfungen und Akzeptanz von sogenannten Gesundheitsmaßnahmen manipulieren zu können. Es gibt auch starke Indizien, die in Richtung Zensur deuten.




    Seit mindestens Oktober 2022 gibt es das Global Listening Projekt. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ziemlich zurückhaltend. Zwischen mindestens 15. Februar und 30. März gab es eine Netzseite des Projekts. An diesen Tagen hat das Web-Archiv die Seite zum ersten und zum letzten Mal archiviert. Auf meine Anfrage vom 23.5. antwortete Projektgründerin Prof. Heidi Larson am 26.5., die Netzseite sei auf https://global-listening.org umgezogen und es habe ein paar Tage gedauert, sie bei Google zu listen.
    Wie schon zu Jahresanfang heißt es auf der noch etwas rudimentären Seite immer noch: „Bleiben Sie dran für unsere vollständige Website, die in Kürze erscheint.“
    Im Oktober 2022 sagte die Gründerin Heidi Larson in einem Podcast-Interview mit dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington D.C., im Frühjahr 2023 werde man einen Bericht über die Ergebnisse des Projekts veröffentlichen. Auf Anfrage heißt es nun, der Bericht werde im Frühjahr 2024 veröffentlicht. Bis dahin werde es ggf. anlassbezogen einzelne Podcasts oder Postings geben.
    Das Ziel
    In dem Podcast „Pandemic Planet“ von CSIS sagte Larson es gehe ihr darum, herauszufinden, wie man das Vertrauen in die Regierungen wiederherstellen kann. Sie verwies auf einen Bericht des Weltwirtschaftsforums zum stark beeinträchtigten sozialen Zusammenhalt. Sie wolle „Emotionen, Stimmungen und Einsichten“ der Menschen auf der ganzen Welt einfangen.
    Im Podcast Pandemic Planet geht es nach Eigenbeschreibung darum, „wie die USA am besten die Anstrengungen zur Gesundheitssicherheit im Ausland anführen können“.
    Für das Projekt wurden Fokusgruppen in New York, Paris, Delhi, Bangkok, Sao Paulo und Abuja abgehalten. Daraus sollen  „Schlüsselthemen“ ermittelt werden, die weltweit Resonanz finden. Auf dieser Basis will man dann eine globale Befragung konzipieren, aus der ein „Societal Preparedness Index“ für die einzelnen Länder erstellt wird.
    Mein Übersetzungsversuch: Durch eine regelmäßige globale Umfrage, die durch die Fokusgruppen vorab aufwendig validiert wir, soll künftig laufend feststellbar sein, in welchem Maß die Gesellschaft verschiedener Länder bereit ist, sich bei der nächsten vermeintlichen oder tatsächlichen Gesundheitskrise dem Diktat einer zentralen Organisation, also der WHO, zu unterwerfen. So können Länder identifiziert werden, deren Bevölkerungen noch bearbeitet werden müssen.
    Um dann die Lehren aus dem Projekt an die Politik zu vermitteln, sollen die Verantwortlichen auf regionaler oder globaler Ebene an einen Tisch gebracht werden.
    Das Personal
    Heidi Larson ist Senior Associate am CSIS. Das Institut wurde ausgezeichnet mit dem Titel "Bester Think Tank für Verteidigung und Nationale Sicherheit". Und sie ist Professorin in Seattle und Antwerpen. Hauptsächlich aber ist sie Leiterin des Vaccine Confidence Project (Impfvertrauensprojekt) an der London School of H...
    11 min
  • Kohlenstoffdioxidkonzentration vor 1900 und heute | Von Markus Fiedler
    (Das nicht passende Klimapanikpuzzle Teil 3) - Das Narrativ des menschgemachten Klimawandels kann vollends widerlegt werden
    Ein Standpunkt von Markus Fiedler.
    Das Narrativ
    Für die Darstellung des Narrativs des menschgemachten Klimawandels sei hier eine Veröffentlichung des öffentlich rechtlichen Rundfunks exemplarisch zitiert, der seit Jahren zum Thema „Klima“ unausgewogen und einseitig berichtet.
    Auf den Internetseiten des Wissenschaftskanals der ARD namens „BR Alpha“ ist beispielsweise in einem Artikel von 2021 zu lesen:


    „Der Mensch hat die Erderwärmung maßgeblich zu verantworten. Das liegt vor allem am Anstieg des klimaschädlichen Kohlendioxids in der Erdatmosphäre, den wir Menschen seit der Industrialisierung um 1850 verursacht haben. […]
    CO2 ist maßgeblicher Treiber des Klimawandels
    „Der Mensch ist für den Klimawandel verantwortlich, sagen Wissenschaftler. Zumindest haben wir den Anstieg des klimaschädlichen Kohlendioxids in der Erdatmosphäre zu verantworten. Dafür gibt es erstaunliche Beweise.“
    Für die schnelle Erwärmung der Erde, wie wir sie derzeit erleben, sind zwar mehrere Faktoren verantwortlich. Die veränderten Ozeanströmungen spielen dabei zum Beispiel eine Rolle, ebenso wie die die Sonne stark reflektierenden Eisflächen. Doch vor allem CO2 setzt dem Klima zu. […]
     
    Die Entwicklung der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre ist daher entscheidend fürs Klima. Wie sehr sie in den vergangenen Jahren angestiegen ist, ist deutlich an der sogenannten Keeling Kurve zu sehen. Ab 1950 ist der Anstieg der CO2-Konzentration enorm - zum Nachteil des Klimas. Zum Vergleich: Vor der Industrialisierung lag die CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei etwa 280 ppm (parts per million, auf Deutsch: Anzahl der Teilchen pro eine Million). Heute liegt sie bei 416 ppm.“(1)

    Wir lernen also von der ARD, dass der Volumenanteil in der Luft vom Spurengas Kohlendioxid (CO2) zwischen 1850 und heute durch den Menschen von etwa 280 ppm auf heute 416 ppm gestiegen sei. 280 ppm entsprechen 0,028 Prozent, 416 ppm entsprechen 0,0416 Prozent.
    Und gebetsmühlenartig wird im Artikel mehrfach wiederholt, dass der Mensch für diesen Anstieg verantwortlich sei.
    Das ist doch aber eine sehr geringe Konzentration, werden Sie jetzt sagen. Auch so wenig von einem Stoff könne eine große Wirkung entfalten, wird Ihnen dazu auf dem Presseportal.de erklärt:


    „Björn Goldhausen, Pressesprecher von WetterOnline ordnet den Anstieg ein: "Unsere Erde hat sich einen ordentlichen CO2-Drink genehmigt und ist quasi angeschwipst! Ihr aktueller Promille-Wert beträgt 0,421. Die meisten Menschen würden jetzt schon nicht mehr ins Auto steigen, aber unser Planet dreht weiter seine Kreise. Notgedrungen nimmt er dabei weitere CO2-Cocktails in sich auf. Die absolute "Drehuntüchtigkeit" ist aber nicht mehr weit.“(2)

    Der Pressesprecher von WetterOnline rechnet korrekt 0,04 Prozent in 0,4 Promille um und sagt, Sie würden es schon merken, wenn Sie 0,4 Promille Alkohol im Blut haben anstatt Null. Also habe diese Konzentration eines Spurengases auch eine hohe Wirkung auf das Klima.
    Der selbstständig denkende Mensch fragt sich, ob man Alkohol mit dem Gas der Kohlensäure wirklich vergleichen kann und runzelt die Stirn.
    Wenn Sie in die Wikipedia oder andere aktuelle Veröffentlichungen gucken, lesen Sie landauf, landab allerdings in etwa immer das gleiche. Im 19. Jahrhundert seien es 280 ppm gewesen, heute über 400 ppm. Die Menschheit sei an der Steigerung des Kohlenstoffdioxidgehalts in der Luft schuld und das mache die Erde gefährlich warm.
    Und wenn es um alte Messwerte vor 1900 geht, werden die ja wohl korrekt in die aktuelle Literatur übernommen worden sein.
    18 min
  • Digitaler Euro: Geradewegs in den Finanz-Faschismus | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Vergangene Woche wurde der Wirtschaftszeitung Handelsblatt ein Gesetzentwurf zugespielt, den die EU-Kommission der Öffentlichkeit am Monatsende vorstellen will. Er enthält die Rahmenbedingungen, unter denen der digitale Euro den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels erhalten soll.
    Es scheint, dass die Vorbereitung des wichtigsten Projektes in der Geschichte der EU damit in ihre nächste Phase eintritt. Wie aus der Website der EZB hervorgeht, wird die im Juli 2021 eingeleitete Untersuchungsphase im November 2023 abgeschlossen sein. Ob es dann bis zur tatsächlichen Einführung der neuen Währung noch die von der EZB angekündigten 2 – 3 Jahre dauern wird, werden wir möglicherweise in wenigen Tagen erfahren.
    Auf jeden Fall können wir davon ausgehen, dass EZB, Politik und Mainstream-Medien auf Grund der geleakten Meldung in den kommenden Tagen und Wochen in die Offensive gehen und alles tun werden, um uns den digitalen Euro auf jede erdenkliche Weise schmackhaft zu machen.
    Vor allem wird immer wieder betont werden, dass das Bargeld nicht abgeschafft werden soll und dass die neue Währung absolut sicher sein wird, da hinter ihr ja eine Zentralbank steht, die im Gegensatz zu den Geschäftsbanken nicht bankrott gehen kann.
    Das aber ist nichts als Augenwischerei. Wer wissen möchte, wie es nach der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung um das Bargeld bestellt sein wird, der sollte den Blick nach Nigeria richten. In dem größten afrikanischen Industrieland ist seit Ende Oktober 2021 mit dem E-Naira eine CBDC im Umlauf.
    Da sich bisher nur ein halbes Prozent der Bevölkerung die dafür notwendige Wallet aufs Handy hat spielen lassen, hat die nigerianische Regierung bei der Bargeldabschaffung kräftig nachgeholfen. Barauszahlungen an Geldautomaten wurden eingeschränkt, Barabhebungen von Konten mit hohen Gebühren belegt, alte Geldscheine für ungültig und überhastet eingeführte neue für nicht lieferbar erklärt. Zudem sind Barabhebungen von Regierungskonten seit dem 1. März 2023 verboten.
    In anderen Worten: Die Regierung Nigerias hat jede erdenkliche Möglichkeit genutzt, ihren Bürgern den Zugang zu Bargeld zu erschweren. Das Ergebnis waren Aufstände, brennende Bankfilialen und Militäreinsätze, bei denen es Tote und Verletzte gab.
    Wer glauben möchte, die Regierung in Deutschland habe eine andere Einstellung zum Bargeld, der sollte auf die Seite der Better Than Cash Alliance gehen, der weltweit führenden Organisation, wenn es um die Bargeldabschaffung geht. Dort findet sich unter den Mitgliedern und Geldgebern niemand anders als - das Berliner Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
    Was die Sicherheit der neuen Währung angeht, so können Zentralbanken zwar nicht bankrott gehen und unbegrenzt neues Geld schöpfen. Doch auch sie können nicht verhindern, dass die Erhöhung der Geldmenge in eine Inflation, also eine Entwertung des Geldes und damit zu einer Minderung der Kaufkraft der Bürger führt, die einer schleichenden Enteignung gleichkommt.
    Anders sieht es für die aus, die das neue Geld kontrollieren. Den Zentralbanken und dem hinter ihnen stehenden digital-finanziellen Komplex eröffnet es Möglichkeiten, die Bevölkerung den eigenen Interessen zu unterwerfen, die es bisher in der gesamten Geschichte des Geldes nicht gegeben hat.
    Da es sich um eine programmierbare Währung handelt, wird man den digitalen Euro zweckgebunden ausgeben, an ein Ablaufdatum binden und allen Nutzern individuelle Zins- und Steuersätze sowie Strafzahlungen auferlegen können. Man wird in der Lage sein, seine Auszahlung an Bedingungen wie zum Beispiel ein Klima- oder Gesundheitszertifikat zu knüpfen, seine Gültigkeit lokal, regional oder national einzuschränken oder es auch an ein Sozialkreditsystem nach chinesischem Vorbild zu binden.
    Betrachtet man die Geschichte des Geldes, so hat es historisch gesehen immer zwei Grundeigenschaften g...
    6 min
  • Kultureller Bankrott | Von Felix Feistel
    Ein Standpunkt von Felix Feistel.
    Die industrialisierte Massengesellschaft ist Ausdruck einer barbarischen Kultur
    Jedes Jahr im Mai findet der Eurovision Songcontest statt, ein Wettbewerb, ausgetragen von der  Europäischen Rundfunkunion, in immer unterschiedlichen Ländern. Weit mehr Länder, als nur die EU sind Teil dieses Spektakels, und tragen jedes Jahr die von ihnen ausgewählten Lieder vor, wonach dann in einem Ranking durch Punktevergabe der Mitglieder entschieden wird, welches Lied das beste war. Auch dieses Jahr wurde dieses Event in Liverpool abgehalten, stellvertretend für den Ort, wo es eigentlich hätte stattfinden sollen: In der Ukraine. Diese hatte im vergangenen Jahr gewonnen, und daher eigentlicher Austragungsort dieser Veranstaltung sein sollen. Aufgrund der derzeitigen Situation vor Ort konnte der ESC allerdings nicht in diesem Land stattfinden. Wie jedes Jahr, so war der Eurovision Songcontest in diesem Jahr hauptsächlich eines: Die Bankrotterklärung einer Massenkultur.
    Denn bei der dort vorgestellten Musik handelt es sich in der Regel um massentaugliche Stangenware. Radiotauglichkeit ist auch eines der Kriterien, die von der Musik erfüllt werden müssen. Im Bestreben, den Sieg zu erringen passen die Schreiber, Sängerinnen und Sänger ihren Stil an die breite Masse an, und so verkommt die gesamte Musik zu einem popkulturellen Einheitsbrei, der wenig Individuelles hervorbringt, sondern in fraktaler Selbstähnlichkeit immer nur die Wiederkehr des ewig Gleichen zelebriert. Die Mehrheit der Lieder wird in englischer Sprache vorgetragen, beinahe alle sind einem aus den USA importierten elektronischen Pop nachempfunden, der heutzutage ohnehin aus jedem Radiosender plärrt.
    Die wenigen Ausnahmen, die auf Individualität oder Folklore setzen, erzielen auch selten gute Ergebnisse. So trat Deutschland in diesem Jahr immerhin mit einer Metalband an, und wurde prompt auf den letzten Platz verwiesen. Die Plagiatsvorwürfe, die der schwedischen Gewinnerin Loreen kurz nach ihrem Sieg gemacht wurden, erklären sich in erster Linie wohl nicht aus dem tatsächlichen Abkupfern, sondern daher, dass die Musik heutzutage einfach immer gleich klingt. Sie entspringt einer massenkulturellen Kulturindustrie, die einen einheitlichen Massengeschmack produziert hat, der immer wieder bedient werden will. So ist der ESC die Bankrotterklärung der kapitalistischen Massenkultur.
    Dabei ist die grundsätzliche Idee des ESC eine ganz und gar unterstützenswerte. Kulturen, die noch vor nicht allzu langer Zeit im Krieg miteinander lagen, sich als Feinde und Konkurrenten gesehen haben, kommen in einem großen Event zusammen, um gegenseitig ihre Kultur in Form von Musik, Tänzen und Kleidung vorzustellen. Auf diese Weise lernen die Menschen verschiedener Länder einander kennen und schätzen, was Krieg gegeneinander unmöglich machen soll. Nur leider hat sich das Event von dieser Idee längst entfernt. Nicht nur wird es immer wieder als politische Bühne missbraucht, in der klare, politische Statements gemacht werden. So durften in diesem Jahr Russland und Weißrussland beispielsweise nicht teilnehmen, und die Vertreter Deutschlands schwenkten auch nicht die eigene Nationalflagge, sondern die Fahne einer LGBTQ-Ideologie – als einziges Land, übrigens. Doch auch auf Ebene der Kunst selbst ist von der ursprünglichen Idee nicht mehr viel übrig. Statt heimatlicher Folklore herrscht einheitlicher Pop, statt heimische Tänze ebenso popkulturelle Performances, die ohnehin den wichtigsten Aspekt der Show darstellen. Durch das Punktesystem und das Streben nach dem Sieg ist auch das friedensstiftende Projekt zu einer Konkurrenzveranstaltung geworden.
    Von den Kulturen, die sich dort einander bekanntmachen, ist heutzutage ohnehin nicht mehr viel übrig. Denn Kultur ist das eine Gruppe von Menschen miteinander verbindende Element. Sie ist nicht die Kunst, die ein Volk hervorbringt, drückt sich aber in ihr aus und wird von ihr wiederum beein...
    25 min
  • Der Aufstand vom 17. Juni 1953 – Spontane Volkserhebung oder Regime Change? | Von Hermann Ploppa
    Ein Kommentar von Hermann Ploppa.
    Vor nunmehr siebzig Jahren kam es in Ost-Berlin, in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, zu massenhaftem Aufruhr. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Die Bilder gingen um die Welt. Über Jahrzehnte wurde der 17. Juni als Feiertag begangen. Als so genannter Tag der Deutschen Einheit. Am 3. Oktober 1990 erfolgte dann die deutsche Wiedervereinigung. Seitdem wird der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit gefeiert, und der 17. Juni ist wieder ein ganz normaler Arbeitstag.
    Was war passiert an jenem denkwürdigen 17. Juni 1953? 
    Der Siebzehnte Juni erscheint vor unserem geistigen Auge in Form von dunklen Schwarz-Weiß-Filmen, gehüllt in finstere Qualmwolken. Gewaltige Menschenmassen rennen durch Ostberlin. Panzer rollen auf den Potsdamer Platz und drehen ab <1>. Wütende Bürger werfen den Panzern Steine hinterher. Am Tag vor dem Siebzehnten Juni, dem 16. Juni 1953, hatten Arbeiter bereits in Berlin gestreikt. Über das amerikanische Radio RIAS Berlin geht die ungeheure Botschaft von den Wilden Streiks durch die gesamte Deutsche Demokratische Republik <2>. In über 250 Städten der DDR kommt es zu spontanen Aktionen. Demonstrationen. Kundgebungen. Aber es kommt auch zur Erstürmung von Gebäuden von Stasi und Polizei. Aktenblätter fliegen zu Schnipseln zerlegt aus den eingeschlagenen Fenstern und verteilen sich chaotisch auf dem Straßenpflaster. In Halle entern die Protestierenden das Gefängnis und lassen die Häftlinge frei. Leute, die als Helferlein des Systems erkannt werden, bekommen eine gehörige Tracht Prügel. Die Wut einiger weniger Demonstranten droht dabei schon in offenes Lynching überzugehen. Parteigebäude gehen in Flammen auf. Dazu unüberhörbar der Ruf: „Spitzbart und Brille sind nicht des Volkes Wille!“
    Der Mann, dem diese Rufe gellen, hat sich mit dem gesamten Politbüro in die sicheren Fittiche der sowjetischen Militärverwaltung begeben. Janz weit draußen – außerhalb von Berlin. Niemand von der Volkspolizei oder der Stasi kann die Sicherheit von Walter Ulbricht und den übrigen DDR-Hierarchen garantieren. Das Land ist für einige Stunden tatsächlich herrenlos. Es ist Zeit für die eigentlich bestimmenden Sowjets, das Heft jetzt sofort selber komplett in die Hand zu nehmen. Ab 13 Uhr an diesem 17. Juni 1953 wird der Ausnahmezustand mitsamt Kriegsrecht verhängt. Das heißt: wenn mehr als drei Leute zusammen stehen, ist das schon Bandenbildung und das kann hart bestraft werden. Wer sich jetzt noch offen auflehnt, der kann ganz legal erschossen werden.
    Sofort ist Ruhe auf den Straßen und Plätzen. Jetzt kann man unbeobachtet die Leute von zuhause abholen und einsperren. Es sind im Vorgang des 17. Juni und in dessen Nachgang 31 Tote zu beklagen gewesen. Offiziell wurden 458 Verletzte gemeldet. Eine Anzahl von Leuten ist verschollen. Die Polizeiakten sprechen von 6.171 Verhaftungen. Davon werden etwa 1.300 Personen sofort der Stasi überstellt. Und wer ganz großes Pech hatte, wurde direkt an die sowjetische Militärverwaltung weitergereicht. Auf diese Weise verschwanden etwa zweihundertfünfzig DDR-Bürger. Wie auch immer: auf die allermeisten der im Zusammenhang mit dem 17. Juni festgenommenen Personen kam eine harte Zeit zu.
    Bilder von diesem Aufstand gingen um die Welt. Diese Szenen wurden früher an Feiertagen immer und immer wieder im Fernsehen rauf- und runter geleiert. Vielleicht wurden sie noch mit schwülstiger Musik unterlegt. Die immer wiederkehrende Botschaft: die Stimme der Freiheit kann sich nur mit Steinwürfen gegen die garstigen Panzer der totalitären Unfreiheit zur Wehr setzen. Der erzböse Kommunismus. Und die lupenreine Weste des Westens.
    Die DDR-Propaganda war auch nicht gerade begnadet: da wollen doch diese Schurken aus dem Ami-Land unsere im tiefsten Inneren zufr...
    14 min

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das denk' ich auch