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Für zukünftige Ärztinnen und Ärzte ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. Aber achten Medizinstudierende tatsächlich auf Nachhaltigkeit, wenn sie ihren zukünftigen Arbeitsplatz auswählen? Jonas Cittadino von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) sagt: Nicht nur die Medizinstudierenden, die sich bereits für das Thema engagierten, seien „Feuer und Flamme“ für die Idee, dass auch Krankenhäuser ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, sondern auch die meisten anderen Medizinstudierenden. Allerdings sei vielen Kommilitonen das Konzept „Green Hospital“ – Krankenhäuser mit reduziertem Umwelteinfluss – nicht bekannt. Worauf die Medizinstudierenden konkret achten, verrät Cittadino im „ÄrzteTag“-Podcast.
Und: Cittadino selbst ist im Praktischen Jahr, also kurz vor dem Abschluss seines Studiums. Er absolviert das PJ in der Charité in Berlin und ist derzeit in der Hausarztpraxis im Spritzenhaus in Baiersbronn im Schwarzwald. Gerade in der Niederlassung hätten Ärzte die Möglichkeit, ihre Praxis nachhaltig zu gestalten, sagt er. (Dauer: 15:42 Minuten)
Auch fünf Jahre nach dem Start bringt die Telematikinfrastruktur (TI) mit ihren Anwendungen wie Stammdatenabgleich, eAU oder E-Rezept für Praxen keinen Mehrwert. Warum er das so sieht und der Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) deshalb nach wie vor den Anschluss an die TI äußerst kritisch sieht, erläutert dessen Präsident, der Dermatologe Dr. Ralph von Kiedrowski im „ÄrzteTag“-Podcast. Der Dermatologe aus Selters im Westerwald führt selbst eine komplett durchdigitalisierte Praxis ohne Papier und mit Online-Sprechstunde via OnlineDoctor – aber ohne TI-Anschluss. Dabei seien die Ideen, die von der gematik kommen, gar nicht so schlecht, sagt er.
Für von Kiedrowski hat die Digitalisierung zwei Seiten: Die dunkle Seite ist eine Digitalisierung von oben, mit Zwangsanschluss, die helle Seite sind dagegen innovative Anwendungen für Praxen und Patienten, die den Alltag erleichtern. Der BVDD-Präsident beschreibt im Gespräch, welche Anwendungen für Dermatologen besonders nützlich sind und was der Berufsverband unternimmt, um innovativen Start-ups eine Chance zu geben. Doch auch die helle Seite der Digitalisierung hat für von Kiedrowski ihre Grenzen, die er im Gespräch näher definiert. (Dauer: 48:03 Minuten)
Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die telefonische Krankmeldung zu reaktivieren, wird von Hausärztinnen und Hausärzten angesichts der Corona-Sommerwelle mit Erleichterung begrüßt. Es fehlten allerdings noch ergänzende Beschlüsse für die Abrechnung der Beratung und des postalischen Versands der AU-Bescheinigung, moniert Jana Husemann, Vorsitzende des Hausärzteverbands in Hamburg, im „ÄrzteTag“-Podcast.
In den Wochen nach dem Auslaufen der Regelung Ende Mai hätten sich die Praxen mit einem verstärkten Angebot von zeitlich getrennten Infektsprechstunden, mit Videosprechstunden oder auch mit der räumlichen Trennung von Patienten mit Infekten in der Praxis durchgehangelt, berichtet Husemann.
Gerüchteweise hätten manche Kolleginnen und Kollegen auch „hausärztlich-pragmatisch gehandelt“ und insgeheim doch weiter mit der Tele-AU gearbeitet, vermutet die Hausärztin. Sie würde es sehr begrüßen, wenn die Befristung der Möglichkeit der Tele-AU auf den 30. November aufgehoben und die Leistung endgültig in die Regelversorgung übernommen würde.
Im Podcast spricht sie sich aber auch für eine Erweiterung der Möglichkeit auf andere leichte Erkrankungen aus – und sie äußert noch einen weitergehenden Wunsch für die Delegation der Leistung… (Dauer: 12:21 Minuten)
Wie erreicht man, dass Computer, die mit unterschiedlicher Software arbeiten, miteinander kommunizieren können? Man führt eine gemeinsame „Sprache“ ein. „Ein Blutdruck ist ein Blutdruck – und überall gleich zu kodieren“, sagt dazu Medizininformatikerin Professor Sylvia Thun, Direktorin der Core Unit E-Health und Interoperabilität am Berlin Institute of Health der Stiftung Charité, im „ÄrzteTag“-Podcast.
Sylvia Thun ist Leiterin des an der gematik angesiedelten Expertengremiums Interop-Council, das die Probleme bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen unter anderem durch Angleichung von Standards und Etablierung einheitlicher Kodierungen für medizinische Begriffe aus dem Weg räumen soll. Sechs Monate nach dessen Gründung gibt sie im Podcast Einblicke in den Maschinenraum der Digitalisierung.
Thun, die für ihre Aktivitäten im Bereich der Interoperabilität das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, sieht die Saat für die Digitalisierung gelegt – unter anderem mit Standards wie HL7 FHIR, Snomed und – schon lange etabliert – ICD-10.
Im Podcast erläutert sie, warum Digitalisierung zu Beginn oft Zeit kostet, aber auch warum diese Mühe am Ende lohnt. Außerdem geht es um die Herausforderungen für kleine Anbieter von Praxisverwaltungssystemen und darum, warum ein Kodiersystem besser von Patientinnen und Patienten her gedacht werden sollte und nicht von der Abrechnung.
Wenn die Neupatienten in Facharztpraxen in Zukunft wieder in die Morbiditätsorientierte Gesamtvergütung, also ins Budget, zurückgeführt werden, dann wird sich „die Versorgung massiv verschlechtern“: Das ist zumindest die Befürchtung von Dr. Ralph von Kiedrowski, dem Präsidenten des Berufsverbands Deutscher Dermatologen (BVDD), angesichts der Pläne des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) im Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz.
In Sachen Konnektortausch schlagen die Wellen der Diskussion aktuell hoch: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat nach einem Beitrag des Computermagazins „c‘t“ Auskunft von der gematik verlangt, ob es eine neue Faktenlage gibt, die es erlauben könnte, doch noch um diesen Austausch der Konnektoren in den Praxen herumzukommen.
Die Antworten der gematik haben die KBV noch nicht endgültig überzeugt, wie KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert.
In der Gesellschafterversammlung am Dienstag (2. August) wolle die Körperschaft auf einen Prüfauftrag für die gematik drängen, um Klärung zu schaffen, ob es möglich sein könnte, eine günstigere Lösung für eine Verlängerung der Laufzeit der alten Konnektoren zu finden.
Nach wie vor sei die KBV nicht zufrieden mit dem Schiedsamtsspruch, der Ärztinnen und Ärzten eine Zuzahlung von fast 500 Euro aufbürde. Welche Lösungen sich der KBV-Vorstand vorstellen könnte, um zumindest die Zuzahlung aus der Welt zu schaffen, und was er sich von dem Prüfauftrag erhofft, dazu nimmt Kriedel im „ÄrzteTag“ ausführlich Stellung.
Die gematik müsse schnell für Klarheit sorgen, denn schon im Herbst liefen die ersten Zertifikate von Konnektoren aus, die Praxen würden dann von der Telematikinfrastruktur (TI) abgehängt, wenn sie die Geräte nicht austauschen lassen oder die Zertifikate verlängert würden.
Bei der TI sei man mittlerweile bei einem „Point of no return“ angekommen, findet Kriedel. Ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur habe mittlerweile für die Praxen hohe Relevanz für die Versorgung der Patienten. (Dauer: 22:30 Minuten)
Der Fortschritt in der Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C ist eine in der Medizin fast einmalige Erfolgsgeschichte. Daran erinnert Professor Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, im „ÄrzteTag“-Podcast aus Anlass des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli.
„Wir können die Virus-Hepatitis-C mittlerweile mit nebenwirkungsfreien Tabletten innerhalb von acht bis zwölf Wochen heilen“, betont Wedemeyer. Die Wirkstoffe, die direkt antiviral-wirkenden Medikamente (DAA), sind ab 2014 eingeführt und bis 2018 optimiert worden. „Und dann stellte sich die große Frage: Sind die sehr positiven Berichte von den Phase-III-Studien auch wirklich ins richtige Leben übertragbar? Wie lässt sich das prospektiv in Deutschland überprüfen?“
Als Antwort gründete man das Deutsche Hepatitis-C-Register. Welche Erkenntnisse die Medizin daraus ziehen konnte und wie oft kommt Leberzellkrebs nach einer Hepatitis vorkommt, erläutert Professor Wedemayer Podcast.
Die Empörung über den Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ist Andreas Storm, dem Vorstandsvorsitzenden der Ersatzkasse DAK-Gesundheit, schnell anzuhören: Gleich mehrfach spricht er im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast von einem „einmaligen Vorgang“. Zum Beispiel, dass bis Ende Mai des kommenden Jahres eine Folgegesetzgebung angekündigt wird, die die strukturellen Finanzprobleme lösen soll – das Ziel, das eigentlich das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in diesem Jahr sollte. Ebenso sei es ein einmaliger Vorgang, dass der Gesundheitsfonds im 2023 einen Kredit aufnehmen solle, der von den Krankenkassen in den kommenden Jahren sukzessive zurückgezahlt werden soll – in einer Zeit in der absehbar die Belastungen der Krankenkassen ansteigen, so Storm.
Die aktuelle Hitzeperiode hat erneut verdeutlicht, welchen Einfluss der Klimawandel bereits heute auf die Menschen in Deutschland hat. Von Hitzestress sind diverse Gruppen betroffen, wie ältere Menschen, Schwangere, sozial Isolierte oder Menschen in ungünstigen Wohnverhältnissen.
Hausärztinnen und Hausärzte haben zu all diesen Gruppen engen Kontakt. Sie wissen häufig, welche ihrer Patienten von der Hitze besonders beeinflusst sein könnten. Daher sollten Hausärzte bei diesen Risikopatienten das Thema Hitzeschutz vor und während der heißen Tage proaktiv ansprechen, rät Friederike von Gierke im „ÄrzteTag“-Podcast. Sie leitet das Projekt „Transformative Arztpraxen“ von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG).
Außerdem sagt sie, dass vielen Patienten die Gesundheitskompetenz dazu fehle, dass Hitze einen Einfluss auf den Medikationsplan haben kann. Auch hier bestehe Aufklärungsbedarf. Eine Hilfestellung für Ärzte könne die Heidelberger Hitze-Tabelle bieten.
Die Mehrheit der Gesellschaft hat die Klimakrise und die Umweltkrise als Problem verstanden. Doch über die enge Verknüpfung zwischen Klima und Gesundheit herrscht bei vielen Menschen noch Unwissenheit, sagt Friederike von Gierke von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) im „ÄrzteTag“-Podcast. Hier seien Ärztinnen und Ärzte gefragt.
Von Gierke ist Leiterin des Projekts „Transformative Arztpraxen“. Im ersten Teil des Podcast-Gesprächs gibt sie Denkanstöße, wie das Thema Klimawandel Einzug ins Arzt-Patienten-Gespräch halten kann. Anhand eines Beispiels klärt sie über die zwei Phasen der „klimasensiblen Gesundheitsberatung“ auf. (Dauer: 15:11 Minuten)
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