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„Integrierte Versorgung“ ist schon lange kein Modewort mehr, auch Ärztenetze sind kein Novum. Nach wie vor aber hängt Kooperation sehr von den Ärzten und Akteuren vor Ort ab. Sind sie agil und mutig, gelingt die Vernetzung. Um dem Netzgedanken aber zu bundesweiter Blüte zu verhelfen, braucht es Anreize, sagt der Chirurg Dr. Thomas Schang, der Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze ist, in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast.
„Wir brauchen ein System, das gute Kooperationen belohnt, die zu besserer Behandlungsqualität führen“, sagt er. Bislang drehe es sich im Gesundheitswesen „im Wesentlichen ums Verteilen der Claims und Sektoren“. Doch gerade Gerade jüngere Ärzte hätten nicht nur Interesse an kooperativen Strukturen, sondern könnten auch von ihnen profitieren.
Gerade auch die Pandemie habe gezeigt, wie „Netze als lokale Macher“ auftreten könnten. In den Ärztenetzen habe man sich rasch zusammengefunden und überlegt: „Wer macht was, wer übernimmt welche Aufgabe? Wer richtet eine Infektsprechstunde ein?“
Und hilft die Digitalisierung bei der Vernetzung? „Die alleine ist nicht der Schlüssel“, sagt Schang. Vielmehr müsse es um eine „digitale Transformation und Verbesserung der bestehenden Prozesse und Strukturen“ gehen. „Das ist keineswegs banal!“ Fernbehandlung etwa müsse „ärztlich verantwortungsvoll“ betrieben werden. Dazu gehöre in manchen Fällen auch, zu sagen: „Das kann ich nicht am Telefon.“
Foto: Dirk Schnack
„Das Europäische Parlament hat den Klimanotstand ausgerufen. In diesem Kontext wird die Frage interessant: Wie lebe ich und wie leben meine Patienten?“, hebt Hausarzt Dr. Ralph Krolewski im Podcast-Gespräch hervor. Der Allgemeinmediziner aus Gummersbach arbeitet in diversen Arbeitsgruppen mit, die das Thema Klima- und Gesundheitsschutz forcieren und hat ein eigenes Konzept für die Praxis entwickelt: die „Klimasprechstunde“.
In dieser Episode beschreibt der Facharzt für Allgemeinmedizin, welche klimabedingten Folgen für ihn in der Hausarztpraxis jetzt schon zum Alltag gehören und wie er Patientinnen und Patienten das Thema mithilfe der „Klimasprechstunde“ näher bringt. So erweitert er beispielsweise die Präventionsuntersuchungen um gezielte Beratungen zu Ernährung und Bewegung auf dem Arbeitsweg.
Außerdem erläutert Krolewski wie er mit seiner Praxis in puncto Nachhaltigkeit aktiv wird. So nutzen er und seine Mitarbeiterinnen unter anderem hauptsächlich Pedelecs für Arbeitswege und Hausbesuche.
Foto: [email protected]
6000 Scheine im Quartal – die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Dr. Thomas Maibaum und Kollegen in Rostock-Schmarl ist so etwas wie ein ambulanter Maximalversorger. Große Patientenströme sind für die Ärzte und Schwestern, wie MFA im Osten der Republik oft genannt werden, nichts Ungewöhnliches.
Aber auch in ihrer Praxis wollen die anlaufenden Impfungen gegen COVID-19 gut organisiert sein. Gibt es separate Impftage? Wie laufen Aufklärung und Dokumentation ab? Und die Abrechnung? In dieser „ÄrzteTag“-Episode schildert Maibaum, wie die Impfungen in seiner Praxis organisiert sind. Und er erklärt, wie es dazu kam, selbst einen Schulungsfilm zu drehen.
Foto: Sass / Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern
„Wenn es um den Klimaschutz geht haben wir nicht mehr viel Zeit – es sind nur noch wenige Jahre, über die wir hier sprechen“, betont Sylvia Hartmann. Die Ärztin erklärt im Podcast, inwiefern die Folgen des Klimawandels schon jetzt in Praxen und Kliniken spürbar sind und welche Rolle Ärztinnen und Ärzten dabei zukommen könnte.
„In meinem Selbstverständnis ist es die Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten die Gesundheit zu schützen und zu verbessern. Gesundheitsschutz ist dabei auch gleichzeitig Prävention“, erklärt Hartmann in dieser ersten Folge. Viele Klimaschutzmaßnahmen seien zudem letztendlich Präventionsmaßnahmen. Im Podcast-Gespräch geht sie auch darauf ein, wie die Stadtplanung Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte und welche Zusammenhänge es zwischen Erderwärmung und Migration gibt.
Und doch: Die Klimakrise bietet für Patientinnen und Patienten auch Chancen. „Das Potenzial bei dem Thema Klima- und Gesundheitsschutz ist enorm“, betont Hartmann. Sie lädt daher Menschen ein, sich mehr mit dem globalen Thema auseinanderzusetzten: „Gerade die Komplexität und die systemischen Zusammenhänge von „Klima und Gesundheit“ und „Planetary Health“ können besonders spannend sein, da kann ich Jedem empfehlen sich etwas mehr mit dem Thema zu beschäftigen“, so Hartmann. Dazu gibt sie den Hörerinnen und Hörern auch Internetadressen und den Namen von Organisationen an die Hand.
Foto: Martin Funk
Auf den Erfolg müssen wir anstoßen, Stößchen, auf den Schreck einen Schnaps, ein Gläschen in Ehren? – Kommt Ihnen bekannt vor? Vermutlich. Denn der Konsum von Alkohol gehört für die meisten erwachsenen Deutschen ganz selbstverständlich zum Leben dazu, ist überall und (fast) jederzeit verfügbar und zudem relativ billig. Gerade das begünstigt allerdings auch den fließenden Übergang von (noch) normalem zu risikoreichem Trinken und zur Abhängigkeit.
Was in tierischen Zellen nicht gelungen ist, klappt in Mooszellen: die biotechnologische Herstellung von Faktor H. Jetzt wird das Verfahren optimiert und präklinisch getestet. Eine Phase-1-Studie erfolgreich abgeschlossen hat bereits das Enzym moss-aGal, eine α-Galaktosidase, die mittels Mooszellen produziert wird.
Damit die Mooszellen – also pflanzliche Zellen – humane Proteine synthetisieren, müssen sie verändert werden: Bestimmte Gene werden ausgeschaltet, andere hinzugefügt. Damit werden die Zuckerstrukturen der Glykoproteine des Mooses dem des Menschen angepasst.
In Mooszellen hergestellte Proteine können sogar besser wirken als ihr Pendant aus tierischen Zellen. „Es handelt sich dann nicht um sogenannte Biosimilars, sondern um Biobetters“, sagt Moos-Experte Reski. Über die Vorteile, Arzneimittel biotechnologisch mittels Mooszellen herzustellen, was die besonderen Herausforderungen sind und wo die Forschung aktuell steht, geht es in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast.
Foto: Biocom AG
Für die ambulante Medizin wäre die Reform der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) ein großer Schritt nach vorne. Denn bekanntlich soll sie sich künftig durchs gesamte Studium ziehen. Einen erheblichen Anteil soll die Allgemeinmedizin ausmachen. „Damit können wir es tatsächlich schaffen, dass Studierende eines Tages wirklich Langzeitpatienten schon während des Studiums betreuen“, sagt Professor Annette Becker, Studiendekanin an der Uni Marburg im „ÄrzteTag“-Podcast.
Ihr Kollege Professor Attila Altiner von der Uni Rostock erwartet sogar, dass künftig noch andere Themen wichtig werden: „Die Entscheidungsfindung im Niedrigprävalenzbereich, Fehlversorgung zu vermindern – das sind Dinge, von denen Kollegen an den Hochschulen zum Teil noch nie etwas gehört haben. Wie auch, sie haben ja nie entsprechenden allgemeinmedizinischen Unterricht in ihrem eigenen Studium genossen.“
In dieser „ÄrzteTag“-Episode sprechen Becker und Altiner über die Herausforderungen für die Medizinfakultäten nach der Reform.
Foto: privat
Alle reden vom Impfen gegen Corona, Ärzte müssen es am Ende tun, damit wir die Pandemie schnellstmöglich in den Griff bekommen. Unterstützt werden Mediziner dabei von elektronischen Tools, die die Termine mit Impflingen managt, den Überblick über die vorhandenen Impfdosen zeigt und die rechtliche Dokumentation sicherstellt. Wir schauen heute auf die Seite der Anbieter.
Noch ist die Reform der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) vor allem ein Referentenentwurf. Doch wenn sie beschlossen wird, kommt auf die Medizinfakultäten eine ordentliche Portion Arbeit zu. So viel, dass das Studium für die Länder deutlich teurer werden wird, wie der Präsident des Medizinischen Fakultätentags (MFT), Professor Matthias Frosch, und MFT-Generalsekretär Dr. Frank Wissing im „ÄrzteTag“ sagen.
„Wir wollen die Reform des Medizinstudiums“, sagen sie. Aber vorher müssten die offenen Fragen zur Finanzierung geklärt sein. Und sie fordern Flexibilität etwa bei den Blockpraktika oder dem Praktischen Jahr: Für die geplante Menge an Pflichtunterricht in der ambulanten Versorgung reichten die Lehrpraxen nicht aus.
Foto: [M] Frosch: Katrin Heyer / MFT | Wissing: Regina Sablotny / MFT
Im zweiten Teil des Podcast-Gesprächs mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke dreht es sich wieder um die Faszination für das Morbide. Abermals ergründen wir, was Menschen an der Beschäftigung mit Gewaltverbrechen reizt und gehen diesmal auf kulturelle Unterschiede mit dem Tod ein. Morde von Gesundheitspersonal spielen ebenfalls eine Rolle und die Frage, wie es Menschen schaffen Ärzte durch geschickte Manipulation zu falschen Diagnosen zu bringen. Wir erklären, warum ein Arzt früher wahrscheinlicher Tötungsabsichten mit Blei und Quecksilber identifiziert haben und wieso eine ePA Verbrechen verhindern könnte. Die Psychologin sagt außerdem noch, warum Scheidungen Männerleben schützt.
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