
Sign up to save your podcasts
Or


Kurz nach Ostern 1945 kam es im Gremberger Wäldchen im rechtsrheinischen Köln zu einem schlimmen Verbrechen, das im Rückblick umso unverständlicher ist, weil jedem klar gewesen sein musste, dass Deutschland kurz vor der endgültigen Kapitulation stand. Rund 30 wehrlose Menschen wurden grausam ermordet. Wie viele Opfer es tatsächlich waren, lässt sich nicht genau sagen. Das ist eine von vielen offenen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Massaker im Gremberger Wäldchen stellen. Es waren keine SS-Männer oder hochrangige NS-Schergen, die zu Mördern wurden, sondern einfache Leute aus der Nachbarschaft in Poll, Deutz oder Humboldt-Gremberg. Unter den Tätern waren Jugendliche. Der jüngste war 16 Jahre alt.
Was sich hier am 8. April 1945 abspielte, ist kaum vorstellbar. Der Kreisleiter der NSDAP Alfons Schaller hatte die Räumung des Zwangsarbeiterlagers angeordnet – mutmaßlich auf Geheiß der Wehrmacht. Hier lebten kranke Menschen aus der Sowjetunion oder Polen, die als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht worden waren. Schaller beauftragte den „Volkssturm“ mit der Aufgabe, das Lager an der Autobahn aufzulösen. Männer zwischen 16 und 60, die nicht in der Wehrmacht waren, sollten sich um die „Heimatfront“ kümmern, Schanzen gegen die anrückenden Alliierten bauen und Ortschaften verteidigen. Die Insassen des Krankenlagers, aus dem längst ein Sterbelager geworden war, sollten verlegt und das Lager abgebrannt werden. Daraus wurde ein regelrechter Gewaltexzess. Einige Männer schossen durch die Fenster der Baracken auf die Kranken. Wer nicht mehr laufen konnte, wurde in seinem Bett verbrannt. Die Volkssturm-Männer, die beim Morden nicht mitmachten, standen am Rand und schauten zu.
Denen, die das Thema weiter vertiefen wollen, empfehlen wir den sechsteiligen Podcast "Das Krankenlager im Gremberger Wäldchen" und die Infos zum Thema im Netz, die der Jugendclub Courage zusammengetragen hat: https://lager-gremberg.de/
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!
By KStA, Kölner Stadt-Anzeiger, Helmut Frangenberg5
22 ratings
Kurz nach Ostern 1945 kam es im Gremberger Wäldchen im rechtsrheinischen Köln zu einem schlimmen Verbrechen, das im Rückblick umso unverständlicher ist, weil jedem klar gewesen sein musste, dass Deutschland kurz vor der endgültigen Kapitulation stand. Rund 30 wehrlose Menschen wurden grausam ermordet. Wie viele Opfer es tatsächlich waren, lässt sich nicht genau sagen. Das ist eine von vielen offenen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Massaker im Gremberger Wäldchen stellen. Es waren keine SS-Männer oder hochrangige NS-Schergen, die zu Mördern wurden, sondern einfache Leute aus der Nachbarschaft in Poll, Deutz oder Humboldt-Gremberg. Unter den Tätern waren Jugendliche. Der jüngste war 16 Jahre alt.
Was sich hier am 8. April 1945 abspielte, ist kaum vorstellbar. Der Kreisleiter der NSDAP Alfons Schaller hatte die Räumung des Zwangsarbeiterlagers angeordnet – mutmaßlich auf Geheiß der Wehrmacht. Hier lebten kranke Menschen aus der Sowjetunion oder Polen, die als Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht worden waren. Schaller beauftragte den „Volkssturm“ mit der Aufgabe, das Lager an der Autobahn aufzulösen. Männer zwischen 16 und 60, die nicht in der Wehrmacht waren, sollten sich um die „Heimatfront“ kümmern, Schanzen gegen die anrückenden Alliierten bauen und Ortschaften verteidigen. Die Insassen des Krankenlagers, aus dem längst ein Sterbelager geworden war, sollten verlegt und das Lager abgebrannt werden. Daraus wurde ein regelrechter Gewaltexzess. Einige Männer schossen durch die Fenster der Baracken auf die Kranken. Wer nicht mehr laufen konnte, wurde in seinem Bett verbrannt. Die Volkssturm-Männer, die beim Morden nicht mitmachten, standen am Rand und schauten zu.
Denen, die das Thema weiter vertiefen wollen, empfehlen wir den sechsteiligen Podcast "Das Krankenlager im Gremberger Wäldchen" und die Infos zum Thema im Netz, die der Jugendclub Courage zusammengetragen hat: https://lager-gremberg.de/
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

27 Listeners

37 Listeners

54 Listeners

19 Listeners

17 Listeners

9 Listeners

7 Listeners

15 Listeners

35 Listeners

18 Listeners

13 Listeners

14 Listeners

57 Listeners

4 Listeners

1 Listeners