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Wenn davon geredet wird, dass die Corona-Pandemie die Arztpraxen vor enorme organisatorische Herausforderungen gestellt hat, dann wird leicht vergessen, dass neben den Ärzten vor allem die Medizinischen Fachangestellten (kurz MFA) einen wichtigen Anteil daran hatten, dass der Laden weiter lief. Dass Patienten weiter Termine und Überweisungen erhielten, die Corona-Abstriche ordentlich gemacht und ans Labor geschickt wurden, und, und und.
Ständig werde „eine neue E-Health-Sau durchs Dorf getrieben“, polterte Anfang Februar Gilbert Mohr, als aus dem Gesundheitsministerium in Berlin der Entwurf zu einer neuen Verordnung zur Interoperabilität bekannt wurde. Der Leiter der Stabsstelle E-Health der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) beklagte, viele der Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI), die eigentlich schon längst Routine sein sollten, liefen noch immer nicht rund. Notfalldatenmanagement? E-Medikationsplan? KIM-Dienste, gedacht zur schnellen „Kommunikation im Medizinwesen“? Die Nutzerzahlen bewegten sich nach wie vor in sehr überschaubaren Bereichen.
Die neue Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) soll das Medizinstudium fit machen für die Versorgung von morgen. Mit einem Referentenwurf plant Gesundheitsminister Jens Spahn einen großen Wurf. Doch nicht nur aus vielen Verbänden und Fachgesellschaften kommt Kritik daran. Auch die Kultus- und Wissenschaftsminister der Länder bringen sich gegen die Reform in Stellung. Ihre Befürchtung: zusätzliche Kosten in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr. Die Bundesländer könnten die Novelle im Bundesrat stoppen.
Ihre Berechnungen könnten könnten schlicht zu hoch sein, sagen Professor Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM), und Professor Martin Scherer, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM). Sie befürchten, dass vielmehr „eine ganz notwendige Reform auf den letzten Metern aufgehalten werden soll“.
Dabei gehe es bei der neuen ÄApprO um „die medizinische Versorgung und Zukunft unseres Landes“. Auch manche Kritik anderer Fächer können sie nicht nachvollziehen. „Der gesamte ambulante Bereich wird für die Ausbildung geöffnet.“ So etwa auch die Kinder- und Jugendmedizin: „Die Pädiatrie wird von dieser Reform ganz maßgeblich profitieren.“ So werde erstmals die ambulante Pädiatrie in der Ausbildung abgebildet.
Ohnehin hinke Deutschland bei der Medizinerausbildung internationalen Standards hinterher, die Reform, mit der der Masterplan Medizinstudium 2020 umgesetzt werden soll, sei überfällig.
Foto: [M] Gerlach: Stiftung Gesundheitswissen | Scherer: Schnack
Alle sieben bis acht Minuten stirbt in der Bundesrepublik rechnerisch ein Mensch an den Folgen einer Sepsis. Viele Tausende Fälle ließen sich vermeiden, würden Betroffene, aber auch Gesundheitsberufe die Alarmzeichen früher erkennen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat deswegen mit anderen die neue Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ ins Leben gerufen.
Aber auch Gesundheitsberufe könnten eine Sepsis schneller erkennen. Dafür sollten sie einige Red Flags im Hinterkopf behalten, wie die APS-Vorsitzende und Anästhesistin Dr. Ruth Hecker im „ÄrzteTag“-Podcast sagt. Spezielle Scores, etwa qSOFA, könnten rasch das Risiko zeigen. Aber auch in der stationären Versorgung gibt es laut Hecker noch Nachholbedarf.
Foto: Werner Popp / APS (Archiv)
Der Andrang auf die Impfzentren ist groß, doch die Corona-Vakzine ist derzeit – noch – knapp. Die neue, modifizierte Impfverordnung regelt zwar in einer mehrstufigen Priorisierung, wer zuerst geimpft wird und wer noch warten muss. Doch das ficht den einen oder andere offenbar nicht an. Und so mehren sich Berichte über Bürgermeister, Landräte Feuerwehrchefs oder Klinikgeschäftsführer, die obwohl jung und gesund, vorzeitig an den gewünschten Piks gegen Corona kommen. Wichtige Berufsgruppen, wie Rettungskräfte, gehen mitunter leer aus. Der Kölner Anästhesie-Professor Frank Wappler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), ist darüber verärgert. In dieser Podcast-Episode spricht er über seine Erfahrungen mit der Impfpriorisierung in der Klinik und seine Meinung zu Impfvordränglern in eigenen Reihen – und welche Berufsgruppe tatsächlich ruhig noch etwas früher vor COVID-19 durch eine Impfung geschützt werden sollte.
Über die Folgen der Corona-Pandemie, Lockdown und Homeschooling für Kinder und Jugendliche wurde zuletzt viel debattiert. Denn die vergangenen 12 Monate zeigen offenbar zunehmend Schleifspuren – nicht nur an den Nerven von Erwachsenen. Familienministerin Franziska Giffey sprach in diesem Zusammenhang zuletzt von Bildungs- wie auch Bindungsstörungen als langfristige Folge. Und auch in den Corona-Diskussionen von Bund und Ländern stand und steht das Thema Schul- und Kitaöffnungen auch aus diesem Grund weit oben auf der Agenda.
Doch was ist wirklich gesichert bekannt zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Im Podcast fasst Kinder- und Jugendpsychiater Professor Marcel Romanos die aktuellen Erkenntnisse zusammen. Der Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) am Universitätsklinikum Würzburg und Stellvertretende Präsident der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) erläutert zudem, bei welchen Kindern besonders hohe gesundheitliche Risiken drohen, warum diese dann leicht durchs Hilferaster fallen und welche Unterstützung hier nötig ist. Und er beruhigt auch: "Es wird „keine lost generation“ geben.
Gesundheitsdaten sind besonders schützenswerte Daten. Entsprechend viel Aufmerksamkeit sollten Ärzte der IT-Sicherheit in ihrer Praxis zukommen lassen. Das ist nicht immer einfach. Der Gesetzgeber hat mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz die Kassenärztliche Bundesvereinigung beauftragt, etwas Licht ins Dunkle zu bringen und eine IT-Sicherheitsrichtlinie für Praxen aufzusetzen. Diese soll Ärzten als Leitfaden dienen, die Praxis-IT auf ein angemessenen Schutzniveau zu bringen.
Durch die weit verbreitete Fehlannahme, es gebe nur die meist bei Geburt zugeteilten Geschlechter Mann und Frau gelten nach aktuellem ICD transidente Menschen als psychisch krank. Aktuell hat der europäische Gerichtshof für Menschenrechte den Beschwerden zweier rumänischer transweiblicher Personen stattgegeben, die die Notwendigkeit einer geschlechtsangleichenden Operation für den geänderten Geschlechtseintrag als unzulässig im Hinblick auf ihre Selbstbestimmung bewerteten. Die 11. Version des ICD-Katalogs enthält ebenfalls Änderungen für transidente Menschen. Dort soll „Transsexualität“ nicht mehr wie bisher unter den „psychischen Störungen“ gelistet werden.
Warum trotz einiger Errungenschaften im Sinne der Gleichberechtigung eine Sensibilität für das Thema „Geschlechtsidentität“ nach wie vor besonders wichtig ist, berichtet Annette Güldenring eindrücklich im Podcast. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie erklärt wichtige Begriffe, wie „Transsexualität“ „Transidentität“ und „non-binär“.
Güldenring appelliert, alle Menschen als geschlechtlich variante Individuen zu betrachten und ihnen respektvoll unter Wertschätzung ihres individuellen Geschlechtes zu begegnen. Die Basis dafür sei, sich kritisch mit dem Ordnungssystem der Zweigeschlechtlichkeit und den damit verbundenen Diskriminierungen auseinanderzusetzten und darüber hinaus zu denken. Dabei könnten auch Hausärztinnen und Hausärzte eine unterstützende Rolle spielen – zu fragen, wie der jeweilige Mensch angesprochen werden möchte, könnte dabei ein Anfang sein.
Sprüche über Arbeit gibt es eine Menge: Wer kennt nicht „Arbeit ist das halbe Leben“, „Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit du hast, umso besser wird sie bezahlt (Mark Twain) oder „Arbeite klug, nicht hart“, (Dr. House). Die Zitate verdeutlichen, welchen großen Anteil die Arbeit an unserem Leben einnimmt, was auch bedeutet, wir wollen und sollen fit bei der Arbeit sein und – die Arbeit darf uns ebenso wenig ihrerseits krank machen.
Frauen, die im Gesundheitssystem arbeiten, stehen durch die besondere Situation der Corona-Pandemie vor vielen Herausforderungen. Und oft sogar vor anderen, als ihre männlichen Kollegen. Über einige Studien der letzten Monate, die das deutlich machen, geht es auch in dieser Podcast-Folge.
Darin berichtet Dr. Jana Husemann, Allgemeinmedizinerin und erste Vorsitzende des Hausärzteverbands Hamburg, wo es aus ihrer Sicht deutlichen Handlungsbedarf gibt und sie zeigt konkrete Möglichkeiten für Veränderungen auf. Sie geht zudem darauf ein, warum Medizinerinnen zu Beginn der Pandemie medial seltener zu Wort kamen als Mediziner und weshalb Frauen noch immer mehr Sorgearbeit leisten. Daneben erklärt die Mutter einer dreijährigen Tochter auch, zu was sie manchmal „nein“ sagt und warum es mehr sichtbare Frauen in Gremien und Führungspositionen geben muss.
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