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  • Von Österreich lernen? | Von Uwe G. Kranz
    Ein Standpunkt von Uwe G. Kranz.
    Wieder einmal haben unsere südlichen Nachbarn die Nase vorn: Sie haben nicht nur höhere Renten und niedrigere Stromkosten; zuletzt haben sie auch noch beim Ranking des World Economic Forum (WEF) vor uns den fünften Platz im “Bravsein” erklommen. Will sagen: Sie haben also den globalistischen Vorgaben zur Entwicklung der Neuen Weltordnung (NWO) noch gehorsamer Folge geleistet als Deutschland. Das heißt, sie haben noch willfähriger und besser dabei geholfen, die Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) schnellstmöglich umzusetzen.
    Damit gehören sie zu den Top „sustainable, equal societies“ (“nachhaltige, gleichberechtigte Gesellschaften”), weil sie die 17 Sustainable Development Goals (SDG, “nachhaltige Entwicklungsziele” <1>) besser als andere erfüllt haben; exakter: Die SDG-Ziele der UN oder eines der “Great-Reset-Ziele” des WEF. Das ist inzwischen irgendwie egal, denn es gibt eigentlich keine echten Unterschiede oder Differenzen zwischen diesen Organisationen und den diversen anderen Körperschaften der Vereinten Nationen; es handelt sich eigentlich um identische Ziele und die Maßstäbe des WEF-Ranking – und sind die gleichen wie die in der UN-Agenda 2030, was auch immer unverblümter kommuniziert wird. Klassenprimus wurden übrigens die nordischen Staaten Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen (in dieser Reihenfolge).
    Ziele und Verfahren fragwürdig
    Schon die Auswahl der Ranking-Kriterien zeugt zum großen Teil von linksgrünen, zumindest vor allem von stark ideologischen Phantastereien (etwa saubere, leistbare Energie, Gendergerechtigkeit, Qualitätserziehung), die bei einer Bürgerbefragung gerade heute in Deutschland bestenfalls auf belustigtes Erstaunen oder auf wütende Reaktionen stoßen würden: “Leistbare Energie” – wie bitte?? Fragt doch mal den Bürger, was er inzwischen von den diesbezüglich bereits getroffenen Maßnahmen und den künftigen Plänen unseres grünen Bundesministers für Wirtschaft und Konkurse, Robert Habeck, hält! “Gute Erziehung” – wie bitte?? Fragt doch mal die Bürger, wie sie die Leistungen der liberalen Bildungs- und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger oder der grünen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Lisa Paus, angesichts der Ergebnisse von PISA 2023 oder der frühkindlichen Sexualerziehung bewerten!
    Wohl wahr: Armut und Hunger zu bekämpfen, Ungleichheiten auszugleichen, Selbstbestimmung der Menschen zu fördern, ein gutes und gesundes Leben für alle zu gewährleisten oder Wohlstand für alle zu erzielen –  mit solchen Zielen wird sich natürlich jeder gerne identifizieren. Aber sind seit 2015, dem Jahr der Ausrufung dieser SDG, irgendwelche positive Ergebnisse oder gar Erfolge belegbar?
    Wachsende Armut
    Von wegen: Es gibt mehr Armut und Hunger in der Welt denn je, die Erziehungsergebnisse verschlechtern sich von Jahr zu Jahr -und die Reichen werden weiterhin immer reicher, die Armen aber immer ärmer und vor allem immer mehr. Der jüngste Paritätische Armutsbericht der Bundesregierung <2> weist aus, dass 17 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen sind. Das Statistische Bundesamt nennt 17,3 Millionen Menschen in Deutschland “arm” oder “armutsgefährdet” (20,9 Prozent). Und die Gewerkschaft Verdi errechnete, dass sich die arbeitende Bevölkerung Deutschlands selbst bei einer 42-Stunden-Woche gerade mal noch ein Monatsbrutto von rund 2.200 Euro erarbeiten kann – das sind nur noch 60 Prozent des deutschen Durchschnittseinkommens.
    Zum Leben ist das nicht ausreichend, Zweitjobs werden folglich Pflicht. Nicht von ungefähr stieg der Niedriglohnsektor mit einem u...
    14 min
  • Selbsthass unterm Regenbogen | Von Roberto J. De Lapuente
    Ein Kommentar von Roberto J. De Lapuente.
    Lange Zeit war der deutsche Nationalismus ein europäisches Problem — jetzt ist es der deutsche Antinationalismus, der den europäischen Nachbarn zusetzt und sie befremdet.
    Deutschland bekennt Farbe. Nur eben nicht die eigene. Die Farbkombination aus Schwarz, Rot und Gold erscheint einigen Deutschen mittlerweile als etwas, dessen man sich schämen müsste. Zumindest auf dem internationalen Parkett werden diese Farben analog zu den nationalen Interessen negiert. Stattdessen rühmt sich Deutschland in seiner Außendarstellung einer vermeintlich Hypertoleranz im Zeichen des Regenbogens. Ob ausufernder Nationalismus in der Vergangenheit oder ein gegenteiliger Antinationalismus in der Gegenwart — Deutschland stellt abermals seine Gabe unter Beweis, den Ideologiedrehzahlmesser bis in den roten Extrembereich hochzujagen.
    Schätzen Sie sich glücklich, falls Sie den Eurovision Song Contest nicht geguckt haben. Denn traditionell war er wieder mal eine Beleidigung für alle Sinne. Und eine politisch ziemlich abgeschmackte Show war es außerdem. Als man in der Halle zu Liverpool – der Contest konnte ja nicht beim Vorjahressieger in der Ukraine ausgetragen werden – laut anfing, mit „You‘ll never walk alone“ die Hymne der ortsansässigen Weltfußballklubs zu schmettern, war die Propaganda auf ihrem Höhepunkt angelangt: Die Zuschauer grölten, die Moderatoren und Contest-Teilnehmer marschierten auf die Bühne und sangen laut mit, und am Ende gab es einen Schwenk nach Kiew, wo Menschen ukrainische Fahnen zum Song flattern ließen.
    Selten war so viel Inszenierung. So viel Choreographie. Es hatte etwas von einer stalinistischen Aufführung, triefte vor Pathos und der Ästhetik von sozialistischem Realismus. Nur ohne Sozialismus, versteht sich. Mittendrin die deutschen Teilnehmer, eine Band namens Lord of the Lost, mehr oder minder junge geschminkte Männer, die immer dann mit der Regenbogenfahne wedelten, wenn das Kameraobjektiv auf sie gerichtet wurde.

    Im Vorfeld des Contests ließen sich alle Teilnehmer für ein Plakat fotografieren: Jeder mit der Fahne seiner Nation. Nur die androgynen Glamourdeutschen nicht: Die ließen sich mit der bunten Farbenpracht der Regenbogenfahne ablichten.
    Somewhere over the rainbow
    Schwarz-Rot-Gold: Das waren mal die Farben der Bundesrepublik – oder Deutschlands, wenn man, mit Blick auf das Hambacher Fest von 1832, historisch genauer sein möchte. Heute sind sie es ganz offensichtlich nicht mehr. Wo immer man die deutschen Farben vermeiden kann, vermeidet man sie auch. Und man geht noch einen Schritt weiter und ersetzt die ursprüngliche Farbentrias durch die farbliche Vielfalt des Regenbogens.
    Noch so eine ästhetisch beleidigende Szene: Denken wir uns zurück in den November 2022, als Innenministerin Nancy Faeser mal eben nach Katar jettete, um die deutschen Farben zu repräsentieren. Also jene, die alle Farbspektren beinhalten. Innen-Nancy lief dort mit einer bunten Armbinde auf, präsentierte dem muslimischen Volk ihre unbedeckten Oberarme under the rainbow. Die Welt schwankte zwischen Verwunderung und Spott. Insbesondere auch deshalb, weil die Nationalmannschaft einen riesigen Aufriss um die Regenbogenbinde machte, auf dem Platz jedoch nur triste Grautöne lieferte und sich ganz und gar nicht aufriss.
    Deutschland hat in den letzten Monaten eine neue Farbenlehre erhalten. Natürlich schmückten sich Ministerien schon vormals damit. Um Zeichen zu setzen: „Symbolpolitik“ nannten das die Kritiker. Die Fürsprecher erklärten dieses Zurschaustellen zum großen Wurf.

    Welchem Mindestlohnbezieher geholfen ist, weil vor dem Arbeitsministerium das volle Farbspektrum wedelt, wurde bis dato nie gänzlich aufgeklärt. Mancher munkelt gar, dass das genau die Absicht der Symbolpolitik ist: So tun als ob – und ja nichts verbessern.
    Regenbogen-Deutschland streitet sich um Identitäten – nicht um Entitäten: Um sozialpolitisc...
    11 min
  • Warum lügt der Spiegel über Flutopferhilfe? | Von Thomas Röper
    Der Spiegel hat berichtet, dass die russischen Behörden den Flutopfern nach der Sprengung des Staudamms keine Hilfe leisten. Damit hat der Spiegel einen neuen Tiefpunkt des Zynismus erreicht
    Ein Standpunkt von Thomas Röper.


    Bei manchen Spiegel-Artikeln werde sogar ich sprachlos. Ich bin von Christina Hebel, der Lügenbaronin des Spiegel zwar schon einiges gewöhnt, aber wie sie über die Lage der Flutopfer nach der Sprengung des Staudamms von Kachowka berichtet hat, ist eine ganz neue Dimension. Dass Frau Hebel in ihren Artikeln sogar so dreist lügt, dass der Spiegel sie hinterher heimlich ändern muss, ist nicht neu. Dass Frau Hebel anti-russisch ist, ist ebenfalls nicht neu. Aber der Artikel mit der Überschrift „Hilferufe vom russisch besetzten Dnjepr-Ufer – »Niemand kommt und rettet meine Eltern«“, an dem Frau Hebel offenbar federführend gearbeitet hat, ist wieder eine Steigerung.




    Die Kurzversion des Artikels ist schnell erzählt: Frau Hebel berichtet über viele Einzelschicksale, die angeblich beklagen, dass die russischen Behörden den von der Überflutung nach der Sprengung des Kachowka-Staudamms betroffenen Menschen nicht helfen.
    Über die Autoren des Spiegel-Artikels erfahren wir, dass sie entweder in Hamburg oder Kiew sitzen. Woher Frau Hebel also all diese Menschen kennen und wie mit ihnen gesprochen haben will, wenn sie gar nicht vor Ort ist, ist das erste Rätsel. Allerdings beruft sie sich auf Telefonate, die sie angeblich mit den Menschen geführt hat.
    Ein Hebel-Artikel ist vor allem eines: Propaganda, bei der die Emotionen angesprochen werden sollen, weshalb er ohne diese angeblichen Einzelschicksale seine gewollte Wirkung nicht entfalten könnte. Fakten sind hingegen nebensächlich. Da der Hebel-Artikel sehr lang ist, werde ich nur auf Beispiele für die Desinformation eingehen, mit der sie die Spiegel-Leser versorgt.
    Die Evakuierung
    Zunächst einmal muss man festhalten, dass es bei Katastrophen nie „rund läuft“, es dauert immer ein wenig, bis Hilfe und Evakuierungen organisiert sind., das liegt in der Natur der Sache. Auch russische Medien melden, dass nicht alle Menschen evakuiert werden konnten. Und da das russisch kontrollierte Flussufer tiefer liegt als das ukrainisch kontrollierte, ist es wenig verwunderlich, dass es schwerer betroffen ist und dass es dort natürlich auch tragische Schicksale gibt.
    Wichtiger ist aber etwas anderes, denn was Frau Hebel komplett verschweigt, ist, dass die russische Seite fast sofort mit Evakuierungen begonnen hat. Es wurden in aller Eile Busse organisiert und Sammelpunkte eingerichtet, von denen aus die Anwohner abtransportiert werden konnten. Darüber berichtet Frau Hebel jedoch kein Wort, sondern suggeriert, dass die russische Seite gar nichts getan und die Menschen ihrem Schicksal überlassen hätte.
    Da das öffentlich – also im Netz, bei Telegram und so weiter – verkündet wurde, waren die Sammelpunkte auch der ukrainischen Armee bekannt. Und die hat diese Informationen genutzt und mindestens einen der Sammelpunkte in der Stadt Golaja Pristan gezielt mit Artillerie beschossen, wobei zwei Menschen, darunter eine schwangere Frau, gestorben sind und zwei weitere verletzt wurden. Bei Frau Hebel findet sich darüber – wenig überraschend – keinerlei Information....
    12 min
  • Die virtuelle Realität der US-NATO-Eliten | Von Rainer Rupp
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Nachdem der wohl populärste politische TV-Kommentator der USA jüngst auf Druck des überparteilichen politischen Establishments in Washington sang- und klanglos von seinem Sender Fox gefeuert worden war, hat er bei dem sozialen Medium Twitter eine neue Plattform gefunden. Twitter war vor kurzem von dem südafrikanischen „high tech“ Wunderkind und Multimilliardär Elon Musk übernommen und von Zensur gereinigt worden.
    Trotz hysterischer Proteste aus dem politisch-korrekten, neo-liberalen und „woken“ Biden-Lager hat Musk sein Versprechen, aus Twitter wieder ein Forum für unterschiedliche und auch kontroverse Meinungen zu machen, verwirklicht. Die frühere Verfilzung von Twitter mit der Biden-Regierung und sogar mit dem FBI zwecks Bekämpfung Andersdenkender hat Elon Musk aufgedeckt und die Schuldigen fristlos rausgeworfen. So hat er Twitter aus dem Korsett regierungshöriger Zensur vorerst befreit. Auf dieser Grundlage war Tucker Carlson bereit, mit Musk zusammenzuarbeiten.
    Am vergangenen Dienstagabend konnte Carlson wieder mit seiner beißenden und fundierten Kritik an den Kriegstreibern in dem total korrupten Washington weitermachen, wofür er beim Publikum so beliebt ist.
    Tatsächlich ging Tucker Carlsons erste Twitter-Sendung mega-viral und verzeichnete in weniger als 24 Stunden bereits 71,6 Millionen Zugriffe. Bis zur Mittagszeit am Donnerstag war die Zahl bereits auf 105 Millionen gestiegen. Carlson hatte also ein Vielfaches der Zuschauer als alle US-Nachrichtensender zusammengenommen haben. Offenbar bewegt sich etwas in der US-Bevölkerung, die der Lügen müde ist.
    Der Ausgangspunkt von Carlsons Sendung war die Zerstörung des Kakhova-Dnjeper Staudamms in dem von Russland kontrollierten Gebiet in der Süd-Ukraine. Carlson machte sich über das vom Selenzkij-Regime schnell verbreitete und vom kollektiven Westen übernommene Narrativ lustig, wonach die Russen angeblich für diese ungeheuerliche Eskalation des Krieges verantwortlich sind. Wörtlich sagte er:


    “Wenn Sie den westlichen Medien glauben, dann war es Putin persönlich, weil er böse ist und böse Menschen böse Dinge tun... sogar gegen sich selbst“.

    Dann gab er einige Hintergrundinformationen zum Kakhova-Damm und warum ohne Zweifel und mit absoluter Sicherheit Putin den Damm gesprengt hat. Er merkt an, dass der Damm in den 1950er Jahren von der UdSSR gebaut wurde und seit über einem Jahr an der Front des Krieges in der Ukraine steht. Er ist fast 30 Meter hoch und der Stausee ist über 3 Kilometer breit. Der Damm wurde als Wasserkraftwerk gebaut und der Kakhova -Stausee ist über zwei Tausend Quadratkilometer groß.
    Europas größtes Kernkraftwerk, das Saporischschja (ZNPP) - AKW wird mit Hilfe des Stauseewassers gekühlt. Zugleich geht von dem Stausee der über 400 Km lange Nord-Krim-Kanal ab, der die russische Halbinsel Krim mit dem dort dringend benötigten Süßwasser versorgt.
    Während des 8 Jahre langen Kleinkrieges, den das von Nazis verseuchte Gewalt-Regime in Kiew nach dem Maidan-Putsch im Jahr 2014 gegen die russisch sprechenden Menschen im Donbass und auf der Krim führte, hatte die Ukraine auch die Süßwasserversorgung der Krim abgeschnitten. So musste Russland die Krim mit Wasser-Tankschiffen versorgen, denn vorher waren 85 Prozent des Wasserbedarfs über den Kanal auf die Halbinsel gekommen.
    Vor dem Einmarsch in die Ukraine hatte Russland immer wieder Kiew gebeten, wenigstens die Süßwasserversorgung der Menschen auf der Krim wiederherzustellen. Vergeblich!


    „Aber nun“ – erklärt Carlson seinem Publikum – „sollen Sie glauben, dass es Putin war, der den Staudamm in die Luft gejagt hat. Man muss schon über einen Zeitraum von Jahren ständig belogen worden sein, um solche Schlussfolgerungen zu akzeptieren ...und natürlich wurden wir das, seit Jahren ständig belogen...."

    Die Bedeutung des Kakhova-Damms für die Russen geht jedoch wei...
    16 min
  • Indiens Rolle in der entstehenden Weltordnung | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Während sich Europa noch mit der Ukraine-Krise beschäftigt, ist die Kriegs-Karawane bereits auf dem Weg nach Taiwan. So Details wie Sprengung von Staudämmen sind nur noch gut für PR-Aktionen, um vom Offensichtlichen abzulenken. Um den Krieg gegen China vorzubereiten, schweißen die USA derzeit ein immer stärkeres Geflecht von militärischen Vasallenstaaten rund um China in Verteidigungsbündnisse um sicher zu gehen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt korrekt agieren. Nach Japan, in dem ein NATO-Bündnisbüro die Verbindung herstellen soll, ist der nächste große Brocken, den sich die USA vorgenommen haben Indien. Indien soll zu einem Quasi-Mitglied, allerdings mit geänderten Bedingungen, der NATO werden. Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die NATO würde endlich „global“ gehen, und die USA könnten große Teile der geplanten Kriegslasten auf ihre „Partner“ verteilen. Es scheint aber, als ob Indien nicht mitspielen will. Lesen wir, was der russlandfreundliche Analyst Andrew Korybko dazu schreibt(1).
    Indien und NATO+?
    Es sei ein politisches Hirngespinst, sich vorzustellen, dass Indien jemals der "NATO-Plus" beitreten werde, meint er und schreibt, dass sich amerikanische Politiker immer noch schwer tun, Indiens große Strategie zu verstehen, die darauf abziele, sich als informelle Führungsmacht des globalen Südens zu positionieren, um die hart erarbeitete strategische Autonomie im neuen Kalten Krieg zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolge Indien eine pragmatische Politik der prinzipiellen Neutralität gegenüber dem Stellvertreterkrieg zwischen der NATO und Russland, während es gleichzeitig eine Mehrfachausrichtung zwischen den Hauptakteuren des globalen Systemwechsels vornehme.
    Das "House Select Committee on the Chinese Communist Party" der USA habe Ende Mai einen Zehn-Punkte-Aktionsplan zur Unterstützung Taiwans veröffentlicht, der die Empfehlung enthielt, dass "die Vereinigten Staaten die NATO-Plus-Vereinbarung stärken und Indien einbeziehen sollten". Dieser Rahmen, der im Text auch als "NATO+5" bezeichnet wird, umfasse gegenwärtig die bestehenden Mitglieder des antirussischen Blocks, Australien, Israel, Japan, Neuseeland und Südkorea. Abgesehen von Israel überschneide er sich mit dem, was als "AUKUS+" bezeichnet werden könne.
    Diese beiden Strukturen, AUKUS+ und NATO+, seien im Wesentlichen ein und dasselbe. Sie sollen als ein einziges, von den USA geführtes Netzwerk zur gemeinsamen Eindämmung der chinesisch-russischen Entente fungieren. Und so sammeln die USA ihre Verbündeten im Vorfeld eines möglichen Krieges mit China, meint Korybko. Sie hofften, aus ihrem Scheitern, die russische Wirtschaft durch Sanktionen zum Einsturz zu bringen und international zu isolieren, zu lernen, um der Volksrepublik im unmittelbaren Vorfeld eines heißen Konflikts um Taiwan oder während eines solchen, mehr indirekten Schaden zufügen zu können als Russland.
    Jedoch habe sich Indien stolz dem Druck der USA widersetzt, Russland fallen zu lassen, was Indien davor bewahrt habe, der größte Vasallenstaat des Westens aller Zeiten zu werden. Einige einflussreiche Politiker hätten schließlich erkannt, dass es sinnlos ist, wenn die USA an ihrem kontraproduktiven Ansatz festhalten, wie Ashley J. Tellis in seinem Beitrag für das offizielle Magazin des mächtigen Council on Foreign Affairs Anfang Mai eindrucksvoll dargelegt habe. Tellis habe vorgeschlagen, sich der Realität anzupassen, dass es klare Grenzen dafür gebe, wie weit Amerika Indien drängen kann, und schlug vor, das Land endlich als gleichwertig zu behandeln. Was aber in der US-Politik keine Berücksichtigung gefunden habe.
    Dadurch werde bewiesen, so Korybko, dass Amerika an der politischen Fantasie festhalte, Indien als größten Vasallenstaat des Westens zu unterwerfen, obwohl es in den letzten 15 Monaten eine Fülle von Beweisen dafür gebe, dass Delhi sich diesem neokolonialen Status niemals beugen we...
    23 min
  • Ukraine: Spielball zwischen Russland und der NATO? | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Am 1. Juni 2023 machte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Gipfeltreffen der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ (EPG)(1) in Moldau der Ukraine wenig Hoffnung auf eine schnelle Einladung zum NATO-Beitritt und betonte, dass eine zügige Aufnahme des Landes selbst nach einem Ende des russischen Angriffskrieges nicht garantiert ist:


    „Es gibt sehr klare Kriterien für die Mitgliedschaft"(2),

    sagte Scholz und verwies darauf, dass ein Land mit Grenzkonflikten nicht aufgenommen werden kann. Ähnlich äußerte sich die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, sie verwies allerdings auf die NATO-Politik der „offenen Tür“. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang die Selbstbestimmung der Länder auf „freie Bündniswahl“ betont. Natürlich können die Länder frei wählen, sie haben jedoch keinen Anspruch darauf, in ein Bündnis tatsächlich aufgenommen zu werden.
    So hatte Russland nie eine Chance, ein Mitglied der NATO zu werden. Unter dem ersten Präsidenten des jungen russischen Staates, Boris Yeltsin, wurde 1991 der NATO-Beitritt seines Landes erklärt(3). Ein Jahr zuvor wollte Michail Gorbatschow die Sowjetunion in das Nordatlantische Bündnis integrieren. 1994 unterzeichnete Russland offiziell das Programm „NATO Partnership for Peace“, eine militärische Kooperationsinitiative vor allem für ehemalige Länder des Sowjetblocks. US-Präsident Bill Clinton bezeichnete die Konstruktion NATO Partnership for Peace als „Weg in die NATO-Mitgliedschaft“, was sich ja auch für alle anderen ehemaligen Ostblockstaaten - bis auf Russland - bewahrheitete.
    Im Gründungsvertrag der NATO (4. April 1949) wird die Einsicht verlangt, dass wirtschaftlicher Wiederaufbau und Stabilität wichtige Elemente der Sicherheit jedes NATO-Mitglieds sind. Vor diesem Hintergrund muss auch der Marshall-Plan gesehen werden. Unumwunden erklärte 1949 der erste NATO-Generalsekretär Lord Ismay die Aufgabe der NATO-Gründung:


       “Keeping America IN, the Russians OUT and the Germans DOWN“(4)

    sinngemäß übersetzt: Der Einfluss der Vereinigten Staaten auf Europa soll stärker werden, die Russen sollen davon ausgeschlossen bleiben und die Deutschen sollen weiterhin dominiert werden. Hintergrund dieser Überlegung war auch: ein Militärbündnis ohne äußeren Feind würde bald auseinanderfallen.
    Am 19. Dezember 1949 verabschiedeten die USA den Kriegsplan "Dropshot", mit dem 1957 die Sowjetunion angegriffen werden sollte. In der Grundannahme heißt es wörtlich: „Am oder um den 1. Januar 1957 ist den Vereinigten Staaten durch einen Aggressionsakt der UdSSR und/oder ihrer Satelliten ein Krieg aufgezwungen worden.“(5) Daraufhin sollten 300 Atombomben und 29.000 hochexplosive Bomben auf 200 Ziele in 100 Städten der Sowjetunion abgeworfen werden, um 85 Prozent der industriellen Kapazität der UdSSR mit einem einzigen Schlag zu vernichten. Der Zeitpunkt war zweifellos auf den ursprünglich geplanten Abschlusstermin der Remilitarisierung Westdeutschlands abgestimmt. Als dann jedoch 1957 Sputnik seine Kreise um die Erde zog, mussten die Kriegsplanungen überarbeitet werden, und der Zeitpunkt für Dropshot wurde vertagt. In Moskau aber ist der Plan unvergessen.


    * Mit der "National Security Decision Directive 54" (NSDD-54) vom 2. September 1982 wurde ein Instrument geschaffen, mit dem der gesamte Sowjetblock subversiv untergraben werden konnte. Ein Staat nach dem anderen wurde mit dem Versprechen amerikanischer Unterstützung zur Ablösung von der Sowjetunion veranlasst. Neben destruktiven Operationen („Unterminierung der Militärkapazitäten des Warschauer Paktes“) wurden ökonomische Anreize geschaffen, vor allem die Aussicht auf Kredite und kulturell-wissenschaftlichen Austausch.(6)
    * Als Weiterentwicklung und Ergänzung dienen die Langzeitstrategiepapiere TRADOC 525-5 von 1994 und 525-3-1 („Win in a Complex World 2020-2040“...
    19 min
  • Bhakdi-Freispruch, Kafka und Wendehälse | Von Prof. Martin Schwab, Polizisten für Aufklärung und Dr. K. Herthneck
    Ein Standpunkt von Prof. Martin Schwab, Polizisten für Aufklärung und Dr. K. Herthneck.
    Drei Blicke in die 135. Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand (1).
    I.
    Nach Bhakdi-Freispruch: Konzernmedien in heller Aufregung
    Kolumne Rechtsstaat von Prof. Dr. jur. Martin Schwab
    Mit Nachdruck hatten die Hetzer der Konzernmedien die Verurteilung von Sucharit Bhakdi gefordert. Der Freispruch aus Plön vom 24. Mai 2023 hat sie nun kalt erwischt. Und deshalb schlagen sie wild um sich. Denn ihnen droht die Antisemitismuskeule als Totschlagswaffe aus den Händen zu gleiten.
    »Im Zweifel für den Schwurbler« titelte die Zeitung Taz am 23. Mai, als »Coronaleugner« Sucharit Bhakdi gerade eben vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden war. Der Spiegel tritt am selben Tag noch einmal nach: Viele Kollegen von Sucharit Bhakdi hätten dessen Thesen im Bestseller »Corona Fehlalarm« als »irreführend oder schlichtweg falsch« eingeordnet.
    Den Vogel aber schoss Joachim Müller-Jung von der FAZ ab. Seine Philippika vom 25. Mai 2023 trägt den Titel »Das gefährliche Gift der Schwurbler.« Er spricht von der »unerträglichen Entscheidung« des Amtsgerichts Plön, den »Verschwörungsfabrikanten« Sucharit Bhakdi freizusprechen. Bevor FAZ-Müller-Jungs hasserfüllte Zeilen hier näher analysiert werden, blicken wir auf seine frühere Arbeit.
    Ergüsse einer Edelfeder
    Am 18. Juli 2020 kritisiert er das seiner Ansicht nach viel zu lasche Vorgehen in den USA gegen die Ausbreitung von Sars Cov-2 und schürt mächtig Panik, indem er schreibt: »Branko Milanović, prominenter amerikanischer Wirtschaftsautor, hat gegengerechnet: Selbst wenn nicht wie offiziell ein Prozent der Amerikaner infiziert wären, sondern zehn Prozent, wäre es bis zur Durchseuchung, die vor der weiteren Ausbreitung des Virus schützt, mit mehr als einer Million toter Amerikaner zu rechnen.«
    Der Leser erfährt nicht, auf welcher Grundlage diese Berechnung beruht – und ebenso wenig, welchen epidemiologischen Sachverstand ein »Wirtschaftsautor« einzubringen vermag. Vier Tage zuvor, am 14. Juli 2020, hatte John Ioannidis als Preprint seine erste Metastudie vorgestellt: The infection fatality rate of Covid-19 inferred from seroprevalence data (dt. Die Infektions- Sterblichkeitsrate von Covid-19 entnommen aus den Seroprävalenz-Daten).
    Warum fragte FAZ-Müller-Jung nicht damals bei ihm nach? Entweder diese Studie ist ihm bei seinen Recherchen entgangen. Was schlimm genug wäre. Oder aber er hat sie gesehen, aber bewusst ausgespart, weil das seine Panik-Narrative zerstört hätte. Was leider die wahrscheinlichere Variante ist. Oder soll ich einem professionellen Journalisten mangelhafte Recherche unterstellen?
    Am 29. April 2021 erfreut Müller-Jung seine Hörer in einem Podcast zum Thema »Was man aus Israel über Impferfolge lernen kann«. Im Teaser zu diesem Podcast ist zu lesen: »Aus keinem Land liegen so gute Daten über das Covid-19-Impfprogramm vor wie aus Israel. Die wissenschaftliche Auswertung läuft.«
    Wir erinnern uns: Pfizer-Chef Bourla und Israels Premierminister Netanjahu hatten nachweislich vereinbart, dass Israel bevorzugt mit dem Pfizer/BioNTech-Stoff beliefert wird und dafür die Daten aus der Beobachtung der Impfkampagne liefert – jene Daten, die der Hersteller bei ordnungsmäßigem Gang der Dinge eigentlich bereits im Zulassungsverfahren liefern sollte, nämlich anhand aussagekräftiger klinischer Studien. Müller-Jung findet es also völlig in Ordnung, dass in Israel ein Impfexperiment über die Bevölkerung ausgerollt wird, und das auch noch mit einer Injektion, die in Deutschland hergestellt wird. Ob er den Fehler jemals selbst finden wird?
    Jetzt zu Herrn Müller-Jungs Artikel vom 25. Mai 2023 in der FAZ. Es sei unerträglich, schreibt er dort, »einer Ikone der geschäftsmäßigen und boshaften Wahrheitsverdreh...
    21 min
  • Impfzwang wird Dauereinrichtung | Von Norbert Häring
    Ein Kommentar von Norbert Häring.
    WHO übernimmt auslaufenden EU-Impfpass als weltweite Norm
    Im Juni läuft die Rechtsgrundlage für die digitalen EU-Covid-Zertifikate aus, die einen Nachweis von (vorgeschriebenen) Impfungen oder Test erlauben. Die WHO übernimmt nun diese digitale Infrastruktur als dauerhaftes Modell für das weltweite Reisen. Der Zwang für alle Reisewilligen, aktuelle Impfempfehlungen der WHO zu befolgen, wird damit zur Dauereinrichtung. Die US-Digitalkonzerne werden zur Weltpassbehörde. <1>
    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab am 5. Juni bekannt <2>:


    „Im Juni 2023 wird die WHO das System der digitalen COVID-19-Zertifizierung der Europäischen Union (EU) aufgreifen, um ein globales System zu schaffen, das dazu beitragen wird, die globale Mobilität zu erleichtern und die Bürger auf der ganzen Welt vor aktuellen und künftigen Gesundheitsbedrohungen, einschließlich Pandemien, zu schützen. Dies ist der erste Baustein des WHO Global Digital Health Certification Network (GDHCN; Globales Digitales Gesundheitszertifizierungsnetzwerk), das eine breite Palette digitaler Produkte für eine bessere Gesundheit für alle entwickeln wird.“

    Zu diesem monströsen Unterfangen, das eine ganze Reihe von angeblichen Verschwörungserzählungen wahr werden lässt, ist so viel zu sagen, dass ich die einzelnen Punkte knapp und etwas stichwortartig halten muss, damit es nicht zu lang wird. Aber da sich das alles schon länger abgezeichnet hat, kann ich auf ausführlichere Beiträge (mit Quellenlinks) zu den einzelnen Schritten der Vorbereitung dieser Machtergreifung durch die Globalisten verweisen. Dazu gehört nicht zuletzt der Beitrag <3> von März 2022 mit dem Titel: „Digitale Impfpasskontrollen werden Dauereinrichtung.“
    Digitale Impfpasskontrollen werden Dauereinrichtung: In Deutschland, USA, Kanada und der ganzen Welt <3>
    1. 03. 2022 | Hören | In Deutschland und weltweit wird entschlossen daran gearbeitet, die Bewegungs- und Handlungsfreiheit aller Bürger dauerhaft davon abhängig zu machen, dass man Impfungen auf neuestem Stand der staatlichen Vorgaben nachweist. Die Totalüberwachungs-Agenda ID2020 wird auf diese Weise umgesetzt. <3>
    Zur Relevanz
    Durch den geplanten WHO-Pandemievertrag und die geplante Verschärfung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) würde die Rolle der WHO als Richtliniengeber in der Gesundheitspolitik deutlich gestärkt. <4> Der weltweite Einsatz der WHO-Infrastruktur für digitale Gesundheitspässe stünde dann im Bedarfsfall kaum in Frage. Dies gälte umso mehr, wenn die USA, die den WHO-Generalsekretär auswählen und zusammen mit den geldgebenden US-Konzernen und Stiftungen das Sagen haben <5>, sowie die willfährige EU diese Zertifikate für Einreisen vorschreiben.
    Der WHO-Generalsekretär soll nach den Änderungsvorschlägen zu den IHR die Macht bekommen <6>, in eigener Entscheidungshoheit regionale und globale Gesundheitsnotstände auszurufen, die dann zur Aktivierung der Gesundheitszertifikate für das Reisen führen dürften.
    Auf Vorschlag <7> der großen globalen Konzerne hat die G20-Gruppe der größten Wi...
    11 min
  • Mit ARD-aktuell ist ganzjährig 1. April | Von F. Klinkhammer und V. Bräutigam
    Die „Schallangriffe auf US-Diplomaten“ waren ein Hirngespinst. Für die Tagesschau bleiben sie „ein Rätsel“
    Ein Standpunkt von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.
    Das Staatsgebilde der US-Amerikaner gilt – wer wollte das bestreiten – als das Allerwichtigste auf dieser Welt. Deshalb wird ihm hierzulande mehr journalistische Aufmerksamkeit gewidmet als der restlichen Menschheit. Als das State Department in Washington vor fast sechs Jahren behauptete, wertvolle US-Diplomaten in Havanna seien Opfer eines ominösen „Schallangriffs“ geworden, grabschten die Faktenfinder der Tagesschau begeistert nach diesem Giftköder der CIA-Schwadron Psychologische Kriegsführung. Seither erzählten ARD-aktuell-Redakteure das Ammenmärchen dutzendmal, in unterschiedlichen Varianten. Oft genug, zuletzt im März 2023, wurde dem nüchternen Betrachter deutlich, dass die Geschichte purer Humbug war. Die Hamburger Volljournalisten aber machen damit weiter.
    USA weisen zwei kubanische Diplomaten aus hatte Tagesschau.de am 10. August 2017 noch halbwegs trocken gemeldet


    … Mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna wurden krank. Warum, ist nicht klar. Die USA reagieren, indem sie zwei kubanische Diplomaten des Landes verwiesen. Den Zusammenhang können sie nicht so recht erklären.

    Zwei Wochen später aber langten dann die „Faktenfinder“ der ARD-aktuell zu:
    "US-Diplomaten in Kuba: Krank durch Schallwaffen?
    Mehrere US-Botschaftsangehörige in Kuba hatten laut State Department plötzlich körperliche Beschwerden. … Als Ursache werden „akustische Angriffe“ vermutet."
    Die Zentralredaktion hätte es bei diesem Eumel belassen können. Auch sowas versendet sich. ARD-aktuell aber schob die Räuberpistole nicht unauffällig ins Archiv, sondern legte einen Monat später nach:
    "USA erwägen Schließung der Botschaft in Kuba
    Die USA reagieren auf mutmaßliche Akustikattacken gegen ihre Botschaftsmitarbeiter in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Insgesamt 16 Mitarbeiter wiesen gesundheitliche Schäden auf, die laut US-Angaben durch mysteriöse akustische Attacken hervorgerufen worden sein sollen."
    Die Amis veranlassten tatsächlich eine „wissenschaftliche Untersuchung der mysteriösen Erkrankungsfälle“. Daraufhin setzte die Tagesschau ebenfalls ihre Fehlleistung fort, letztlich über Jahre. Zunächst fuhr das ARD-Studio Washington im Februar 2018 auf einen Artikel ab, der in der medizinischen Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association erschien und von denkbaren Schädel-Hirn-Traumata der angeblichen „Opfer“ handelte:
    "Kranke US-Diplomaten in Kuba: Wie nach einer Gehirnerschütterung"
    Der Chefredakteur und seine Vizes denken aber gar nicht dran, evidenten Blödsinn wenigstens nachträglich und öffentlichkeitswirksam zu korrigieren. Auch dummdreiste Propaganda beeinflusst schließlich Michels Meinung in gewünscht prowestlichem Sinne.
    Die nachfolgenden Zitate sind dem oben erwähnten „Gehirnerschütterung“-Artikel entnommen. Er war eine gute Weile in der Mediathek der Tagesschau.de nachzulesen, ehe er erklärungslos entfernt wurde. Im allgemeinen Webarchiv (
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  • Der Kampf ums Bargeld | Von Hansjörg Stützle


    Als erstes Land der Welt schickt sich die Schweiz an, ein Recht auf Banknoten und Münzen in die Verfassung zu schreiben. Noch gibt es Hürden zu überwinden.
    Ein Kommentar von Hansjörg Stützle.


    Demokratie wäre aus Sicht der Mächtigen eine gute Sache, wären da nicht die lästigen Bürger, die manchmal ihren eigenen Willen haben. Aus diesem Grund ist die Geschichte der Demokratien zugleich die Geschichte der Versuche, die Demokratie auszuhöhlen. Wähler dürfen entweder nur zwischen Vertretern ein und derselben Gesinnungsgemeinschaft wählen, oder man fragt sie bei wichtigen Entscheidungen gar nicht erst nach ihrer Meinung. Auf diesem Weg könnte in den meisten Ländern die Bargeldabschaffung mühelos durchgesetzt werden, vielleicht auch indem Händler ihre Kunden vor vollendete Tatsachen stellen und ihnen ohne elektronische Zahlungsmittel kein Stück Brot mehr herausgeben. Eine wirkliche Chance, um die Phalanx der Bargeldfeinde aufzubrechen, wäre direkte Demokratie. Aber wo gibt es die? In der Schweiz versuchen Bürger jetzt, die in ihrem Land gegebene einzigartige Chance zu nutzen und eine Existenzgarantie für nicht elektronische, nicht überwachte Zahlungsmittel durchzusetzen.






    Am 15. Februar 2023 wurde ein historischer Schritt für den Erhalt des Bargelds getan: Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) hat in der Hauptstadt Bern der Bundeskanzlei 136.767 gültige beglaubigte Unterschriften für die Volksinitiative „Bargeld ist Freiheit“ übergeben. Damit wurden die geforderten 100.000 Unterschriften, die für die Zulassung zur Volksabstimmung notwendig sind, weit überschritten. Das Schweizer Volk hat es nun selbst in der Hand, als erster Staat weltweit das Bargeld in der Verfassung zu verankern und ihm gesetzlichen Schutz zu geben.
    Welche Leistung es bedeutet, 136.767 gültige Unterschriften zu sammeln und beglaubigen zu lassen, wird einem erst dann richtig bewusst, wenn man diese Summe auf die Einwohnerzahl Deutschlands umrechnet. In Deutschland würde das 1,3 Millionen Unterschriften entsprechen — wohlgemerkt, beglaubigte Unterschriften!
    Bis es letztendlich zur Volksabstimmung kommt, wird es jedoch noch lange dauern. Denn der Schweizer Bundesrat macht von der Möglichkeit Gebrauch, einen Gegenvorschlag zur Volksinitiative auszuarbeiten. Somit wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis die Volksabstimmung tatsächlich stattfindet. Die Bargeldinitiative ist so gestaltet, dass es dem Bargeld einen Grundschutz gibt. Dort heißt es beispielsweise:


    „Der Bund stellt sicher, dass Münzen oder Banknoten immer in genügender Menge zur Verfügung stehen.“

    Diese Formulierung wird allerdings nicht ausreichen, um das Bargeld langfristig zu schützen. Es ist jedoch ein wichtiges Fundament, auf dem man aufbauen kann. Wegen der kurzen und einfachen Formulierung gibt es wenig Angriffsfläche und somit hohe Chancen auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Die Chancen auf Erfolg sind hoch.
    Aufbauend auf dieser Volksinitiative hat die FBS am 21. März 2023 eine zweite Bargeldinitiative eingereicht. Die Bargeldinitiative II trägt den Namen „Wer mit Bargeld bezahlen will, muss mit Bargeld bezahlen können (Ich zahle bar)“. Die neue Volksinitiative hat es in sich. Sie wird der Lobby der Anti-Bargeld-Interessengruppen gar nicht schmecken. Denn diese Initiative packt das Übel der Bargeldabschaffung an der Wurzel an. Sie nimmt die Wirtschaft, den Gesetzgeber, aber auch die Finanzindustrie in die Pflicht. So muss Bargeld überall angenommen werden, darf nicht schlechter behandelt oder in der Höhe beschränkt werden, durch Gesetze und Steuerrecht benachteiligt oder der Geldfluss elektronisch verfolgt werden.
    Ich habe an der Formulierung des Gesetzestextes (1) beratend mitgewirkt und kann mi...
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das denk' ich auch