In dieser Folge geht es um „Echtzeitalter“ von Tonio Schachinger. Als der zehnjährige Till ins Internat soll, damit er gut betreut ist, ist er gar nicht so abgeneigt: Schließlich sieht das Elite-Gymnasium Marianum in Wien fast aus wie ein Schloss. Doch drinnen treibt der Deutschlehrer Dolinar sein Unwesen und erniedrigt die Schüler und Schülerinnen. Tills Fluchtpunkt ist das Computerspiel „Age of Empire“, in dem er immer besser und besser wird und es schließlich sogar an die Weltspitze schafft. Der österreichische, erst 31-jährige Autor Tonio Schachinger hat mit dieser Coming-of-Age-Geschichte im Oktober den Deutschen Buchpreis gewonnen. In „Echtzeitalter“ geht es aber nicht nur um einen gamingaffinen Teenie, sondern um viele andere Themen, die Schachinger geschickt in diesen Roman webt. Es geht darum, wie man es schafft, aus einem System auszusteigen, das Menschen erniedrigt, wie man seinen eigenen Weg zu gehen lernt, wie man erwachsen wird. Und es geht auch um Österreich, um die Bigotterie in einem Land, in dem ein Ibiza-Video die ganze Korruptheit einer Regierung entlarvt. In der siebten Folge des Literatur-Podcasts „Auslese“ der Aachener Zeitung diskutieren Chefredakteur Thomas Thelen und Redakteurin Andrea Zuleger über das Buch. Sie ordnen die Geschichte literarisch ein, diskutieren über das Gaming bei Jugendlichen, über den Schuldruck, der sowohl Kinder als auch Eltern plagt, über das typisch Österreichische in Schachingers Roman – und erörtern auch die Frage, ob es möglich ist, das beste Buch des Jahres zu finden und zu küren.
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