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„Wir waren verzweifelt, enttäuscht von unserer Gesellschaft“, sagt Ali, der aus Pakistan geflüchtet ist: Der Heimat, Familie und Freunde verlassen hat, „damit ich ein besseres Leben habe“. Und dann erlebt er mitten in Deutschland, dass seine türkische Freundin von der eigenen Familie entführt wird, weil sie zwangsverheiratet werden soll. Dass er niedergeschlagen wird, blutend aus der gemeinsamen Wohnung flüchten kann, „barfuß, ohne Handy, ohne Ausweis“, aber niemand auf der Straße ihm hilft, nicht einmal die Polizei ruft.
Leider kein Einzelfall. Seit 2008 hilft der Verein peri e.V. Opfern von Zwangsehen und engagiert sich für das Recht junger Muslima auf Selbstbestimmung. Auch junge muslimische Männer wenden sich immer häufiger an die Organisation. Gegründet wurde der Verein von der Menschenrechtsaktivistin und Publizistin Serap Çileli, die einst selbst Betroffene einer Zwangsheirat war. Für sein Engagement wurde peri im vergangenen Jahr mit dem 1. Platz des Springer Charity Awards ausgezeichnet.
Am 4. Juni feiert der Organspendetag seinen 40. Geburtstag. Dass bundesweite Aufklärungsaktionen wichtiger denn je sind, zeigen die aktuellen Organspendezahlen: Noch immer warten rund 9000 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Zahl der postmortalen Organspender hat im ersten Quartal 2022 mit 239 Spendern und 750 gespendeten Organen im Zehnjahresvergleich einen neuen Tiefstand erreicht.
Deshalb appelliert Privatdozentin Dr. Ana Paula Barreiros vor allem an die Hausärztinnen und Hausärzte, sich mehr für das Thema Organspende einzusetzen. Wenn Hausärzte „als Vertrauensperson“, die sie ja in der Regel sind, hier Transparenz schafften „und dann auch Ängste abbauen“, sei das ein „sehr, sehr guter Hebel“ für mehr Spendebereitschaft, so die Geschäftsführende Ärztin der Region-Mitte der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Die Aufklärung durch Hausärzte habe einen ganz anderen Stellenwert als andere Aktionen.
Dazu gehört für Barreiros aber auch, dass mehr Menschen dann tatsächlich ihre Entscheidung dokumentieren. Gerade einmal 15 Prozent der Organspender hätten zu Lebzeiten ihren Willen schriftlich bekundet: „Wir tun uns schwer damit, es niederzuschreiben“. Sie stellt daher klare Forderungen an ein bundesweites Organspenderegister.
Im Podcast spricht sie außerdem über die Gründe für den deutlichen Einbruch bei den Spenderzahlen. Und über ein ungewöhnliches Phänomen: „In den ersten vier Monaten ist die Zahl der Ablehnungen von Angehörigen deutlich höher als sonst gewesen.“
Nach ihrer Schwangerschaft suchte Dr. Katrin Singer ein Forum, in dem sie auf Augenhöhe mit anderen Müttern über Kinderkrankheiten, Impfen und den Alltag mit Baby sprechen kann. Fündig wurde die Ärztin in Weiterbildung damals nicht. Daher gründete Sie selbst das Netzwerk „MumDocs“.
Im „ÄrzteTag“ berichtet Singer von den Anfängen der „MumDocs“ und erzählt, wie sich das Netzwerk entwickelt hat. Neben dem Austausch zum eigenen Nachwuchs steht auch der fachliche Dialog im Vordergrund. Auch mit Fragen zur Vereinbarkeit von Kind und Karriere wenden sich viele Ärztinnen an die „MumDocs“. Schon in der Schwangerschaft herrscht bei einigen Ärztinnen Unsicherheit: Sollte ich weiter am Patienten arbeiten? Kann ich noch im Op stehen? Katrin berichtet im Gespräch, wie sie selbst ihre Schwangerschaft und Elternzeit während der Weiterbildung erlebt hat und gibt Tipps für junge Mütter.
Die Ärzte fehlen und das Problem wird sich in Zukunft wohl noch verschärfen. Wer das Problem angeht, sollte aber nicht nur Ärzte zählen, sondern auch darauf schauen, was sie machen. Diese Meinung vertritt Dr. Thomas Lipp, Delegierter beim 126. Ärztetag von der Landesärztekammer Sachsen und selbst niedergelassener Allgemeinmediziner in Leipzig.
Denn: Viele Aufgaben, die Ärzte erledigen, seien nicht sinnvoll und nicht immer ist die Bürokratie schuld. Würden sich Ärzte auf die Aufgaben konzentrieren, die sinnvoll sind, könnten sie sich bis zu 30 Prozent der Arbeit sparen. Warum Lipp selbst die wenig sinnvollen Tätigkeiten erledigt, welche Lösungen er sieht und was er lieber mit der gewonnenen Zeit machen würde, erklärt er im ÄrzteTag-Podcast.
Der 126. Deutsche Ärztetag hat beschlossen, dass die Krankenkassen wie für Krankenhäuser eine Aufwandsentschädigung zahlen sollen, wenn sich bei Abrechnungsprüfungen keine Minderung des Abrechnungsbetrags ergibt. Den Antrag hatten Dr. Norbert Smetak und Christine Neumann-Grutzeck vom Präsidium des Berufsverbands der Internistinnen und Internisten (BDI) gestellt.
Als beim 126. Deutschen Ärztetag der Tagesordnungspunkt „Ärztlicher Versorgungsbedarf in einer Gesellschaft des langen Lebens“ erörtert wurde, kam Dr. Ellen Lundershausen zu Wort. Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer aus Jena hat über den Arztmangel, die Entwicklung der Medizinstudienplätze seit den 90ern, die voraussichtlich steigende Zahl von Diabetes-Patienten referiert – und darüber, dass der Großteil der Medizinstudierenden Frauen seien.
In Zukunft sei die Hälfte derer, die medizinische Versorgung leisteten, weiblich. Gerade für sie sind die Arbeitsbedingungen allerdings schlecht. Warum, erklärt Lundershausen in der neuen Folge des „ÄrzteTag“-Podcasts vom Ärztetag in Bremen.
Was bringt zwei Medizinstudentinnen an einem Feiertag dazu am 126. Ärztetag in Bremen dabei zu sein? Miriam Wawra und Melissa Seitz kommen von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD). Sie setzen sich dafür an, dass die Novellierung der ärztlichen Approbationsordnung verabschiedet wird.
Wie sie das angehen, was passiert, wenn die Approbationsordnung nicht verabschiedet würde und was sie persönlich antreibt, ist Inhalt dieser Epsiode des ÄrzteTags vor Ort. (Dauer: 7:59 Minuten)
Fälle von Infektionen mit Affenpocken werden gerade aus vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland gemeldet. Bislang wurde das Virus in Bayern, Berlin, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen bei Patienten nachgewiesen. Charakteristisch sind Hautveränderungen sowie Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen. Die Krankheit ist oft selbstlimitierend.
Wie die Behandlung dieser Patienten aussieht und welche Vorkehrungen am Universitätsklinikum Frankfurt getroffen werden für eine etwaige stationäre Aufnahme Infizierter, das erläutert Privatdozent Dr. Timo Wolf, in dieser Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie und Leiter der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums Frankfurt.
Der Beschlussantrag „Streichung der Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der (Muster-) Weiterbildungsordnug“ hat auf dem 126. Ärztetag in Bremen rege Diskussionen ausgelöst. Unter anderem vor dem Hintergrund evidenzbasierter Medizin plädierten einige Delegierte, die Zusatzbezeichnung zu streichen. Trotzdem nahm das Plenum den Antrag an.
Doreen Sallmann, Delegierte der Landesärztekammer Thüringen, ist dagegen. Die Chefärztin der Onkologie an der REGIOMED Rehaklinik Masserberg berichtet, dass viele iher Patientinnen und Patienten zu Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Homöopath gehen. „Und die gehen dann zum Heilpraktiker“, sagt sie.
Warum sie die Zusatzbezeichnung Homöopathie befürwortet, und was ihr noch wichtig ist, erläutert sie im ÄrzteTag-Podcast vom Bremer Ärztetag. (Dauer: 9:31 Minuten)
Dr. Klaus Reinhardt im „ÄrzteTag“-Podcast: Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) spricht in dieser Episode über die Bereitschaft, in eine MFA-Imagekampagne zu investieren und über erfolgversprechende Maßnahmen gegen den Ärztemangel. Er beantwortet dabei die Frage, ob die Ärzteschaft zu lange an der klassischen Einzelpraxis festgehalten hat – was für viele Nachwuchsmediziner nicht die gewünschte Option ist, zumindest so, wie sie klassischerweise organisiert ist.
Zudem geht er detailliert auf die Testphase der neuen Gebührenordnung für Ärzte ein: Wie wird diese ablaufen? Und bedeutet eine solch umfangreiche GOÄ nicht eher Mehraufwand statt weniger Bürokratie für Ärzte, Politik und Abrechnungsdienstleister?
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