
Sign up to save your podcasts
Or


Unterstützt den Podcast gerne bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal unterstützen!
Der Stern von Bethlehem
Der Stern von Bethlehem gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Motiven der Weihnachtsgeschichte. Kaum ein astronomisches Phänomen ist so tief im kulturellen Gedächtnis verankert, obwohl wir über ihn erstaunlich wenig wissen. Die einzige Quelle, die ihn überhaupt erwähnt, ist das Matthäusevangelium. Dort heißt es:
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mat, 2,1)
Auffällig ist dabei, wie knapp diese Beschreibung ausfällt: Der Stern wird nur an dieser einen Stelle erwähnt, niemand außer den Sterndeutern scheint ihn wahrgenommen zu haben, und Details zu Aussehen oder Dauer fehlen vollständig.
Komet?
Trotzdem hat sich über die Jahrhunderte ein sehr konkretes Bild des Sterns von Bethlehem etabliert. Oft wird er als heller Stern mit Schweif dargestellt – eine Vorstellung, die weniger auf biblische Texte als vielmehr auf Kunstgeschichte zurückgeht. Besonders prägend war das Fresko „Anbetung der heiligen drei Könige“ von Giotto di Bondone, der den Stern eindeutig als Komet malte. Giotto hatte wenige Jahre zuvor den Halleyschen Kometen beobachtet, und dieses eindrucksvolle Himmelsereignis floss offensichtlich in seine Darstellung ein. In der Antike und im Mittelalter war die Idee eines Kometen als Stern von Bethlehem weit verbreitet. Problematisch ist jedoch, dass Kometen damals meist als Unglücksboten galten. Warum sollte ausgerechnet ein solches Zeichen die Geburt eines Königs ankündigen? Zudem fehlen auch hier unabhängige historische Berichte über einen auffälligen Kometen zur fraglichen Zeit.
Supernova?
Eine andere Erklärung brachte der Astronom Johannes Kepler ins Spiel. Nachdem er 1604 eine extrem helle Supernova beobachtet hatte, vermutete er, dass ein ähnliches Ereignis auch den Stern von Bethlehem erklären könnte. Kepler fiel auf, dass seine Supernova in der Nähe einer kurz zuvor stattgefundenen Konjunktion von Jupiter und Saturn erschien. Aus Berechnungen wusste er, dass es eine solche Konjunktion auch im Jahr 7 v. Chr. gegeben hatte. Kepler nahm an, diese Planetenkonjunktion habe möglicherweise die Entstehung einer Supernova ausgelöst, die dann als Stern von Bethlehem wahrgenommen wurde. Aus heutiger astronomischer Sicht ist diese Erklärung nicht haltbar, da Konjunktionen keine Supernovae verursachen. Dennoch lenkte Kepler den Blick auf ein Ereignis, das tatsächlich historisch belegt ist: die enge Begegnung von Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr.
Konjunktion?
Genau hier setzt die heute plausibelste Erklärung an. Der Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo verband präzise astronomische Rückrechnungen mit dem Wissen über babylonische Astronomie und Astrologie. Im Jahr 7 v. Chr. kam es nicht nur zu einer einfachen, sondern zu einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die beiden Planeten näherten sich im Laufe eines Jahres gleich dreimal auffällig an, und zwar im Sternbild der Fische. Ein solches Ereignis war selten und auch astrologisch hochbedeutsam.
In der babylonischen Astrologie stand Jupiter für Königsherrschaft und göttliche Macht, während Saturn mit dem Volk Israel in Verbindung gebracht wurde. Das Sternbild der Fische galt als Symbol für den Westen. Zusammengenommen hätte diese Konstellation als Ankündigung der Geburt eines großen Königs der Juden im Westen gedeutet werden können. Für antike Priesterastronomen, die Himmelbeobachtung und Deutung miteinander verbanden, wäre dies ein starkes Zeichen gewesen – ganz ohne einen tatsächlich „neuen“ Stern am Himmel. Allerdings sollten auch Priesterastronomen der Antike den Unterschied zwischen der Konjunktion von Planeten und einem Stern kennen…
Fazit
Der Stern von Bethlehem war mit hoher Wahrscheinlichkeit kein einzelnes spektakuläres Objekt. Und höchstwahrscheinlich nicht mal ein konkretes Objekt. Sondern ein später erfundenes Statussymbol für Jesus, um seine Geburt zu betonen und die Bedeutung seiner “Ankunft”. Oder aber das UFO, das ihn auf die Erde brachte (wie man im Film "Das Leben des Brian" sehen kann)…
Unterstützt den Podcast
Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen.
Kontakt
Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an [email protected] oder schaut auf cosmiclatte.at.
Und sonst findet ihr uns hier:
Instagram Cosmic Latte |
Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!
By Eva Pech, Jana Steuer, Elka XharoUnterstützt den Podcast gerne bei Steady, Patreon](https://patreon.com/CosmiclattePodcast)) oder Paypal unterstützen!
Der Stern von Bethlehem
Der Stern von Bethlehem gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Motiven der Weihnachtsgeschichte. Kaum ein astronomisches Phänomen ist so tief im kulturellen Gedächtnis verankert, obwohl wir über ihn erstaunlich wenig wissen. Die einzige Quelle, die ihn überhaupt erwähnt, ist das Matthäusevangelium. Dort heißt es:
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mat, 2,1)
Auffällig ist dabei, wie knapp diese Beschreibung ausfällt: Der Stern wird nur an dieser einen Stelle erwähnt, niemand außer den Sterndeutern scheint ihn wahrgenommen zu haben, und Details zu Aussehen oder Dauer fehlen vollständig.
Komet?
Trotzdem hat sich über die Jahrhunderte ein sehr konkretes Bild des Sterns von Bethlehem etabliert. Oft wird er als heller Stern mit Schweif dargestellt – eine Vorstellung, die weniger auf biblische Texte als vielmehr auf Kunstgeschichte zurückgeht. Besonders prägend war das Fresko „Anbetung der heiligen drei Könige“ von Giotto di Bondone, der den Stern eindeutig als Komet malte. Giotto hatte wenige Jahre zuvor den Halleyschen Kometen beobachtet, und dieses eindrucksvolle Himmelsereignis floss offensichtlich in seine Darstellung ein. In der Antike und im Mittelalter war die Idee eines Kometen als Stern von Bethlehem weit verbreitet. Problematisch ist jedoch, dass Kometen damals meist als Unglücksboten galten. Warum sollte ausgerechnet ein solches Zeichen die Geburt eines Königs ankündigen? Zudem fehlen auch hier unabhängige historische Berichte über einen auffälligen Kometen zur fraglichen Zeit.
Supernova?
Eine andere Erklärung brachte der Astronom Johannes Kepler ins Spiel. Nachdem er 1604 eine extrem helle Supernova beobachtet hatte, vermutete er, dass ein ähnliches Ereignis auch den Stern von Bethlehem erklären könnte. Kepler fiel auf, dass seine Supernova in der Nähe einer kurz zuvor stattgefundenen Konjunktion von Jupiter und Saturn erschien. Aus Berechnungen wusste er, dass es eine solche Konjunktion auch im Jahr 7 v. Chr. gegeben hatte. Kepler nahm an, diese Planetenkonjunktion habe möglicherweise die Entstehung einer Supernova ausgelöst, die dann als Stern von Bethlehem wahrgenommen wurde. Aus heutiger astronomischer Sicht ist diese Erklärung nicht haltbar, da Konjunktionen keine Supernovae verursachen. Dennoch lenkte Kepler den Blick auf ein Ereignis, das tatsächlich historisch belegt ist: die enge Begegnung von Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr.
Konjunktion?
Genau hier setzt die heute plausibelste Erklärung an. Der Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo verband präzise astronomische Rückrechnungen mit dem Wissen über babylonische Astronomie und Astrologie. Im Jahr 7 v. Chr. kam es nicht nur zu einer einfachen, sondern zu einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die beiden Planeten näherten sich im Laufe eines Jahres gleich dreimal auffällig an, und zwar im Sternbild der Fische. Ein solches Ereignis war selten und auch astrologisch hochbedeutsam.
In der babylonischen Astrologie stand Jupiter für Königsherrschaft und göttliche Macht, während Saturn mit dem Volk Israel in Verbindung gebracht wurde. Das Sternbild der Fische galt als Symbol für den Westen. Zusammengenommen hätte diese Konstellation als Ankündigung der Geburt eines großen Königs der Juden im Westen gedeutet werden können. Für antike Priesterastronomen, die Himmelbeobachtung und Deutung miteinander verbanden, wäre dies ein starkes Zeichen gewesen – ganz ohne einen tatsächlich „neuen“ Stern am Himmel. Allerdings sollten auch Priesterastronomen der Antike den Unterschied zwischen der Konjunktion von Planeten und einem Stern kennen…
Fazit
Der Stern von Bethlehem war mit hoher Wahrscheinlichkeit kein einzelnes spektakuläres Objekt. Und höchstwahrscheinlich nicht mal ein konkretes Objekt. Sondern ein später erfundenes Statussymbol für Jesus, um seine Geburt zu betonen und die Bedeutung seiner “Ankunft”. Oder aber das UFO, das ihn auf die Erde brachte (wie man im Film "Das Leben des Brian" sehen kann)…
Unterstützt den Podcast
Ihr könnt uns via Steady, Patreon und Paypal unterstützen.
Kontakt
Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an [email protected] oder schaut auf cosmiclatte.at.
Und sonst findet ihr uns hier:
Instagram Cosmic Latte |
Cosmic Latte ist eine Space Monkey Produktion.
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

9 Listeners

10 Listeners

4 Listeners

46 Listeners

3 Listeners

6 Listeners

19 Listeners

12 Listeners

5 Listeners

2 Listeners

4 Listeners

4 Listeners

1 Listeners

2 Listeners

1 Listeners